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Gehet hin…wenn die Welt vor der eigenen HaustĂŒr beginnt

Predigtskizze zu 1Petr 3,8-17, Endingen, d.24.6.2018

Hier die Audiodatei der Predigt

und des „Kreuzverhörs“ danach

 

Predigtskizze (n.b.: im Vortrag grĂ¶ĂŸere Abweichungen/Auslassungen)

Was kann einen Unterschied in dieser Welt machen?

Was kann grundsĂ€tzlich VerĂ€nderung herbeifĂŒhren?

 

Petrus, der auffĂ€lligste JĂŒnger Jesu und Apostel sagt es uns in wenigen Worten:

In Euren Herzen muss jemand anderer die Kontrolle ĂŒbernehmen!

 

»heiligt aber den Herrn Christus in euren Herzen. Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert ĂŒber die Hoffnung, die in euch ist« (1Petr 3,15)

 

1.    GlaubwĂŒrdig leben – ein Segen sein!

 

Zum Rektor geschickt

 

Hausmalerei im FrĂ€nkischen Spalt: „Lebe so, dass niemand der ĂŒblen Nachrede glaubt, die ĂŒber dich verbreitet wird“

 

Heute Abend ist ein JuGo in Mössingen zum Thema „Brot kann schimmeln – was kannst du??

 

Ein guter Baum bringt keine schlechten FrĂŒchte, eine salzige Quelle kein sĂŒĂŸes Wasser


 

ERBEN des SEGENS

Den Segen erben – Verwalter des Segens

 

An euren FrĂŒchten…

 

Seligpreisungen

 

GlaubwĂŒrdig leben heiß: DEN SEGEN WEITERGEBEN!

 

Jesus hat das fĂŒr uns, die wir ernsthaft ihm nachfolgen wollen, in der Bergpredigt thematisiert: Salz und Lichtsollen seine JĂŒnger in der Welt sein!

In unserem Text heißt es, wir sind berufen, den Segen zu erben – aber das heißt nicht, den Segen fĂŒr uns zu behalten!

 

Alles verfĂ€llt von alleine, wenn man nicht aktiv am Erhalt arbeitet (auch Beziehungen, Frieden…) Parmaschinken-Kochschinken

 

Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt.So und nicht anders werden wir vor der Welt als Jesu JĂŒnger gelten!

 

Schon im Alten Testament galt der Grundsatz: Ich will euch segnen und Ihr sollt ein Segen sein!

1.Mose 12,2 Und ich will dich zum großen Volk machen und a will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein.

2.Mose 23,4  Wenn du dem Rind oder Esel deines  Feindes begegnest, die sich verirrt haben, so sollst du sie ihm wieder zufĂŒhren. 5 Wenn du den Esel deines Widersachers unter seiner Last liegen siehst, so laß ihn ja nicht im Stich, sondern hilf mit ihm zusammen dem Tiere auf.

Hiob 31,29 Hab ich mich  gefreut, wenn’s meinem Feinde ĂŒbel ging, und mich erhoben, weil ihn UnglĂŒck getroffen hatte?

Spr 25,21-22 Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brot, dĂŒrstet ihn, so trĂ€nke ihn mit Wasser, denn du wirst feurige Kohlen auf sein Haupt hĂ€ufen, und der HERR wird dir’s vergelten.

 

Ein Segen sein fĂŒr unser Land! Ein Segen fĂŒr unser Volk! Ein Segen fĂŒr die Migranten unter uns!

 

FlĂŒchtlingskonferenz II als Integrationskonferenz

 

Gott schickt die Menschen zu uns – Chancen und Risiken

 

Einmalige Chance, Hoffnung zu schenken

 

Nicht die Reste, sondern das Beste anbieten: HOFFNUNG!

 

Migranten einladen

 

Hoffnung schenken geht nur, wenn wir Gottes neue Wege fĂŒr den Menschen gehen!

Das kann nur funktionieren, wenn wir „Christus in unserm Herzen heiligen“. Was heißt das?

 

2.   Christus ans Steuer lassen!

 

Die schlechte Nachricht:

Von uns aus können wir’s nicht

Die gute Nachricht:

von uns aus mĂŒssen wir’s nicht!

 

Wir dĂŒrfen nicht resignieren! Wir können einen Unterschied in dieser Welt machen – mit Gottes Hilfe und auf seinem Wege


 

GOTT kann und will durch seine Kirche  in dieser Welt wirken! Dass geschieht vornehmlich dadurch, dass wir seinen Willen tun – und diesen hat er uns auch hier bekundet! Wir dĂŒrfen und sollen Überwinder sein – dass geschieht im gelebten Glauben:

Vergeltet nicht Böses mit Bösem (vgl. Jahreslosung 2011Röm 12,21 Laß dich nicht vom Bösen ĂŒberwinden, sondern ĂŒberwinde das Böse mit Gutem) – Jesus lehrt uns einen grundsĂ€tzlich neuen und radikal anderen, neuen Weg: Endlich aber seid allesamt gleich gesinnt, mitleidig, brĂŒderlich, barmherzig, demĂŒtig


Das kommt gleichermaßen im Wochenspruch vor: Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfĂŒllen (Gal 6,2)

Schließlich spricht der Apostel Petrus den Kernsatz aus:Heiligt den Herrn Christus in euren HerzenDas heißt, unsere Herzen sollen Jesus gehören. Er soll das Sagen in unserem Leben haben.

 

Der Zusammenhang von unserem Predigttext macht es ganz klar, wie das aussehen sollte

 

1Petr 3,8-17

8 Endlich aber seid allesamt gleich gesinnt, mitleidig, brĂŒderlich, barmherzig, demĂŒtig.

9 Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt.

10 Denn »wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der hĂŒte seine Zunge, dass sie nichts Böses rede, und seine Lippen, dass sie nicht betrĂŒgen.

11 Er wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach.

12 Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren hören auf ihr Gebet; das Angesicht des Herrn aber steht wider die, die Böses tun« (Psalm 34,13-17).

13 Und wer ist’s, der euch schaden könnte, wenn ihr dem Guten nacheifert?

14 Und wenn ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. FĂŒrchtet euch nicht vor ihrem Drohen und erschreckt nicht;

15 heiligt aber den Herrn Christus in euren Herzen. Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert ĂŒber die Hoffnung, die in euch ist,

16 und das mit Sanftmut und Gottesfurcht, und habt ein gutes Gewissen, damit die, die euch verleumden, zuschanden werden, wenn sie euren guten Wandel in Christus schmÀhen.

17 Denn es ist besser, wenn es Gottes Wille ist, dass ihr um guter Taten willen leidet als um böser Taten willen.

 

 

 – so genau wollen wir es vielleicht auch gar nicht wissen!

 

 

Friedrich Nietzsche: wenn etwas an der Erlösung dran wĂ€re, mĂŒssten die Christen erlöster wirken… (Er wirkte nicht gerade so in seinem Nihilismus! Aber das ist eine andere Geschichte
)

Worauf hoffen Sie?

 

Haben Sie die Hoffnung, die Jesus gibt? Haben sie und heiligen Sie Jesus Christus in Ihrem Herzen? Sind sie in der Lage und bereit, Rechenschaft von dieser Hoffnung abzulegen?

 

 

Seid allezeit bereit – zum Zeugnis! Zum Zeugnis von der Hoffnung, die wir als Christen haben!

 

Christus ans Steuer lassen!

3.    HoffnungstrÀger werden!

 

Wir dĂŒrfen und sollen Menschen der Hoffnung sein!

Auch wenn der Apostel Petrus der Gemeinde reinen Wein im Blick auf Anfeindung und Verfolgung der Gemeinde einschenkt: es geht um die positive Botschaft, dass wir in Christus Hoffnunghaben! In der Nachfolge Jesu Christi gibt es Leben und volle GenĂŒge (Joh 10,10 )

heiligt aber den Herrn Christus in euren Herzen. Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert ĂŒber die Hoffnung, die in euch ist!

Christen sind HoffnungstrĂ€ger fĂŒr diese Welt, weil sie Christus in ihren Herzen tragen und ihn in ihren Herzen heiligen.

Was heißt das?

Wo unsere Herzen Jesus gehören, gehört unser Leben ihm. „Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“ Mt 6,21

Das klingt fĂŒr viele Menschen unserer Tage nach Entbehrung und Verzicht. Im Gegenteil! So gewinnen wir das Leben!  Lk 9,25  Denn welchen Nutzen hĂ€tte der Mensch, wenn er die ganze Welt gewönne und verlöre sich selbst oder nĂ€hme Schaden an sich selbst?

Hier wird ganz bodenstÀndig bekundet:

10 Denn »wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der hĂŒte seine Zunge, dass sie nichts Böses rede, und seine Lippen, dass sie nicht betrĂŒgen.  11 Er wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach.

 

Der Glaube an Jesus Christus spielt sich nicht in den Gedanken, sondern im gelebten Leben ab!

Wort und Tat gehören zusammen! Ein Glaube, der nicht zur Tat wird, ist kein Glaube, ist ein toter Glaube…

 

 

Der einzige Weg, aus der Gewaltspirale dieser Welt heraus zu kommen ist: suche Frieden und JAGE ihm NACH! Das ist anstrengend. Das verlangt Arbeit und Investition. Aber einen anderen Weg gibt es nicht. Alles verfĂ€llt von alleine, wenn man nicht aktiv am Erhalt arbeitet (auch Beziehungen, Frieden…)

 

Dabei erfahren wir Gottes besonderen Schutz.

 

13 Und wer ist’s, der euch schaden könnte, wenn ihr dem Guten nacheifert? 14 Und wenn ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. FĂŒrchtet euch nicht vor ihrem Drohen und erschreckt nicht;

Christen wissen, wo sie hingehören und wo sie hinkommen werden.

 

Unsere Botschaft ist Hoffnung! davon geben wir Rechenschaft!

 

Es wird nicht einfach sein.

 

Die MÀchtigen wollen keine VerÀnderung!

 

Wenn schon leiden, dann fĂŒr die richtige Sache!

Als ehrenamtlicher Vorsitzender des AKREF und des IIRF intensiv mit Christenverfolgung weltweit beschÀftigt


 

Interessant ist, wie unterdrĂŒckte und verfolgte Christen es fĂŒr eine Ehre ansehen, fĂŒr ihren Herrn leiden zu dĂŒrfen.

