Archiv der Kategorie: Islam

Mission an eine nach-christliche Religion

 

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Der Muslim als gottesfĂŒrchtige Mensch

Der Islam als nachchristliche Religion

Der Islam als antichristliche Religion

ÜberlegenheitsgefĂŒhle

MinderwertigkeitsgefĂŒhle

Das islamische Weltbild

Das christliche Weltbild

Das islamische Menschenbild

Das christliche Menschenbild

 

 

  1. Einleitung

 

Gewöhnlich geht man von MatthĂ€us 28,18-20 als Grundlage der Mission aus. Diese Sicht hat den Missionsgedanken und auch die frĂŒhe Missionswissenschaft sowohl auf katholischer Seite seit der Entstehung der verfassten Kirche als auch bis hin zu den AnfĂ€ngen der modernen Missionsarbeit vom 18. Jahrhundert an bestimmt. Mission wurde begriffen als Mission der Kirche, als Aufgabe der Kirche Jesu Christi, die sich als Christus prolongatus versteht, damit er sich durch seine Kirche in der ganzen Welt ausbreite. “Machet zu JĂŒngern alle Völker, indem ihr sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes tauft und sie alles zu halten lehrt”, galt und gilt als Auftrag der Kirche sowohl zum Selbsterhalt (Missionarische Gemeinde in Deutschland) als auch zur Ausbreitung der Kirche und des Reiches Gottes in der ganzen Welt (klassische Missionsbewegungen).

 

 

Wie diese Mission auszusehen hat, wurde uns (bzw. den Aposteln) von Jesus ebensowenig erklĂ€rt, wie Kirche auszusehen hat. Bis zum Zeitalter der Moderne und dem Aufkommen des Individualismus hat man wenig darĂŒber reflektiert. Die Form des Glaubens/ des kirchlichen Lebens wurde genauso ĂŒbernommen wie dessen Inhalt. Das gilt sowohl fĂŒr die altkirchlichen Traditionen, die auf Synagogen- bzw. Tempeldienst aufgebaut haben, wie in der modernen Mission, wo bestehende, europĂ€ische Strukturen selbstverstĂ€ndlich tradiert wurden. Erst mit der UnabhĂ€ngigkeitsbewegung in den 40er bis 60er Jahren mit dem damit einhergehenden AufblĂŒhen des nationalen und kulturellen Selbstbewusstseins kam auch langsam die Frage nach VertrĂ€glichkeit von Evangelium und Kultur auf.[1]  Dies fĂŒhrte mit der Zeit zur Frage nach der Inkulturation des Evangeliums in die jeweilige Kultur. Gleichzeitig entwickelte sich eine neue Sicht von Mission. Die jĂŒngere Missionswissenschaft, beginnend mit den 50er Jahren, entdeckte den Missionsgedanken auch vor dem Missionsbefehl sowohl im Neuen wie auch im Alten Testament. So etwa Markus 3,14 “und er setzte Zwölf ein, die er auch Apostel nannte, dass sie bei ihm sein sollten und dass er sie aussendete zu predigen”. Aber auch im Alten Testament wird der “Gesandte”-Gedanke im prophetischen Handeln, ja in Gottes Heilsgeschichte ĂŒberhaupt, entdeckt. So wurde ab der 50er Jahre vielfach von der “Missio Dei”[2] gesprochen, nĂ€mlich von der Mission Gottes in dieser Welt, die grĂ¶ĂŸer ist, als die Mission der Kirche Jesu Christi. Dieser Gedanke wiederum öffnete anderen Interpretationen Tor und TĂŒr, bis dahin, dass im Zweiten Vatikanum und verschiedenen neueren Lehramtlichen Aussagen der katholischen Kirche vom “Wirken Gottes in anderen Religionen” gesprochen werden kann. Dass dieser Gedanke sich nicht auf die katholische Kirche beschrĂ€nkt, dĂŒrfte bekannt sein, aber dennoch ist das evangelische Missionsver-stĂ€ndnis schon von der Ekklesiologie anders gelagert. Dies bestimmt auch die unterschiedliche Anwendung des missio dei Konzepts. Ohne inhaltlich hier darauf eingehen zu können, wĂ€re es doch durchaus interessant, eine missionswissenschaftliche Untersuchung der ZusammenhĂ€nge des barth’schen Ansatzes (“Gottes Sein ist im Werden”) sowie der daraus weitergefĂŒhrten These JĂŒngels (“Gottes Sein ist im Kommen”) und der “missio dei”-theologie anzustellen. Ich stelle die These in den Raum, dass es ohne diesen Hintergrund nicht zum Epochenreferat zu Mission und Evangelisation von Eberhard JĂŒngel auf der EKD-Synode 1999[3] gekommen wĂ€re.

 

Haben wir auf der einen Seite im Bereich der katholischen Missiologie die Vorstellung von der Mission der Kirche im öffentlichen wie im “geheimnisvollen” Bereich, so haben wir auf protestantischer Seite so gut wie durch die Bank eine auf pietistische Anliegen und Vorstellung zurĂŒck gehende Missiologie. Das liegt – wie schon angedeutet – an der unterschiedlichen Ekklesiologie der römisch-katholischen Kirche und der protestantischen Kirchen. Ist die katholische Kirche eine Kirche, die per definitionem kat ‘hole, eine Kirche, die Anspruch auf UniversalitĂ€t und eine Stellung der Vormacht erhebt, so haben wir auf der protestantischen Seite ein eher partikulĂ€res ekklesiologisches VerstĂ€ndnis der Kirche, die sich nach politischen oder theologischen Grenzen definiert.

 

Eine gewisse Ausnahme bildet die anglikanische Kirche, die sich als rechtmĂ€ĂŸige Nachfolgerin der römisch-katholische Kirche versteht im Bereich des Vereinigten Königreichs und seiner Dependenzen. Darum gibt es innerhalb der anglikanischen Missionsarbeit zwei FlĂŒgel. Der eine FlĂŒgel, vertreten etwa durch die “USPG” (United Society for the Propagation of the Gospel), auf der anderen Seite die “CMS” (Church Mission Society). Die USPG vertritt eher das Anliegen der katholisch gesinnten Anglikaner, die CMS eher das pietistisch-evangelikale Anliegen der Low Church. Da in der Zeit des Kolonialismus weite Teile Afrikas und Asiens unter britischer Herrschaft waren, spielt dieser Unterschied missionstheologisch und missionsgeschichtlich eine bedeutende Rolle.

 

 

Um zurĂŒckzukommen auf die ekklesiologischen Unterschiede, lassen Sie mich diese Thematik auf die Situation der Mission in der islamischen Welt ĂŒbertragen: WĂ€hrend es von katholischer Seite her das Hauptanliegen ist, die PrĂ€senz der römisch-katholischen Kirche zu wahren (als Beispiel sei genannt das Erzbistum Algier, das unter der Kolonialmacht Frankreich in der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts wieder mit einem Erzbischof versehen wurde und bis heute Erzbischof und Diözesanbischöfe hat, obwohl die Zahl der katholischen Christen im ganzen Erzbistum weniger als 3000 sind). Nebenbei bemerkt: Der Erzbischof von Algier, Henry Teissier, ist mit einem Kommentar Ende Februar 2008 negativ aufgefallen, indem er  evangelikal ausgerichtete Christen dafĂŒr kritisierte, dass sie ihren christlichen Glauben unter Muslimen bezeugen. Dies wĂŒrde fĂŒr die katholische Kirche erhebliche Schwierigkeiten mit den Behörden verursachen, obwohl sie immer wieder beteuerten, dass es ihnen (den Katholiken) nicht um die Konvertierung von Muslimen bei ihrer Arbeit gehe. Hier will die römisch-katholische Kirche alte AnsprĂŒche auf nordafrikanisches Territorium aufrechterhalten, indem die Kirche offiziell als Institution dort weiter existiert.

 

Auf der anderen Seite haben wir junge, dynamische, wachsende Gemeinden (hauptsĂ€chlich von Berbern), die nicht nur ihre alten Wurzeln im christlichen Glauben wiederentdecken, sondern zu einem neuen Glauben an Jesus Christus finden. Hier geht es nicht um die Aufrechterhaltung irgendwelcher AnsprĂŒche, schon gar nicht um Macht oder VormachtsansprĂŒche. Hier geht es darum, dass Menschen zu einer lebendigen Beziehung zu Jesus Christus und zum Vater Jesu Christi kommen. Erst sekundĂ€r kommt die Frage der Gemeindebildung und der Ekklesiologie auf.

 

Das bringt uns zum grundsÀtzlichen Problem der Mission unter Muslimen.

 

  1. II) der Islam – eine NACH-christliche Religion

 

Zwar ist die Mission innerhalb der EinflusssphĂ€re von allen sogenannten Hochreligionen ein mĂŒhsames und hoch sensibles Unterfangen, insbesondere auch der Inkulturation in diese Bereiche, aber weder im Bereich des Buddhismus, noch des Hinduismus noch des japanischen synkretistischen Systems ist die grundsĂ€tzliche Verschlossenheit dem Evangelium gegenĂŒber von so tiefgrĂŒndigem und anhaltendem Charakter wie es in der islamischen Welt der Fall ist.

 

 

Das hat leicht eruierbare GrĂŒnde. Auf die Geschichte des Islam und der christlichen Mission unter Muslimen will ich dabei nur insoweit eingehen, wie es fĂŒr das VerstĂ€ndnis der besonderen Situation der Kirchen und der Mission in islamischen LĂ€ndern notwendig ist.

 

 

1) Der Islam versteht sich als Vollendung und Korrektur der biblischen Offenbarung.

 

Der Islam ist nicht nur chronologisch gesehen eine nach-christliche Religion, sondern auch inhaltlich. Ich lasse einmal dahingestellt, ob die allerneueste historisch-kritische Islamforschung mit ihrer Hypothese, Muhammad als historische Gestalt erst eine Generation nach der ersten Ausbreitungswelle des Islam als Christusersatz erfunden wurde, oder ob die traditionelle Islamforschung in Anlehnung an Sunna und ÄhĂ€dith (as‑Siratu ‚l‑Nabawiyya)  recht hat mit der Überlieferung, dass eine historisch fassbarer Mensch, geboren nach dem Tod seines Vaters Abdullah  im “Jahr des Elefanten” 52 vor der Hidschra.[4]

 

Nach der islamischen Tradition wurde Mohammed  in der arabischen Stadt Mekka als verarmtes Familienmitglied der Haschemiten aus dem bedeutenden vorherrschenden Stamm der Quraisch geboren.  Im Alter von sechs Jahren verlor er dann auch noch seine Mutter Amina, weswegen er zunĂ€chst von seinem Großvater Abd al‑Muttalib erzugen wurde. Nach dessen Tod kam er unter den Schutz seines Onkels Abu Talib, des jĂŒngeren Bruders seines Vaters. Dessen Sohn (d.h. Mohammeds Vetter) Ali ibn Abi Talib heiratete spĂ€ter Mohammeds Tochter Fatima und wurde 4. Kalif/ 1.Imam der Schiiten).

 

 

In jungen Jahren arbeitete Mohammed als Schafhirte, spĂ€ter nahm er angeblich an zwei Reisen der Handelskarawanen in den Norden (Syrien) teil. Wie es eine Prophetenlegende aus dem 8. Jahrhundert haben will, soll er in diesem Zusammenhang dem Mönch Bahira begegnet sein, der “das Siegel des Prophetentums” zwischen Mohammeds Schultern gesehen und darin die Schriftzeichen des alten und neuen Testaments. UnabhĂ€ngig davon, ob diese Legende einen historischen Kern hat oder nicht, der Anspruch ist deutlich: Mohammed als Prophet des alleinigen Gottes hat die Legitimation des alten wie des neuen Bundes: in ihm kommt deren beide ErfĂŒllung. Seine Botschaft gilt ebenso Juden wie Christen.

 

Gegen 595 bot ihm seine damalige Arbeitgeberin, die 15 Jahre Ă€ltere zweifache Kaufmannswitwe Chadidscha bint Chuwailid (555?–619) aus einem angesehenen kureischitischen Geschlecht die Heirat an. Mit ihrer Hilfe erlangte Mohammed seine finanzielle UnabhĂ€ngigkeit und soziale Sicherheit. Es erfolgte eine Wende in seinem Leben. Seine Frau war die erste Person, die an Mohammeds Botschaft glaubte und gilt deshalb als die erste Muslima. Aus ihrer Ehe gingen vier Töchter hervor, wovon allein die jĂŒngste, Fatima das Erwachsenenalter erreichte. Von ihr stammen alle Nachfahren Mohammeds ab. Neben Chadidscha waren Ali ibn Abi Talib und Abu Bakr, der erste Kalif nach Mohammeds Tod, die ersten Muslime.

 

Mohammed pflegte alljĂ€hrlich einen Monat auf dem Berg Hira‘ in der NĂ€he von Mekka zu verbringen, um dort Buße zu tun. Zirka 610 n.Chr. – Mohammed war zu diesem Zeitpunkt etwa 40 Jahre alt – soll ihm der Erzengel Gabriel (arabisch „Dschibril“) erschienen sein. Das erste Offenbarungserlebnis, in Sure 93 des Koran wiedergegeben, stellt die AnfĂ€nge der Offenbarungen und damit den Anfang von Mohammeds Prophetie dar. Es war ein Traum, in dem Mohammed zur Rezitation eines geschriebenen – nach anderer Überlieferung vom Engel gesprochenen – Textes aufgefordert wurde. Von diesem Vorgang her leitet sich der Begriff “Koran” (Rezitation) ab. Die islamische Mohammedtradition sieht es bisweilen als “großes Wunder”, dass Mohammed, der Analphabet gewesen sein soll – was von anderen aber heftig bestritten wird – ein solches literarische Werk hĂ€tte nur mĂŒndlich zu Wege bringen können (nach schiitischer Tradition war es Ali, der alles nach Diktat des Propheten alle Suren aufschrieb.)

 

 

ZunĂ€chst wĂ€hrend seiner Fastenzeiten, spĂ€ter auch in mehr prosaischen ZusammenhĂ€ngen, wurden StĂŒck fĂŒr StĂŒck die Ayyat und Suren des Korans durch Dschibril Mohammed zur “Rezitationâ€ĂŒbermittelt. Das ist insofern wichtig, weil nach islamischer Vorstellung der Koran im Himmel höchst persönlich von Allah in arabischer Sprache in Ewigkeit niedergeschrieben wurde, in der “Nacht der Macht” (laylat-al-qudrat) der Engelwelt ĂŒberlassen, die Dschibril wiederum damit beauftragt hat, den Inhalt durch Mohammed den Menschen zu ĂŒbermitteln.

 

Schon im Koran gibt es sowohl die Vereinnahmung biblischer Inhalte fĂŒr den Islam[5] sowie inhaltliche “Korrektur”: Tod und Auferstehung Jesu seien nicht geschehen, und es werden  Elemente aus gnostischen Quellen/Evangelien, z.B. aus dem Thomasevangelium, hinzugefĂŒgt, so z.B. Kindheitswunder Jesu. SpĂ€ter kommen in der islamischen Polemik “Formfehler” hinzu: am bedeutendsten durch einen gewollten “Ittazismus” (wie im Falle Kamilon-Kamelon), wodurch FĂ€lscher des neutestamentlichen Textes aus “paraklitos”, “der Gehuldigte” oder “Gepriesene” – also muhammad – “parakletos”, “der Beistand” wurde. Nach islamischem VerstĂ€ndnis wurde nie der heilige Geist von Jesus als Tröster oder Beistand versprochen, sondern eben Mohammed. Das mittelalterliche Pseudoepigraph, das “Barnabasevangelium” wird gern als Beleg zitiert.

 

Ich halte fest: der Islam tritt mit einem erklĂ€rten Anspruch auf den Plan, nĂ€mlich die abschließende Stufe der (biblischen!) Offenbarung zu sein. Damit ist die biblische Offenbarung de facto ĂŒberholt und nur vom Koran her zu deuten oder interpretieren.

 

 

Dieser Anspruch wird bestĂ€tigt und erhĂ€rtet von der islamischen Gottesgelehrsamkeit der folgenden Jahrhunderte bis heute. Besonders beschwerlich fĂŒr die Missionsarbeit, fĂŒr das christliche Zeugnis ist, dass Muslime eine starke Hybris anderen “Offenbarungsstufen” gegenĂŒber. Es gibt ĂŒberall in der islamischen Welt eine geradezu schizophrene Einstellung zum Christentum und Judentum. In der Theorie sei der Islam ĂŒberlegen, besser, vollkommen, aber in der Praxis wĂŒrden die Juden die Welt kontrollieren und die Christen/KreuzzĂŒgler – das sind die LĂ€nder des Westens, allen anderen voran die Amerikaner mit ihrer industriellen und technologischen Vormacht eine permanente DemĂŒtigung fĂŒr die Welt des Islam. Der Hass auf den “christlichen Westen” hat also unterschiedliche GrĂŒnde. Ob es ohne Kolonialgeschichte zu einem wiedererwachen islamistischer Tendenzen gekommen wĂ€re, wage ich zu bezweifeln. Die junge, gebildete Schicht der Muslime ist besonders anfĂ€llig fĂŒr extremistisches Gedankengut. Eine tiefe KrĂ€nkung, die als DemĂŒtigung durch den Westen empfunden wird, schĂŒrt den Hass. Aber auch einfache Menschen in islamischen LĂ€ndern sind von dieser schizophrenen Haltung betroffen: Ich denke an die MĂ€nner im pakistanischen Basar, die die EnglĂ€nder beschuldigen, sie “AbhĂ€ngig vom Teetrinken” gemacht zu haben – damit sie sie so finanziell “aussaugen” konnten…

Muslime sind, was Evangelium und christlicher Glaube betrifft, durchaus voreingenommen und halten den Islam fĂŒr die ĂŒberlegene Religion und den vollkommeneren Lebensentwurf. Dazu sind sie grĂŒndlich desinformiert – z.B. was die TrinitĂ€t betrifft.[6]

 

  1. Der Islam hat seit seiner GrĂŒndung in der Hidschra das Christentum bekĂ€mpft.

 

Mohammed hat ursprĂŒnglich an die Einverleibung der Juden und Christen in den Islam geglaubt. Erst nach der Hidschra und den kriegerischen Auseinandersetzungen mit den jĂŒdischen StĂ€mmen in und um Medina Ă€ndert sich der anfangs wohlwollende Ton ihnen gegenĂŒber. Das Ziel der Vereinigung wurde im Laufe der Koran-“offenbarung” auf die Wiederkunft Christi als Messias der Muslime (!) Verschoben.

Das Gebrochene VerhĂ€ltnis zum Judentum und Christentum hat historische Wurzel – hĂ€lt aber heute noch an. Dass die Armeen der Muslime weite christliche Gebiete haben erobern können ist die eine Seite. Dass sie an christlichen Heeren in Europa aber auch wiederholt gescheitert sind ist die andere. Seit Hunderten von Jahren stecken die Heere der Muslime Niederlagen gegen die der Christen ein. Der grĂ¶ĂŸte Held der MilitĂ€rgeschichte ist heute noch Saladin.[7]

 

Wir MitteleuropĂ€er haben im Vergleich zu den SĂŒdeuropĂ€ern und Orientalen kaum einen Bezug zur Geschichte. Wir leben im Hier-und-Jetzt. Junge Iraner – oder meinetwegen Makedonier – identifizieren sich mit und definieren sich heute noch von Dareios und Alexander dem Großen her.

 

FĂŒr Muslime ist es heute noch ein Grund zum Hass gegen die Juden allgemein, dass zwei jĂŒdische StĂ€mme im Krieg um Medina die Lager gewechselt haben. Auch die Christen, die Mohammeds Abkehr vom Heidentum ursprĂŒnglich begrĂŒĂŸten, haben sich spĂ€ter von ihm distanziert, als klar wurde, was er mit seiner Religion eigentlich wollte.

 

WĂ€hrend der ersten mekkanischen Phase vor der GrĂŒndung der islamischen Gesellschaft in Medina sind zwei Ereignisse von besonderer Bedeutung: die nĂ€chtliche Himmelfahrt des Propheten (al‑mi‘radsch)  und die “Reise nach Jerusalem” (al‑isra‘).  WĂ€hrend erstere den Stand Mohammeds Jesus gegenĂŒber bestĂ€tigen soll, lĂ€sst zweites unmissverstĂ€ndlich erkennen, was die Rangordnung unter den Propheten ist! Das gilt unabhĂ€ngig davon, dass die kritische Islamwissenschaft beide Ereignisse als ein und dasselbe ansehen – der Fußabdruck auf dem Stein inmitten des Felsendoms sei der Ort, von dem Mohammed in den Himmel gefahren sei, die Himmelfahrt des Propheten gehöre ursprĂŒnglich nicht zu den Mekkanischen Traditionen.

