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„Das Reich Gottes und die Umma – worauf hoffen Christen und Muslime“

(Ein Anspiel des Kreativteams MItttendrin-Gottesdienst Marbach geht voraus:

Wettlauf zum Paradies

Personen:

Moderator/ Schiedsrichter, 2 Engel, 3 Sportler und eine 4. Sportlerin.

Moderator:    Meine Damen und Herren ich darf sie herzlich zu unserem heutigen Wettlauf

zum Paradies begrüßen.

An der Starlinie sind schon unsere 3 Konkurrentinnen, die sich bereit machen.

Ganz rechts sehen sie Yasemin (Zeit zum Winken und vorstellen lassen)…

in der Mitte ist Hanna (Zeit lassen, wie oben)…

und ganz links ist Bella angetreten (wie oben)…

Alle Sportlerinnen sind hochkonzentriert und bereit ich bitte sie ganz still zu

bleiben, dass sie nicht gestört werden.

 

Wir beginnen jetzt mit den Fragen:

Wer von Euch hat zu Lebzeiten etwas gespendet?

 

Yasemin:       Ich, ich habe für den roten Halbmond gespendet.

 

Hanna:                       Ich habe auch etwas gespendet, nämlich für Brot für die Welt.

 

Bella:             Ich habe immer ganz viel Greenpeace gegeben.

 

Moderator:    Respekt meine Damen. Jede von euch darf einen großen Schritt Richtung Paradies machen.

 

Kommen wir zu unserer nächsten Frage: Wer hat eine Pilgerfahrt unternommen?

 

Yasemin:       Ich bin mit meinen Eltern nach Mekka gefahren.

 

Hanna:                       Ich war auf dem Jakobsweg, habe ihn aber abgebrochen.

 

Bella:             Auf meinen Wanderungen durch die Natur habe ich immer wieder den Jakobsweg gekreuzt, gilt das auch?

 

Moderator:    (Er wägt ein bisschen ab) na gut, ich will ja nicht so sein, jede von euch darf noch einen Schritt vor.

Damit haben wir bis jetzt einen Gleichstand erreicht.

 

Bei der nächste Frage will ich von euch wissen: Wer hat gefastet?

 

Hanna:           Ich, ich, ich. Ich habe jedes Jahr 7 Wochen ohne gemacht.

 

Yasemin:       Selbstverständlich habe ich immer den Ramadan eingehalten.

 

Bella:             (zögert)… ähm… also ich bin Veganer.

 

Moderator:    Naja, ich weiß von ein paar Mogeleien, ich kann euch hier nicht weiter gehen lassen.

 

Kommen wir zur nächsten Frage: Wer hat gebetet

 

Yasemin:       Selbstverständlich habe ich immer meine 5 Gebetszeiten eingehalten.

 

Hanna:           Ich habe auch jeden Tag gebetet:

 

Bella:             Ich habe noch nie gebetet, habe aber jeden schönen Sonnenuntergang bestaunt und bewundert.

 

Moderator:    Okay, okay, alle einen Schritt vor.

 

Nächste Frage: Wer ist regelmäßig in den GD gegangen?

 

Hanna:           Ich bin jeden Sonntag in die Kirche gegangen,… fast jeden Sonntag, …also einmal im Monat.

 

Yasemin:       Ich war jeden Freitag in der Moschee.

 

Bella:                         Ich war viel in der Natur draußen, habe sie rücksichtvoll und pfleglich behandelt, halt Mutter Erde geehrt.

 

Von hinten kommt der 4. Sportler und quetscht sich durch die anderen durch. Diese sind empört und rufen:

 

Yasemin:       Heh, was soll das?

 

Bella:             Hinten anstellen!

 

Hanna:           Oder hast du etwa viel gespendet?

 

  1. Person: Nein, ich hatte ja kaum was…

 

Yasemin:       Hast du etwa mehrere Pilgerfahrten gemacht oder wie verrückt gefastet?

 

  1. Person: Nnnnein?!(unsicher)

 

Hanna:           Hast du viel gebetet?

 

  1. Person: Etwas schon (noch unsicherer).

 

Bella:             Wieso überholst du uns dann?

 

  1. Person: Ich habe eine Eintrittskarte geschenkt bekommen.

 

Sie sucht ihre Taschen ab und holt eine verknitterte Eintrittskarte aus der Hosentasche zeigt sie den Anderen und marschiert zum Paradies.)

 

Ansprache (narrative Predigt):

Yasemin, Hanna und Bella, drei Menschen, drei Einstellungen…

 

Die Geschichte hört hier nicht auf. Das Gespräch geht weiter:

 

Bella als wohlwollender, gewissenhafter, moderner Mensch will paradiesische Zustände wie die anderen Auch, aber sie sucht sie innenweltlich durch gutes, gewissenhaftes Handeln herbeizuführen. Sie glaubt vielleicht an eine höhere Macht – man kann es schließlich nicht ausschließen, dass es eine solche gibt… Ihretwegen darf man diese auch „Gott“ nennen, solange man das nicht so eng, nämlich als Person sieht… Von Himmel und Hölle im Jenseits hält Bella nichts. Deshalb ist jeder schritt vorwärts in Richtung mehr Gleichheit, Gerechtigkeit und Minderung des Leids nicht nur ein Schritt in die richtige Richtung, es ist eigentlich alles, worauf sie hoffen kann.