 

Die Usbekin Schirinai Dossova berichtet: „Einmal fuhren wir mit der ganzen Gemeinde in einen Vorort von Moskau zur Taufe. WĂ€hrend der Fahrt mit der Straßenbahn bezeugten wir unseren Glauben. Eine zu TrĂ€nen gerĂŒhrte Frau bedankte sich bei uns und schenkte uns einen großen Blumenstrauß, den sie wohl von der Datscha mitgebracht hatte. Einige Zeit spĂ€ter trat ein Mann auf mich zu und spuckte mir ins Gesicht. Mit der Bibel in der einen und den Blumen in der anderen Hand stand ich da mit einem bespuckten Gesicht, und die Gemeinde schaute mich an. Zwar versteht man das erst spĂ€ter, aber gerade solche Augenblicke zĂ€hlen im Nachhinein zu den glĂŒcklichen im Leben.“

 

V.14 in moderner Übersetzung:

Es ist eine Ehre, fĂŒr Christus zu leiden

Lasst euch nicht von ihnen einschĂŒchtern!

 

Mut zeigen.

Zum Glauben stehen.

Gegen den Strom  schwimmen

„…Unser Herr kommt“

Was können uns Menschen tun? Röm 8,38

 

Unsere Botschaft ist Hoffnung! davon geben wir Rechenschaft!

 

 

„Das Reich Gottes und die Umma – worauf hoffen Christen und Muslime“

(Ein Anspiel des Kreativteams MItttendrin-Gottesdienst Marbach geht voraus:

Wettlauf zum Paradies

Personen:

Moderator/ Schiedsrichter, 2 Engel, 3 Sportler und eine 4. Sportlerin.

Moderator:    Meine Damen und Herren ich darf sie herzlich zu unserem heutigen Wettlauf

zum Paradies begrĂŒĂŸen.

An der Starlinie sind schon unsere 3 Konkurrentinnen, die sich bereit machen.

Ganz rechts sehen sie Yasemin (Zeit zum Winken und vorstellen lassen)


in der Mitte ist Hanna (Zeit lassen, wie oben)


und ganz links ist Bella angetreten (wie oben)…

Alle Sportlerinnen sind hochkonzentriert und bereit ich bitte sie ganz still zu

bleiben, dass sie nicht gestört werden.

 

Wir beginnen jetzt mit den Fragen:

Wer von Euch hat zu Lebzeiten etwas gespendet?

 

Yasemin:       Ich, ich habe fĂŒr den roten Halbmond gespendet.

 

Hanna:                       Ich habe auch etwas gespendet, nĂ€mlich fĂŒr Brot fĂŒr die Welt.

 

Bella:             Ich habe immer ganz viel Greenpeace gegeben.

 

Moderator:    Respekt meine Damen. Jede von euch darf einen großen Schritt Richtung Paradies machen.

 

Kommen wir zu unserer nÀchsten Frage: Wer hat eine Pilgerfahrt unternommen?

 

Yasemin:       Ich bin mit meinen Eltern nach Mekka gefahren.

 

Hanna:                       Ich war auf dem Jakobsweg, habe ihn aber abgebrochen.

 

Bella:             Auf meinen Wanderungen durch die Natur habe ich immer wieder den Jakobsweg gekreuzt, gilt das auch?

 

Moderator:    (Er wÀgt ein bisschen ab) na gut, ich will ja nicht so sein, jede von euch darf noch einen Schritt vor.

Damit haben wir bis jetzt einen Gleichstand erreicht.

 

Bei der nÀchste Frage will ich von euch wissen: Wer hat gefastet?

 

Hanna:           Ich, ich, ich. Ich habe jedes Jahr 7 Wochen ohne gemacht.

 

Yasemin:       SelbstverstÀndlich habe ich immer den Ramadan eingehalten.

 

Bella:             (zögert)
 Ă€hm
 also ich bin Veganer.

 

Moderator:    Naja, ich weiß von ein paar Mogeleien, ich kann euch hier nicht weiter gehen lassen.

 

Kommen wir zur nÀchsten Frage: Wer hat gebetet

 

Yasemin:       SelbstverstÀndlich habe ich immer meine 5 Gebetszeiten eingehalten.

 

Hanna:           Ich habe auch jeden Tag gebetet:

 

Bella:             Ich habe noch nie gebetet, habe aber jeden schönen Sonnenuntergang bestaunt und bewundert.

 

Moderator:    Okay, okay, alle einen Schritt vor.

 

NĂ€chste Frage: Wer ist regelmĂ€ĂŸig in den GD gegangen?

 

Hanna:           Ich bin jeden Sonntag in die Kirche gegangen,
 fast jeden Sonntag, 
also einmal im Monat.

 

Yasemin:       Ich war jeden Freitag in der Moschee.

 

Bella:                         Ich war viel in der Natur draußen, habe sie rĂŒcksichtvoll und pfleglich behandelt, halt Mutter Erde geehrt.

 

Von hinten kommt der 4. Sportler und quetscht sich durch die anderen durch. Diese sind empört und rufen:

 

Yasemin:       Heh, was soll das?

 

Bella:             Hinten anstellen!

 

Hanna:           Oder hast du etwa viel gespendet?

 

  1. Person: Nein, ich hatte ja kaum was


 

Yasemin:       Hast du etwa mehrere Pilgerfahrten gemacht oder wie verrĂŒckt gefastet?

 

  1. Person: Nnnnein?!(unsicher)

 

Hanna:           Hast du viel gebetet?

 

  1. Person: Etwas schon (noch unsicherer).

 

Bella:             Wieso ĂŒberholst du uns dann?

 

  1. Person: Ich habe eine Eintrittskarte geschenkt bekommen.

 

Sie sucht ihre Taschen ab und holt eine verknitterte Eintrittskarte aus der Hosentasche zeigt sie den Anderen und marschiert zum Paradies.)

 

Ansprache (narrative Predigt):

Yasemin, Hanna und Bella, drei Menschen, drei Einstellungen…

 

Die Geschichte hört hier nicht auf. Das GesprÀch geht weiter:

 

Bella als wohlwollender, gewissenhafter, moderner Mensch will paradiesische ZustĂ€nde wie die anderen Auch, aber sie sucht sie innenweltlich durch gutes, gewissenhaftes Handeln herbeizufĂŒhren. Sie glaubt vielleicht an eine höhere Macht – man kann es schließlich nicht ausschließen, dass es eine solche gibt
 Ihretwegen darf man diese auch „Gott“ nennen, solange man das nicht so eng, nĂ€mlich als Person sieht
 Von Himmel und Hölle im Jenseits hĂ€lt Bella nichts. Deshalb ist jeder schritt vorwĂ€rts in Richtung mehr Gleichheit, Gerechtigkeit und Minderung des Leids nicht nur ein Schritt in die richtige Richtung, es ist eigentlich alles, worauf sie hoffen kann.

 

Hanna hingegen will schon eine bessere Welt, aber sie kann es nicht glauben, dass das Heil der Menschen nur von unseren menschlichen Anstrengungen abhĂ€ngt. Sie glaubt fest daran, dass Gott diese Welt anders geschaffen hat als sie jetzt ist. Schon in der Kinderkirche hat sie von der Vertreibung der Menschen aus dem Paradies gehört. Sie weiß, dass die SĂŒnde unsere Welt immer noch kaputt macht. (Damit könnte Bella etwas anfangen, wenn sie statt von SĂŒnde zu reden, nur Ungerechtigkeit anprangern wĂŒrde. Yasemin, ihrerseits wĂŒrde lieber die Schuld auf die „UnglĂ€ubigen“ schieben, wie ihr Onkel der Imam das erklĂ€rt: „Schaff die UnglĂ€ubigen ab und schon ist der Kittel geflickt! Der Mensch kann nĂ€mlich der SĂŒnde widerstehen, wenn er nur rechtglĂ€ubig ist und sich so verhĂ€lt – zumindest was die „schweren SĂŒnden“ betrifft
) Aber zurĂŒck zu Hanna. Sie hat einmal in einer eindrĂŒcklichen Predigt gehört, wie aus dem 2. Petrusbrief zitiert wurde; (2Pet 3,13) „Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt.“ Wenn sie damals nachgefragt hĂ€tte, hĂ€tte der Pfarrer ihr auch die Stelle aus der Offenbarung zitiert: (Off 21,1) „Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr
“   Sie musste auch manchmal daran denken, wie Jesus (der im Himmel auf dem Thron sitzt) gesagt hatte : „Siehe, ich mache alles neu!“. Sie war sich nur nicht ganz im Klaren, wie es einer in diese neue Welt hineinschafft
 Irgendwie hat sie das GefĂŒhl nicht los gelassen, dass sie etwas dafĂŒr tun muss.

 

Yasemin war mit ihr in dem Punkt ganz einig, auch wenn sich nichts von einem „neuen Himmel“ und einer „neuen Erde“ wusste. Vielleicht war das nur UnglĂ€ubigen-Speak fĂŒr das Paradies. Immerhin gingen die Vorstellungen ĂŒber die Anzahl der ParadiesgĂ€rten auch im Islam auseinander: Der Koran (➝ 55,46 und ➝55,62) erwĂ€hnt jeweils zwei GĂ€rten bzw. zwei DoppelgĂ€rten. die Hadith hingegen wollen sogar von sieben oder auch von acht GĂ€rten wissen. Hat das vielleicht etwas mit den 7 Himmeln zu tun?