 

Vom noch geschleiften Jerusalemer Tempelberg, auf dem spĂ€ter der Felsendom im Auftrag von christlichen Bauleuten errichtet wurde, soll wie gesagt, Mohammed in den Himmel aufgefahren sein. Nun aber der Clou: zuvor habe er dort ein Gebet nach islamischem Muster mit allen biblischen Propheten einschließlich Jesus geleitet. Nach kurzer Begegnung mit Gott soll sich Mohammed anschließend zusammen mit dem Erzengel Gabriel zurĂŒck nach Mekka begeben haben.

 

 

Die Zeit reicht nicht, hier auf die satanischen Verse einzugehen, die in diese Phase gehören. Es genĂŒge der Hinweis, dass die heftigen Reaktionen der islamischen Welt zu diesem Thema nicht unbegrĂŒndet sind! Es ist wohl der wundeste Punkt in der islamischen Tradition, der die Offenbarung auch grundsĂ€tzlich in Frage stellt. Aus christlicher Sicht ist natĂŒrlich die Frage, inwiefern Mohammed tatsĂ€chlich vom Teufel dĂŒpiert wurde!

 

Mit der Hidschra, dem Verlassen Mekkas und dem Sesshaft werden in der west-arabischen Stadt Yathrib kommt die Geburtstunde des Islam. Das ist von Großer Bedeutung, denn den Glauben an Allah als alleinigen Gott und Mohammed als seinen Propheten gab es zu diesem Zeitpunkt schon zirka ein Duzend Jahre. Aber erst hier in Yathrib gewann der Islam auch politische Macht und wurde zu einer gesellschaftlichen GrĂ¶ĂŸe. Das ist das Entscheidende an der Hidschra.

 

 

Mit der Übernahme des Islam als Normgebend fĂŒr das gesellschaftliche Zusammenleben geschieht die Geburtstunde des Islam – nicht der Glaube ist entscheidend, sondern dass dieser politisch-gesellschaftliche Gestalt gewinnt!  Yathrib heißt nunmehr fĂŒr die Muslime “Medinat-an Nabi” – “Ort, bzw. Stadt des Propheten”.  Die Stadt hat zum Zeitpunkt der Ankunft Mohammeds auch Bewohner, die schon vor der Hidschra Muslime geworden waren. Die medinensischen AnhĂ€nger nannte man die „Helfer“/„UnterstĂŒtzer“ (al‑Ansar). Hinzu kamen die mekkanischen AnhĂ€nger Mohammeds, die „Auswanderer“ (Muhadschirun), die ihm gefolgt waren.

 

 

Dies ist der alles entscheidende Punkt in der Entstehung des Islam. Darum beginnt der islamische Kalender mit der Hidschra. Selbst die Suren des Koran werden in “mekkanische” und “medinensische” unterteilt. Mekkanische Suren unterscheiden sich von medinensischen Suren vor allem durch ihren Umfang (alle langen Suren stammen aus Medina) sowie durch ihren Inhalt bzw. ihre QualitĂ€t und ihren Ton.  Waren die mekkanischen Suren eher mit Glaubensinhalten beschĂ€ftigt, und waren sie durchweg positiv gestimmt den Juden und Christen gegenĂŒber, so sind die in Medina “rezitierten” Suren mehr praktischer Art und auf die verĂ€nderte politische Situation ausgerichtet.

 

Fazit: Wir haben gesehen, dass die hervorgehobene Stellung Jesu als Prophet im Islam keine BrĂŒcke zu den Muslimen baut, sondern uns tiefgrĂŒndig trennt. Einen Muslim fĂŒr Jesus gewinnen heißt im tiefsten Grunde einen Gegner Jesu fĂŒr ihn gewinnen!

 

 

3.) Die IdentitÀt des Muslim ist nicht nur religiös, sondern politisch-gesellschaftlich und sogar geographisch geprÀgt.

 

Der Islam als antichristliche Religion

ÜberlegenheitsgefĂŒhle

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Das islamische Weltbild

Das christliche Weltbild

Das islamische Menschenbild

Das christliche Menschenbild

 

Der Islam betrachtet Religion und Staat als Ganzes (din wa daula), darum schließt die Schari’a alle Lebensbereiche ein.

 

  1. A) Dar-al Islam/Dar al Harb

 

Der Islam ist eben nicht von Hause aus „nur“ Religion, sondern ein sozio‑politischer Entwurf, der zur GrĂŒndung einer Staatsmacht und einer Weltordnung im 7. und 8. Jh.. gefĂŒhrt hat. Das gilt in den Köpfen und Herzen der praktizierenden Muslime bis heute.  Sehen wir vom Beispiel TĂŒrkische Republik ab, die ein bewusst laizistischer und eben nicht islamischer Entwurf Mustafa Kemal AtatĂŒrks war, gibt es keine weiteren sozio‑politischen EntwĂŒrfe, die z.B. eine Trennung von „Kirche“ und Staat vorsehen. Ob Emir, Sheikh, Sultan, Khalif, Schah, Gouverneur, PrĂ€sident – die politische Macht in islamisch geprĂ€gten LĂ€ndern sieht sich nicht nur als defensor fidei – wie die Königin von England – sondern dafĂŒr verantwortlich, dass der Islam die gesellschaftlichen Strukturen definiert.  Dabei darf nicht ĂŒbersehen werden, dass gerade in der TĂŒrkei die Kleriker, Hodschas etc. vom Staat angestellt sind und die Moscheen  vom Staat verwaltet werden, damit der Staat auch die Kontrolle hat.

 

Wie denkt ein Muslim ĂŒber seine Religion? Im Islam gibt es eine große gelebte Vielfalt, was die Frömmigkeit betrifft. Es gibt auch konfessionsĂ€hnliche Unterschiede unter Muslime: Sunni, Schia, Ahmadiyya, Ismaili und andere mehr. Innerhalb der „Konfessionen“ bzw. „Sekten“ gibt es z.B. die “12er”, “7er” und “5er” Schiiten. Innerhalb der Sunniten „Lehrschulen“ (madhahib), die das Islamische Recht durch ihre judisprudentia (al-fiqh) z.T. unterschiedlich interpretieren,  von denen die wichtigsten die Hanfi, Maliki, Schafi’i, und Hanbali, in neuer Zeit auch Wahabi sind. Seit 1959 wird auch die Schiitische Rechtsschule der Dschaffari anerkannt.

 

Ganz entscheidend fĂŒr die organisatorische Struktur des weltweiten und örtlichen Islam ist,

 

dass es keine institutionelle Bindung gibt. Das bietet gewisse Chancen, aber auch Komplikationen fĂŒr die Mission. Die örtlichen Moscheen als „Gemeinden“ sind nicht Mitglieder in irgendwelchen VerbĂ€nden, die mit Kirchengemeinschaften zu vergleichen wĂ€ren. Oftmals sind die Moscheen Privatbesitz eines Individuums oder einer Familie. Es gibt keine allgemein anerkannte Lehrinstanz. Der höchste Gelehrte der Al‑Azhar‑UniversitĂ€t genießt zwar den Respekt der Sunniten, kann aber keine rechtsverbindliche „Fatwas“ aussprechen. Solche „RechstsprĂŒche“ oder „Lehrmeinungen“ werden von den GlĂ€ubigen beachtet oder auch nicht. Letzten Endes kommt alles auf die Staatsmacht an, denn das islamische Weltbild ist (bisher) unzertrennlich mit dem politischen GefĂŒge verquickt, deutlich etwa am Wahhabitismus Saudi-Arabiens zu sehen. Die einzige allgemein anerkannte AutoritĂ€t ist die des politischen Herrschers und sein Diktat. Es gibt sehr wohl Muslime, denen die Politik und die Religion vollkommen egal ist ‑ sie wollen ihr Leben leben wie jeder andere auch, aber was haben diese entgegenzusetzen, wenn Fundamentalisten oder gar Extremisten ihren Anspruch stellen, den „reinen Islam“ nach mittelalterlichem Herrschaftsmuster einzufĂŒhren? Wir sehen das hier in Deutschland an den salafitischen Moscheen, dem “Kalif von Köln” (der endlich ausgewiesen werden konnte), der Milli GörĂŒs und anderen mehr.

 

  1. B) Das Islamische Weltbild

Das islamische Weltbild teilt die Erde geopolitisch in zwei SphĂ€ren ein: „Dar‑al‑Islam“ (Haus des Islam/ Haus der Unterwerfung/ auch “Haus des Friedens”[8] propagiert) und „Dar‑al‑Harb“ (Haus des Schwertes/Haus des Krieges). Haus des Islam ist jedes Gebiet, ĂŒber das ein islamischer Herrscher herrscht, bzw. in dem es eine islamische Mehrheit gibt, die in der Lage ist, das islamische Recht fĂŒr sich einzufordern ist. Die ĂŒbrige Welt stellt das “Haus des Krieges” dar. In diesem Teil der Welt gilt es den Islam einzufĂŒhren und das Haus des Islam zu etablieren. Manche moderne Denker im Islam haben so etwas wie ein „Haus des Vertrages“ vorgeschlagen, dies ist jedoch nicht realisiert worden und auch nicht im offiziellen Islam als Option anerkannt. Es ist auch mĂŒĂŸig als Modell zu verfolgen, da nach den geltenden Rechtsgrundlagen des Islam “VertrĂ€ge” mit “UnglĂ€ubigen” spĂ€testens nach 10 Jahren ĂŒberprĂŒft und nach Möglichkeit aufgekĂŒndigt werden mĂŒssen.

 

Im Haus des Islam herrscht der Islam. Das ist der Grund, warum ĂŒberall in der islamischen Welt wo es islamische Herrscher oder Mehrheiten in der Bevölkerung gibt, nach EinfĂŒhrung der Scharia lautstark von fundamentalistischer Seite gerufen wird – und das mit zunehmendem Erfolg. Von Nordnigeria im Westen ĂŒber Saudi Arabien, den Iran, Afghanistan und sogar Nordwestpakistan bis hin zu Aceh und Brunei.im Osten ist das verwirklicht worden.

 

Im Haus des Islam haben Muslime einen besonderen Status und sind durch das islamische Recht geschĂŒtzt. Juden und Christen werden als „Volk des Buches“ toleriert, aber in einem untergeordneten Status als „Dhimmi“, das heißt so viel wie SchĂŒtzlinge / AbhĂ€ngige / Pfronpflichtige“ Ă€hnlich dem Feudalsystem.

 

Der Herrscher bzw. der Staat bestimmt seine GesprĂ€chspartner aus der Mitte der „Dhimmi“ und regelt deren Angelegenheiten mit diesen direkt. Sie haben keine eigene Vertretungsmöglichkeit. Der islamische Staat kann Schutz gewĂ€hren oder  Entziehen. Die „Dhimmis“ sind bestenfalls „BĂŒrger zweiter Klasse“. Angehörige anderer Religionen (Kafirun) können gezwungen werden, zum Islam ĂŒber zu treten.

 

Inzwischen ist es ebenfalls so, dass heute an der Ausdehnungsgrenze des Islam, wo er VorstĂ¶ĂŸe geographischer und politischer Art macht, um weitere Gebiete fĂŒr den Islam zu gewinnen, die hĂ€rtesten Auseinandersetzungen und die geringste Offenheit fĂŒr die Mission herrscht. Von Nigeria im Westen bis Indonesien im Osten, vom Kosovo im Norden bis Kenia im SĂŒden, ĂŒberall an den Grenzen der mehrheitlich islamischen Gebiete gibt es Konflikte.

 

Das sind die bedauerlichen Vorzeichen, unter denen Mission in islamischen LĂ€ndern getan werden muss.  Dies wird jedem Missionar, der unter Muslimen arbeitet  – vor allem in der nicht islamischen Welt – vorsichtig werden und “Bekehrungen” mehrfach und sorgfĂ€ltig ĂŒberprĂŒfen lassen, es wird aber auch die Frage der Inkulturation in einem mehr als zwielichtigen Licht erscheinen lassen…

 

Hinzu kommt ein grundlegender Unterschied in der Denkweise. Ich möchte das “vor-modernes” oder mittelalterliches Denken nennen.

 

  1. C) Mittelalterliches Denken

 

Weder Reformation noch AufklĂ€rung haben in der islamischen Welt Schule gemacht – mit Ausnahme von Teilen der Bildungselite, die in Oxford, Cambridge, Harvard, MIT, Stanford usw. studiert haben. Das bedeutet, dass auch die positiven Auswirkungen des Individualismus in Entscheidungsfreiheit, Selbstbewusstsein, Zivicourage und Verantwortung des Einzelnen sich und nicht nur der Gemeinschaft gegenĂŒber – das alles nicht in dem Maße ausgeprĂ€gt ist, wie in LĂ€ndern des Okzidents .

 

 

Weite Teile der islamischen Welt sind noch verhaftet im Stammesdenken[9]. Der Stamm (qabila) stellt den Lebensrahmen fĂŒr den Muslim dar. Auch innerislamische Konflikte wie derzeit im Irak verlaufen nicht nur an “denominationellen” Grenzen entlang, sondern vor allem an Stammesgrenzen. Wir tun uns unheimlich schwer, uns in solch eine Situation hineinzudenken. Wir leben in der modernen westlichen Welt weitestgehend individuell autark. Nicht einmal die Kernfamilie ist mehr ein unerlĂ€sslicher Lebenrahmen fĂŒr die meisten BĂŒrgerinnen und BĂŒrger. So können wir es kaum verstehen, wie das Gelingen eines Lebens in der islamischen Welt davon abhĂ€ngen kann, dass Zusammenhalt und Treue innerhalb eines Stammes fĂŒr einen Menschen fĂŒr den Erhalt seiner LebensgefĂŒge entscheidend sein kann. Das macht die Konversion eines Moslem zum Christentum Ă€ußerst schwierig. Es ist heute gemeinhin bekannt, dass die Familie im islamischen Recht eine besondere Rolle bei der AusĂŒbung der Scharia hat, insbesondere der Hadud-Vorschriften, auch die Allgemeinheit ist dafĂŒr sensibilisiert, dass die Kernfamilie eines Konvertiten analog zu dem Verhalten der Familie in den so genannten Ehrenmord-FĂ€llen bei Abweichung von der allgemein akzeptierten ethischen Norm die Verpflichtung hat, die Strafe fĂŒr Apostasie, den Abfall vom islamischen Glauben, zu vollstrecken.

 

Selbst wo es einem Moslem gelingt, seine Familie davon zu ĂŒberzeugen, ihn in seinem neuen Glauben gewĂ€hren zu lassen, oder wo es einem Konvertiten gelingt, aus dem FamiliengefĂŒge auszusteigen und eine neue Existenz aufzubauen, selbst dort wird es kolossal schwer fĂŒr einen Moslem, neue Beziehungen aufzubauen und ein LebensgefĂŒge, das funktioniert, zu schaffen.

 

 

Es wird in Kreisen von Missionaren, die in der islamischen Welt leben, manchmal bemĂ€ngelt, dass Konvertiten diese LebensgefĂŒge bei ihnen suchen. Manchen kommt es so vor, als wĂŒrde der Konvertit den Anspruch stellen: “ich habe mich dir angeschlossen im Glauben, du bist mein Bruder, meine Schwester, meine Familie, du musst auch fĂŒr mich sorgen!” Missionare, die lĂ€nger im islamischen Kontext gelebt haben, und fĂŒr die gesellschaftlichen GefĂŒge sensibilisiert worden sind, wissen, dass – sofern es keine aus Konvertiten bestehende Gemeinde gibt, der Konvertit im Grunde gar keine andere Wahl hat. Dies ist auch der Grund, warum letzendlich der ĂŒberwiegende Teil der Konvertiten aus dem Islam ihre HeimatlĂ€nder verlassen und ein neues Leben in einem westlichen Land beginnen mĂŒssen. Oftmals hĂ€ngt die Auswanderung mit direkter Gefahr fĂŒr Leib und Leben zusammen. Selbst wo diese Gefahr nicht besteht, gibt es nur wenige Menschen, die die innere Kraft und die nötige Fantasie haben, ein Leben in solcher extremen gesellschaftlichen Vereinsamung aufzubauen.

 

Ein zentralasiatisches Sprichwort sagt: “Niemandes Tod ist vollzogen, solang der Stamm besteht”[10]. Die Lage in der Islamischen Welt ist Ă€hnlich der Situation im Bereich der östlichen Orthodoxie[11]: es fand weder Reformation noch AufklĂ€rung statt. Die autoritative Form des Islam ist mittelalterlich geblieben ‑ kann es zu einer grundlegenden Versöhnung zwischen dem Islam und der Moderne kommen? Es gab hoch‑Zeiten im Islam, die Sassaniden, Seldschuken, Mauren, Ghaznaviden, Moghulen, Ottomanen um nur einige der Großreiche zu nennen. Allerdings sind das zum Teil von Außen hereingetragene Elemente! Es gab auch einen „liberalen“ ‑ d.h. im Grunde inkonsequenten Islam in der Zeit der islamischen Übermacht im Osten[12]. Aus der Position der StĂ€rke heraus gab es auch Milde, teils „Großmut“ Christen und Juden gegenĂŒber. Wenn die Dominanz des Islam deutlich ist, dann kann er sich (muss aber nicht) auch von einer menschen‑ kunst‑ und wissenschaftsfreundlichen Seite zeigen. Wo er aber nicht dominiert, wird der Grund fĂŒr diese „Misere“ in der eigenen Inkonsequenz gesucht und gefunden (s. die Äußerungen des MinisterprĂ€sidenten Malaysias Mahathir Mohamad vor der Organisation islamischer Staaten im Okt.2003).

 

 

Der Fundamentalismus bricht in der Begegnung mit der Moderne auf ‑ auch und gerade mit dem Kolonialismus. Es ist das Bestreben, die Uhr zurĂŒckdrehen zu wollen[13].

Es gehört zur Ironie der Situation, dass gerade im Bereich des radikalisierten Islamismus die alten, mittelalterlichen Denkweisen und Strukturen ĂŒberwunden werden. Der originĂ€re islamische Gedanke der Umma, in der die StĂ€mme vereint und zu einer starken Nation gemacht werden, ist zu neuem Leben erweckt. Wo der islamische Einheits- und Expansionsgedanke die Fantasien der Islamisten beflĂŒgeln, werden die engen Grenzen des Stammesdenkens ĂŒberwunden. Gerade der Gedanke an einen pan-islamischen Dschihad hat eine ungeheuer stark vereinende Wirkung innerhalb der islamischen Welt. So zum Beispiel bei der Entstehung des Wahabismus und der damit einhergehenden Entstehung des saudiarabischen Königreiches.

 

 

FĂŒr die meisten LĂ€nder der islamischen Welt gilt, dass auch Christen die gesellschaftlichen Strukturen der Muslim ĂŒbernehmen oder nachempfinden mĂŒssen, um ein sinnvolles Leben in dieser Gesellschaft zu ermöglichen. So ziehen sich die Grenzen zwischen Christen und Muslimen in mehrheitlich muslimischen LĂ€ndern oftmals an ethnischen Grenzen entlang. Es gibt auch christliche “StĂ€mme”. Das ist auch der Grund dafĂŒr, dass ganze StĂ€mme auf einmal zum christlichen Glauben ĂŒbergetreten sind. So auch in Nordindien im ĂŒberwiegend von Muslimen dominierten Teil des Subkontinents im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts. Nur wo ein Stamm geschlossen, oder zumindest zu einem großen Teil gleichzeitig den Religionswechsel vollzogen hat, konnte das Leben in einigermaßen geregelten Bahnen vorwĂ€rts gehen.

 

 

  1. Die IdentitĂ€t der Muslime hat “national-völkischen” Charakter

 

 

Es ist schon der Rede von der Umma gewesen. Der Begriff Umma bedeutet: Das islamische Volk in seiner Gesamtheit, und ist nicht nur etymologisch mit dem hebrĂ€ischen Begriff  “ha‑am” verbunden.  Wo im Judentum ha-am das auserwĂ€hlte Volk Gottes in aller Regel bezeichnet, im gewissen Sinne also wenn man will ein Heilsbegriff ist, so ist im Islam der Begriff Umma die Bezeichnung fĂŒr die Gesamtheit der Menschen, die sich im Islam Allah unterworfen haben. Je nach Gebrauch bedeutet es die Summe aller Muslime oder die Summe aller islamisch regierten LĂ€nder und Gebiete.

