Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon!

Warum wir auch in Geldfragen vertrauen müssen

 

Christen leben anders. Das trifft auch zu im Blick auf den Umgang mit Geld. Nachfolge erstreckt sich auch auf den monetären Bereich. Den Unterschied spricht Jesus in seinem Gleichnis vom ungerechten Mammon an. Es gibt wohl kein Gleichnis, das mehr missverstanden wurde als dieses:

Luke 16,1 … Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter; der wurde bei ihm beschuldigt, er verschleudere ihm seinen Besitz. 2 Und er ließ ihn rufen und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft über deine Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht Verwalter sein. 3 Der Verwalter sprach bei sich selbst: Was soll ich tun? Mein Herr nimmt mir das Amt; graben kann ich nicht, auch schäme ich mich zu betteln. 4 Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich von dem Amt abgesetzt werde. 5 Und er rief zu sich die Schuldner seines Herrn, einen jeden für sich, und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? 6 Er sprach: Hundert Eimer Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich hin und schreib flugs fünfzig. 7 Danach fragte er den zweiten: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Sack Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib achtzig. 8 Und der Herr lobte den ungetreuen Verwalter, weil er klug gehandelt hatte; denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts. 9 Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. 10 Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht. 11 Wenn ihr nun mit dem ungerechten Mammon nicht treu seid, wer wird euch das wahre Gut anvertrauen? 12 Und wenn ihr mit dem fremden Gut nicht treu seid, wer wird euch geben, was euer ist? 13 Kein Knecht kann zwei Herren dienen; entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.

 

Manche Ausleger machen veritable Kopfstände bei ihren Versuchen, dem Handeln des ungerechten Verwalters im Gleichnis positive Bedeutung abzuringen. Dabei macht auch hier der Ton die Musik: Jesus spricht hier eindeutig mit einem beißenden sarkastischen Ton. Der ungerechte Mammon und seine Besitzer haben eben keine ewigen Hütten, in welche sie ihre Komplizen aufnehmen könnten. Das ist die Pointe der Geschichte. Was Menschen dieser Welt für schlau halten, ist am Ende gar nicht klug. Siehe VW-Abgasskandal. Siehe Siemens Schmiergeldskandal. Siehe die Skandale der Deutschen Bank, um nur einige exponierte Beispiele zu nennen. Betrug zahlt sich nicht aus, und wenn er noch so genial wäre. Wir können unsere Sicherheit nicht erschwindeln.

Aber auch sonst können wir nicht rein wirtschaftliche Kriterien für die Reich-Gottes-Arbeit zugrunde legen. Das Reich Gottes ist nur im geistlichen Sinne ein „profitables Geschäft“. Die Urgemeinde in Jerusalem hat ihr ganzes Vermögen in der Schulung der ersten Generation der Christen aufgebraucht. Erst vierzig Jahre später, nach der Zerstörung Jerusalems 70 n.Chr. erschien das als sinnvoll und logisch. Zunächst war es schlicht notwendig gewesen, alles zu Geld zu machen, damit die junge Gemeinde überhaupt überlebt und die neuen Jünger und Jüngerinnen Jesu im Leben und Denken als Nachfolger Jesu unterwiesen werden konnten. Als Jerusalem dann in Trümmern lag, wird der eine oder andere Gottes Führung im Abverkauf der Immobilien eine Generation zuvor gesehen haben…

Wenn es ums Geld geht, denken wir oft: das Geld gehört zum „Weltlichen“, nicht zum „Geistlichen“ im Leben. Folglich wenden wir weltliche Prinzipien bei der Verwaltung unseres Geldes an. Aber genauso wenig wie die Nachfolge sich vom Werktag ausschließen und auf den Sonntag reduzieren lässt, genauso wenig lässt sich unser Umgang mit Geld und den weltlichen Gütern von der Nachfolge Jesu trennen. Jesus macht hier deutlich, dass Treue oder Untreue im Blick auf den Umgang mit dem Geld Rückschlüsse darüber zulassen, wie verantwortungsvoll wir mit allem Anderen umgehen, was Gott in seiner Gnade uns überlässt. Er schließt sein Gleichnis mit dem lapidaren Satz: „Ihr könnt nicht zwei Herren dienen… Ihr könnt nicht Gott dienen und den Mammon“.