Auf jeden Fall wusste sie von ihrem Onkel was in Sure 3. Die Sippe ‚Imrans 133 ff steht:

 

„Und wetteifert nach Vergebung von eurem Herrn und (nach) einem Garten, der (in seiner Ausdehnung) so weit ist wie Himmel und Erde, und der fĂŒr die GottesfĂŒrchtigen bereitsteht, |134 (diejenigen) die Spenden geben, ob es (ihnen) gut oder schlecht geht, und die (wenn sie jemandem grollen) den Groll unterdrĂŒcken und den Menschen gegenĂŒber Nachsicht ĂŒben! Gott liebt die Rechtschaffenen. |135 Diejenigen, die, wenn sie etwas Abscheuliches getan oder (durch sĂŒndigen Lebenswandel) gegen sich selber gefrevelt haben, Gottes gedenken und (ihn) um Vergebung fĂŒr ihre Schuld bitten – und wer könnte (den Menschen ihre) Schuld vergeben, außer Gott? – und (die) in dem, was sie (an SĂŒnde) getan haben, nicht beharren, wo sie doch wissen (daß es SĂŒnde ist), |136 deren Lohn besteht in Vergebung von ihrem Herrn und in GĂ€rten, in deren BĂ€che fließen, und in denen sie (ewig) weilen werden. Welch trefflicher Lohn fĂŒr die, die (im Guten) tĂ€tig sind!“

 

Da war sie ganz bei Hanna: Um in Gottes Paradies oder Paradiese – wie auch immer – hineinzukommen muss man gehörig was leisten. Erst dann gab es Zutritt zu den paradiesischen ZustĂ€nden: „Da fließen BĂ€chen von Wasser, Milch, Wein und Honig (vgl. ➝ 14,23; ➝ 47,15), da gibt es FrĂŒchte aller Art (vgl. ➝ 13,35; ➝ 36,57; ➝ 37,42); auch Fleisch (➝ 52,22), insbesondere »Fleisch von GeflĂŒgel von dem, was sie (die Menschen) begehren« (➝ 56,21)
 In silbernen GefĂ€ĂŸen (➝ 76,15), KrĂŒgen (➝ 56,18), Humpen (➝ 76,15; ➝ 56,18; ➝ 88,14) und randvoll gefĂŒllten Bechern (➝ 78,34; ➝ 52,23; ➝ 76,5. 17) wird den Seligen Wein serviert, jenes im irdischen Leben verbotene GetrĂ€nk ➝ 5,90. Kostbare GewĂ€nder, Armringe aus Gold (➝ 18,31), Silber (➝ 76,21) und Perlen (➝22,23; ➝ 35,33) schmĂŒcken die Paradiesbewohner.

Auf gepolsterten, goldbesetzten und mit Brokat gefĂŒtterten Teppichen, Sesseln und Betten können sie sich entspannen und ausruhen (vgl. ➝ 88,13; ➝ 56,15; ➝18,31; ➝ 38,51 u.ö.). Ihr Umgang mit den anmutig aussehenden Paradiesjungfrauen (vgl. ➝ 55,58 u.ö.) und den Huris, jungen Paradiesknaben 
 als Mundschenk (vgl. ➝ 56,15-18)“ (LdIslam Bd. 3, 610f – das ist allerdings im Islam umstritten, ob Knaben oder Zwitter oder Jungfrauen…) soll die GlĂ€ubigen fĂŒr ihre Entbehrungen im Diesseits mehr als entschĂ€digen
 Was sie als Frau daran besonders reizen sollte, war ihr schon immer nicht ganz klar
 Ihre Tante sagte, „Na ist doch klar! Endlich haben wir unsere Ruhe! … Nicht einmal Wasser holen und Kochen mĂŒssen wir mehr!“ Das mit dem Wasserholen schien ihr ein wenig weit hergeholt zu sein, aber selbst ihr recht aufgeschlossener, liberale Onkel verwendete in seinen Khutbah-Predigten Freitags in der Moschee Beispiele aus der Zeit Mohammeds. Wie viel Kamelen sei eine Frau wert, wenn z.B. Ihre Ehre beschĂ€digt wirt
 Es war alles so schwierig. Einer ihrer ehemaligen MitschĂŒler, der in eine strengglĂ€ubigere Moschee ging hatte ihr mal ins Gesicht gesagt: „Als Frau hast Du sowieso keine Seele und kommst nicht in die allgemeine Auferstehung am Ende der Tage, geschweige denn ins Paradies!“

 

Bella war immer röter im Gesicht geworden und konnte kaum an sich halten: „Also – ich bin ein toleranter Mensch und so, aber das geht mir entschieden zu weit! Wo bleibt da die Gleichberechtigung? Frauen hĂ€tten keine Seele?? In meiner Erfahrung verhĂ€lt sich das eher umgekehrt. Da kenn ich eine ganze Rehe von seelenlosen MĂ€nnern!! Und wenn es Paradiesjungfrauen und Lustknaben fĂŒr die MĂ€nner gibt – hallo?!! Ach, was solls! Freien Sex haben wir eh schon lange erreicht. Diese ekligen Fantasien von alten MĂ€nnern mit all den Huris und Co!“

 

Der „Dialog“ schien – gelinde gesagt – gefĂ€hrdet, zumal Hanna EIN SCHRITT IN DIE RICHTUNG VON BELLA gegangen war. Ihr ganze Körpersprache sagte, dass sie eher auf Hannas Seite stand – mit Ausnahme von der Sache mit dem freien Sex, versteht sich.

 

Yasemin ging in Verteidigungsmodus, nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“: „Ihr Christen sind die Dekadenten! Schaut Euch nur um! All die Pornographie, freien Sex, Ehebruch, Saufen, Schweinefleisch fressen – pfui Teufel!“

 

Bella machte auf dem Absatz kehrt und stĂŒrmte in Rage davon. Nur Wortfetzen waren zu hören als sie sich immer weiter entfernte – borniert — ewiggestrig – frauenfeindlich – 


 

Hanna und Yasemin schauten sich an. Was jetzt? So vieles die beiden einte: Sie glaubten an Gott, sie glaubten an die Auferstehung, sie glaubten an das Gericht 
 Es war doch etwas wie eine Kluft zwischen den beiden. Was vor dem Tod sein soll und was nach dem Tod und der Auferstehung kommen soll, darin waren sich die beiden nun wirklich nicht einig!

 

Plötzlich hörten sie wie einer hinter ihnen sich rĂ€usperte. Ach! Der vierte Sportler stand immer noch da! Er hatte alles mitgekriegt und jetzt sah aus als wollte er etwas sagen 


 

Der 4: „Ganz schön viel Sprengstoff was?“ Gott sei Dank habe ich in diesen Fragen Klarheit gefunden!

 

Die Zwei: Wie das? Ja – genau!

 

Tja, – Wie heißt ihr beiden noch mal gleich? Hanna und Yasemin.

 

Hanna, als ich zehn Jahre war betete ich jeden Abend vorm ins Bett gehen: „Lieber Gott, lass mich nicht in die Hölle kommen!“ Das hat mich damals richtig bewegt. Ich hatte schon lang Jesus in mein Leben gebeten, ihn um die Vergebung meiner SĂŒnden gebeten, aber ich halte das unsichere GefĂŒhl, es wĂŒrde doch von mir und meinen Taten abhĂ€ngen, dass Gott letztlich mir alles vergibt und zu sich in den Himmel nimmt wenn das Leben hier auf Erden vorbei ist. Das dauerte vielleicht einen oder zwei Monate – irgendwann konnte ich das annehmen, was mir von meinen Eltern und in der Gemeinde gesagt wurde: „es kommt nicht darauf an, was du tust oder getan hast, es kommt darauf an das Jesus am Kreuz fĂŒr dich bezahlt hat und dir das Leben und die FĂŒlle schenken will! Du kannst das Geschenk seine Liebe und seiner Vergebung einfach annehmen“. Das war so befreiend fĂŒr mich zu begreifen und erfahren, dass ein anderer nĂ€mlich Jesus fĂŒr mich all meine SĂŒndenschuld beglichen hat, dass er sein Leben hingelegt hat, damit ich sein Leben haben kann. Es wurde mit vielen Beispielen belegt, zum Beispiel die Geschichte von dem katholischen Pater im Konzentrationslager, der selber vor getreten ist als der Name eines jungen Familienvaters zur Hinrichtung ausgerufen wurde.

Leider begreift es nicht jeder, der sich Christ nennt, dass es nicht die guten Werke sind, die uns retten. Im Römerbrief sagte der Apostel Paulus, Dass der gerechte Lohn fĂŒr unsere SĂŒnden der Tod sei, aber das Gott es nicht bei der gerechten Belohnung belĂ€sst, sondern als freie Gabe durch Jesus Christus das ewige Leben schenkt, und zwar allen fĂŒr die ER der Herr ihres Lebens ist.

 

Und Yasemin, Ich kenne auch deine Situation! Ich habe fast zehn Jahre lang in einem islamischen Land gelebt und das hautnah mitgekriegt, wie verunsichert die Menschen sind. Sie wollen das Gute, sie wollen Gott dienen, manche von ihnen beten tatsĂ€chlich die fĂŒnf rituellen Gebete jeden Tag und verbringen dabei mindestens 2 Stunden ihrer Zeit. Sie halten die Fastenvorschriften im Monat Ramadan penibelst ein, sie geben Almosen in Höhe von 2,5 % ihres Einkommens als Armensteuer, sie machen die Pilgerfahrt nach Mekka und lassen es sich viel Geld kosten. Und dennoch kennen sie nicht sicher sein, wo sie bei Gott dran sind. Wird Allah, der ja bekanntlich barmherzig ist, auch ihnen barmherzig sein? Wie können Sie das wissen? Selbst fĂŒr Mohammed und seine Familie beten die Frommen im Anschluss an jedem Gebet beten die GlĂ€ubigen – und zwar fĂŒr ihr Seelenheil!

Dann gibt es die stĂ€ndige Drohung mit der Hölle 
 Im Koran wird mit Höllenqualen den unglĂ€ubigen, abtrĂŒnnigen ungehorsamen Menschen ĂŒber 150 mal gedroht
 Aber wenn von Gottes Gnade die Rede ist, dann heißt es meistens „vielleicht wird er (euch) gnĂ€dig sein“.

 

Menschen, die vom Islam zum Christentum konvertiert sind und Jesus als Herrn ihres Lebens erkannt und anerkannt haben berichten immer wieder was das fĂŒr ein Riesenunterschied ist, im Kopf zu wissen und im Herzen die Gewissheit zu haben, dass ich in der Ewigkeit nicht verloren sein werde, sondern dass die Beziehung die ich durch Christus zu Gott in diesem Leben bereits bekommen habe ĂŒber den Tod hinaus bestehen bleiben wird.