 

Wir sahen bereits, dass die IdentitĂ€t eines Muslims von seiner Zugehörigkeit zu einem Stamm abhĂ€ngig sein kann. Dabei darf nicht ĂŒbersehen werden, dass die StĂ€mme wiederum sich ĂŒber den Islam definieren und mit dem Islam identifizieren. Ob Fulani oder Tuareg in der Sahara, ob Kureish oder Banu-Aus in Saudi Arabien, ob Oraksai oder Afridi bei den Paschtunen, die StĂ€mme sind per definitionem muslimisch. Den Islam zu leugnen bedeutet den Stamm zu leugnen. Eine Abkehr vom Islam kommt einer Abkehr vom Stamm gleich. Das gilt auch fĂŒr die islamischen LĂ€nder, in denen wegen der vor-islamischen gesellschaftlichen Struktur, in Ägypten etwa, oder durch eine nationale Bewegung, wie zum Beispiel in der TĂŒrkei, das Stammesdenken durch ein nationales bzw. nationalistisches Denken ersetzt wurde. So kommt es dazu, dass ein Staat sich durch die Konversion auch nur weniger seiner BĂŒrger bedroht fĂŒhlen kann. Weil der Staat bzw. Die Nation sich ĂŒber die Religion, ĂŒber des Gesellschaftsentwurf des Islam identifiziert, gehört ein Konvertit zum Christentum nicht mehr dazu. Selbst in der laizistischen TĂŒrkei wird das so empfunden. Eine Abkehr vom Islam kommt einer “Beleidigung des TĂŒrkentums” gleich. Die Ermordung der Christen Hrant Dink und der drei Christen in Malatya in diesem Jahr sind die Folgen einer solchen Denkweise. Ein TĂŒrke hat Moslem zu sein! Die unsĂ€glichen Schikanen gegen den ökumenischen Patriarchen, das Verbot, seinen offiziellen Titel zu fĂŒhren, das Untersagen der Priesterausbildung innerhalb der TĂŒrkei und die andauernde Ablehnung, den christlichen Kirchen Rechtsstatus zu gewĂ€hren, all diese MissstĂ€nde haben ihre Wurzel darin, dass die nationale IdentitĂ€t keinen Raum fĂŒr AndersglĂ€ubige hat. Es handelt sich eben – wie vorher erlĂ€utert – um Dar al Islam – Haus des Islam. Christen kĂ€mpfen vergeblich in vielen Islamischen LĂ€ndern der Welt um Anerkennung als rechtmĂ€ĂŸige, pflichtbewusste und treue BĂŒrger ihres Staates. Ob Pakistani, Iraner, TĂŒrke oder PalĂ€stinenser, den Christen haftet der Geschmack des Dhimmi, des AbhĂ€ngigen, des Minderwertigen, des BĂŒrgers zweiter oder dritter Klasse an.

 

 

Das hat auch in den relativ modernen Staaten der islamischen Welt ungeheure Konsequenzen fĂŒr die Mission und fĂŒr das Leben der Kirche. Hatten die PalĂ€stinenser sich ursprĂŒnglich von den arabischen Fellachin dadurch unterschieden, dass sie als Nachfahren der Kreuzfahrer galten und somit auch zu einem bedeutenden Anteil christlich geprĂ€gt gewesen sind, so hat sich seit der StaatsgrĂŒndung Israels und der Widerstandsbewegung der PalĂ€stinenser der Anteil der Christen unter den PalĂ€stinensern proportional zu den muslimischen PalĂ€stinensern in steigendem Maße stetig abgenommen. Inzwischen machen die Hamas keinen Hehl daraus, dass ein PalĂ€stinenser auch Muslim sein muss. Christliche PalĂ€stinenser werden systematisch als Schutzschild fĂŒr die militanten PalĂ€stinenser missbraucht. So im Fall von Bet-Dschala und Bethlehem, wo radikale PalĂ€stinenser die Vororte und Zufahrtswege Jerusalems von besetzten christlichen HĂ€usern auch beschossen haben, so auch im Gaza-Streifen, wo eine militante Gruppe den GebĂ€udekomplex der Baptisten besetzte, um von dort aus ihre innerpalĂ€stinensische Fehde auszufechten.

 

Die UnterdrĂŒckung des christlichen Anteils der Bevölkerung in solchen LĂ€ndern hat System und fĂŒhrt vielfach zu einer MentalitĂ€t der UnterdrĂŒckten. Die christlichen StĂ€mme in Pakistan, die vorwiegend ab 1875 stammesweise zum Christentum ĂŒbergetreten sind, sind schon Jahrtausende schon lange vor Ankunft der Muslime im dreizehnten, vierzehnten Jahrhundert unterdrĂŒckt gewesen. Dieser ehemals Kastenlosen im hinduistischen System wurden auch von den Muslimen verachtet als Heiden (Kafirun). Teilweise wurden sie zwangsislamisiert, wobei mindestens eine Gruppe unter dem Ă€ußeren Deckmantel des Islam ihre ursprĂŒngliche Religion beibehielt und mit Modifikationen weiterpraktiziert.

 

 

Dies bringt uns zum Thema Inkulturation zurfĂŒck. Der enorme gesellschaftliche Druck der islamischen Mehrheit bleibt nicht ohne Auswirkung auch fĂŒr das Leben der Christen in diesen LĂ€ndern. Das fĂ€ngt mit der Fastenpraxis an, berĂŒhrt die Essgewohnheiten, den Lebensrhythmus, die Festlichkeiten und Rituale. Wo in einem islamischen Land wĂ€hrend des Ramadan gefastet wird,  mĂŒssen Christen nicht nur Ă€ußerste Vorsicht walten lassen, um die religiösen Empfindungen der Muslime nicht zu verletzen, und deren Zorn auf sich zu bringen, sondern dort wird auch das christliche Fasten so etwas wie Ehrensache. Man möchte ja den Muslimen in keinem StĂŒck der Frömmigkeit nachstehen. So werden auch in manchen islamischen LĂ€ndern, wo es besondere Riten fĂŒr die Toten gibt, auch solche Riten fĂŒr Christen eingefĂŒhrt. So gibt es etwa in Pakistan Gedenkgottesdienste fĂŒr die Verstorbenen nach 40 und nach 100 Tagen. Manche Christen, beeinflusst durch die islamische Ansicht, finden schon den Gedanken an den Verzehr von Schweinefleisch fĂŒr Ekel erregend. Was von westlichen Missionaren Ende der 70er, Anfang der  80er Jahre “Inkulturation” angeblich “entdeckt” wurde, geschieht in Wahrheit schon immer. Dabei verwahrt sich die islamische Gesellschaft davor, dass die Grenzen zwischen Muslimen und Christen oder AndersglĂ€ubigen verwischt werden. Als Ende des 19. , Anfang des 20. Jahrhunderts eine Kirche fĂŒr einheimische Christen in der Altstadt von Peshawar unter dem Schutz der herrschenden EnglĂ€nder gebaut wurde, wurde die Kirche im Stil einer indischen Moschee gebaut. Ob das nur taktische GrĂŒnde hatte, oder ob eine innere Anpassung gewollt war, lĂ€sst sich nicht mehr nachvollziehen. Weil aber das Bauwerk wie eine werdende Moschee aussah, gab es keinerlei Aufstand in der Bevölkerung bis zur Fertigstellung. Als aber ein Passant beobachtete, dass ein Bauarbeiter ein Kreuz auf der zentralen Kuppe errichtete, hat dieser ihn kurzerhand angeschossen. Diese bleibt die einzige mir bekannte Kirche im indischen Subkontinent, die moscheehafte ZĂŒge trĂ€gt.

 

Die Umma, die “Nation” der Muslime beharrt darauf, ein klares, unterschiedliches Profil als Unterscheidungsmerkmal zu anderen Religionsgemeinschaften beizubehalten. So ist es den Achmedias in Pakistan und den Aleviten in der TĂŒrkei verwehrt, ihre GebetsstĂ€tten “Moschee” zu nennen. Die Moschee (auch Masichib) ist Merkmal des Herrschaftsanspruchs des Islam. Islamforschern ist es schon lĂ€ngst bekannt, dass die Moschee nicht in erster Linie religiösen, sondern gesellschaftlichen Charakter hat. Wo eine Moschee steht, herrscht die islamische Weltordnung. Darum muss die Moschee mit ihrem Minarett sich von anderen religiösen GebĂ€uden unterscheiden. So musste auch das monumentale Bauwerk der Hagia Sophia in Konstantinopel mit Minaretten ausgestattet werden. Nicht nur deswegen, dass der Muezzin die GlĂ€ubigen zum Gebet rufen konnte, sondern auch, um ein Ă€ußeres Zeichen der Dominanz aufzurichten. (Nebenbei bemerkt, ist es kein Wunder, dass ein deutscher evangelischer Bischof  die PlĂ€ne fĂŒr die geplante Kölner Moschee fĂŒr “zu triumphal” bzw. “imperial” hĂ€lt.)

 

 

Christen in islamischen LĂ€ndern leben unter den beiden Vorzeichen der Dominanz und der Duldung. Sie werden von der islamischen Mehrheitsgesellschaft dominiert, sie werden bestenfalls geduldet, oftmals diskriminiert und unterdrĂŒckt. Das macht nicht gerade ein einladendes Bild von der Kirche Jesu Christi bzw. Christenheit in islamischen LĂ€ndern. In der  Tat sind die Kirchen in solchen LĂ€ndern, wo es keine ungebrochene KontinuitĂ€t in der Geschichte von vorislamischen Zeiten her gibt, in der Regel aus Rand- und Außenseitergruppierungen der Gesellschaft entstanden. Hier besteht eine direkte Parallele zur ersten Expansionsbewegung der jungen Kirche unter den Heiden: Was Tazitus als “Abschaum der Menschheit” empfunden hat, ist in einem Land wie Pakistan nicht anders. Christen werden entweder wegen ihres in den Augen der Muslime “minderwertigen” Glaubens oder auch wegen ihrer völkischen Zugehörigkeit gering geschĂ€tzt und auch verachtet.

 

 

Auf diesem Hintergrund ist es leicht zu verstehen, warum die christliche Mission in den islamischen LĂ€ndern sich so schwer tut. Selbst wo ein Mensch die Botschaft von Jesus Christus kennen und schĂ€tzen gelernt und auch diese Denkweise fĂŒr sich selbst ĂŒbernimmt, ist es noch ein großer Schritt, ein weiter Weg, bis er den Glaubenswechsel auch öffentlich vollzieht. Es gibt eine betrĂ€chtliche Zahl von so genannten “heimlichen Christen” in der islamischen Welt, die vielfach Beziehungen zu christlichen Missionaren unterhalten, aber weiterhin in ihren islamischen Familien und VerwandtschaftsbezĂŒgen als Muslime leben. Es gibt auch eine missiologische Debatte darĂŒber, inwiefern man solche Menschen als Christen zĂ€hlen kann. WĂ€hrend die meisten das Merkmal Taufe und auch das öffentliche Bekenntnis zu Jesus Christus verlangen als Ă€ußerliche Kennzeichen der Zugehörigkeit zu Jesus Christus und zu seiner Kirche gibt es andere, die meinen, es sei zu viel verlangt, dass ein Konvertit in manchen LĂ€ndern quasi sein eigenes Todesurteil unterschreibt, in dem er sich taufen lĂ€sst und öffentlich als Christ bekennt. Ein bereits verstorbener Kollege, der unter Paschtunen an der Grenze zu Afghanistan gearbeitete hat, sagte wĂ€hrend seines zweiten Vierjahresaufenthaltes in Pakistan, er könne nur noch KĂŒhlschrĂ€nke und Klimaanlagen reparieren, einen Menschen zum Glauben an Jesus Christus zu fĂŒhren, nur damit er von seinen Verwandten umgebracht wĂŒrde, das könne er nicht! Wie es so oft kommt, flĂŒchtete er sich zunĂ€chst in Akademika. In diesem Falle hatte das segensreiche Auswirkungen: Er untersuchte die Dynamik hinter den Bekehrungen aus dem Islam zum Christentum und stellte fest, dass die, die sich zu Jesus Christus vom Islam bekehrt haben, nicht nur bei vollem Bewusstsein der möglichen Konsequenzen das taten, sondern das auch gerne taten, weil die frohe Botschaft von Jesus Christus sie so ergriffen und ihr Leben so verĂ€ndert hatte. “Christus, der ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn” ist ein Wort, das nicht nur zu Zeiten des Apostels Paulus GĂŒltigkeit hatte!

 

 

An dieser Stelle möchte ich die Geschichte von dem Paschtunen Sia erzĂ€hlen. Ich lernte Sia kennen Mitte der 80er Jahre, als er noch Muslim war. Als Blinder hatte er in Pakistan keine Erwerbsmöglichkeiten. Normalerweise wĂ€re er zum Betteln verurteilt gewesen. Auf irgendeinem Wege hat ein Missionar seine Bekanntschaft gemacht und ihn gefragt, ob er eine Arbeit haben wolle als Sprachinformat fĂŒr die Paschtu-Sprache bei einer Übersetzungsarbeit.  Das bot ihm eine bisher unbekannte UnabhĂ€ngigkeit und es interessierte ihn auch. So arbeitete er jahrelang an einem geheimen Projekt in Peschawar zur Übersetzung des Neuen Testaments in die Paschtu-Sprache. Über seine BeschĂ€ftigung mit den Texten und der sinngetreuen Übertragung in seine Muttersprache wurde er immer mehr von der Botschaft Jesu Christi fasziniert und auch ergriffen. Er wurde glĂ€ubiger Christ und Ă€ußerte den Wunsch, sich taufen zu lassen. Als seine Taufe und der Übertritt zum Christentum und somit sein “Abfall” vom Islam bekannt wurde unter seinen Stammesangehörigen, wurde er entfĂŒhrt. Zuerst wurde er auf bewĂ€hrte Weise windelweich geprĂŒgelt und ĂŒbelst zugerichtet. Von ihm wurde verlangt, dass er dem christlichen Glauben absage und zum Islam zurĂŒckkehre. Er lehnte ab. Er sagte seinen Peinigern, sie könnten ihn noch so schlagen, seinen Jesus werde er nicht verlassen. Wo die Peitsche nicht geholfen hat, versuchten es seine Peiniger mit dem Zuckerbrot: Sie boten ihm ein Landgut an, das in seinen Besitz ĂŒbertragen werden sollte, auf dem er in Ruhe und in WĂŒrde leben könne, die Felder wĂŒrden von den auf dem Gut ansĂ€ssigen Leibeigenen bewirtschaftet, die Tiere versorgt, die ObstbĂ€ume gepflegt und geerntet, er hĂ€tte ein paradiesisches Leben! Auch hier setze sich Siad zur Wehr. Auch wegen Wohlstand oder Reichtum werde er seinen Heiland nicht verleugnen! Wutentbrannt drohten ihm seine EntfĂŒhrer, die Zunge auszuschneiden, wenn er weiterhin so lĂ€stere und zum Islam nicht zurĂŒckkehre. Als Sia auch hier sich dem Druck nicht beugte, haben sie ihre Drohung wahr gemacht. Nachdem sie dem Blinden die Zunge ausgeschnitten hatten, legten sie ihm ein Blatt vor, auf dem er unterschreiben solle, dass er dem Christentum abgesagt und dem Islam wieder angenommen hat. Als er sich immer noch weigerte, brachten sie ihn um. Ja, Konvertiten aus dem islamischen Kontext wissen sehr wohl, worauf sie sich eingelassen haben!

 

Weil der Druck von Familie und Stamm, von Gesellschaft und Staat so groß ist, wird kein Mensch leichtfertig Christ in einem islamischen Land. Zwar gibt es die FĂ€lle, wo ein junger Moslem sich in eine Christin verliebt und im Affekt den Wunsch Ă€ußert, Christ zu werden, damit er das Herz der jungen Frau auch gewinnen könne, aber die FĂ€lle sind selten, und wenn es dazu kommt, dann ist die Konversion nie ernsthaft und schon gar nicht von Dauer. In vielen islamischen LĂ€ndern wird in so einem Fall die junge Christin schlicht entfĂŒhrt, von dem, der sie als Frau haben möchte, vergewaltigt, und somit fertige Tatsachen geschaffen. Das gilt gerade auch fĂŒr LĂ€nder, wo es eine grĂ¶ĂŸere christliche Population gibt und die gesellschaftlichen Grenzen zwischen Muslimen und Christen Begegnungen zwischen den beiden Gruppierungen zulassen, wie etwa in Ägypten oder in Pakistan.

 

Wo es erfolgreiche Mission in islamischen LĂ€ndern gibt, dann betrifft diese in der Regel gesellschaftliche Randgruppierungen, die nichts oder nur wenig zu verlieren haben durch eine Konversion zum christlichen Glauben. Im indischen Subkontinent haben die ehemals Kastenlosen nicht nur ein Selbstbewusstsein gewonnen, wo sie durch die Annahme des christlichen Glaubens begriffen, dass sie Kinder Gottes sind, auch ihr rechtlicher Status in der Gesellschaft hat sich verĂ€ndert. Und das betrifft nicht nur das hinduistische System, sondern ebenfalls die muslimische Gesellschaft des sĂŒdasiatischen Subkontinents. Die zum Christentum Bekehrten galten nicht mehr als “UnglĂ€ubige” (Kafirun), sondern als “Volk des Buches” (Ahal al kitab). Der Islam behandelt ja Juden und Christen anders als Heiden. Als Besitzer eines Buches, das heißt als EmpfĂ€nger der göttlichen Offenbarung haben sie eine gewisse Daseinsberechtigung. Wenn auch ihr Glaube nach islamischem VerstĂ€ndnis irregeleitet, korrumpiert ist, so sollten sie doch nicht zwangsislamisiert werden. Dass es trotzdem dazu gekommen ist im Laufe der Geschichte steht auf einem anderen Blatt und wird gleich nachher zur Sprache gebracht werden.

 

 

An dieser Stelle geht es mir darum, festzuhalten, dass der Islam als nachchristliche Religion bereits alle Sicherungen eingebaut hat, um eine RĂŒckkehr vom Islam zum Christentum oder zum Judentum effektiv zu verhindern. In diesem Sinne ist der Islam nicht nur eine nachchristliche Religion, sie ist eine zutiefst antichristliche Religion. Sie ist eine Religion, die mit dem Anspruch, die Offenbarung des biblischen Gottes zu vollenden. Der Islam ist angetreten mit dem Anspruch, dem wahren Glauben zum Durchbruch zu verhelfen und die biblische Hoffnung auf das Reich Gottes, das bekanntlich eschatologisch gemeint ist, durch die Aufrichtung eines islamischen Weltreiches im Hier und Jetzt.

 

Ob Nordafrika, Maghreb, Maschrek, Persien (Sassanidenreich), Levante, Anatolien, Kleinasien, Bosnien, Zentral- und SĂŒdasien – weil der Islam eine nachchristliche Religion und Gesellschaftsordnung ist, hat der Islam in seinem Ausdehnungsbereich bereits mit dem Christentum abgerechnet. In seinen entscheidenden Expansionsphasen ist der Islam auf militĂ€rischem Wege zur Vorherrschaft gekommen. Zwar gab es auch viele, die aus Überzeugung Muslime geworden sind, darunter wohl das Gros der altkirchlichen HĂ€retiker, die von der Kirche exkommuniziert und verrieben worden waren. Vieles spricht dafĂŒr, dass Mohammed das Christentum gerade in seinen hĂ€retischen und nichtorthodoxen Formen kennen gelernt hat. HĂ€retische christliche Gruppierungen hatten den Schutz der WĂŒste gesucht, wie Paulus vor ihnen, damit der lange Arm der religiösen Justiz sie nicht erreiche. Viele HĂ€retiker, etwa die, die die Gottessohnschaft Jesu leugneten, werden dem neuen “Propheten” Mohammed und seine Botschaft, seine Einstellung zu Jesus als BestĂ€tigung gesehen und ihn gefeiert haben. Es kommt nicht von ungefĂ€hr, dass erst nach der Rezeption der ökumenischen Konzile es zur Ausbreitung des Islam kam, dass sogar ein Angriff auf Byzanz durch Muslime möglich war. Gleichzeitig mit der Ausbreitung des Islam im siebten Jahrhundert hören die innerkirchlichen dogmatischen KĂ€mpfe auf. Der Islam wurde zum sicheren Hafen fĂŒr einen Großteil der HĂ€retiker und Schismatiker und auch inhaltlich zu deren Erbe. Auch in diesem Sinne ist der Islam eine antichristliche Religion. Sie bekĂ€mpft die zentralen Aussagen der Bibel, leugnet den dort aufgezeigten Heilsweg und ersetzt diesen mit einer Werkgerechtigkeit.