Was heißt das? Jesus erläutert das mit seinem Gleichnis vom reichen Kornbauer. Wer sein Vertrauen in Reichtum setzt, meint für sich selber sorgen zu können. Er will sich von Gott und seiner Fürsorge unabhängig machen. Dabei macht Jesus seinen Jüngern klar: Wenn der himmlische Vater für die Vögel des Himmels sorgen kann, die weder säen noch ernten, dann kann und wird er auch für seine Kinder sorgen. Das Problem, das wir mit dem Geld haben ist, dass wir uns davon abhängig machen lassen. Wo wir das tun, sind wir wirklich arm! Wie oft bekunden wir unsere Armut dadurch, dass wir unsere Sicherheit über unser Bankkonto definieren. Das stimmt für Personen, Institutionen, Werke, Gemeinden und Kirchen gleichermaßen.

In der Theorie wollen wir frei sein – aber nicht vom Geld! Wer sich aber ein Kind Gottes nennt, dem das ganze All gehört und dessen Erben wir sind, müsste sich auch nach der Freiheit der Kinder Gottes in diesem Bereich sehnen. Wenn es ums Geld geht, besonders um das vermeintlich fehlende, hört unser Glaube und unser Vertrauen ganz schnell auf. Da wird es nämlich ernst! Schließlich gibt es Ausgaben… Wie ernst nehmen wir unseren Glauben, dass Gott – und nicht das Geld – regiert? Wer auf Gott vertrauen will, wer Jesus nachfolgen will, wer Gott dienen will, der muss auch darauf vertrauen, dass Gott für ihn sorgen wird. Wo wir dem Herrn dienen, und zwar in allen Bereichen unseres Lebens, da wird er auch für uns sorgen!

Wir können nicht gleichzeitig Gott und dem Mammon dienen. Unser Vertrauen können wir nur in den einen oder den anderen setzen.

Sind wir Gefangene unseres Wohlstands und unseres Reichtums? Wenn wir begreifen würden, was wahrer Reichtum ist, nämlich so viel zu haben, dass wir es mit anderen teilen können, werden wir mehr von der Freiheit der Kinder Gottes erleben. Noch nie waren wir hier in Deutschland so reich wie heute. Trotzdem finden wir es immer schwieriger, die Reich-Gottes-Arbeit mit unseren Spenden zu finanzieren. Diese Tage gab ein deutsches Missionswerk in seinem Mitteilungsblatt bekannt, dass es einige Stellen streichen muss. Die Spenden reichen nicht mehr. Das ist kein Einzelfall. Viele Gemeinden und christlichen Werke haben richtig zu kämpfen. In der „Coronazeit“ ist das besonders ausgeprägt. In dem „Brandbrief“ eines größeren Werkes hieß es: „Wir brauchen auf das Jahr gerechnet jeden Tag 5.000 Euro Spendeneingänge – es sind gerade einmal 300 Euro!“ Offenbar halten Christen, die sonst von ihrem Reichtum gern teilen, in dieser Notsituation mit ihren Gaben zurück.

Jesus machte es immer wieder klar, dass der Vater für seine Kinder sorgen will. Das hat zur Folge, dass wir unsere Sorgen auf ihn werfen können (1Petrus 5,7) und mit den „anvertrauten Pfunden“ in seinem Sinne wuchern können und sollen (Lukas 19,12ff). Ausdrücklich sagt er in Matthäus 6,19 Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen.  20 Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen. Und eine Warnung spricht er gleich mit aus: Luk 12,21 So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.

Wer mit anderen teilen kann, der ist wirklich reich. Wer sein Geld und Besitz für sich behalten muss ist arm. Er ist vor allem arm dran. 2Korinther 9,7 schreibt Paulus: Ein jeder, wie er’s sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. Geben macht Freude. Mit anderen zu Teilen macht glücklich. Und wie viel Freude verbreiten die christlichen Werke durch die Opfer und Spenden, die wir geben! Da lohnt sich Gottvertrauen. Jesus ermutigt uns Matthäus 6,3 Wenn du aber Almosen gibst, so lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut. Wir dürfen im Vertrauen das, was Gott und anvertraut hat, mit anderen teilen!

Es ist offensichtlich, was Jesus will. Wenn er sagt Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, dann sagt er das verächtlich, in einem beißend sarkastischen Ton. Was er meint ist klar: Macht euch NICHT Freunde mit dem ungerechten Mammon. Solche können uns nämlich nicht helfen!

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