Jesus hat seinen JĂŒngern gesagt: (Joh 14,1) Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! 2 In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn’s nicht so wĂ€re, hĂ€tte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die StĂ€tte zu bereiten? 3 Und wenn ich hingehe, euch die StĂ€tte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin. 4 Und wo ich hingehe, den Weg wisst ihr.

 

So wie es die Bibel erzĂ€hlt, wird es nie Himmel auf dieser Erde geben. Auch wenn wir uns noch so anstrengen, wir Menschen kriegen das nicht hin, das Reich Gottes in dieser Welt zur Vollendung zu bringen. Wir werden es auch nicht halbwegs schaffen
 Dazu fehlen die Voraussetzungen. Die ganze Schöpfung liegt unter dem Fluch der SĂŒnde. Wie die einzelnen Menschen, die die Erlösung in ihrem Leben durch Jesus Christus erfahren, muss auch die ganze Schöpfung erneuert werden.

FĂŒr die Bibel wird es einen neuen Himmel und eine neue Erde geben, in denen es die SĂŒnde und deren Folgen nicht geben wird. Jesus macht alles neu. Das Reich Gottes ist inwendig in den GlĂ€ubigen, aber greifbar erst nach dem Gericht an die Welt und nach der Neuschöpfung des Alls. (Himmel und Erde werden vergehen.. Siehe, ich mache alles neu ).

 

Ich weiß Yasemin – fĂŒr den Koran bleibt die Erde ewig bestehen. Das Gericht betrifft nur jeden einzelnen Menschen.  Nach dem Tod kommen Menschen am jĂŒngsten Tag am „youm al qiyyama“ ins Gericht und von dort teilweise ĂŒber einen Zwischenstand, den ihr a’raf nennt, entweder ins Paradies oder in die Hölle.

 

In zahlreichen bildhaften

Ausmalungen beschreiben Koran und Tradition ein-

dringlich und ausfĂŒhrlich, welche Qualen die zur

Hölle verdammten Menschen zu erleiden und auszu-

halten haben: loderndes Feuer, dessen »Brennstoff die

Verdammten sind (➝ 3,10; ➝ 85,5; ➝ 104,4-9; ➝

72,15; ➝ 2,24), dessen Hitze nichts verschont (➝

74,28) und die nie nachlĂ€ĂŸt (➝ 17,97); Speisen und

GetrĂ€nke »wie geschmolzenes Erz«, »wie das heiße

Wasser« (➝ 44,43 ff, vgl. ➝ 37,64-66; ➝ 88,5; ➝

38,58 u.ö. ); KleidungsstĂŒcke, siedend heiß, aus flĂŒs-

sigem Kupfer und aus Teer (vgl. 22,19-20); Marter-

werkzeuge wie Fesseln, Ketten und Eisenstöcke

(40,71-72; |➝ 22,21 u.ö. ). Auch eisige KĂ€lte wird als

Peinigungsmittel genannt.

Was die Dauer der Höllenqualen betrifft, so betont

der Koran wiederholt, daß sie kein Ende nehmen wer-

den (➝ 33,64-65; ➝ 43,74; ➝ 41,28; 58,27; ➝

2,39. 257; ➝ 3,116; ➝ 9,68; ➝ 11,106-107).

LdIslam Bd. 2, 364

 

Aber das Leben auf der Erde geht ewig weiter fĂŒr euch


Jesus kommt auf die Erde wieder um den „Antichristen“, den Daddschāl im Krieg zu vernichten. Dann wird er heiraten, Kinder zeugen und sterben. Das Reich Gottes ist fĂŒr den Islam das „Haus des Islam“, die Allah unterworfene Erde. Dort, wo alle Menschen Allah unterworfen sind, ist das „Reich Gottes“ (Maududi)

 

Die SchlĂŒsselfrage ist, wie sehen Christen und Muslime die SĂŒnde und deren Folgen – darum gibt es im Islam keine Erlösung


 

 

Liebe Gemeinde, ich weiß nicht was Hanna und ihre Freundin Yasemin aus dem GesprĂ€ch schlussendlich an Konsequenzen fĂŒr sich und ihr Leben gezogen haben. Aber dass ist auch nicht entscheidend. Entscheidend ist, was du daraus machst!

Amen

 

NACHFOLGE JESU – IM ERNST!

 

Vom Ernst der Nachfolge Lk 9,23-26

hier die Audiodatei:

 

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Vom Ernst der Nachfolge Lk 9,23-26

Baptistengemeinde Trossingen 28.5.2017

Lk 9,23-26 Vom Ernst der Nachfolge

23 Da sprach er zu ihnen allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich tĂ€glich und folge mir nach. 24 Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s erhalten.  

25 Denn welchen Nutzen hÀtte der Mensch, wenn er die ganze Welt gewönne und verlöre sich selbst oder nÀhme Schaden an sich selbst?

26 Wer sich aber meiner und meiner Worte schÀmt, dessen wird sich der Menschensohn auch schÀmen, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und der des Vaters und der heiligen Engel.

Manfred Seitz:  Erster Schritt ist, die Betroffenheit festzuhalten!

Meine persönliche Betroffenheit: Bin ich MitlÀufer oder Nachfolger?

Das ist die Frage, die Jesus mit diesem Text an uns zunÀchst stellt.

1.) laufe ich mit, oder folge ich nach?

Das Wort “MitlĂ€ufer” hat bei uns einen schlechten Klang. MitlĂ€ufer haben einen schlechten Ruf. MitlĂ€ufer haben kein RĂŒckgrat, wissen nicht was sie wollen, können sich nicht entscheiden… Ich möchte das hinterfragen. Immerhin ist es so, dass nicht jeder mitgelaufen ist, damals als Jesus in die Nachfolge einlud!

Mit zu laufen ist nicht jeder bereit… Auch das Mitlaufen verlangt eine bewusste Entscheidung. Interessiert mich das? Lass ich mich darauf ein? Bin ich bereit, zu zu hören? Mitten drin statt nur dabei? Geht es darum? Wir haben uns damit abgefunden, dass wir weithin eine MitlĂ€uferkirche geworden sind. Oh ja, wir sind dabei, wir wollen auf Jesus hören – wollen auch die Gemeinschaft mit ihm und miteinander nicht missen, aber Jesus ist das zu wenig…

Lk 14 25 Es ging aber eine große Menge mit ihm; und er wandte sich um und sprach zu ihnen:

26 Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, BrĂŒder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein JĂŒnger sein. 27 Und wer nicht sein Kreuz trĂ€gt und mir nachfolgt, der kann nicht mein JĂŒnger sein.

Viele Menschen sind Jesus nachgelaufen. Die Speisung der FĂŒnftausend. Die Speisung der Viertausend


Viele Menschen sind auch mitgelaufen. Darunter waren Leute wie der reiche JĂŒngling, der sogar nachfolgen wollte, aber den Preis der Nachfolge nicht bezahlen wollte


Jugendfreund, der sich wieder von Jesus lossagte


In unserem Abschnitt aus Lk 9 wird es deutlich: Jesus will Nachfolger, nicht MitlÀufer!

Wer Jesus nachfolgen will, muss es mit dem Kreuz aufnehmen – er muss sein Kreuz tĂ€glich auf sich nehmen!

Was heißt das? (Kreuzigungsvorgang – patibulum auf den Axeln tragen – ein Strich durch das Leben – Ausschluss aus der Gesellschaft)

Wer Jesus nachfolgen will, muss ganz und gar ihm gehören. Das bedeutet nichts anderes, als dass die Welt auf mich keinen Anspruch mehr hat – und ich nicht auf die Welt. Wir sind in der Welt, aber nicht von der Welt. Wir ecken an. Der Anspruch Jesu eckt an!

Jesus hat nicht dazu aufgefordert, einer Kirche bei zu treten. Er rief in die Nachfolge!

Alfred Loisy sagte: Jesus kĂŒndigte das Reich Gottes an und es ist die Kirche, die gekommen ist. („JĂ©sus annonçait le Royaume et c’est l’Église qui est venue“: Loisy 1902)

Zu welchem Reich gehöre ich?

Bin ich MitlÀufer in der Gemeinde oder Nachfolger Jesu Christi?

An Jesus scheiden sich die Geister.

Du kannst nur fĂŒr Jesus oder gegen ihn sein – In unzĂ€hligen Entscheidungen jeden Tag entscheiden wir uns fĂŒr oder gegen Jesus – wie wir auf eine schnippische Bemerkung reagieren, was wir denken und sagen, wie wir mit Gottes guten Gaben haushalten…

2.) Der Preis der Nachfolge

Diese Thema ist zentral. Das Lukasevangelium kommt immer wieder darauf zurĂŒck (aber auch die anderen Evangelien!). Der große Kontext:

{Lk 12,16- 21 (20f) Der reiche Kornbauer

16 Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, dessen Feld hatte gut getragen. 17 Und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe nichts, wohin ich meine FrĂŒchte sammle. 18 Und sprach: Das will ich tun: ich will meine Scheunen abbrechen und grĂ¶ĂŸere bauen, und will darin sammeln all mein Korn und meine VorrĂ€te 19  und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat fĂŒr viele Jahre; habe nun Ruhe, iß, trink und habe guten Mut!

20 Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehÀuft hast? 21 So geht es dem, der sich SchÀtze sammelt und ist nicht reich bei Gott. }

Die Trennung zwischen JĂŒnger Jesu und Welt greift bis in die Kernfamilie hinein:

Lk 12,51-53 Meint ihr, daß ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage: Nein, sondern Zwietracht. 52 Denn von nun an werden fĂŒnf in einem Hause uneins sein, drei gegen zwei und zwei gegen drei. 53 Es wird der Vater gegen den Sohn sein und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen die Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

Wer sich fĂŒr Jesus entscheidet, entscheidet sich gegen die Welt. Wer das Leben im Sinne der Welt sucht (Ruhm, Reichtum, Macht, Sicherheit), wird das ewige Leben nicht darin finden können! Der Gedanke aus unserem Text (Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s erhalten.