 

 

Das Hauptproblem bei der Inkulturation des Evangeliums in der Islamischen Welt ergibt sich also aus der Tatsache, dass der Islam eine NACH-christliche Religion ist, eingepfropft zwar in judeo-christliche Traditionen, aber mit einem völlig anderen “genetischen SchlĂŒssel”. AnknĂŒpfungspunkte gibt es “legion-weise”, leider sind die Gegenargumente schon weitgehend bei der Entstehung des Islam aus der Ratio der Abgrenzung ausformuliert worden.

 

Leider stellt sich die Frage kaum, wie die KIRCHE, bzw. Gemeinden durch eine gesunde Form der Inkulturation in der islamisch geprÀgten Gesellschaft einladend wirken könnte. Beispiele gibt es schon, aber die zeigen selber ihre Grenzen auf:

 

  1. a) Kawwali

In der sufisch geprĂ€gten Frömmigkeit spielen musische Elemente eine bisweilen große Rolle. Ob Derwisch-Tanz oder andere Formen des religiösen Tanzes (z.B. beim Zikr), ob Musik oder Gesang, wie in der Tradition des Kawwali zu Ehren des Propheten – diese Elemente haben alle den Hauch des Unorthodoxen an sich und werden von den RespekttrĂ€gern der Orthodoxie bestenfalls geduldet.

  1. B) Gebetszeiten

 

  1. C) Kirchenbau nach Moschee-vorbild

 

Viele Elemente der islamischen praxis pietatis sind der jĂŒdischen und oder christlichen entnommen:

Gebetszeiten vom monastischen Vorbild

Gebetshaltung mit prostratio

Bilderverbot (Bilderstreit)

Reinheitsgebote

Sitten und Moral

 

 

 

 

  1. Konsequenzen fĂŒr die Missionsmethodik in der islamischen Welt

Randgruppen und Subkulturen (junge Iraner)

Minderheitgesellschaften (Algerien, Marokko, Tunesien, Europa!)

 

 

Raimundus Lullus (katalan. Ramon Llull* 1232 in Palma de Mallorca; + Anfang 1316 auf der Fahrt von Tunis nach Mallorca)

 

Samuel Zwemer

Samuel Zwemer (1867 – 1952) wurde einmal nach seinen Missionsmethoden gefragt: „Dr. Zwemer, welches ist Ihrer Ansicht nach die beste Methode, Muslime mit dem Evangelium Jesu Christi zu erreichen“ Antwort: „Meine Methoden sind dem wirklichen Leben und der tatsĂ€chlichen Praxis abgerungen. Dabei haben wir uns entschieden, niemals den Islam anzugreifen oder die Religion irgendeiner anwesenden Person madig zu machen. Sondern wir haben versucht, den Anspruch Christi positiv zu prĂ€sentieren und die Menschen liebevoll einzuladen, Christus als den Herrn ihres Lebens anzunehmen. Weist sie zu Christus, dem wahren Wort Gottes.“

 

Kenneth Cragg

Kenneth Cragg, einer der bedeutenden VĂ€ter des Christlich-Islamischen Dialogs, stellt fest: „dass es eine christliche Verpflichtung gegenĂŒber dem Islam gibt, die unabhĂ€ngig davon ist, wie Muslime darauf reagieren. Mission ist im Wesen Christi und im Wesen des Evangeliums verwurzelt und erhĂ€lt seine Bedeutung durch die Haltung des Islam, der Christus nicht erkennt, wie er in Wirklichkeit ist. Da [aber] Christus ist, der er wirklich ist, muss er in aller Klarheit verkĂŒndigt werden. Da der Islam ist, was er ist, ist dieses Muss unwiderstehlich. Wo immer ĂŒber die Person Christi MissverstĂ€ndnisse vorherrschen, steht ein durchdringendes Zeugnis auf der Tagesordnung. Wo immer die Herrlichkeit des Kreuzes verdunkelt wird, gilt es den Schleier zu entfernen. Wo immer Menschen Gott in Christus verpasst haben, muss er ihnen aufs Neue gebracht werden.“

 

 

Erzbischof Dr. Josiah Fearon aus Kaduna, Nigeria, der aus einer wirklichen Leidenssituation heraus kommt, sagte am 2. Advent 2003 in einer Predigt in Baiersbronn: „Wir haben als Christen gar keine andere Wahl, als die Muslime zu lieben und ihnen das Evangelium zu verkĂŒndigen. Wenn ihr aber diesbezĂŒglich in Deutschland das Evangelium verschweigt an den Muslimen schuldig werdet, werden Sie euch eines Tag zum Gericht werden

 

[1]Aktuell gab es ein ErklĂ€rung nordamerikanischer Evangelikale zum Thema Evangelium und Kultur vom…

[2] Der Begriff wurde vor allem von Georg Vicedom im Umfeld der Weltmissions- konferenz von 1952 in Willingen verbreitet.

[3] Mission und Evangelisation, Prof. Dr. Eberhard JĂŒngel, Tagung der 9. Synode der EKD

  1. – 12. November 1999, Leipzig.

 

[4] Ob nach sunnitischer Tradition am 12. Rabi‘ al‑Awwal (571 war das der 25. April) oder nach den Schiiten am 17. Rabi‘ al‑Awwal 52 v.d.H. das wĂ€re der 30. April 571 n.Chr. – in nichtislamischen Quellen findet man manchmal das Datum 20. April 571 – es lĂ€sst sich nur festsellen, dass das genaue Geburtsdatum unbekannt ist.

[5] u.a. Adam und Noah als Prophetengestalten, die Vertauschung der Isaak/Ismail-Gestalt bis hin zu Jesus als letzter Prophet vor Mohammed

[6]  So meinen Muslime im allgemeinen, dass die TrinitĂ€t aus einem Vatergott, einer Muttergott (Maria) und einem Gottessohn bestĂŒnde. Freilich hat die altkirchliche Lehre von der “Gott-gebĂ€rerin” (theotokos) MissverstĂ€ndnisse in dieser Richtung erleichtert – aber es ist bezeichnend, dass im Islam der Bezug zum heiligen Geist vollkommen fehlt.

[7] Unter den modernen Islamisten vielleicht der Mahdi, der den Aufstand gegen die EnglĂ€nder im Sudan geprobt hat, oder Osama bin Laden, aus bekannten GrĂŒnden.

[8] Wenn das “Haus des Friedens” sein soll, dann im nur im Sinne eines durch Unterwerfung “befriedetes” Gebiet – wie im Sinne der pax romana.

[9]So im vermeintlich “modernen” Irak, wo es immer noch ein Tauziehen um die politische Macht zwischen den StĂ€mmen – nicht nur Völkern (!) gibt.

[10] “kisi keh kushtah nashud az qabilah manest”.

[11] Der Patriarch der russisch orthodoxen Kirche spricht von einer „Symphonie“ von Kirche und Staat.

[12] Man denke nur an die pornographisch anmutende Kunst des mittelalterlichen Persiens.

[13]  Um1850 befindet sich der Mahdi im Sudan im Aufstand gegen die Briten. Kolonialismus und Macht des Westens sind die Auslöser fĂŒr die DemĂŒtigung, die zur radikalen Form des Islamismus gefĂŒhrt hat.

Intensivkurs Islam – Der Islam in Deutschland

Screencasts/PrÀsentationen

hier nun der abgeschlossene Kurs. Eine Fortsetzung der Thematik des letzten Abends gibt es bei der TĂŒbinger Hofacker Abendbibelschule im Primus TrĂŒber Haus, Derendingen, vom 15-19.2.2016 jeweils um 20h.

Die farbigen Texte sind Links zu den PrĂ€sentationen, die in einem neuen Fenster geöffnet werden. Sie können in diesem Fenster auf die Audiodatei klicken um den Vortrag zu hören und dann gleichzeitig im anderen Fenster mit den >vorwĂ€rts> und <rĂŒckwĂ€rts< Pfeilen durch die PrĂ€sentation klicken.

Die fĂŒnf Abende der Hofacker Abendbibelschule im November „Bibel und Koran – zwei BĂŒcher, zwei Botschaften“ können sie hier hören.

1) 13.10.2015: Der Islam, die Muslime bei uns. – Eine Bestandsaufnahme

2) 20.10.2015:  Worauf berufen sich Muslime in ihrer Unterschiedlichkeit?

3) 27.10.2015: Der Koran und seine Auslegung im Islam. Herkunft, Intensivkurs Islam 7aWirkungsgeschichte und Interpretation.

4) 03.11.2015 Die Überlieferungen und die Mohammedtradition

(die erste HĂ€lfte bis zu Pause war wegen technischer Probleme ohne Folien)

5) 17.11.2015 Der real in Deutschland existierende Islam 1: Die Konservativen (Islam und Islamismus – eine treffende Unterscheidung?)

6) 24.11.2015 Der real in Deutschland existierende Islam 2: Die „Moderaten“/Traditionalisten“

Hier der Link zum Vortrag von Johannes Gerloff:

7a) 01.12.2015 Der Real in Deutschland existierende Islam 3: „Die Modernen“/die Liberalen erster Teil (Link: Intensivkurs Islam 7a)

7b)  Der Real in Deutschland existierende Islam 3: „Die Modernen“/die Liberalen zweiter Teil (Link: Necla Kelek Teil 1)

8a) Der Real in Deutschland existierende Islam 3 Fortsetzung

(Link: Necla Kelek Himmelsreise Teil 2)

8b) Liebevoll Profil zeigen. Ein Beitrag zu Klarheit und guter Nachbarschaft mit den Muslimen unter uns (hierfĂŒr ist keine Audiodatei vorhanden – die Aufnahme nach der Pause war korrupt)

9) Gibt es eine „ethische Wertegemeinschaft“ mit Muslimen in Deutschland?

10) Wie kann ich meinen Glauben Muslimen gegenĂŒber bezeugen?

Lieteraturempfehlung fĂŒr das aktuell laufende Gemeindeakademie-Seminar zum Thema „Der Islam in Deutschland“

Der Islam in Deutschland

Literaturempfehlungen (zum Islam allgemein s. ausfĂŒhrlichere Literaturliste)

 

 

Monographien:

 

Irion, Christoph. Wer hat Angst vor dem Islam? 1. Aufl. Holzgerlingen: SCM HĂ€nssler, 2015.

Kandel, Johannes. Islamismus in Deutschland: Zwischen Panikmache und NaivitÀt. 1. Aufl. Verlag Herder, 2011.

Kelek, Necla. Himmelsreise: Mein Streit mit den WĂ€chtern des Islam. MĂŒnchen: Goldmann Verlag, 2011.

Mehmet, Özay. Fundamentalismus und Nationalstaat. Hamburg: EuropĂ€ische Verlagsanstalt, 1994.

Schirrmacher, Christine. Politischer Islam und Demokratie. 1. Aufl. Holzgerlingen: SCM HĂ€nssler, 2015.

Spuler-Stegemann, Ursula. Feindbild Christentum im Islam: Eine Bestandsaufnahme. 3. Aufl. Freiburg im Breisgau: Herder Freiburg, 2004. (Bes. S. 173 ff.)

———. Muslime in Deutschland: Fakten und HintergrĂŒnden. neue Aufl. Freiburg im Breisgau: Verlag Herder, 2015. (erscheint demnĂ€chst! Die ursprĂŒngliche Ausgabe von 2002 ist wichtig und interessant, aber inzwischen lt. Verfasserin ĂŒberholt)

 

Quellen im Internet:

„AkgĂŒn: ‚Islam und LiberalitĂ€t passen zusammen‘“. Zugegriffen 9. August 2013. http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft.html?&news[action]=detail&news[id]=6927.

Altenbockum, Jasper von. „‚Harte Bretter‘ Die hohlen Islam-Phrasen“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. Januar 2015. http://www.faz.net/aktuell/politik/harte-bretter/harte-bretter-die-hohlen-islam-phrasen-13372376.html.

„Angriffe auf Moscheen in Deutschland nehmen zu – Zahlen und Fakten zu Anfrage der LINKE-Bundestagsfraktion im Bundestag in GĂ€nze“. Zugegriffen 26. Juli 2012. http://islam.de/20791.php.

„Attacke auf Zeitungsleser Meine zerrissene Mohammed-Karikatur“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. Januar 2015. http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/zeitungsleser-attackiert-wegen-mohammed-karikatur-auf-titelblatt-13373877.html.

„Bayern – KopftĂŒcher sollen verboten bleiben, Habits weiter erlaubt – MiGAZIN“. Zugegriffen 19. MĂ€rz 2015. http://www.migazin.de/2015/03/18/bayern-kopftuecher-sollen-verboten-bleiben-habbits-weiter-erlaubt/.

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„Hamburg: Aus Kirche wird Moschee – mit Hilfe aus Kuwait“. DTJ ONLINE. Zugegriffen 1. September 2015. http://dtj-online.de/hamburg-aus-kirche-wird-moschee-mit-hilfe-aus-kuwait-59990.

„Hamed Abdel-Samad: ‚Frau Merkel, Sie irren!‘ | blu-News“. Zugegriffen 19. Januar 2015. http://www.blu-news.org/2015/01/15/hamed-abdel-samad-frau-merkle-sie-irren/.

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„Kisslers Konter: Das Kopftuch-Urteil ist falsch – und wird den Schulfrieden brechen – Kisslers Konter – Cicero exklusiv“. FOCUS Online. Zugegriffen 19. MĂ€rz 2015. http://www.focus.de/politik/deutschland/kisslers-konter/kisslers-konter-das-kopftuchurteil-ist-falsch-und-wird-den-schulfrieden-brechen_id_4551004.html.

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Europa und die Religionsfreiheit – was kommt auf uns zu? 

Der Umbruch ist vorprogrammiert

Europa wird in den nĂ€chsten 40 Jahren einen Umbruch erleben, der seinesgleichen sucht. „Europa schafft sich ab“ – nicht nur Deutschland – und zwar lĂ€sst sich das rein rechnerisch erhĂ€rten: Stetig abnehmende Geburtsstatistiken von derzeit 1,3 % in Deutschland bis 1,1 % in Spanien und Italien sagen bereits alles: aus zwei mach eins
 in jeder Generation seit der Geschlechtsrevolution der sechziger Jahre halbiert sich die kĂŒnftige Generation. Das hat bereits vor ĂŒber zehn Jahren zu der alarmierenden Erkenntnis gefĂŒhrt, dass in Deutschland die Kassen nicht in der Lage sein werden die Rente der Arbeitnehmer, die monatlich treu einzahlen, zu bezahlen. Die „Familienplanung“ hat nur an den Augenblick des Individuums und nicht an die Zukunft der Gesellschaft gedacht. Das Statistische Bundesamt hat schon 2007 errechnet, dass bis zum Jahr 2052 die deutschstĂ€mmigen in Deutschland eine Minderheit sein und Muslime die Mehrheit bilden werden. Das ist eine ganz nĂŒchterne mathematische Hochrechnung: die Bundesrepublik Deutschland – wie viele anderen LĂ€nder in Europa – wird auf die Zuwanderung von jĂ€hrlich hunderten von tausenden angewiesen sein, damit die Volkswirtschaft nicht kollabiert. Die angrenzenden islamischen LĂ€nder mit 70 % der Bevölkerung unter 30 Jahren werden die benötigten Zuwanderer liefern. Das ist allen Verantwortlichen im Bereich der Politik und Wirtschaft bekannt. Sie sehen dazu keine Alternative. Wie wird es nun mit Europa weitergehen, wenn eine fĂŒr europĂ€ische VerhĂ€ltnisse vollkommen neue Kultur und Religion anfĂ€ngt, AnsprĂŒche zu stellen? Die ersten Erfahrungen damit haben wir bereits gemacht. AußereuropĂ€ische Soziologen sagen schon lĂ€nger: Europa hat sich aufgegeben.

Die Herausforderungen fĂŒr Europa: Laizismus und Islam

Das ist aber nur die eine HĂ€lfte unseres Problems. Die andere ist, dass die laizistischen Tendenzen in der europĂ€ischen Gesetzgebung dahin gehen, dass die religiösen Anschauungen und Empfindungen vor allem von bibeltreuen Christen nicht nur als nicht SchĂŒtzens wĂŒrdig, sondern als fĂŒr die Gesellschaft „gefĂ€hrlich“  angesehen werden. Eine ablehnende Haltung zu einem rein „wissenschaftlichen“ Weltbild etwa, ohne Schöpfer und ohne Richter der Welt, oder zur homophilen Lebensweise wird als „Gefahr“ fĂŒr die aufgeklĂ€rte europĂ€ische Gesellschaft gesehen. Wie der Fall Åke Green in Schweden und die diversen VorstĂ¶ĂŸe gegen „Hasspredigt“ in Europa zeigen, ist es jetzt schon möglich einen Prediger zu einer Haftstrafe zu verurteilen, nur weil er eine bestimmte – inzwischen gesellschaftlich akzeptierte – Handlungsweise nach den Vorgaben der Bibel SĂŒnde nennt. Vermehrt erheben sich die Stimmen, dass Kinder vor „homophoben“ und „kreationistischen“ EinflĂŒssen geschĂŒtzt werden mĂŒssen.

Die Religionsfreiheit muss geschĂŒtzt werden

In Europa haben wir noch Religionsfreiheit – vielleicht grĂ¶ĂŸere Freiheit in der AusĂŒbung unseres Glaubens als sonst wo auf dieser Welt. Gerade der Fall Åke Green zeigt, dass die Gerichte noch funktionieren: Er wurde in höchstrichterlicher Instanz nach Berufung und Vertretung durch ein internationales Team von AnwĂ€lten am Ende doch noch freigesprochen. Noch gibt es immer wieder FĂ€lle, in denen der EuropĂ€ische Gerichtshof fĂŒr Menschenrechte (ECHR) gegen Unrecht in einzelnen LĂ€ndern bei VerstĂ¶ĂŸen gegen die Religionsfreiheit seine Urteile fĂ€llt. So auch 2010 wieder zum Schutz einer Gemeinde von Gehörlosen Zeugen Jehovas in Tscheljabinsk oder der Heilsarmee in Moskau.

Religionsfreiheit ist ein zutiefst europĂ€isches Gut und muss geschĂŒtzt werden. Die Religionsfreiheit ist „die Mutter aller Menschenrechte“. Es ist unserem Judeo-christlichen Erbe zu verdanken, dass wir Religionsfreiheit ĂŒberhaupt genießen. In anderen LĂ€ndern und geographischen Gebieten, die von einer anderen Religion geprĂ€gt sind, gibt es dieses Konzept der Religionsfreiheit nicht – auch nicht der allgemeinen Menschenrechte. Der Gott der Bibel hat von Anfang an auf freiwillige Zuwendung der Menschen gesetzt. Das ganze Alte Testament ist eine Geschichte von Gottes Ringen um die Liebe und Treue seines Volkes! Gott will Zuwendung, nicht blinden Gehorsam auf Grund eines Zwanges wie das etwa der Islam vorgibt durch das Gesetz gegen den „Abfall vom Islam“.

Die Ausbreitung der christlichen Botschaft im Mittelalter auf die europĂ€ischen Völker und die Etablierung der christlichen Kirchen haben dazu beigetragen, dass die im christlichen Glauben verankerten Werte der unantastbaren WĂŒrde eines jeden Menschen und seines Gedankengutes, auch seines Rechtes auf freie MeinungsĂ€ußerung, in der Kultur des Westens allgemeine Anerkennung gefunden haben. All das ist nicht zu denken ohne die christlichen Werte, die sie hervorgebracht haben. Religionsfreiheit ist ein abendlĂ€ndisches Exportgut geworden, das allerdings nicht ĂŒberall auf der Welt geschĂ€tzt wird. So ist gegenwĂ€rtig in Indien eine Radikalisierung in der Hindutva-Bewegung zu verzeichnen. 2010 sollte im buddhistischen Königreich Bhutan entschieden sein, ob eine (!) christliche Organisation grundsĂ€tzlich registriert werden kann. Mehr als 25 Jahre nach der Verabschiedung der Islamischen Menschenrechtsdeklaration gibt es in den Mitgliedsstaaten der islamischen Welt immer noch keine Garantie der Religionsfreiheit, d.h. auch des Grundrechtes, seine Religion selbst zu wĂ€hlen oder zu Ă€ndern.