25 Denn welchen Nutzen hÀtte der Mensch, wenn er die ganze Welt gewönne und verlöre sich selbst oder nÀhme Schaden an sich selbst?) wird Lk 17,33 wiederholt  Wer sein Leben zu erhalten sucht, der wird es verlieren; und wer es verlieren wird, der wird es gewinnen. 

hassen und lieben

prioritÀten setzen

sich fĂŒr einen oder den anderen entscheiden.

sein Kreuz tragen

die Kosten ĂŒberschlagen

loslassen und lossagen

frei sein fĂŒr Jesus

(Feuer/EntfĂŒhrung) wir definieren uns von dem her, was wir haben – bzw. Meinen zu haben…

Ich will Ihnen erzĂ€hlen vom erfolgreichen Rechtsanwalt, der die Aufforderung Jesu an den reichen JĂŒngling zu Herzen nahm. Das Zeugnis, das er gab, hat mich tief beeindruckt. Ich war damals 15 Jahre alt, es war die erste Freizeit, auf die ich alleine gegangen war, ohne irgendwelche Freunde oder Familie. Die Freizeit war auf einer Insel vor Vancouver Island. Ich weiß nicht mehr wie ich hingekommen oder wie ich nach hause gekommen bin. Ich weiß auch sonst nicht was wir dort gemacht haben – außer meinem ersten Kuss ;-), aber diese eine Veranstaltung habe ich habe ich immer noch vor mir: Wir sind an die 300 Jugendliche in einem großen, rustikalen Saal und warten auf den Redner. Seine Termine seien so eng, dass er mit einem WassertrĂ€gerflugzeug reingeflogen wird. Wir singen, es gibt Anspiele – und dann hören wir das Dröhnen des Flugzeugmotors, das immer lauter wird. Durch die großen Fensterscheiben sehen wir, wie das Flugzeug an der Bootsanlegestelle andockt und unser Redner aussteigt. Er wird direkt auf die BĂŒhne gefĂŒhrt – er hat nur eine Stunde Zeit, aber er will uns unbedingt erzĂ€hlen, was sein Leben verĂ€ndert hat.

Er ist eine eher unscheinbare Gestalt im kurzĂ€rmligen Hemd und schwarzer Buntfalthose. Aber unsere Aufmerksamkeit hat er sofort. Er erzĂ€hlt aus seinem Leben, wie er als Junger Rechtsanwalt seine Bibel gelesen hatte – die Geschichte vom reichen JĂŒngling. Da wurde ihm sofort klar: “Du bist gemeint! Du sollst all deine Habe verkaufen und es den Armen geben. Dein Leben soll mir gehören!” So klang die Stimme Gottes in seinem Herzen. Er erzĂ€hlte das seiner Frau. Erstaunlicherweise ließ sie sich darauf ein – obwohl sie ein Baby hatten. So beschlossen sie, das Haus mit allem was drin war – auch in der Garage – zu verkaufen und es den Armen zu geben. Sie behielten lediglich den Kinderwagen und WĂ€schewechsel fĂŒr das Kind – und beim Verlassen des Hauses sah die Frau noch ihr ErbstĂŒck, eine Vase von der Uroma, im Regal stehen. Sie steckte die Vase in den Kinderwagen und sie gingen in ein Motel.

Aber alles kam anders als erwartet. Statt in einen geistlichen Dienst gefĂŒhrt zu werden, konnte der Mann sich vor Mandanten nicht mehr retten. Rechtsstreitigkeiten mit hohem Streitwert machten ihn binnen kĂŒrzester Zeit noch viel reicher als er es zuvor gewesen war (man denke an Hiob). Die beiden begriffen, dass Gott sie in dem Beruf gebrauchen wollte – aber als solche, die nicht von ihrem Besitz abhĂ€ngig waren.

Es waren die flower-power Jahre der frĂŒhern Sechziger. Junge Menschen suchten nach alternativen Lebensstilen. Die Hippies fielen ĂŒberall auf. Das Ehepaar kaufte ein großes Haus,

aber alles als Gottes Gabe und Gottes Eigentum betrachtete und den Hippies die TĂŒren offen hielt. Es waren immer welche da, die auf den Sofas oder dem mit dickem  Nichts wurde in all den Jahren gestohlen  außer der Vase!

3.) Der Lohn der Nachfolge

Nur durch Nachfolge komme ich ins Ziel

wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s erhalten

Lk 18,28-30 Der Lohn der Nachfolge

28 Da sprach Petrus: Siehe, wir haben, was wir hatten, verlassen und sind dir nachgefolgt. 29 Er aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Frau oder BrĂŒder oder Eltern oder Kinder verlĂ€sst um des Reiches Gottes willen, 30 der es nicht vielfach wieder empfange in dieser Zeit und in der zukĂŒnftigen Welt das ewige Leben.

{Matt 6,33 Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.}

Wer nicht bereit ist, Jesus Christus ĂŒber Vater, Mutter, Frau oder Mann und Kinder zu stellen, wird nicht erfahren, was es heißt, vom Himmlischen Vater getragen zu werden und hundertfache Geschwister im Glauben zu bekommen.

„Wer die Sicherheit des Flugzeugs nicht hinter sich lĂ€sst, kann nicht erfahren, dass ein Fallschirm trĂ€gt
“

noch mal:

Lk 9,23-26 Da sprach er zu ihnen allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich tĂ€glich und folge mir nach. 24 Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s erhalten.  

25 Denn welchen Nutzen hÀtte der Mensch, wenn er die ganze Welt gewönne und verlöre sich selbst oder nÀhme Schaden an sich selbst?

26 Wer sich aber meiner und meiner Worte schÀmt, dessen wird sich der Menschensohn auch schÀmen, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und der des Vaters und der heiligen Engel.

In Jesu Fussstapfen gehen – wwjd

Uns Jesu Christi nicht schĂ€men – Paulus!

pers. Zeugnis

PrioritÀten setzen.

Das Kreuz (tÀglich) auf sich nehmen!

SL Lk 14 25-33

25 Es ging aber eine große Menge mit ihm; und er wandte sich um und sprach zu ihnen:

26 Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, BrĂŒder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein JĂŒnger sein. 27 Und wer nicht sein Kreuz trĂ€gt und mir nachfolgt, der kann nicht mein JĂŒnger sein. 

28 Denn wer ist unter euch, der einen Turm bauen will und setzt sich nicht zuvor hin und ĂŒberschlĂ€gt die Kosten, ob er genug habe, um es auszufĂŒhren,  29 damit nicht, wenn er den Grund gelegt hat und kann’s nicht ausfĂŒhren, alle, die es sehen, anfangen, ĂŒber ihn zu spotten,

30 und sagen: Dieser Mensch hat angefangen zu bauen und kann’s nicht ausfĂŒhren?

31 Oder welcher König will sich auf einen Krieg einlassen gegen einen andern König und setzt sich nicht zuvor hin und hĂ€lt Rat, ob er mit Zehntausend dem begegnen kann, der ĂŒber ihn kommt mit Zwanzigtausend? 32 Wenn nicht, so schickt er eine Gesandtschaft, solange jener noch fern ist, und bittet um Frieden.

33 So auch jeder unter euch, der sich nicht lossagt von allem, was er hat, der kann nicht mein JĂŒnger sein.

 

 

Die Thessalonicherbriefe: Botschaft an die ersten Christen ĂŒber die Letzten Dinge

Hofacker Abendbibelschule 2017 Derendingen

  1. Frohe Botschaft – Kraft und Widerstand (1. Th.1 & 2. Th.1)
  2. Mut zum Kampf um das Wort (1. Th. 2 & 2. Th.2)
  3. Der Normalfall: Gemeinde in BedrÀngnis (1. Th 3 & 2. Th 3, 1-5)
  4. Wie sollen wir nun leben? (1. Th 4 & 2. Th. 3, 6-15)
  5. Was kommt auf die Gemeinde zu? (1. Th 5 & 2. Th 3, 16-18)

 

Die Thessalonicherbriefe-Botschaft an die ersten Christen ĂŒber die Letzten Dinge Texte im Überblick

 

David – ein Mann nach dem Herzen Gottes

(und sein Beziehungschaos)

Wir brauchen Rollenmodelle – Helden des Glaubens, an denen wir Inspiration holen können. Es ist aber noch hilfreicher, wenn wir erkenn, dass diese Vorbilder alle auch nur Menschen sind mit StĂ€rken und SchwĂ€chen… Was können wir vom Leben Davids lernen? Gerade durch seinen Umgang mit SĂŒnde und Versagen können wir am Meisten lernen. Schließlich ist er auch deswegen (nicht trotzdem!) ein „Mann nach dem Herzen Gottes“!

Prezi – PrĂ€sentation: https://prezi.com/_vnxulf6wl9d/

Hofacker Abendbibelschule: Der christliche Glaube im Spiegel des Islam

1.) Mo. Der erste Artikel (des Glaubensbekenntnisses) und die Schahāda

PrÀsentationsfolien:abs2016lustnau_christl_glaube_im-lichte-des-islam1

Hier die Audiodatei:

2.) Di. Der zweite Artikel und die Schahāda Teil I

PrÀsentationsfolien:abs2016lustnau_christl_glaube_im-lichte-des-islam2

Hier die Audiodatei:

3.) Mi. Der zweite Artikel und die Schahāda Teil II

PrÀsentationsfolien:abs2016lustnau_christl_glaube_im-lichte-des-islam3

Hier die Audiodatei:

4.) Do. Der dritte Artikel und der Geist Gottes im Koran

PrÀsentationsfolien: abs2016lustnau_christl_glaube_im-lichte-des-islam4

Hier die Audiodatei:

5.) Fr. Das Vater unser und das Al-Fatiha Gebet

PrÀsentationsfolien: abs2016lustnau_christl_glaube_im-lichte-des-islam5

Hier die Audiodatei:

Haushalten mit Gottes guten Gaben

Als Christ mit Geld umgehen

 

Die Liebe zum Geld ist die Wurzel allen Übels

Geld an sich ist nicht dreckig. Zwar kommt der Gedanke in der Geschichte immer wieder hoch – auch im Kultus des Alten Testaments, wo im Tempel nur der „reine“ Tempelschekel verwendet werden durfte und deswegen es Geldwechsler im Tempel gab. Aber Geld, Gold und Silber wurden als Opfergaben eingesetzt. Warum? Gott braucht unser Geld nicht – wie auch sonst kein Opfer von uns (Psalm 50,9ff) – aber er hat beschlossen es zu ge-brauchen. Nein, nicht das Geld an sich ist schlecht, sondern was es unter UmstĂ€nden mit uns macht, ist gefĂ€hrlich. Einer der großen Investment Banker von der Wall Street hat einmal gesagt: „Man könne darĂŒber streiten, ob die Liebe zum Geld die Wurzel allen Übels ist. Unstrittig aber ist, dass der langjĂ€hrige Umgang mit viel Geld einen pervertiert und verdirbt.“ Paulus schriebt seinem jungen Mitarbeiter Timotheus: Geldgier ist eine Wurzel alles Übels; danach hat einige gelĂŒstet und sie sind vom Glauben abgeirrt und machen sich selbst viel Schmerzen. (1Tim 6,10)