Laizismus und Islam sind eine Gefahr fĂŒr die Religionsfreiheit

Als Herausgeber der AKREF Nachrichten und Gebetsanliegen  beschĂ€ftigen mich in der Regel Meldungen aus nicht europĂ€ischen LĂ€ndern. Im Vergleich zu vielen LĂ€ndern der Welt haben wir nahezu traumhafte Bedingungen, in Europa unseren Glauben in unserem Alltag zu leben, im gelebten Leben umzusetzen. Das sind Rechte, die wir bei weitem nicht genĂŒgend ausschöpfen! Diese Rechte sind in den allgemeinen Menschenrechten und somit im Grundgesetz der europĂ€ischen LĂ€nder und der noch im Werden befindlichen europĂ€ischen Verfassung garantiert. Und dennoch lĂ€sst sich nicht bestreiten, dass das “Klima” in Europa, was die Religion im Allgemeinen und die Religionsfreiheit im Einzelnen betrifft, sich verĂ€ndert und dabei rauer geworden ist. Die Meldungen aus Europa werden immer mehr.

Es sind vielfach atmosphĂ€rische Dinge, die uns im Blick auf diesen Sachverhalt beunruhigen, ja Sorgen machen. Hat man sich daran gewöhnen mĂŒssen, dass aufgrund der Presse- und Meinungsfreiheit christliche Werte und GlaubensgefĂŒhle verhöhnt, bespottet, mit FĂŒĂŸen getreten werden, so merken wir jetzt, im kulturell und religiös aufgemischten Europa es AnhĂ€nger einer anderen Religion gibt, die in keiner Weise bereit sind, solche HĂ€me im Blick auf ihre religiöse IdentitĂ€t in christlicher Manier zu dulden. Im Gegenteil, ein bestimmter FlĂŒgel der in Europa lebenden Muslime testet die GrundsĂ€tze der Religionsfreiheit auf ihre Belastbarkeit und fordern lautstark ihre „Rechte“, wie sie sie sehen, gegen bestehendes, geltendes Recht ein. Das kann zur Gefahr fĂŒr die Religionsfreiheit ĂŒberhaupt werden!

Nehmen wir beispielsweise das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Januar 2002 zum Thema SchĂ€chten ohne BetĂ€ubung, so wurden die entsprechenden Gesetze zu Tierschutz als nachrangig zum Grundrecht der Religionsfreiheit gedeutet, obwohl es höchst umstritten ist, ob ein BetĂ€ubungsverbot aus den entsprechenden Rechtstexten des Islam abgeleitet werden kann und höchst fraglich ist, ob wir in Europa den Rahmen bieten können – oder wollen – in dem ein Scharia konformer Islam praktiziert werden kann. Nicht umsonst wird immer wieder nachgefragt, ob diese Form des Islam kompatibel zum Grundgesetz ist. Die bevorzugte Behandlung des Prinzips der Religionsfreiheit kann einen auf der einen Seite Mut machen, dass die Prinzipien der Religionsfreiheit hoch gehalten werden. Auf der anderen Seite wird erkennbar – dass unsere EuropĂ€ische Rechtsprechung an ihre Grenzen gebracht wird.

Der Versuch, den Islam zu manipulieren

Was kommt auch jetzt auf uns zu mit dem staatlichen Bestreben, durch die GrĂŒndung von sĂ€kular konzipierten islamischen FakultĂ€ten an deutschen UniversitĂ€ten einen „Euroislam“ zu erzeugen? Es ist der erklĂ€rte Wille der Parteien wie der Regierungen von Bund und LĂ€ndern, durch eine gezielte Auswahl der LehrkrĂ€fte und durch die Festlegung eines akzeptablen Kurrikulums den Glauben der hier lebenden Muslime zu verĂ€ndern! SelbstverstĂ€ndlich wĂŒrde ich mir wĂŒnschen, dass die GlĂ€ubigen sich radikal von manchen Vorstellungen und Aussagen der geltenden islamischen Jurisprudenz und Rechtsprechung distanzierten. Es ist aber eine ebenso radikale Verletzungen der Religionsfreiheit, Menschen eine ihnen fremde Art und Weise zu glauben aufzuzwingen. Die VerĂ€nderungen im Islam mĂŒssen von innen heraus kommen. Das wird meines Erachtens nur geschehen, wenn moderne Muslime selber Empörung und EntrĂŒstung ĂŒber manche Vorstellungen ihrer Glaubensgenossen empfinden und den Mut zum öffentlichen Protest aufbringen. Ich bin ein AnhĂ€nger der Kleist’schen Vorstellung, dass zwei FĂŒĂŸe reichen, um ins Straucheln zu geraten. Wir mĂŒssen nicht und dĂŒrfen nicht nachhelfen! Wir blicken gespannt auf die in Umbruch befindliche arabische Welt und hoffen und beten, dass der Islamismus nicht den Sieg davon trĂ€gt


Wie steht es um Europa heute hinsichtlich der Glaubens- und Religionsfreiheit?

Die Anti-Sekten Gesetzgebung Frankreichs der letzten Jahre macht es religiösen Minderheiten zunehmend schwerer, frei zu fungieren. In Belgien wird der CVJM vom Verfassungsschutz ĂŒberwacht. Eine Gruppe von jungen Nordamerikanern, die in Belgien Straßenevangelisation betrieben, wurde kurzerhand ohne Verfahren deportiert. In England verlor eine koptische Christin ihre Anstellung als Stewardesse, weil sie darauf bestand, ein kleines Kreuz um den Hals zu tragen (obwohl Sikhs bei der Polizei den silbernen Armreif und den Turban als Zeichen Ihrer Religionszugehörigkeit im Dienst tragen dĂŒrfen). Spanien ist unter der gegenwĂ€rtigen Regierung einen großen Schritt in Richtung Laizismus gerĂŒckt. DemgegenĂŒber ist eine landesweite Bewegung (Hatze oir) zum Schutz der Rechte katholischer Christen gegrĂŒndet worden. In Österreich hat der Wiener Kardinal darauf hingewiesen, dass wir als Christen in der modernen Gesellschaft zu einer Minderheit geworden sind, die kreativ wirken soll und Bereitschaft zum Martyrium nötig hat. Als glĂ€ubige Christen sind wir eine Minderheit, eine Minderheit, die auch zum Leidenszeugnis fĂŒr Jesus Christus kĂŒnftig auch in Europa bereit sein muss.

Konservativ-christliche Positionen an den Pranger gestellt 

Nachdem der private Sender RTL im Herbst 2008 einen Themenabend den angeblichen “Evangelikalen” gewidmet hat, zog kurz danach 3sat mit einem ganzen Thementag zum Thema “Religiöser Extremismus” nach. Fazit beider Sendungsreihen sollte sein, dass der Glaube, wenn der Mensch ihn ernst nimmt, gefĂ€hrlich sei. Inzwischen haben SAT1 und ARD/ZDF (zuletzt Panorama21) mit Ă€hnlich verunglimpfenden Sendungen nachgezogen. Im April letzten Jahres haben die beiden ARD-Journalisten Oda Lambrecht und Christian Baars, in ihrem Buch „Mission Gottesreich – Fundamentalistische Christen in Deutschland“ evangelikale Christen aufs heftigste kritisiert, verunglimpft und als Gefahr fĂŒr die Gesellschaft dargestellt.

Konservative Christen, ob katholisch, orthodox oder evangelisch-evangelikal haben nur das Anliegen, das althergebrachte Gut zu “konservieren”, zu bewahren. Sie werden aber neuerdings beschimpft als Neo-Konservative, Neo-Evangelikale und Neo-Charismatiker, als ob das Neo– eine AffinitĂ€t zum Faschistischen nachweise. Konservative, ob Katholik, orthodox oder evangelisch-evangelikal, fĂŒhlen sich zunehmend in dieser Welt missverstanden und mutwillig falsch dargestellt. Sie werden immer mehr fĂŒr borniert, hasserfĂŒllt, machtlĂŒstern und kriegerisch in den Medien dargestellt. Und das nicht nur in eher skurril anmutenden FĂ€llen wie der eingangs erwĂ€hnte Fall in Moskau, wo der Heilsarmee die Betriebserlaubnis entzogen wurde, weil sie eine „militaristische Organisation” sei. Speziell die Evangelikalen werden als politische Macht dargestellt, die „mit ihren Dollars die Kriegsmaschinerie fördert und militĂ€risch verstandene KreuzzĂŒge veranstalte”. Konservative Christen, die den Modernismus und speziell den Postmodernismus fĂŒr eine Verfehlung halten, werden generell als suspekt betrachtet. Die ehemalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hat gesagt, dass sie es nicht  fĂŒr notwendig hĂ€lt, mehr Religionsfreiheit einzurĂ€umen, sondern eher die Gesellschaft „vor extremen religiösen Formen zu schĂŒtzen“.

Ausblick

Toleranz wird in Europa zunehmend nicht mehr als Gewissensfreiheit in religiösen Überzeugungen verstanden, sondern als fortschreitende Loslösung von religiösen Normen auf der einen Seite und auf der anderen als ein Verbot von „zwanghaften“ religiösen Elementen, um vor dem religiösen Extremismus zu schĂŒtzen. Im Namen der „Toleranz“ wird religiöse AktivitĂ€t eingeschrĂ€nkt und das Recht auf freie MeinungsĂ€ußerung ausgehöhlt. Die Regierungen Westeuropas scheinen den Weg eingeschlagen zu haben, im Namen der „Gleichbehandlung“ die Rechte von Christen im gleichen Maße wie Freiheiten von religiösen Extremisten aus StaatssicherheitsgrĂŒnden zu beschneiden. Wo der extremistische Islam kritisiert wird, ist man im Geiste der „politisch korrekten Sprache“ bemĂŒht, konservative Formen des christlichen Glaubens mit zu verurteilen. So etwa der ehemalige GeneralsekretĂ€r des ÖRK Prof. Konrad Reiser auf dem deutschen Pfarrertag in Kiel, der die „Gefahr von christlichen Fundamentalisten mindestens so hoch“ einschĂ€tzt, wie die von islamistischen Fundamentalisten. Will man sich bei uns in Deutschland und Europa beim geringsten gemeinsamen Nenner, was Religion angeht, treffen?

Bei allem, was uns Sorge bereitet, dĂŒrfen wir wissen: unser Herr sitzt im Regiment! Er wird seine Kirche und diese Welt zum Ziel bringen. Oder mit dem dritten BundesprĂ€sidenten zu sprechen: „Wir wissen nicht was kommt, aber wir wissen wer kommt!“

 

(Dieser Artikel wurde veröffentlicht in: Gemeinschaft, Das Magazin fĂŒr Gemeinschaften, Hauskreise, Gemeinden und Kleingruppen Nr 08/09 2011 S.4ff)

“Sie werden euch hassen!” – Christenverfolgung weltweit nimmt zu

von Pfr. Dr. Paul C. Murdoch

Dass Jesus mit seiner Botschaft auf Ablehnung stoßen wĂŒrde, war ihm bewusst. Seine JĂŒnger warnte er: “Ich sende euch wie Schafe unter die Wölfe, darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben”. Er sagte ihnen weiter “sie werden euch hassen”.  Seien wir uns darĂŒber im Klaren: Auch wenn es eine Vielzahl von ErklĂ€rungen fĂŒr das PhĂ€nomen der Christenverfolgung gibt – Christen werden aus einem Grunde in Wirklichkeit verfolgt. Sie werden verfolgt, weil die Botschaft, die sie bringen, bestehende Strukturen in dieser Welt verĂ€ndern will. Diese VerĂ€nderung ist eine Bedrohung fĂŒr die MĂ€chte, die regieren. Nicht die Menschen, die sich Christen nennen, sind das Objekt des Hasses, sondern die Botschaft, die sie vertreten und verbreiten. Je mehr sich diese Botschaft verbreitet, desto grĂ¶ĂŸer ist der Widerstand. Das erklĂ€rt, warum nicht missionierende Kirchen eher in Ruhe gelassen werden. Es erklĂ€rt ferner, warum die Christenverfolgung stetig zugenommen hat bis in unsere Tage hinein. Das zwanzigste Jahrhundert allein brachte mehr an Opfern von Christenverfolgung als alle neunzehn Jahrhunderte zuvor.

Nicht jeder verfolgte Christ ist ein MĂ€rtyrer im Sinne von Blutzeugen. Als geringsten gemeinsamen Nenner fĂŒr alle Definitionen, die fĂŒr “verfolgte Christen” verwendet werden, nenne ich folgende: Ein verfolgter Christ ist einer, der nicht verfolgt wĂŒrde, wenn er den Namen “Christ” nicht trĂŒge. Dabei dĂŒrfen wir nicht verkennen, dass es in der Regel einen vordergrĂŒndigen Anlass fĂŒr die Christenverfolgung gibt, der es scheinen lĂ€sst, dieser Christ wĂŒrde aus anderen GrĂŒnden verfolgt werden als aus GlaubengrĂŒnden. In den allerseltensten FĂ€llen wird Aggression direkt mit einer Christusfeindlichkeit begrĂŒndet.

Verfolgungssituationen entstehen nicht spontan. Es ist immer eine Entwicklung zu erkennen, die zur Verfolgung fĂŒhrt. Werden Christen in ihrer Andersartigkeit zunĂ€chst toleriert, fĂŒhren Argwohn oder auch bewusste Ablehnung der Glaubensinhalte oder Lebensweise der Christen zu einer Art Duldung, die negativ besetzt ist. In diesem Klima entsteht in erster Linie Desinformation, die die öffentliche Meinung gegen Christen anheizt – wie wir es im Rahmen von Christival in Bremen, der Pro Reli Initiative in Berlin, “Q-Rage”, dem Marburger Seelsorge- Psychotherapiekongress sowie in diversen Fernsehreportagen und dem neu erschienen Buch “Mission Gottesreich” aktuell erleben. Erst auf Grund gezielter Desinformation entsteht ein Klima, in dem Diskriminierung und UnterdrĂŒckung fĂŒr “normal” angesehen werden. Gezielte und systematische Verfolgung wird von einer Gesellschaft erst praktiziert oder geduldet, wenn entsprechende Feindbilder aufgebaut und diskriminatorische Praktiken sich etabliert haben. Die Dynamik der Verfolgung kennt also folgende Stadien, die fließende Grenzen haben und teilweise auch parallel laufen:

Toleranz 

  Duldung 

  Desinformation 

  Diskriminierung 

  UnterdrĂŒckung 

  Pogrom artige Ausschreitungen 

  gezielte Verfolgung 

  systematische Verfolgung 

Es sind drei Umgebungen, in denen die UnterdrĂŒckung und Verfolgung von Christen in grĂ¶ĂŸerem Maße vorkommt:

A. ausgesprochen religiös begrĂŒndete Verfolgung

B. Verfolgung durch totalitÀre Staaten/Despoten

C: Verfolgung durch korrupte Systeme

Die Stufen der Verfolgung und die Bereiche, in der die Verfolgung vorkommt, möchte ich anhand von einigen wenigen Fallbeispielen verdeutlichen. Die Liste der LĂ€nder und der Formen der Verfolgung/UnterdrĂŒckung ließe sich beliebig erweitern.

 

A. ausgesprochen religiös begrĂŒndete Verfolgung

Indien

Eine seit dem von Hindutva-Aktivisten verĂŒbten Mord and Missionar Staines und seine Söhne nicht mehr gebrochene Kette von gewalttĂ€tigen Übergriffen gegen Christen erreichte ihren vorlĂ€ufigen Höhepunkt im September 2008, als im Bundesstaat Orissa 50.000 Christen aus ihren HĂ€usern und Dörfern vertrieben wurden. Zirka 200 von Ihnen wurden kaltblutig ermordet, Frauen und Kinder in ihren HĂŒtten und HĂ€usern verbrannt. Wenige haben bislang in ihre Dörfer zurĂŒckkehren können und leben noch in FlĂŒchtlingslagern. Hoffentlich entspannt sich die Lage jetzt nach den Wahlen in Indien. Die Übergriffe sind in ihrer BrutalitĂ€t und Grausamkeit bewusst als Warnung an die christliche Bevölkerung, den status quo des hinduistischen Systems nicht zu stören.

TĂŒrkei

Weil das “TĂŒrkentum” auch am Islam festgemacht wird, werden andere Ethnien – oder auch Gruppen tĂŒrkischer Abstammung anderer Religionszugehörigkeit – an den Rand der Gesellschaft,  oder auch ĂŒber denselben hinaus gedrĂ€ngt. Vor weniger als 100 Jahren hatte die TĂŒrkei mehr als 20% Christen in der Bevölkerung, darunter griechisch orthodoxe, syrisch orthodoxe und armenisch orthodoxe Christen. Heute sind es weniger als 0,2%. Hier sind die Stufen 6. – Pogrom artige Ausschreitungen, 7. – gezielte Verfolgung, und 8. – systematische Verfolgung voll implementiert gewesen. Heute sind es die Stufen 2 – 6, mit denen die in der TĂŒrkei verbleibende winzige Minderheit zu tun hat. ZuverlĂ€ssige Zahlen ĂŒber “heimliche Christen” – vor allem unter den Aleviten, die ebenfalls unterdrĂŒckt werden, kann es naturgemĂ€ĂŸ nicht geben.

In der Zeit vor und nach den Morden an drei Christen in Malatya im April 2007 gab es verstĂ€rkt Desinformation und Propaganda gegen Christen in den tĂŒrkischen Medien. Katholische Priester sind mehrfach ĂŒberfallen worden. Der armenisch-tĂŒrkische Publizist Hrant Dink war Anfang 2007 von einem jungen Ultranationalisten ermordet worden. Unbekannte haben am 4. November 2006 im Westen der TĂŒrkei eine protestantische Kirche mit BrandsĂ€tzen angegriffen. Monate lang wurden die Protestanten in Odemis,100 Kilometer von Izmir  von Unbekannten schikaniert.  Trotz wiederholter Anzeigen durch den Pastor, unternahm die Polizei nichts. Erst nach den jĂŒngsten Angriffen untersucht sie mit einer Antiterroreinheit den Vorfall.

Pakistan

In Pakistan kommt es regelmĂ€ĂŸig zu Übergriffen gegen Christen. Christen wegen “BlasphĂ€mie”, worauf die Todesstrafe steht – auch wenn sie noch nicht angewandt wurde -, an zu zeigen ist ein probates Mittel diese schutzlosen Menschen empfindlich zu treffen. Oft nehmen Muslime die Dinge aber auch selbst in die Hand. EntfĂŒhrungen, Vergewaltigungen und Zwangsbekehrungen von Frauen sind – wie in Ägypten auch – eine stĂ€ndige Gefahr fĂŒr junge Christinnen. Vor Ostern  ist ein christlicher Journalist mit seiner Familie untergetaucht, weil er Todesdrohungen extremistischer Muslime erhalten hat. Der 43-jĂ€hrige George Masih hatte sich im vorigen Jahr in mehreren Artikeln in der Zeitung Aaj Kal (“heutzutage”, Lahore) fĂŒr mehr Demokratie ausgesprochen. Daraufhin erhielt er Drohbriefe von der islamischen Organisation Tanzeem. Wenn er und seine Familie nicht Muslime wĂŒrden, mĂŒsse er mit „schlimmen Folgen“ rechnen. Seit neuestem mĂŒssen Christen in von den Taliban kontrollieren Gebieten die islamische Kopfsteuer fĂŒr Christen entrichten.

Indonesien

Selbst in diesem sonst eher besonnenen Vielvölkerstaat und zahlenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸten islamischen Staat der Welt kommt es immer wieder zu religiös motiviertem Hass gegen Christen mit grausamen Folgen. Die Brandschatzung von 400 Kirchen und zahllosen Dörfern in einem Monat auf den Molukken mit Hunderten von Toten, die grausame Köpfung dreier Teenager-MĂ€dchen auf Poso, die Verurteilung zu mehrjĂ€hrigen Haftstrafen fĂŒr Sonntagsschullehrerinnen und Bomben- sowie MaschinengewehranschlĂ€ge auf Kirchen in den letzten Jahren seien nur als einige, wenige Beispiele genannt.

Ägypten

Die starke christliche Minderheit der Kopten (8-12% der Gesamtbevölkerung und ursprĂŒngliche Bewohner Ägyptens) wird konsequent unterdrĂŒckt. Die Einhaltung der Vorgaben des “Pakt von Umar”aus der Expansionszeit des Islam wird implizit heute noch von den Christen erwartet. So wurde kĂŒrzlich ein 14jĂ€hriger koptischer Christ, der wĂ€hrend einer vorbeiziehenden islamischen Beerdigungsprozession nicht von seinem Esel stieg, noch wĂ€hrend der Prozession verschlagen und es wurden gegen LĂ€den christlicher Kopten Steine geworfen. Die Polizei griff erst mit großer Verzögerung ein und nahm 50 Kopten und 10 Muslime fest.

B. Verfolgung durch totalitÀre Staaten/Despoten

Gott sei Dank ist die Zahl der totalitĂ€r gefĂŒhrten Staaten gesunken. Aber es Gibt sie noch – wie etwa Eritrea, wo ĂŒber 2000 Christen wegen ihres Glauben unter ĂŒbelsten Bedingungen – teilweise sogar in Schiffscontainern – inhaftiert sind. Auch hier nur einige, wenige Beispiele:

Nordkorea

In Nordkorea gibt es gezielte und systematische Verfolgung von Christen. Im April 2005 wurde zwar berichtet, es entstĂŒnden wieder Kirchen in Nordkorea, einem Land, das lange Zeit fĂŒr seine Feindseligkeit gegenĂŒber jeglicher anderen Religion, besonders dem Protestantismus, bekannt war. Aber bislang lĂ€sst sich keine Lockerung verifizieren. Im Gegenteil wird in letzter Zeit die Schraube weiter zugedreht. Es wird sogar von den StaatssicherheitskrĂ€ften auch aktiv im angrenzenden China nach aktiven Christen aus Nordkorea gesucht. In der stalinistischen Ideologe haben sich Risse gebildet und die nordkoreanische Regierung hat Angst, die Kontrolle zu verlieren, da sich immer mehr organisierte Gruppen von Christen bilden. Religionsstatistiker gehen davon aus, dass sich ĂŒber 400.000 Christen im Verborgenen treffen. Vermutlich sind bis zu 100.000 in Arbeitslagern eingesperrt. Aus China ausgewiesene nordkoreanische FlĂŒchtlinge drohen in ihrer Heimat harte Strafen, sogar Hinrichtungen. FlĂŒchtlinge berichteten, dass Kinder abgeschobener Frauen getötet wĂŒrden.

Das ist ĂŒberhaupt der Punkt in totalitĂ€ren Staaten. Die Oligarchie hat Angst, dass Menschen eine andere AutoritĂ€t anerkennen könnten als ihre eigene. Besonders schlimm fĂŒr sie ist es, wenn Menschen in Gott eine absolute AutoritĂ€t anerkennen und dadurch die staatliche AutoritĂ€t relativieren (Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen, Apg 5,29).

Vietnam

Der Vorsitzender der baptistischen Kirche in der Kreisstadt Long Khanh, Pastor Than Van Truong, sollte in der Psychiatrie zum Schweigen gebracht werden. Der ehemalige frĂŒhere Hauptmann der vietnamesische Volksarmee geriet ins Visier des vietnamesischen Geheimdienstes, als er sich öffentlich zum Christentum bekannte und Baptist wurde. Er verlor deswegen seine Kriegsinvalidenrente. Seit 1996 wurde er mehrmals verhaftet. Er war zunĂ€chst ohne Gerichtsurteil wegen angeblicher Schizophrenie in einer psychiatrischen Klinik und wurde mit starken Medikamenten behandelt, so dass er zeitweise unter Lebensgefahr stand. Nachdem er seine Entlassung aus der Klinik gefordert hatte, vervierfachten die Ärzte die Medikamentendosierung, die erhebliche motorische und vegetative Störungen zur Folge hatte. Er wurde als gebrochener Mensch entlassen.

Die BergstĂ€mme Vietnams, die Christen geworden sind, werden systematisch unterdrĂŒckt, von Ihren LĂ€ndereien vertrieben, ihre Kirchen zerstört u.a.m.

Birma/Myanmar

Lange haben die MilitĂ€rs den Buddhismus instrumentalisiert – vor allem im Kampf gegen die Christen unter den Karen, den Karenni, den Chin und den Kachin. Unter den Minderheiten im Norden des Landes kam es in den letzten Jahren zu großen ZuwĂ€chsen in den Kirchen. Es entstanden neue christliche Gemeinden. Das passt weder den MilitĂ€rs noch den buddhistischen FunktionĂ€ren. Sie wollen einen einheitlichen Staat: ein Volk und eine Religion. Alles, was sich dieser Ideologie widersetzt oder was in den Augen der MilitĂ€rjunta diesem Ziel widerspricht, wird erbarmungslos ausgemerzt. Die Karen leiden seit vielen Jahren unter den harten „Strafaktionen“ der Armee. Dörfer werden niedergewalzt, Kinder als Söldner missbraucht, die Frauen vergewaltigt und die MĂ€nner erschossen. Pastor Om Kee wurde im Jahr 2003 entfĂŒhrt. Seitdem hat die Familie kein Lebenszeichen von ihm erhalten. Es wird angenommen, dass er im GefĂ€ngnis ermordet wurde.

Solche totalitÀren Staaten suchen das Volk zu einem Einheitsmenschen zu klonen. Christen, die sich als das Ebenbild Gottes verstehen, lassen das nicht mit sich machen, darum werden sie von der Regierung verfolgt.

 

Laos

Auch in Laos nimmt die Regierung Christen aus VolksstĂ€mmen ins Visier. In der letzten MĂ€rzwoche 2005 wurden 24 christliche Bru aus vier Dörfern in Muangphin verhaftet. Die GlĂ€ubigen sind geschlagen worden, als sie ihrem Glauben nicht abschwören wollten. Sie sind bei glĂŒhender Sonnenhitze ohne Hemd oder Nahrung ein bis  zwei Tage lang an PfĂ€hle gefesselt und mit roten Ameisen gepeinigt worden. Einige Gefangene hĂ€tten halb nackt und mit Stricken gefesselt stundenlang in einer von Waldameisen wimmelnden Dschungelgegend ausharren mĂŒssen.

C: Verfolgung durch korrupte Systeme

Gott ist ein Gott der Ordnung, der aus dem Chaos “Kosmos” – Ordnung geschaffen hat. Sein Widersacher versucht diese Ordnung zu zerstören. In LĂ€ndern und Gebieten, wo die öffentliche Ordnung nicht durch den Staat aufrecht erhalten wird, wie z.B in Chiapas (Mexiko), Coca-anbaugbiete in Bolivien und Kolumbien oder im von Anarchie erschĂŒtterten Irak, gibt es weder Schutz fĂŒr Christen, noch ein staatliches Interesse daran.

Kolumbien

Die Verfassung Kolumbiens, z.B., garantiert Religionsfreiheit, die jedoch durch die stĂ€ndige Gewalt vonseiten Guerillagruppen, der Drogenkartelle, korrupten Behörden und traditionellen indianischen Religionsgruppen gefĂ€hrdet ist. Engagierte, missionarisch aktive Christen gelten als Feinde oder VerrĂ€ter. Sie sind oft Ziel von Mordkomplotten; immer wieder werden Missionare bedroht, entfĂŒhrt und ermordet. Nicht wenigen Christen hat ihr Eintreten gegen das organisierte Verbrechen den Tod gebracht. Christ zu werden, ist fĂŒr einen Guerillero so gefĂ€hrlich, dass er deswegen umgebracht werden kann. Das Christentum steht im Gegensatz zur marxistischen Weltanschauung und einer Kultur der Gewalt. Im April 2009 sind wieder drei evangelistisch tĂ€tige Christen ermordet worden.

Irak

Anfang April 2009 gab es nach einer kurzen Ruhepause erneute Christenmorde im Irak. In Bagdad und Kirkuk wurden vier Christen ermordet. Es lĂ€sst sich kaum festlegen, ob das extremistische Muslime mit reinen politisch-religiösen Motiven sind, oder kriminelle Banden hinter solchen AnschlĂ€gen stecken. Selber machen nĂ€mlich die Banden diesen Unterschied nicht. Die irakischen Christen leiden seit der Invasion 2003 sehr unter gewalttĂ€tigen Übergriffen, PlĂŒnderung, Mord und Vergewaltigung. Die Christen können sich auf den Schutz des Staates nicht verlassen.

Simbawe

Auch in Simbawe geraten Kirchen und Christen, die gegen die WillkĂŒr und den Despotismus protestieren, unter Druck. Manchen bleibt nur der Weg ins Exil.

Fazit:

Die GrĂŒnde fĂŒr Christenverfolgung sind unterschiedlich – und hĂ€ngen doch letztlich zusammen (s.o.). Dabei spielen verschieden Aspekte eine Rolle: wo Menschen Christen werden und ihren Lebensstil Ă€ndern wird die Angst in der Gesellschaft vor VerĂ€nderung allgemein angesprochen. Argwohn vor dem Unbekannten und Fremden rufen Ablehnung hervor. AutoritĂ€ts- und MachtgefĂŒge könnten ihre Vormachtstellung verlieren, wo Menschen in Christus ihre WĂŒrde und Freiheit entdecken.  Diese Dinge könnten als soziale oder politische GrĂŒnde fĂŒr die Verfolgung von Christen angesehen werden. Sie können es vordergrĂŒndig auch sein.  Aber hinter dem allem sind geistliche BeweggrĂŒnde am Werk. Der FĂŒrst dieser Welt will sich nicht geschlagen geben – obwohl er am Kreuz besiegt worden ist und Jesus am Ende der Zeit den Sieg davon tragen wird und das eintritt, was im Phipipperhymnus verheißen ist: „in dem Namen Jesu sollen sich beugen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen sollen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.”(Phil 2,10f)

Christen werden verfolgt, weil sie die Herrschaft Jesu ĂŒber sich und ĂŒber diese Welt anerkennen. Das stört die MachtgefĂŒge, das fordert geistlichen Widerstand heraus. Das ist nicht immer gleich zu erkennen. Oftmals werden Übergriffe auf Christen als „politisch motiviert“ abgetan. UnterdrĂŒckung von Christen durch die Mehrheitsgesellschaft wird als „ethnisches Problem“ beschrieben. OberflĂ€chlich betrachtet kann das sogar stimmen. Aber dahinter verbirgt sich eine eigene Dynamik, die oben beschrieben wurde.

Dr. Paul C. Murdoch gibt in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Arbeitskreises Religionsfreiheit der Deutschen Evangelischen Allianz (AKREF) 14-tĂ€gig einen kostenlosen E-Mail-Rundbrief mit Gebetsanliegen fĂŒr verfolgte Christen (ein kurzes Anliegen pro Tag) sowie ausfĂŒhrliche – ebenfalls kostenlose –  AKREF-Nachrichten  heraus (25-75 S.). Er ist Pfarrer der WĂŒrttembergischen Landeskirche und Studienleiter im Albrecht-Bengel-Haus ab 1.9.2009.

Wenn Sie die AKREF-Gebetsanliegen bestellen möchten, schicken Sie bitte eine leere Mail an listmgr@ead.de mit dem „Betreff“ (RE:) „subscribe akref-gebetsanliegen“ (ohne AnfĂŒhrungszeichen). Um die ebenfalls kostenlosen AKREF-Nachrichten zu bestellen, schicken Sie ebenfalls eine leere Mail an listmgr@ead.de mit dem „Betreff“ (RE:) „subscribe akref-nachrichten“ (ohne AnfĂŒhrungszeichen).

Warum lĂ€sst Gott es zu? – Christ sein und Leiden

einige Gedanken als Skizze…

1.Petr. 3, 17 Denn es ist besser, wenn es Gottes Wille ist, dass ihr um guter Taten willen leidet als um böser Taten willen. 18 Denn auch Christus hat einmal  fĂŒr die SĂŒnden gelitten, der Gerechte fĂŒr die Ungerechten, damit er euch zu Gott fĂŒhrte, und ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist.

Schon immer fragen Menschen, warum es das Leid gibt und warum Gott das Leid zulĂ€sst. FĂŒnf Gedanken sollen uns die Thematik nĂ€her bringen:

1) Das Leiden als Kondition des Lebens in einer gefallenen Welt

“Es ist besser, wenn es Gottes Wille ist, dass ihr um guter Taten willen leidet als um böser Taten willen”. In erster Linie leiden wir um unserer bösen Taten willen.

1 Mose 3 17 sagt was die Konditionen unseres Lebens in der gefallenen Welt sind: “verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit MĂŒhsal sollst du dich von ihm nĂ€hren dein Leben lang. 18 Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. 19 Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.”

Das Leiden gehört zum Leben in der durch SĂŒnde verdorbenen Welt. Weil der Mensch sich auf Gott, auf seine FĂŒrsorge und seine Wegweisung nicht vertraut hat, trĂ€gt er als Folgen. Seine Wahl, dem Teufel mehr als Gott zu vertrauen, bedeutet, die Beschwernisse des Irrwegs auf sich nehmen zu mĂŒssen. Wenn ich vom richtigen Weg abkomme, dann habe ich die Folgen des schlechten, beschwerlichen Wegs zu tragen.

2) Das Leiden als Erziehungsmittel Gottes

Manchmal fĂŒhrt uns Gott aber schwere Wege, ohne dass eine spezielle Schuld vorliegt, ohne, dass dies als Konsequenz der eigenen SĂŒnde zu werten wĂ€re. Aber selbst dort, wo Gott straft, dort segnet er auch. Die Strafe ist nicht das Ziel, die Strafe ist die Lösung. Gott kann Leid in Segen verwandeln, wie wir an zahlreichen biblischen Gestalten sehen können:

Josef – Ohne die scheinbaren Irrwege seine Lebens, wĂ€re Josef nie dorthin gekommen, wo Gott ihn haben wollte und wo er am Segensreichsten wirken konnte. Hiob – Gibt es irgend ein Leid, dass Hiob zur Ablehnung Gottes berechtigte?  Seine Frau beschwört ihn: “Verfluche doch dein Gott und sterbe!” Hiob bleibt aber treu. Er weiß im Grunde seines Herzens, dass Gottes Weg der einzige, und darum beste Weg fĂŒr ihn ist. David – Gott mutete David eine lange Warte- und Vorbereitungs- Zeit zu. Als Jugendlicher, vielleicht sogar noch als Kind schon gesalbt zum König Israels, musste er  Jahrzehnte auf die ErfĂŒllung warten. In dieser Zeit ist er unter widerwĂ€rtigen Bedingungen zur Aufgabe herangereift. Jeremia – Der Prophet zeigt uns: Klagen ist noch keine SĂŒnde, wenn ich mich am Ende Gott und seinem Willen beuge. (Jer 15  10-20), so auch die vielen Klagepsalmen!  Paulus muss sein “Dorn im Fleisch” ertragen – und die daraus resultierende Erkenntnis gewinnen: Gottes Gnade ist genug!

3) Das Leiden als Erlösungsweg

“Denn auch Christus hat einmal  fĂŒr die SĂŒnden gelitten, der Gerechte fĂŒr die Ungerechten, damit er euch zu Gott fĂŒhrte, und ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist.”

Jesus schafft durch sein stellvertretendes Leiden Abhilfe fĂŒr uns. Er leidet nicht, weil Gott das Leiden sehen muss, um gnĂ€dig gestimmt zu werden. Es geht  nicht um Anselm von Canterbury’s Satisfaktionsgedanke! Jesus nimmt unser Leiden auf sich, um uns von dieser Last in Ewigkeit zu befreien. Die “Leiden dieser Zeit” sind vorĂŒbergehend und zeigen nur wie groß die Herrlichkeit ist, die auf uns wartet: “Denn ich bin ĂŒberzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenĂŒber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll” (Röm 8,18) .

4) Sinn und Sinnlosigkeit des Leidens

Leiden als Folge der SĂŒnde muss man nicht als Sinn-erfĂŒllt betrachten – es sei denn, es fĂŒhrt zur Buße und Bekehrung. Viele Menschen Leiden deshalb Sinn-los, wenn auch nicht Grund-los. Ihr Leiden ist in der SĂŒnde gegrĂŒndet  – Röm 6,23a “Denn der SĂŒnde Sold ist der Tod;” aber wenn die SĂŒndenerkenntnis zur Buße fĂŒhrt, dann gilt:   Röm 6,23b “die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.”

“nur im Tragen wird das Leid ertrĂ€glich…”

Ein Aspekt des Leides der GlĂ€ubigen hĂ€ngt mit dem Stellvertretendes Leiden Jesu zusammen. Paulus spricht mehrmals davon, z.B. Gal 6,2   “Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfĂŒllen”. Das Gesetz Christi ruft uns in die Nachfolge, wo uns derselbe Weg zugemutet wird, den Jesus zu gehen hatte.

Es geht darum, das Leid aus der Welt zu schaffen! Das Leid wird aus der Welt getragen, nicht verbannt!  Jesus trug unsere SĂŒndenlast. Wir dĂŒrfen an den Lasten anderer mit-tragen – und dabei Gottes besondere NĂ€he erfahren! Mt 11, 28 sagt uns “Kommt her zu mir, alle, die ihr mĂŒhselig und beladen seid; ich will euch erquicken.”  Phil 1, 29 bringt es auf den Punkt: “Denn euch ist es (die Gnade!) gegeben um Christi willen, nicht allein an ihn zu glauben, sondern auch um seinetwillen zu leiden…”

5) Der Spezialfall: Leiden fĂŒr Christus

Christenverfolgung hat einen völlig anderen Grund, als das allgemeine Leiden in der gefallenen Welt. In der eben zitierten Stelle Phil 1,29 heißt es “hyper christou“ – fĂŒr Christus, an seiner Stelle zu leiden. Er bezieht uns in sin Werk mit hinein!

Das bestÀtigt auch der Apostel Petrus in unserem Kontext seines ersten Briefes Kap 2, 19ff

und hier im 3. Kapitel ab V.14 “Und wenn ihr auch  leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. FĂŒrchtet euch nicht vor ihrem Drohen und erschreckt nicht”. Mit unseren Versen kommt die BegrĂŒndung, warum es Sinn macht und warum wir uns nicht fĂŒrchten brauchen, wenn wir um Jesu willen leiden: “Denn es ist besser, wenn es Gottes Wille ist, dass ihr um guter Taten willen leidet als um böser Taten willen. Denn auch Christus hat einmal  fĂŒr die SĂŒnden gelitten, der Gerechte fĂŒr die Ungerechten, damit er euch zu Gott fĂŒhrte, und ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist.”

Die islamische Welt gerÀt in Bewegung

Endlich wird auf höchster Ebene um das Wesen des Islam gerungen

Die ehemaligen UnterstĂŒtzer der Dschihadisten des Islamischen Staates gehen auf Distanz. Jordanien und Saudi Arabien sind die Gotteskrieger eine Gefahr geworden. Sie eliminieren nicht nur die Feinde der Sunniten. Sie lehnen die bestehende Staatsordnung der islamischen Welt ab und stellen sich so gegen die KönigshĂ€user. Das uralte Problem des Kalifats und der Staatsmacht, das von Anfang an die islamische Welt gespaltet hat (Kharidschiten, Schiiten, StĂŒrze der Umajjaden, Abbasiden, Seldschuken, Fatimiden etc.) ist heute noch ein latentes Problem in der islamischen Welt. Sind die KönigshĂ€user, Emiraten, Sultanaten und sonstige Staatsformen seit den Umajjaden legitime Formen der islamischen Gesellschaft? Die Vertreter der Kalifatsidee wollen diese Staatsformen abschaffen und zum Kalifat zurĂŒckkehren. Hier ist noch gar nicht die Rede von neuen Staatsformen wie Demokratie
 Die bestehenden politischen MĂ€chte bekommen es mit der Angst zu tun und beginnen auf Distanz zu gehen zu den konservativsten islamischen Kreisen. Das Königshaus der Ibn Saud hat den Großmufti Saudi Arabiens schon im Herbst 2014 öffentlich gerĂŒgt dafĂŒr, dass junge Menschen sich dem bewaffneten Dschihad anschließen und hat die Teilnahme mit einer Haftstrafe belegt. Seither warnt der Großmufti davor. Aber auch ein bin Ladin war Saudi Araber


 

Die Probleme in der Islamischen Welt sind unĂŒbersehbar. Libyen versinkt im Chaos. Die Machtfrage lĂ€sst das Land im Vakuum nach Gaddafi nicht zur Ruhe kommen. Der Libanon und Jordanien bereiten sich schon vor auf die RĂŒckkehr der Gotteskreiger aus Nordirak und Syrien. Im Maghreb ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Der Sudan hat sich in einen islamischen Norden und vorwiegend christlich geprĂ€gten SĂŒden gespaltet. Nigeria könnte das demnĂ€chst auch bevorstehen. In Indonesien gibt es Provinzen wie Aceh, die nach der Scharia regieren wollen, andere Gebiete sind von Toleranz geprĂ€gt. Wieder andere werden nach und nach islamisiert (Papua Irian Jaya). An beiden geographischen Enden des Riesenstaates brodelt es. Die TĂŒrkei hat sich vom Europakurs verabschiedet und entfernt sich zunehmend von den laizistischen Idealen AtatĂŒrks. Wie sieht es in stabileren islamischen Staaten aus? Zwei der grĂ¶ĂŸten (neben Indonesien) sind Pakistan und Ägypten.