Segen und Fluch

Was fĂŒr ein Segen ist das, dass wir in Wohlstand leben können! Noch nie ist es den Menschen im Blick auf die materiellen BedĂŒrfnissen und die Teilhabe am Luxus so gut gegangen. Und dennoch: unser Wohlstand (und unser Streben nach dem Erhalt desselben) ist aber auch der grĂ¶ĂŸte Fluch unserer Tage. Es hat den Anschein, dass je mehr Geld wir haben, je weniger wir uns davon trennen können und je weniger wir mit Gott rechnen wollen. Vielleicht hat der eine oder andere sich wie ich beim denken ertappt: Die alte Witwe im Tempel hat es ja leichter gehabt, sich von ihrem Scherflein zu trennen als wir von unseren tausenden auf dem Bankkonto. Was wollte sie denn auch noch mit ihrem Scherflein anstellen? Damit kann man kein neues Auto oder KĂŒche kaufen, keinen Urlaub machen


Am anderen Ende der Skala wird es dann wieder einfacher: Ein MilliardĂ€r, der Mehrere Milliarden fĂŒr die AIDS-Forschung spendet, weiß immer noch nicht, wie er die restlichen Milliarden ausgeben soll. So stellen Spendenforscher fest, dass gerade in der niedrigsten und in der höchsten Einkommensklasse am meisten gespendet wird, und zwar etwa gleich viel vom verfĂŒgbaren Einkommen, nĂ€mlich im Durchschnitt um die 2%. Die Spender mit mittlerem Einkommen (das sind wir ErwerbstĂ€tigen) spenden vergleichsweise wenig, nĂ€mlich 0,7 Prozent ihres verfĂŒgbaren Einkommens. Von den 35% der Menschen in Deutschland, die mindestens einmal im Jahr spenden, werden nĂ€mlich durchschnittlich knapp 130 Euro pro Kopf pro Jahr gespendet. Die meisten unterstĂŒtzen dabei mehr als eine Organisation, ein Viertel sogar mehr als vier. Bei Christen, die spenden, sind es gerne noch mehr!

Der erste Bischof der anglikanischen Kirche von Liverpool J.C.Ryle (1880-1900) hat einmal gesagt: „Ich bin sicher, dass nichts so sehr dazu neigt, das Glaubensfeuer zu löschen als der Besitz von Geld“. Das liegt daran, dass Glauben Vertrauen heißt. Wer viel Geld besitzt, neigt dazu, sein Vertrauen in sein Geld und nicht in Gott zu setzen. Individuen wie Glaubenswerke leben davon, dass sie tĂ€glich in der AbhĂ€ngigkeit von Gott und seiner FĂŒrsorge leben. Werke, die aus Fonds oder Stiftungen leben, verlieren leicht Ihren Glaubenseifer. Peter Greer und Chris Horst haben in ihrer grundlegenden Studie zu den Verschiebungen im Auftrag von Glaubenswerken Mission Drift gezeigt, dass zu viel Geld, sprich zu viel UnabhĂ€ngigkeit von Gott, Glaubenswerke von ihrem Ziel abbringen. Nur die stĂ€ndige RĂŒckbesinnung auf den Auftrag und das vollstĂ€ndige Ausgeben, bzw. Weiterleiten der anvertrauten Spenden und sonstiger Gelder kann davor schĂŒtzen. Es wird sich bei Privatpersonen nicht viel anders sein. Geld kann Segen – aber auch Fluch sein.

Reichtum ist relativ

Im Vergleich zum Handwerker in Pakistan, der mit seinem Tageslohn allein kaum fĂŒr die GrundbedĂŒrfnisse an Essen, Kleidung und Herberge seiner Familie sorgen kann, sind wir alle Reich. Auch der Rentner, der Hartz IV EmpfĂ€nger oder der FlĂŒchtling in der Sammelunterkunft. Und was wirklicher Reichtum ist – z.B. geborgen sein in Liebe und Anerkennung von Gott und Mitmenschen, TrĂ€ume verwirklichen zu können, von Sorgen nicht geplagt zu sein, der Luxus offline sein zu können, Gesundheit, Zufriedenheit, innere Ruhe, GlĂŒck – steht auf einem anderen Blatt. Wir reden hier vom Reichtum im herkömmlichen Sinne, so wie Jesus davon spricht bei seiner Begegnung mit dem reichen JĂŒngling. Am Ende heißt es: Als aber Jesus sah, dass er traurig geworden war, sprach er: Wie schwer kommen die Reichen in das Reich Gottes! Denn es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher in das Reich Gottes komme (Lk 18,21ff). Ob es im Bild um ein leibhaftes Kamel (gr: kamĂ€lon) und eine kleine Pforte in der Stadtmauer Jerusalems mit der Bezeichnung „Nadelöhr“ geht, durch die einer nur gebĂŒckt hindurch kann, oder um ein Schiffstau (gr: kamilon), das durch ein Nadelöhr gefĂ€delt werden soll, bleibt gleich: Nur durch ein Wunder Gottes kann das geschehen! Und was fĂŒr ein Wunder ist das? Dass der Mensch nicht an seinem Reichtum hĂ€ngen bleibt, sondern an Gottes Gnade und Erbarmen. Ja, die beiden schließen sich aus. Nicht Reichtum und Gnade an sich. Reichtum kann eine Gnade sein. Sondern das HĂ€ngen am Reichtum anstelle von der Gnade Gottes abhĂ€ngig zu sein, das schließt sich gegenseitig aus.

Auch unter uns gibt es reiche Menschen, die nicht an ihrem Reichtum kleben und durch Gottes Gnade die Bereitschaft finden, diesen mit anderen zu teilen. Missionswerke, diakonische Initiativen, evangelistische Projekte, Jugendarbeit in den Gemeinden – all das und vieles mehr wird so finanziert! Auch unser ABH! Wie dankbar sind wir doch fĂŒr diese „Reichen“, die von der Gnade und dem Erbarmen leben und mit uns teilen! Der Löwenanteil unserer Spendeneinnahmen setzt sich aber aus Kleinspenden zusammen.

Wirklich reich zu sein heißt so viel zu haben,dass ich nicht alles fĂŒr mich behalten muss!

Wirklich reich zu sein heißt so viel zu haben, dass ich nicht alles fĂŒr mich behalten muss! Axel KĂŒhner erzĂ€hlt die Geschichte von der Witwe und Mutter dreier Töchter, die ĂŒber Monate hinweg Tag fĂŒr Tag begeistert Verzicht ĂŒbten, um fĂŒr ein spezielles Opfer fĂŒr BedĂŒrftige zu sparen. Am Ende hatten sie $70 sich vom Mund abgespart fĂŒr die anonym gehaltene, arme Familie in ihrer Gemeinde, damit auch sie das kommende Fest feiern konnten. Wie reich und glĂŒcklich fĂŒhlten sie sich, als sie das Geld am Opfersonntag in den Klingelbeutel legten. Nicht nur verdutzt waren sie, als Ihr Pastor Ihnen spĂ€ter am Tag ein Kuvert mit $80 drin ĂŒberreichte – „ein doch recht ansehnliches Opfer der Gemeinde fĂŒr sie als bedĂŒrftige Familie“! Sie beschlossen, das Geld nicht fĂŒr sich zu behalten. Sie wollten sich nicht arm fĂŒhlen. Sie wollten es genießen, so reich zu sein, dass sie in der Lage waren, sieben mal so viel wie die ganze Gemeinde zu opfern…

Gott weiß, dass wir Mittel und GĂŒter brauchen. Er weiß was wir brauchen. Er hat deswegen auch dafĂŒr gesorgt, dass selbst im gefallenen Stand „östlich von Eden“ wir durch unsere Arbeit – im Schweiße unseres Angesichts – unser tĂ€glich Brot verdienen können. Und darĂŒber hinaus beschenkt er uns ĂŒber Bitten und Verstehen. Das Ziel dabei ist aber nicht von ihm und seiner FĂŒrsorge unabhĂ€ngig zu werden. Vielmehr schreibt Paulus einer Gemeinde, die offenbar zumindest zum Teil von Almosen (und sogar von unehrlichen bis kriminellen Machenschaften) zu leben bereit war: (Jeder) arbeite und schaffe mit eigenen HĂ€nden das nötige Gut, damit er dem BedĂŒrftigen abgeben kann (Eph 4,28b. Vgl. 2Th 3,10b: Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen). „Das nötige Gut“ sollen wir durch redliche Arbeit haben. Wir sollen es aber auch mit weniger erfolgreichen und weniger vom GlĂŒck gesegneten Menschen teilen.

Geben ist seliger als nehmen

Dieses Wort Jesu, das Paulus uns in der Apostelgeschichte ĂŒberliefert, fasst es zusammen. Der Besitz von Geld und Gut macht nicht glĂŒcklich. DafĂŒr gibt es genĂŒgend Beispiele in der Boulevardpresse. Aber Geld und Gut fĂŒr andere zu haben – dass macht wirklich glĂŒcklich und dankbar. Es ist, wie bei so vielem, eine Einstellungssache. Gehört mein Geld mir, oder bin ich nur Verwalter der GĂŒter, die Gott mir anvertraut? Der Industrielle LeTourneau hat immer wieder gesagt: „Es geht doch nicht darum, wie viel Geld ich Gott gebe, sondern darum, wie viel von Gottes Geld ich fĂŒr mich behalte!“[1] Er ließ 90% seiner Millionen an EinkĂŒnften in eine Stiftung fließen, die missionarische, mildtĂ€tige und evangelistische Zwecke förderte.