 

In Pakistan hat am 6.1.2015 das Parlament und der Senat die 21. VerfassungsĂ€nderung einstimmig beschlossen (die Vertreter der Islam Partei JI und der Islam Gelehrten Parte JUI beteiligten sich nicht an der Abstimmung), wonach TerrorismusverdĂ€chtigte aus der Bevölkerung kĂŒnftig vor MilitĂ€rgerichte gestellt werden können. In bewegten Reden beteuerten Vertreter der Parteien ihre LoyalitĂ€t zum Islam aber auch die Notwendigkeit der BekĂ€mpfung des durch ihrer Meinung nach falsch verstandenen Islam inspirierten Terrors. Das Land ist durch die Erstarkung der innerpakistanischen Taliban und anderer extremistischen islamischen Elemente zum Handeln gezwungen, wenn die parlamentarische Demokratie in irgendeiner Art und Weise erhalten werden soll.

 

In Ägypten herrscht nach der Entgleisung der Revolution und dem Putsch der MilitĂ€rs als PrĂ€sident der ehemalige Feldmarschall Abdel Fattah Al-Sisi. Er schritt ein, um die Islamisierung des Staates durch die MuslimbrĂŒder zu verhindern. In seiner Neujahrsansprache vor dem Ministerium fĂŒr islamische Angelegenheiten gehalten an der höchsten islamischen Rechts- und Bildungsinstanz der sunnitischen Welt, der Kairoer Al-Azhar UniversitĂ€t, nahm er sich kein Blatt vor den Mund. Er forderte eindringlich eine Neuausrichtung des islamischen Denkens und einen Abschied vom herkömmlich verstandenen Islam, um nicht die ganze Welt gegen die Muslime aufzuwiegeln.

Hier der relevante Ausschnitt aus seiner Rede, ĂŒbertragen aus der englischsprachigen Übersetzung von Michele Antaki:

 

„An dieser Stelle nehme ich Bezug auf die religiösen Gelehrten. Wir mĂŒssen scharf ĂŒber das nachdenken, was sich uns als Aufgabe stellt. Ich habe bereits in der Vergangenheit ein paarmal schon darauf Bezug genommen. Es ist undenkbar, dass die Denkweise, die wir fĂŒr heilig halten, die gesamte Umma (islamische Welt) zu einer Quelle der Angst, der Gefahr, des Tötens und der Zerstörung fĂŒr den Rest der Welt werden ließe. Unmöglich!

Jenes Denken – ich sage bewusst „Denken“ und nicht „Religion“ – jener Korpus an Texten und Ideen, die ĂŒber die Zeit fĂŒr so heilig gehalten worden sind, dass ein Abschiednehmen von ihnen fast unmöglich erscheint, bringt die ganze Welt in Aufruhr. Es bringt die ganze Welt in Aufruhr (erg.: gegen uns)!

Ist es möglich, dass 1,6 Milliarden Menschen (gemeint sind die Muslime der Welt) den Rest der Erdenbewohner umbringen wollte – 7 Milliarden – damit sie selbst am Leben bleiben? Unmöglich!

Ich spreche diese Worte hier an der Al-Azhar vor dieser Versammlung von Gelehrten und Ulema (AutoritĂ€ten der islamischen Rechtswissenschaften) – der allmĂ€chtige Allah sei Zeuge Eurer Wahrheit am Tag des Gerichts im Blick auf das, was ich jetzt rede.

All das, was ich Ihnen jetzt sage, können Sie nicht fĂŒhlen, wenn Sie in jenem Denken verhaftet bleiben. Sie mĂŒssen aus sich heraus gehen, um es wahrnehmen zu können und aus einer aufgeklĂ€rteren Perspektive zu betrachten.

Ich sage es und wiederhole noch einmal, dass wir eine religiöse Revolution brauchen. Sie, die Imame (religiösen FĂŒhrer) tragen Verantwortung vor Allah. Die ganze Welt – ich wiederhole – die ganze Welt wartet auf Ihren nĂ€chsten Schritt
 denn diese Umma wird zerrissen, sie geht verloren – und das durch unsere eigene Hand.“

 

Es kommt Bewegung in die islamische Welt – ein Tauziehen zwischen den Traditionalisten – hauptsĂ€chlich die Islamgelehrten – und den Modernisierern – hauptsĂ€chlich die Politiker und MilitĂ€rs. Zu befĂŒrchten ist, dass die innerislamischen KĂ€mpfe zunĂ€chst an Heftigkeit zunehmen werden.

 

Die jĂŒdisch-christliche Überlieferung und der Islam

Jesus is eine wichtige Gestalt im Koran

FĂŒr den Koran, den Mohammed in Abschnitten zu verschiedenen Zeiten und AnlĂ€ssen seinen Nachfolgern stets mĂŒndlich vorgetragen hat, steht der Glaube der Muslime in einer ungebrochenen Tradition von Adam ĂŒber Abraham, Mose und die Propheten, inklusive Jesus (Koran Sure 3,84; 4,163. Mohammed ist der letzte Prophet in einer kontinuierlichen Reihe. Der Islam sieht Jesus als zweitwichtigsten Propheten nach Mohammed. Als Überbringer des „Indschil“ (Lehnwort im Arabischen von „Evangelium“) hat er den Willen Allahs den Heiden verkĂŒndet (Koran 2,87.136.253). „Evangelium“ ist fĂŒr Muslime allerdings lediglich die Bezeichnung fĂŒr das „Buch“ Neues Testament, nicht die „Frohbotschaft“ von der Erlösung durch Jesus Christus, wie Christen den Begriff verwenden. Der Koran berichtet davon, dass Jesus Wunder getan hat (3,49; in Anlehnung an das gnostische Thomas-Evangelium auch schon als Kind). Auch davon, dass Jesus „Christus“ (wird als Eigennamen, nicht als Messiastitel verstanden) von der Jungfrau Maria durch ein Wunder Gottes geboren wurde, berichtet der Koran: durch einen göttlichen Schöpfungsakt (19,20 f),  bzw. durch das Einhauchen des Geistes (19,22). Allerdings sieht der Koran ihn nur als einen Propheten, und nicht als Sohn Gottes, der fĂŒr die SĂŒnden der Welt gestorben wĂ€re. So z.B. Koran 4,171f  „ Leute der Schrift! Treibt es in eurer Religion nicht zu weit und sagt gegen Gott nichts aus, als die Wahrheit! Christus Jesus, der Sohn der Maria, ist nur der Gesandte Gottes und sein Wort, das er der Maria entboten hat, und Geist von ihm. Darum glaubt an Gott und seine Gesandten und sagt nicht (von Gott, daß er in einem) drei (sei)! Hört auf (so etwas zu sagen)! Das ist besser fĂŒr euch. Gott ist nur ein einziger Gott. Gepriesen sei er! (Er ist darĂŒber erhaben) ein Kind zu haben. Ihm gehört (vielmehr alles), was im Himmel und auf der Erde ist. Und Gott genĂŒgt als Sachwalter. |172 Christus wird es nicht verschmĂ€hen, ein (bloßer) Diener Gottes zu sein, auch nicht die (Gott) nahestehenden Engel.“  (Zitiert nach der Übersetzung von Rudi Paret)

Der Islam ist auf dem Boden der jĂŒdisch-christlichen Offenbarung entstanden

Mohammed hat Kontakt zu Christen und Juden von seiner Jugend an gehabt und steht in dieser Tradition. Vor allem bis zu dem Zeitpunkt seines Auszugs aus Mekka 622 n. Chr. verstand er sich als Geistes- und Seelenverwandter der Juden und Christen. Er gehörte zu einer Bewegung von Menschen, die sich „HanÄ«f“ (vgl. Koran 3,67; 6,79; 10,105; 16,120; 30,30) nannten und in Ablehnung der Vielgötterei den wahren Gott suchten. Mohammed sah sich eindeutig in der Tradition Abrahams, Moses, Davids und Jesu. Ein Teil seiner frĂŒhen AnhĂ€nger ist auf Grund der Verfolgung durch die Mekkaner in das christliche Reich Aksum geflohen, wo sie angeblich den Negus, den christlichen Herrscher von ihrer RechtglĂ€ubigkeit ĂŒberzeugen konnten. Es gab spĂ€ter Versuche, die Christen von Aksum (vielleicht auch von Nadschran, einer Stadt im SĂŒdwesten Arabiens an der Grenze zum Jemen), zu ĂŒberzeugen, dass  Mohammed es nicht im Sinn hatte, eine neue Religion zu grĂŒnden, sondern sich als Reformer verstand, der die Menschen zum wahren Glauben, zur Unterwerfung unter den alleinigen Gott zurĂŒckfĂŒhren wollte. Bein einem Besuch von diesen Christen in Medina bei Mohammed hat dieser ihren Glauben bestĂ€tigt: Die Ă€lteste erhaltene Biographie Mohammeds von Ibn Hischam zitiert den Koran (28,53) „Diejenigen, denen wir die Schrift frĂŒher schon gegeben haben, sie glauben daran; und wenn sie ihnen vorgetragen wird, dann sprechen sie: Wir glauben daran. Wahrlich, das ist die Wahrheit von unserem Herrn. Wirklich, wir waren schon frĂŒher Moslems (an Gott Ausgelieferte)“.

Islam heißt Unterwerfung unter Allah

Christen – und manchen Muslimen – ist es nicht bekannt, dass Mohammed die Begriffe „Islam“ und „Muslim“ nur als „Gottergebenheit“ bzw. „Unterwerfung unter Gott“ und „Gottergebener“ bzw. „Gott Unterworfener“ verwendet hat. In diesem Sinn sind auch die GlĂ€ubigen Juden z.Zt. Moses „Muslime“ (Koran 10,84;  Koran 16,43 sagt ausdrĂŒcklich  „Und wir haben vor dir immer nur MĂ€nner (als unsere Gesandten) auftreten lassen, denen wir (Offenbarungen) eingaben. Fragt doch die Leute der (frĂŒheren) Mahnung (d.h. Angehörige der frĂŒheren Offenbarungsreligionen), wenn ihr nicht Bescheid wisst! 44 (Wir haben sie) mit den klaren Beweisen und den BĂŒchern (gesandt). Und wir haben (nunmehr) die Mahnung (d.h. den Koran) zu dir hinabgesandt, damit du den Menschen klarmachst, was (frĂŒher) zu ihnen hinabgesandt worden ist, und damit sie vielleicht nachdenken wĂŒrden.“  „Das sind die Leute der Schrift.” (Jami‘-ul-Bayan Fi Tafsir Al-Qur’an von At-Tabari, Band 14 Seite 144). FĂŒr Mohammed war der Islam die universale, ewig gĂŒltige Religion, in der auch die biblische Tradition stand.

Auch weitere biblische Gestalten des Alten Testaments wie Josef, Aaron, Hiob gehören zum Traditionsgut der Muslime und kommen im Koran vor. Abraham, Noah, Josef, Jona und Maria bekommen im Koran sogar je eine eigene Sure (Abschnitt). Allerdings gehen die Darstellungen im Vergleich zu den biblischen Berichten teilweise sehr weit auseinander. Die offizielle ErklĂ€rung der muslimischen Theologen dazu ist, dass die Christen und Juden nachtrĂ€glich ihre Schriften verfĂ€lscht hĂ€tten, ursprĂŒnglich seien sie aber Einklang mit dem Koran gewesen. Nach dem VerstĂ€ndnis des Islam sind die Berichte von biblischen Personen im Koran nicht einfach geschichtliche Überlieferungen – auch nicht von inspirierten Texten frĂŒherer Autoren, sondern direkte Offenbarungen Allahs an Mohammed durch den Erzengel Dschibril (Gabriel). Das erschwert natĂŒrlich das GesprĂ€ch mit Muslimen in diesem Punkt, denn es gibt keine erhaltenen Texte aus der Antike, die diese These der Islamgelehrten unterstĂŒtzen könnte, wĂ€hrend wir als Christen an der IntegritĂ€t der Bibeltexte festhalten (Das sogenannte „Barnabasevangelium“ , auf das Islamgelehrte in dieser Frage verweisen, ist ein spĂ€tmittelalterlicher Text).

FĂŒr den Koran sind die GlĂ€ubigen des Alten wie des Neuen Testaments „Muslime“

Der Koran sieht die Gestalten des Alten wie des Neuen Testaments als wahre Muslime, deren Tradition durch die VerfĂ€lschung der biblischen Texte verderbt worden sei. Von daher fĂŒhren die DialoggesprĂ€che ĂŒber die Richtigkeit der Texte des Koran und der Bibel in eine Sackgasse. Weil fĂŒr die Muslime der Koran schon vor Zeit und Ewigkeit von Allah im Himmel auf einer großen Tafel aufgezeichnet worden sei und einzig und allein nach und nach Mohammed ĂŒber die Mittlerschaft der Engelwelt offenbart wurde, habe der Text der Koran die ursprĂŒngliche Bedeutung der göttlichen Offenbarung beibehalten.

Solche Muslime, welche die Bibel lesen, sind allerdings oft beeindruckt von der Klarheit und der Botschaft der Texte. Im Vergleich zum Koran ist die Bibel sehr eingĂ€ngig und logisch, auch im Aufbau. Am meisten sind Muslime von den Evangelienberichten von Jesus und seiner Botschaft beeindruckt. Der Streit darĂŒber, welcher Text Recht hat, bringt im GesprĂ€ch mit Muslimen nicht weiter. Vielmehr muss nach der Wirkung des Textes gefragt werden. Was macht das Lesen der Texte mit einem? VerĂ€ndert die Botschaft des heiligen Textes das Leben? Nicht die geschichtliche Herkunft der Texte ist in diesem Fall entscheidend, sondern ihre Wirkkraft auf das Leben!

Missiologina odottelemme systemaattisen teologian teologien selvitystÀ

panos lÀhetysteologian symposiumiin

Jumala on koko maailman luojana ja alkuihmisen, Aadamin hengen antajana, on koko ihmiskunnan Jumala uudenkin Aadamin kautta. Jumalan ykseys ja seurakunnan yhteys ovat olleetkin alusta alkaen ekumeenisen teologian ja liikkeen vankka perustus. Moderneimmatkaan vakavasti otettavat teoriat Jumalan lĂ€snĂ€olosta muissa maailman uskonnoissa eivĂ€t ymmĂ€rtÀÀkseni tĂ€hdĂ€ tĂ€mĂ€n perustuksen kumoamiseen, vaan pikemminkin pyrkivĂ€t alentamaan maailman uskontojen vĂ€listĂ€ kynnystĂ€ löytĂ€mĂ€llĂ€ yhteistĂ€ pohjaa(1), joskin muualta kuin uudessa Aadamissa. KĂ€ytĂ€nnössĂ€ tĂ€mĂ€ ilmenee jonkinlaisena epĂ€virallisena „Christus absconditus“ -oppina, jonka mukaan Jeesus, vaikka olisikin Kristus de facto (tai sitten eksistentialisteille in experientiae), ei esiinnu sui modo, vaan tyytyy uskonnon perustajan, jumalallisen tiedon ja valistuksen tuojan rooliin. NĂ€in luullaan, ettĂ€ poistetaan este yhteiseen uskoon Jumalaan ja yhteyteen erilaisuudessamme. Vaikka tarkoitus olisikin hyvĂ€, ajatus perustuu heikon teologian lisĂ€ksi virhearviointiin. Islam, yhtĂ€ vĂ€hĂ€n kuin ortodoksinen kristillinen kirkkokaan, ei tule hyvĂ€ksymÀÀn nĂ€itĂ€ synkretistisesti ymmĂ€rrettĂ€vissĂ€ olevia pyrkimyksiĂ€. Molemmat ymmĂ€rtĂ€vĂ€t olevansa viimeinen ja ainoa autuaaksi tekevĂ€ Jumalan ilmoituksen kantaja („Absolutheitsanspruch“), joskin muslimit varaavat erikoisaseman „kirjan kansoille“, Juutalaisille, Kristityille ja „Saabalaisille“ samoin kuin kristinuskossa ajatus sukulaisuudesta Vanhan Testamentin kansaan tavataan.

Kysymys ei ole ensisijaisesti teologinen tai kenties historiafilosofinen, onko esimerkiksi Vanha Testamentti mÀÀrÀtylle ihmisryhmÀlle mÀÀrÀttyyn aikaan Jumalan ilmoitusta, kuten erÀs fundamentalistinen (dispensationalistinen) tulkinta saattaa ymmÀrtÀÀ. Se ei ole myöskÀÀn onko Vanha Testamentti ilmoitusta siinÀ mielessÀ, ettÀ se viittaa Jeesukseen ilmoituksen tÀyttymyksenÀ ja pÀÀmÀÀrÀnÀ, lihaksi tullut sana. Kysymys on yhtÀ vÀhÀn onko Jumala tarkoittanut eri kansojen elÀvÀn eri kutsumus- ja ilmoitustasoilla. Kysymys on ennemmin henkilö-kohtainen: Onko Jeesus se henkilö, jonka Raamattu vÀittÀÀ hÀnen olevan, uusi Aadami, Jumalan poika uuden ihmiskunnan isÀ, ja onko hÀn siten korvaamaton kun puhutaan Jumalasta tai etsitÀÀn Jumalaa. Lyhyesti, voiko tuntea Jumalaa niin kuin hÀn on tunnettavissa olemalla kuitenkin tuntematta Jeesusta.

Kun judeo-kristillinen perinne ymmÀrtÀÀ roolinsa universaaliseksi, eikÀ kansakohtaiseksi, niin se on myös henkilökohtainen, koska ihmiskunnan summa koostuu jokaisesta yksilöstÀ erikseen.

„Jeesus ja samarialainen nainen“ on kĂ€yttökelpoinen paradigma tĂ€tĂ€ kysymystĂ€ miettiessĂ€. Jeesus (Juutalaisena) puhuu Sykarin kaivolla kĂ€yneen naisen (vanhemman ilmoitushistorian vaiheessa syntyneen kansan jĂ€sen, Samarialaisen) kanssa ja tarjoa hĂ€nelle jotain uuttaa, sekĂ€ Ebal/Garisim ettĂ€ Siion-vuorta transkendoivaa, jotain elĂ€vĂ€ksi tekevÀÀ ja hengellistĂ€. Jeesus ei kerro hĂ€nelle „pysy siinĂ€, mitĂ€ olet Jumalalta saanut“, vaan tarjoaa hĂ€nelle elĂ€mĂ€n, hengellisen olemuksen yhteydessa Jumalaan, elĂ€mĂ€n lĂ€hteeseen. MikĂ€li uskomme, ettĂ€ ainoastaan Jeesuksessa on ylösnousemuksen elĂ€mĂ€, emme voi katsoa muut uskonnot, jotka eivĂ€t tunnusta Jeesusta elĂ€mĂ€n lahjottajana, tĂ€yttĂ€vĂ€n ihmisen perustarpeen elÀÀ. Voimme silti pitÀÀ niitĂ€ Jumalan jonkin asteen ilmoituksen kantajina.