Der Zehnte und die Erstlingsgabe

Wie viel sollte ich geben? 90% ist eine krasse Ausnahme. Das kann nur jemand, der zehnmal so viel hat, als er zum Leben braucht. Im alten Bund gab es die Regel, den zehnten Teil der Ernte oder des Einkommens Gott zu weihen und fĂŒr seine Arbeit als Erstlingsgabe zu geben. Der zehnte Teil von allem, was Gott uns gibt, gehört ihm. Wenn wir abwarten, wie viel Geld uns â€žĂŒbrig“ bleibt, um dann davon ein Teil Gottes Reich zu widmen, wird es eben immer nur Reste sein, die Gott von uns bekommt, nicht das, was ihm zusteht. Der biblische „Zehnte“ ist eine gute Orientierung. Den Zehnten vorweg zu spenden hat einen besonderen Segen. Wenn am Ende des Monats oder Jahres noch etwas ĂŒbrig bleibt, können wir immer noch eine „freiwillige Gabe“ geben. Es hat mich bewegt zu sehen, wie mein Vater, der immer am Anfang des Monats den Zehnten per Dauerauftrag ĂŒberwies, nach Weihnachten die MissionsblĂ€tter und seinen Bankauszug auf das Bett ausbreitete und kniend darĂŒber betete, wo er das von seiner Rente ĂŒbrig gebliebene Geld hin spenden soll.

Gute Haushalterschaft mit den Gaben Gottes heißt unseren Lebenstil so anzupassen, dass wir mit anderen Teilen können.

Bill Hybels, Hauptpastor der Willow Creek Megagemeinde bei Chicago, empfiehlt 10% spenden, 10% sparen und 80% fĂŒr die Ausgaben zu verwenden. Über die ProzentsĂ€tze kann man unterschiedlicher Meinung sein, aber es ist auf jeden Fall sinnvoll, diese Posten fest einzuplanen und seine Ausgaben danach zu richten. Gute Haushalterschaft mit den Gaben Gottes heißt unseren Lebenstil so anzupassen, dass wir mit anderen Teilen können. Das hat was mit Verzicht zu tun. Wenn ich Abstriche mache, mich bescheide, mit weniger zufrieden gebe und anstelle meines Traumautos fĂŒr 60.000 eines fĂŒr 40.000 (was auch keine Schrottkiste wĂ€re) fahre, habe ich auf einmal 20.000, die ich spenden kann. Aber auch das ist relativ. Nur wenige, die diesen Beitrag lesen, werden solch eine Option haben. Wo der eine auf diese Weise sogar noch viel Mehr Geld locker machen könnte, kann der andere bei der Wahl der neuen KĂŒche vielleicht 500 abzwacken. Schon der Weise Agur betete vor 3000 Jahren: „gib mir weder Armut noch Reichtum nicht; lass mich aber mein Teil Speise dahinnehmen, das du mir beschieden hast. Ich könnte sonst, wenn ich zu satt wĂŒrde, dich verleugnen und sagen: Wer ist der Herr? Oder wenn ich zu arm wĂŒrde, könnte ich stehlen und den Namen meines Gottes lĂ€stern“ (SprĂŒche 30,8f).

Überall gibt es noch in unseren Dörfern und StĂ€dten die „Zehntscheuer“, wo die Landwirte (das waren bei uns frĂŒher fast alle Haushalte auf dem Land – auch Pfarrer und Lehrer) den zehnten Teil der Ernte ablieferten. Im spĂ€teren staatskirchlichen System jener Zeit ging das selten direkt an die Kirche, sondern an den Regenten, der fĂŒr den Erhalt der Kirche zustĂ€ndig war. In unserer letzten Gemeinde wurde die Zehntscheuer neben der Kirche nach der SĂ€kularisation und der EinfĂŒhrung der Kirchensteuer abgebrochen und ein staatliches Pfarrhaus auf dem Platz gebaut.

Weltweit sind die Kirchen Deutschlands und Skandinaviens die große Ausnahme darin, dass sie sich ĂŒber ein Steuermodell finanzieren. Sonst auf der ganzen Welt finanzieren die Kirchen ihr Leben durch Opfer und Spenden. In den meisten wird das Prinzip des „Zehnten“ als Vorbild gelehrt. Warum ist das bei uns in Vergessenheit geraten? Weil ca. 8% der Einkommenssteuer als Kirchensteuer ausreichte? Bisher war das jedenfalls so. So lange fast jeder zur Kirche gehörte, hat es in HĂŒlle und FĂŒlle Steuereinnahmen gegeben. Unsere Kirche ist so Reich, dass sie auf den Zehnten nicht angewiesen ist. Noch nicht. Bei den Schrumpfenden Mitgliederzahlen ist allen klar, dass das Steuermodell kĂŒnftig nicht ausreichen wird, das kirchliche Leben im gegenwĂ€rtigen Stil zu erhalten. Manche sehen das mit Sorge an. Andere sehen darin eine Chance zu mehr Beteiligung der kirchlichen Basis. Der bayerische Pfarrer Dr. Jochen Teufel sieht darin sogar einen notwendigen Schritt zur Rettung der Landeskirche.[2]

Nicht zuletzt spĂŒren die Missions- und sonstige freien Werke vermehrt den Druck, weil die Spender immer mehr fĂŒr die eigene Gemeindearbeit aufwenden mĂŒssen. Die sonstige Welt hat es aber bewiesen: es geht mit Opfern und spenden – wenn man Modelle wie „den Zehnten“ hat. Warum sollten wir Evangelischen nicht den Zehnten geben? Die Kirchensteuer ordentlich aufrunden? Nur weil das „gesetzlich“ klingt? Das ist nicht gesetzlich. Die Bibel redet von gesetzlich geregelten Opfern, aber auch von „freiwilligen Gaben“! Wir mĂŒssen nicht, wir dĂŒrfen! Wir dĂŒrfen mit unseren Opfern und Gaben Reich Gottes gestalten! Konrad Eißler ist dafĂŒr bekannt, dass er um ein „stilles“ Opfer bat – eines, „was nicht so scheppert“ im Opferkasten. Das ist nicht ungehörig – es geht darum Gott zu geben, was ihm gehört. Und manchen muss man zu ihrem GlĂŒck bekanntlich ermutigen.

Wann beginnen wir unseren Reichtum zu begreifen und die Freude am Teilen zu entdecken?

Wann beginnen wir unseren Reichtum zu begreifen und die Freude am Teilen zu entdecken? Über kurz oder lang wird die Einsicht wachsen, dass wir das brauchen. Nicht gesetzlich, aber grundsĂ€tzlich als Richtlinie fĂŒr unsere Spendepraxis, als guten Richtwert. Dabei können wir auch etwas fĂŒr unser angeklagtes Gewissen tun. Die Freude am Geben wird das schlechte Gewissen, das wir wegen unseres Wohlstandes im Vergleich zu den Hungernden und Vertriebenen in dieser Welt haben, vertreiben. Wir können etwas dagegen tun! Wir mĂŒssten jetzt schon anfangen damit, es unseren Kindern beizubringen, dass sie den Zehnten aus ihrem Taschengeld geben. Auch ein Konfirmand, SchĂŒler oder Student kann das. Es gibt genĂŒgend Beispiele. Der Segen bleibt dabei nicht aus!

Die Liebe zum Geld ist die Wurzel allen Übels. So hatten wir begonnen. Die Freude daran, Geld als Opfer, Spende, oder Gabe weiter zu geben ist die Wurzel vielen Segens. Winrich Scheffbuch sagte uns Studenten einmal: „Wenn’s nicht weh tut, ist es kein Opfer!“ Kurz kostet es etwas, sich von seinem Geld zu trennen. Das kann schmerzen. Aber die Freude danach ist umso grĂ¶ĂŸer!

 

[1] Tan, P. L. (1996). Encyclopedia of 7700 Illustrations: Signs of the Times (S. 475). Garland, TX: Bible Communications, Inc. «LeTourneau often said: “It is not how much money I give to God, but how much of God’s money I keep for myself.”» Es gĂ€be viele weitere Beispiele von Menschen, die 20, 50 oder 70% ihres Einkommens spenden. Große Vorbilder als Spender in Deutschland sind z.B. Otto KĂ€ssbohrer, Adolf Deichmann, Elisabeth Blickle, Friedhelm Loh u.a.m.

[2] Teuffel, Jochen. Rettet die Kirche. Schafft die Kirchensteuer ab. ’fontis, 2015. Seine Erkenntnisse hĂ€ngen sicher damit zusammen, dass er lĂ€nger als Dozent im Ausland lebte und an den Kirchen Hong Kongs z.B. gesehen hat, dass es die Kirchensteuer nicht braucht.

 

„Den Fremden ein Fremder – Jesu Auftrag fĂŒr uns heute“

 

 

„Den Fremden ein Fremder – Jesu Auftrag fĂŒr uns heute“

Mt 25,32-46

(Predigtskizze. FĂŒr die vollstĂ€ndige Predigt siehe die Audiodatei oben)

Matt 25,32 und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet,  33 und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken.  34 Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt!  35 Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.  36 Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im GefĂ€ngnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen.  37 Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben?  38 Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen, oder nackt und haben dich gekleidet?  39 Wann haben wir dich krank oder im GefĂ€ngnis gesehen und sind zu dir gekommen?  40 Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten BrĂŒdern, das habt ihr mir getan.  41 Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!  42 Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben.  43 Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich nicht gekleidet. Ich bin krank und im GefĂ€ngnis gewesen und ihr habt mich nicht besucht.  44 Dann werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig gesehen oder als Fremden oder nackt oder krank oder im GefĂ€ngnis und haben dir nicht gedient?  45 Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan.  46 Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben.

1) FlĂŒchtlingen Heimat bieten! – Bleibende Heimat!

 

Echte Heimat gibt es nur im Himmel!

 

Jesus hat seinen JĂŒngern gesagt:

John 14,1 Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! 2 In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn’s nicht so wĂ€re, hĂ€tte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die StĂ€tte zu bereiten? 3 Und wenn ich hingehe, euch die StĂ€tte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin.

 

Wir sind alle hier auf der Durchreise…

 

Das Endgericht entscheidet darĂŒber, ob wir Heimat im Himmel bekommen.

 

„der Vater richtet niemand, sondern hat alles Gericht dem Sohn ĂŒbergeben, damit sie alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.“ (John 5,22–24)

 

An Jesus scheiden sich die Geister/Jesus ist Richter!