Keskustelu symposiumissa luonnollisesta laista vei tĂ€hĂ€n suuntaan, joskin merkillisiĂ€ raiteita pitkin. Lainattu lause „gratia non tollit naturam“ (armo ei kumoa [ihmis-]luontoa) ei ole tĂ€ssĂ€ muodossa tĂ€ydellinen. Se jatkuu „sed perficet eam“ (vaan tekee sen tĂ€ydelliseksi). YleensĂ€ tĂ€ssĂ€ kontekstissa kĂ€ytetÀÀn luonnollisen lain perusteluksi evankeliumin yleistĂ€ ymmĂ€rrettĂ€vyyttĂ€ varten („allgemeine Ansprechbarkeit“). MitĂ€ Jumalan ilmoitukseen muissa uskonnoissa tulee, se on kuitenkin enemmĂ€n. TĂ€mĂ€ ei ole mielestĂ€ni riittĂ€vĂ€sti huomioitu. Kaksi hyvÀÀ ystĂ€vÀÀ jotka ovat kÀÀntyneet Islamista kristuksen seuraajiksi jo pitkÀÀn ennen kuin minĂ€ heihin tutustuin kertoivat, miten Koraani oli johdattanut heitĂ€ Kristuksen luo. Koraani sisĂ€ltÀÀ paljonkin raamatullista perinettĂ€ ja aineistoa. TĂ€mĂ€n tosiasian tunnustaminen ei tarkoita, ettĂ€ koko Koraani olisi samalla tavalla Jumalan ilmoitusta. Jo islamilainen perimĂ€tieto kertoo lĂ€hteiden kerran seonneen… Mutta siinĂ€ mÀÀrin missĂ€ Koraani vĂ€littÀÀ Raamatullista aineistoa korruptoimattomassa muodossa tai Raamatullista ajattelua, esim. jokaisen Sura’n alkulause „bism-illah, al-rahman, al-rahiim“ (Jumalan, armollisen ja armahtavaisen, nimessĂ€), sitĂ€ voidaan huoleti ymmĂ€rtÀÀ Jumalan ilmoituksen kantajana. Ero on tehtĂ€vĂ€ vain siinĂ€, ettei Koraani ole kauttaaltaan tai erehtymĂ€ttömĂ€sti Jumalan ilmoitusta.

Palatessani alkuajatuksiin, totean, ettÀ dialogi, ymmÀrrettynÀ ihmisen kunnioittamisena ja huomioon ottamisena, ja lÀhimmÀisen rakkaus kulkevat kÀsi kÀdessÀ. Oikeastaan, ne eivÀt tule toimeen ilman toisiaan. Jos mitÀÀn voi murtaa lain otteen ihmiseen, suorittamisen pakkomielen, tahdon ansaita Jumalan hyvÀksyntÀÀ uskonnon kautta, se on Jumalan rakkaus, joka mahdollistaa ja synnyttÀÀ uskon, Jumalan rakkaus elettynÀ lÀhetystehtÀvÀssÀ ihmisten kesken.

I. Tarvitaanko lÀhetysteologiaa?

Helsingin Yliopiston systemaattisen teologian professori Tuomo Mannermaa esitti „Seppo SyrjĂ€nen Akatemian“ symposiumille v. 1993 retorisesti tarkoitetun kysymyksen: „Tarvitaanko ylipÀÀnsĂ€ erillistĂ€ lĂ€hetysteologia?“ HĂ€n tarkoitti „erillisellĂ€ lĂ€hetysteologialla“ koko lĂ€hetystehtĂ€vÀÀ mÀÀrittelevĂ€ „standardista teologiasta poikkeavaa erityistĂ€ lĂ€hetysteologia.“

HÀnen haasteensa Seppo SyrjÀnen Akatemialle kuului nÀin:

„Olisi syytĂ€, kokeilumielessĂ€ ja hypoteettisesti lopettaa erityistÀ  lĂ€hetysteologia kuvaavien termien ‚kirkon missio‘ ja ‚kirkon lĂ€hetystehtĂ€vĂ€‘ kĂ€yttö mÀÀrĂ€ajaksi(2). TĂ€mĂ€n tervehdyttĂ€vĂ€n paaston ja pidĂ€ttĂ€ytymisen aikana tarkisteltaisiin sen sijaan aivan yksinkertaisella tavalla miten kirkon lĂ€hetystyö avautuu standardeista kristillisen uskon ja elĂ€mĂ€n sisĂ€llöistĂ€ joita ei ole muunnettu apriorisen ja jo ennakolta luodun missio kĂ€sitteen avulla.“

TĂ€mĂ€n sanottua, hĂ€n vakutti, ettei hĂ€n vastusta lĂ€hetystyötĂ€, eikĂ€ missiologiaa. HĂ€nen kritiikkinsĂ€ kohdistuu uudenaikaisiin pyrkimyksiin luoda „LĂ€hetysteologioita“, jotka erityisellĂ€ teologisella tulkinnalla perustelevat lĂ€hetystehtĂ€vĂ€n ikÀÀnkuin tavallisen teologian ohitse. Esimerkiksi hĂ€n valitsi Luterilaisen Maailman Liiton hyvĂ€ksymĂ€n lĂ€hetysohjelman trinitaarisesta lĂ€hetysteologiasta „Together in God’s Mission“, valittaen seuraavaa „kolmikertaista ajatteluvirhettĂ€“:

1) Koko teologinen rakennelma perustuu aprioriseen kÀsitykseen, joka on sekÀ summittainen ettÀ yleinen: missio mÀÀritellÀÀn Jumalan pelastavaksi toiminnaksi ja kirkon osallisuudeksi siihen.

2) SiinĂ€ tulkitaan Kolminaisuuden sisĂ€inen olemus apriorisen kĂ€sityksen mukaisesti ja epĂ€kriittisesti „missioksi“.

3) Dedusoidaan yllÀ mainituista konkreettinen lÀhetystyön luonne.

Mannermaa jĂ€i kaipaamaan tĂ€ssĂ€ teologisessa rakennelmassa luterilaisen teologian tunnusmerkit: Laki ja Evankeliumi, kaksi Regimentti, Ristin Teologia. LisĂ€ksi hĂ€n nĂ€kee trinitaarisen Jumalan todellisuuden nivellöimisen, jonka mukaan kaikki kolme uskonkappaleet „ovat siten kaikki Jumalan pelastavaa työtĂ€“, pois jĂ€ttĂ€en „Jumalan vasemman kĂ€den työtĂ€“. Deus absconditus ei ole siis tĂ€ssĂ€ teologisessa konseptissa löydettĂ€vissĂ€.

Viitaten doctorandus Jan Slomp’in toteamukseen, ettĂ€ kÀÀntymisiĂ€ tavataan siellĂ€, missĂ€ tyytymĂ€ttömyyttĂ€ oman uskonkĂ€sitykseen esiintyy, Mannermaa huomautti, ettĂ€ juuri tĂ€llainen itsevanhurskauden romuttaminen on Jumalan vasemman kĂ€den työtĂ€. Se on siis ihmisen vanhurskauttamiselle elintĂ€rkeĂ€, lain ensimmĂ€inen, armon tarpeen osoittava tehtĂ€vĂ€ (primus usus legis/usus elenchicus).

EsitelmöitsijĂ€n pÀÀhuoli tuntuu olevan kaksinkertainen. Ensiksi tĂ€llainen erityinen lĂ€hetysteologia saattaa jopa „turmella“ teologisia totuuksia. Toiseksi, se ei anna tilaa „standardin teologian“ lĂ€hetykseen liittyville johtopÀÀtöksille: „TĂ€mĂ€ ei nouse standardista teologisesta tematiikasta, joka pĂ€tee kaikkialla teologian alueilla…juuri tĂ€mĂ€ on ongelmallista“, totesi Mannermaa.

Olen muiden muuassa nyt „paastonut“ pari vuotta esitelmĂ€n pĂ€ivĂ€stĂ€. En kuitenkaan ole havainnut tĂ€ssĂ€ vĂ€lissĂ€, ettĂ€ yleinen teologinen pohdiskelu olisi vastanut Prof. Mannermaan kysymyksiin. LĂ€hetystyön oikeutus ja motivointi siihen ei ole saanut merkittĂ€vÀÀ huomiota teologisessa työskentelyssĂ€. NĂ€yttÀÀ siltĂ€, ettĂ€ nĂ€mĂ€ aihepiirit eivĂ€t saa riittĂ€vÀÀ teologista huomiota, ellei missiologit itse ryhdy työhön. On siis paaston jĂ€lkeen ryhdyttĂ€vĂ€…

KÀyttökelpoinen lÀhetysteologia ei syynny tyhjiössÀ

EnsimmĂ€iseksi haluan tunnustaa, ettĂ€ olen periaatteessa Mannermaan kanssa samaa mieltĂ€ siitĂ€, ettei missiologia saisi elÀÀ omaa „villi“ elĂ€mÀÀnsĂ€ ottamatta huomioon normatiivista(3) teologista työskentelyĂ€, joka tapahtuu kaiken aikaa meidĂ€n ympĂ€rillĂ€mme. Onko sitten niin kĂ€ynyt? Monesti varmaankin. Jonkun asian mainitsematta jĂ€ttĂ€minen ei kuitenkaan tarkoita vĂ€lttĂ€mĂ€ttĂ€, ettei se olisi kirjoittajan/kirjoittajien tiedossa. LĂ€hetysteologia tehdÀÀn maailmalla aivan erilaisissa ympĂ€ristöissĂ€ kuin kotimainen luterlaisuus.

Kun maailmalta palaa Suomeen, tuntuu oudolta, ettĂ€ tÀÀllĂ€ voidaan yleensĂ€ puhua „standardi teologiasta“. EhkĂ€ suomalainen teologinen monokulttuuri todella sallii vielĂ€ sellaista. Kristikunnan moninaisuus – puhumattakaan kontakteista muiden uskontojen kanssa – kansainvĂ€lisessĂ€ ekumeenisessĂ€ teologisessa työskentelyssĂ€ johtaa useimmiten joko teologiseen minimalismin (Mott ja „Tuomaksen uskontunnustus“ pohjana maailman lĂ€hetysliikkeelle ja myöhemmin Kirkkojen Maailman Liitolle) tai teologiseen synkretismiin (myöhemmpiĂ€ KML’n tendenssejĂ€, esim. „Lima-dokumentti“ ja moderni roomalaiskatollinen „Christus absconditus“ ajattelu suhteessa muihin uskontoihin, esim. Hans KĂŒng). Harva missiologi tai ekumeenikko sĂ€ilyttÀÀ sen puhtaaksi viljellyn konfessionallisen teologian korostuksineen, jonka oli aikoinaan oppinut yliopistossaan. Toisaalta, kontrastit saattavat tehdĂ€ mÀÀrĂ€ttyjĂ€ teologisia piirteitĂ€ ja seikkoja yhĂ€ rakkaammaksi. NĂ€in on ainakin minulle kĂ€ynyt. On kuitenkin elettĂ€vĂ€, rukoiltava ja tehtĂ€vĂ€ työtĂ€ teologisesti hyvin erilaisten ihmisten kanssa. Ja kun teologiset kannanotot ovat legio, ei voi kovin usein viittaa eksplisiittisesti niihin. Tuskin tĂ€stĂ€ olikaan kysymys Mannermaan kritiikin kohdalla, vaan teologinen tunne, ettĂ€ luterlaisille teologeille tĂ€rkeitĂ€ ja jopa rakkaita peruslĂ€htökohteita oli tyystin ohitettu. Haluan kuitenkin pitÀÀ kiinni siitĂ€, ettĂ€ merkittĂ€vĂ€t missiologiset luonnokset kuten „Together in God’s Mission“ eivĂ€t synny tyhjiössĂ€, eivĂ€tkĂ€ se kiellĂ€ niitĂ€ systemaattis-teologisia seikkoja, jotka muodostavat luterilaisuuden morfologian.

Tuskin oli tarkoitus, ettĂ€ „trinitaarinen lĂ€hetysteologia“ syrjĂ€yttĂ€isi perinteellisen, perusluterilaisen ajattelun. Saattavat keskenÀÀn ollakin yhteensopimaton jossain kohden. Se on nykyteologialle normaalia. NormaalikĂ€yttĂ€jĂ€ kuitenkaan tuskin huomaa tĂ€mĂ€n. Itse olen tĂ€hĂ€n asti – ehkĂ€ vÀÀrin – ymmĂ€rtĂ€nyt LML:n dokumentin pyrkimyksenĂ€ selittÀÀ syvemmĂ€llĂ€ tasolla, miksi kansainvĂ€linen diakonia on yhtĂ€lailla osaa meidĂ€n tehtĂ€vÀÀmme kuin evankelioiminen ei-kristittyjen keskuudessa. Dokumentti etsii perustelut siihen niin kauas taakse kuin mahdollista, ja onnistuu nĂ€kemÀÀn syitĂ€ jo Jumalan olemuksessa. Se ei tĂ€hdĂ€ kieltĂ€mÀÀn Jumalan vasemman kĂ€den työtĂ€, vaikka jĂ€ttĂ€isi sen mainitsematta. Jos kuitenkin lukija kokee, ettĂ€ „elementaarin uskon vanhurskaus ei saa sille kuuluva sijaa tĂ€llaisessa lĂ€hestymistavassa, erillisessĂ€ lĂ€hetysteologiassa“, niin jotain on mennyt pieleen.

Jotakin on myös onnistunut. Emme voi sulkea silmimme tosiasiaan, ettĂ€ myös reformatorinen teologia, mitĂ€ epistemologiaan tulee, perustuu pÀÀosin antiikin kreika filosofiseen ajatteluun(4). Emme voi sulkea pois niitĂ€ tĂ€rkeitĂ€ teologisia havaintoja, joita on tehty luterilaisen ortodoksian luomisen jĂ€lkeen. Mainitakseen vain yhden, Eberhard JĂŒngel’in tekemĂ€ havainto(5) siitĂ€, ettei antiikilta periytynyt Jumalankuva sovi yhteen raamatullisen ajattelun kanssa ontologiansa vuoksi, ja ettĂ€ Jumalan olemus olisi ymmĂ€rrettĂ€vĂ€ „tulemisenaan“ („Gottes Sein ist im Kommen“) (6) mieluummin kuin Barthin jo tĂ€hĂ€n suuntaan tĂ€htÀÀvĂ€ ja sinĂ€nsĂ€ maata raivaava tulkinta Jumalan olemuksesta „kehityksenĂ€“ („Gottes Sein ist im Werden“). TĂ€llainen dynaaminen jumalakĂ€site avaa yleisen systemaattisen teologian kautta aivan uusia mahdollisuuksia lĂ€hetysajattelulle. Jos LML:n dokumentti „trinitaarisessa lĂ€hetysaatteessaan“ pohjautuu tĂ€mĂ€ntyyppiseen JumalankĂ€sitteeseen, se ei syylistyisi lainkaan „erilliseen lĂ€hetysteologiaan“ sen enemmĂ€n kuin „aprioriseen summittaiseen ja yleiseen kĂ€sitykseen“.

LĂ€hetysteologiset vedokset jĂ€ttĂ€vĂ€t kieltĂ€mĂ€ttĂ€ usein liian paljon sanomatta.  PidĂ€n Tuomo Mannermaan kritiikin erittĂ€in hyödyllisenĂ€, varsinkin siinĂ€ osin, missĂ€ se haastaa meitĂ€ ymmĂ€rtĂ€mÀÀn lĂ€hetystehtĂ€vĂ€n perinteellisen teologian mukaisesti johdonmukaisena seurauksena rakkauden kĂ€skystĂ€ ja rakkauden voimasta. Olen hĂ€nen kanssaan samaa mieltĂ€, ettĂ€ tĂ€mĂ€ on „tĂ€ysin riittĂ€vĂ€ perustelu lĂ€hetystehtĂ€vÀÀn“. Olen jopa varma, ettei ole muuta yleisesti hyvĂ€ksyttĂ€vÀÀ missiologista apologiaa olemassa, kuin se, joka nousee Jumalan rakkaudesta ja siitĂ€ seuraavasta kristityn rakkaudesta(7). TĂ€mĂ€ ei kuitenkaan sulje pois etenemisen mahdollisuuksia varsinaisen teologian alueella.

Mannermaa on suorittanut erittĂ€in tĂ€rkeĂ€n tehtĂ€vĂ€n palauttamalla meidĂ€t tĂ€hĂ€n lĂ€htökohtaan.  Itse hĂ€n on viittanut tietĂ€ systemaattisen teologian alueella työskenteleville. On varsin piristĂ€vÀÀ kuulla kirkasta evankeliumia vakavan teologisen esitelmĂ€n puitteissa. Samoin erittĂ€in raikasta oli kuulla professorilta, ettĂ€, lĂ€hetyksestĂ€ puheen ollen, „kysymys on tehtĂ€vĂ€stĂ€„. En usko ettĂ€ Forsbergin toisessa yhteydessĂ€ esittĂ€mĂ€ varoitus, nimittĂ€in ettĂ€ „teologisesti tĂ€mĂ€ merkitsee lĂ€hetyksen tarkastelemista ja esittĂ€mistĂ€ lain piirissĂ€“ joka tarkoittaa, ettĂ€ lĂ€hetys olisi siten „osa etiikkaa“, jĂ€isi tĂ€ten huomioimatta. Itse ymmĂ€rrĂ€n rakkauden lain ja sen etiikan osana evankeliumia, ei lakia(8), niin kuin kristillinen etiikka kokonaisuudessaan. Olisi vaarallista sekoittaa maallisen regimentin tehtĂ€vĂ€t spesiiviseen kristilliseen etiikkaan.

Milloin saamme kuulla systemaattisen teologian edustajilta heidĂ€n perustelunsa lĂ€hetystehtĂ€vÀÀn? Milloin kirkon opettajat antavat lĂ€hetystyölle legitimaation ja motivaation? Parisataa vuotta kului luterilaisissa piireissĂ€, ennen kuin August Hermann Franke ja hĂ€nen „kerettilĂ€isoppilaansa“ Kreivi Zinzendorf löysivĂ€t lĂ€hetysajatuksen. Parisataa vuotta on kulunut sen jĂ€lkeen, eikĂ€ mitÀÀn mullistavaa meidĂ€n keskuudessa  ole tapahtunut, ennen kuin LML otti niin selkeĂ€n kannan lĂ€hetystehtĂ€vĂ€n tĂ€rkeydestĂ€, siitĂ€, ettĂ€ lĂ€hetystehtĂ€vĂ€ ei ole ainoastaan missio Dei, vaan missio dei, koska se on jatke Jumalan olemuksesta. Sellainen Jumala on, ettĂ€ hĂ€n tulee ihmisen luokse, sellainen Jumala on, ettĂ€ hĂ€n tulee lĂ€hettĂ€mĂ€llĂ€ ihmisten luokse.  Kuluuko tĂ€mĂ€ inkarnaatio-opin myötĂ€ kristologiaan, vai christus prolongatus kĂ€sitteen kautta ekklesiologiaan, vai rakkauden osoituksena etiikkaan, vai saarnaamisen erityismuotona homiletikkaan, vai mihin? Missiologina odottelemme systemaattisen teologian teologien selvitystĂ€.

 

(1)     „The lowest common denominator“.

(2)    MÀÀrÀajasta ei ollut kuitenkaan mitÀÀn konkreettisia ehdotuksia.

(3)    Itse pidÀn tÀrkeimpÀnÀ, ettÀ teologia pyrkii normatiivisuuteen kuin standardeihin.

(4)    Lutherin intuitiiviset havainnot ja tunnepohjaiset sidonnaisuudet ovat tÀssÀ suhteessa erittÀin merkittÀviÀ ja piristÀviÀ.

(5)    Eberhard JĂŒngel, „Gott als Geheimnis der Welt. Zur BegrĂŒndung der Theologie des Gekreuzigten im Streit zwischen Theismus und Atheismus“, TĂŒbingen, 1977/19783 s.6-9 et.al.

(6)    Suomennos „Jumalan olemus on tulossa“ hĂ€mmentĂ€isi eron Barthin ajatteluun, joka oli vielĂ€ puhtaasti ontologinen, eikĂ€ sisĂ€ltĂ€nyt ideaa liikkeellĂ€ olemisesta, kuten JĂŒngel postuleeraa. Kysymys ei ole kerettilĂ€isesta gnostisesta emanaatiosta, vaan pikemminkin emissiosta, joka taas tarjoaa suorannaiset yhtymĂ€kohdat missio-ajatteluun.

(7)     Ks. Paul Murdoch, „Towards a Theological Apology Of Mission“, in „Bilanz und Plan: Mission an der Schwelle zum Dritten Jahrtausend, Festschrift fĂŒr G.W.Peters…“ s.104-122, Verlag der Liebenzeller Mission, Bad Liebenzell 1988

(8)    Ei siis ole kysymys „tertius usus legis“-kĂ€sitteestĂ€.