 

Du kannst nur fĂŒr oder gegen Jesus sein!

 

Wenn wir genau hinsehen, dann sagt unser Abschnitt, dass Gott die Völker zum Gericht versammeln wird…

 

Nicht nur eine persönliche Angelegenheit??

 

Dass die Völker eine Rolle spielen in der Weltgeschichte ist klar…

und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet,  33 und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. 

Die Völker haben eine Verantwortung vor Gott!

 

Doch geht es uns heute Morgen um die persönliche Ebene. Dabei gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht:

Die schlechte Nachricht ist: nicht jeder wird gerettet werden!

Die Schafe werden von den Böcken getrennt.

Die Spreu vom Weizen trennen

Weizen vom Unkraut (Toll-Weizen)

Zwei liegen in einem Bett…

Zwei mahlen zusammen an einem MĂŒhlstein…

 

Die gute Nachricht ist: Du kannst gerettet werden!

 

Jesus ging es nicht um die Zugehörigkeit zu einer Religion! (Christentum, Buddhismus, Hinduismus, Islam) Jesus: das Ende der Religion!

 

Jesus ging es um das Leben um eine neue Lebensweise! Jesus will uns ein neues Leben geben. In dem Abschnitt, ĂŒber das wir heute reden, wird uns gezeigt, wie dieses neue Leben in Jesus Christus sich im Umgang mit anderen Menschen auswirkt.

 

Jesus macht es seinen Nachfolgern klar, dass das Lippenbekenntnis zu ihm nicht reicht.

2) die Himmlische Heimat verpflichtet schon hier!

Jesus will unser Leben gestalten. Hier in unserer Zeit!

Wo Gottes guter Geist durch die Wiedergeburt in einem Menschen lebt, gibt es VerĂ€nderung im Leben! Wenn wir unsere Herzen fĂŒr Jesus Christus öffnen, damit er in unserem Herzen regiert, wirkt er selbst durch uns. Das will uns dieses Gleichnis sagen!

 

Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.  36 Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im GefĂ€ngnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen. 37 Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben?  38 Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen, oder nackt und haben dich gekleidet?  39 Wann haben wir dich krank oder im GefĂ€ngnis gesehen und sind zu dir gekommen?  40 Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten BrĂŒdern, das habt ihr mir getan. 

 

Es geht nicht darum, dass wir uns als WohltĂ€ter gut fĂŒhlen! Und es geht auch nicht nur darum, dass wir Jesus in jedem Menschen sehen (das auch!), sondern es geht darum, dass wir jeden Menschen mit seinen Augen sehen. Dem hungernden zu essen geben – das bedeutet fĂŒr Jesus eine selbstlose und gute Tat zu vollbringen. Jesus ist dabei der empfangende, und auch der gebende!

 

Wirkliche Liebe zu Jesus zeigt sich nicht in Lippenbekenntnissen. Sie zeigt sich darin, dass die Liebe Jesu in uns zum Zuge kommt, durch uns hindurch wirkt (1Kor 13).

 

Das soll uns klar und deutlich werden: es gibt nur eine Art von Leben, die es wert ist fĂŒr die Ewigkeit bewahrt zu werden und zu bleiben. Das ist göttliches Leben! Wo göttliches Leben sich in uns niederlĂ€sst, wo unser Leib ein Tempel seines Heiligen Geistes wird (1Korinther 3 und 6), da lebt und wirkt Gott in und durch uns.

3) Dem Fremden Heimat bieten! Licht in die Finsternis bringen!

 

Es ist viel Finsternis in dieser Welt. Der Teufel ist am Werk. Kriege. Verfolgungen. Vertreibungen. Völkermorde…

 

Wir Christen wissen um unser „Fremdsein in der Welt“  (Phil 3, 20 Unser BĂŒrgerrecht aber ist im Himmel; woher wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Jesus Christus, 21 der unsern nichtigen Leib verwandeln wird, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leibe nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen kann.)

Das macht sensibel fĂŒr den Fremden! Vom „Fremden“ zum „NĂ€chsten“!

 

Aber: Die Bibel hat kein GefÀlle von Gastgeber zu Gast: JEDER ist gefordert!

 

Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter: „Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die RĂ€uber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halb tot liegen. Es traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah, ging er vorĂŒber. Desgleichen auch ein Levit: Als er zu der Stelle kam und ihn sah, ging er vorĂŒber. Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte er ihn; und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn. Am nĂ€chsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir’s bezahlen, wenn ich wiederkomme. Wer von diesen dreien, meinst du, ist der NĂ€chste gewesen dem, der unter die RĂ€uber gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!“ (Luke 10,30–37 LUTH-LEM)

Wer ist mein NĂ€chster?

Mein NĂ€chster ist der, den Gott mir vor die FĂŒĂŸe legt!

Vielleicht auch ein AuslĂ€nder, einen Asylanten, einen Migranten…

Ausreden gibt es genug:

Dass der Reisende ĂŒberfallen wurde ist nicht in Ordnung. Die Straße hĂ€tte sicher gemacht werden sollen. All das spielt aber im Gleichnis keine Rolle.

 

Die frommen Passanten haben sich an ihre Reinheitsvorschriften gehalten, der Samariter hat im Überfallenen seinen NĂ€chsten gesehen!

 

Es sind sicher viele Fehler in der Politik passiert, aber: Gott hat die FlĂŒchtlinge uns vor die FĂŒĂŸe gelegt. Wir dĂŒrfen nicht wegschauen und nicht vorbeilaufen, sondern wir sollten Ihnen das Beste, was wir haben, geben:

Das Beste – nicht die Reste!

Die frohe und froh machende Botschaft von Jesus Christus!

Mit allem Geld der Welt, mit einem festen Job und einer ordentlichen Wohnung können wir auch FlĂŒchtlinge nicht glĂŒcklich machen! (Es gab Studien ĂŒber Menschen, die den Jackpot im Lotto geknackt haben – kaum einer ist dadurch glĂŒcklich geworden!)

Wir meinen zu wissen was wir brauchen, um glĂŒcklich zu sein, aber wahrhaft glĂŒcklich werden wir nur, wenn wir unsere Bestimmung erfĂŒllen, und das ist wenn unser Leben zu einem GefĂ€ĂŸ des Heiligen Geistes wird, wenn Gott in uns wohnen und durch uns wirken kann.

 

So kann und will Gott Licht in die Finsternis bringen!

 

In einer Gruppe von Menschen, die durch einen großen Dom gefĂŒhrt wurden, war auch ein kleines MĂ€dchen. WĂ€hrend der ReisefĂŒhrer auf die verschiedenen SehenswĂŒrdigkeiten aufmerksam machte, stand das Kind ganz versunken da und betrachtete die bunt verglasten Kirchenfenster mit verschiedenen Gestalten, die dort abgebildet waren. Ein Abglanz der Farben lag auf ihrem Gesichtchen, als die Nachmittagssonne durch die Scheiben leuchtete.

Als die Gruppe weitergehen wollte, raffte die Kleine allen Mut zusammen und richtete eine Frage an den ReisefĂŒhrer: »Wer sind die Leute in den schönen Fenstern?« wollte sie wissen.

»Das sind die Heiligen, mein Kind«, antwortete er. Als die Kleine an diesem Abend zu Bett ging, berichtete sie der Mutter voller Stolz: »Ich weiß, wer die Heiligen sind.«

»Ja?«, staunte die Mutter. »Wer denn?«

Ohne auch nur einen Augenblick zu zögern, antwortete das Kind: »Es sind die Leute, die das Licht durchscheinen lassen!«

Die Heiligen des Herrn sind tatsĂ€chlich jene Menschen, in deren Herzen er einen hellen Schein gegeben hat. Menschen, die Gottes GrĂ¶ĂŸe und Herrlichkeit erkannt haben gerade im Leben, Wirken, Sterben und auferstehen Jesu Christi von den Toten. Solche Menschen sind eine Quelle des Lichts in einer dunklen Welt.

 

Jesus sagt von sich selbst „ich bin das Licht der Welt“. Er ist es, der die dunkle Macht, dass böse, den Hass, Tod und Teufel mit seinem Licht vertreiben kann. Jesus wendet aber das Bild auch auf seine JĂŒnger an: Matt 5,14 „Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein.“ Menschen, die an Jesus Christus glauben und ihm nachfolgen, Menschen die auf seinen Namen getauft sind sollen Lichtquellen in dieser Welt sein. Wir haben das Licht nicht in uns selbst sondern Gott gibt es in unser Herz. Wir dĂŒrfen es aber reflektieren! Wo Gottes Licht sich an unserem Leben bricht, wird es fĂŒr die Welt sichtbar, kann Finsternis vertreiben und Helligkeit verbreiten.

Paulus macht es uns klar, dass alles Gute, was Gott durch uns seine Kinder tut nicht auf unser, sondern auf sein Konto geht: „Wir haben aber diesen Schatz in irdenen GefĂ€ĂŸen, damit die ĂŒberschwĂ€ngliche Kraft von Gott sei und nicht von uns.“

 

Wo wir zu unserer Zerbrechlichkeit und zu Gottes Schatz in unserem Leben stehen, kann er in und durch uns großes bewirken – viel Finsternis vertreiben, viel Licht spenden!

 

„FlĂŒchtlingen Heimat bieten. Was Christen zu bieten haben“ Das Beste geben – nicht die Reste! Wir sind den FlĂŒchtlingen die frohe und froh machende Botschaft schuldig! „Den Fremden ein Fremder – Jesu Auftrag fĂŒr uns heute“. Wer seine Zugehörigkeit zum Himmel begreift, ist in dieser Welt fremd! DafĂŒr hat er ewige Heimat! Amen

Kairos oder Krise?

Gott zieht die Grenzen der Nationen!

Teil 1:Gott zieht die Grenzen der Nationen – Seinem Reich tut er die Grenzen auf!

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Herausforderungen im Umgang mit Migranten und FlĂŒchtlingen: Von der Liebe zum Zeugnis des Evangeliums

Teil 2 (Skizze):Kairos oder Krise – Herausforderungen im Umgang mit Migranten bzw. Von der Liebe zum Zeugnis des Evangeliums

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