 

Hanna hingegen will schon eine bessere Welt, aber sie kann es nicht glauben, dass das Heil der Menschen nur von unseren menschlichen Anstrengungen abhängt. Sie glaubt fest daran, dass Gott diese Welt anders geschaffen hat als sie jetzt ist. Schon in der Kinderkirche hat sie von der Vertreibung der Menschen aus dem Paradies gehört. Sie weiß, dass die Sünde unsere Welt immer noch kaputt macht. (Damit könnte Bella etwas anfangen, wenn sie statt von Sünde zu reden, nur Ungerechtigkeit anprangern würde. Yasemin, ihrerseits würde lieber die Schuld auf die „Ungläubigen“ schieben, wie ihr Onkel der Imam das erklärt: „Schaff die Ungläubigen ab und schon ist der Kittel geflickt! Der Mensch kann nämlich der Sünde widerstehen, wenn er nur rechtgläubig ist und sich so verhält – zumindest was die „schweren Sünden“ betrifft…) Aber zurück zu Hanna. Sie hat einmal in einer eindrücklichen Predigt gehört, wie aus dem 2. Petrusbrief zitiert wurde; (2Pet 3,13) „Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt.“ Wenn sie damals nachgefragt hätte, hätte der Pfarrer ihr auch die Stelle aus der Offenbarung zitiert: (Off 21,1) „Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr…“   Sie musste auch manchmal daran denken, wie Jesus (der im Himmel auf dem Thron sitzt) gesagt hatte : „Siehe, ich mache alles neu!“. Sie war sich nur nicht ganz im Klaren, wie es einer in diese neue Welt hineinschafft… Irgendwie hat sie das Gefühl nicht los gelassen, dass sie etwas dafür tun muss.

 

Yasemin war mit ihr in dem Punkt ganz einig, auch wenn sich nichts von einem „neuen Himmel“ und einer „neuen Erde“ wusste. Vielleicht war das nur Ungläubigen-Speak für das Paradies. Immerhin gingen die Vorstellungen über die Anzahl der Paradiesgärten auch im Islam auseinander: Der Koran (➝ 55,46 und ➝55,62) erwähnt jeweils zwei Gärten bzw. zwei Doppelgärten. die Hadith hingegen wollen sogar von sieben oder auch von acht Gärten wissen. Hat das vielleicht etwas mit den 7 Himmeln zu tun?

Auf jeden Fall wusste sie von ihrem Onkel was in Sure 3. Die Sippe ‚Imrans 133 ff steht:

 

Und wetteifert nach Vergebung von eurem Herrn und (nach) einem Garten, der (in seiner Ausdehnung) so weit ist wie Himmel und Erde, und der für die Gottesfürchtigen bereitsteht, |134 (diejenigen) die Spenden geben, ob es (ihnen) gut oder schlecht geht, und die (wenn sie jemandem grollen) den Groll unterdrücken und den Menschen gegenüber Nachsicht üben! Gott liebt die Rechtschaffenen. |135 Diejenigen, die, wenn sie etwas Abscheuliches getan oder (durch sündigen Lebenswandel) gegen sich selber gefrevelt haben, Gottes gedenken und (ihn) um Vergebung für ihre Schuld bitten – und wer könnte (den Menschen ihre) Schuld vergeben, außer Gott? – und (die) in dem, was sie (an Sünde) getan haben, nicht beharren, wo sie doch wissen (daß es Sünde ist), |136 deren Lohn besteht in Vergebung von ihrem Herrn und in Gärten, in deren Bäche fließen, und in denen sie (ewig) weilen werden. Welch trefflicher Lohn für die, die (im Guten) tätig sind!

 

Da war sie ganz bei Hanna: Um in Gottes Paradies oder Paradiese – wie auch immer – hineinzukommen muss man gehörig was leisten. Erst dann gab es Zutritt zu den paradiesischen Zuständen: „Da fließen Bächen von Wasser, Milch, Wein und Honig (vgl. ➝ 14,23; ➝ 47,15), da gibt es Früchte aller Art (vgl. ➝ 13,35; ➝ 36,57; ➝ 37,42); auch Fleisch (➝ 52,22), insbesondere »Fleisch von Geflügel von dem, was sie (die Menschen) begehren« (➝ 56,21)… In silbernen Gefäßen (➝ 76,15), Krügen (➝ 56,18), Humpen (➝ 76,15; ➝ 56,18; ➝ 88,14) und randvoll gefüllten Bechern (➝ 78,34; ➝ 52,23; ➝ 76,5. 17) wird den Seligen Wein serviert, jenes im irdischen Leben verbotene Getränk ➝ 5,90. Kostbare Gewänder, Armringe aus Gold (➝ 18,31), Silber (➝ 76,21) und Perlen (➝22,23; ➝ 35,33) schmücken die Paradiesbewohner.

Auf gepolsterten, goldbesetzten und mit Brokat gefütterten Teppichen, Sesseln und Betten können sie sich entspannen und ausruhen (vgl. ➝ 88,13; ➝ 56,15; ➝18,31; ➝ 38,51 u.ö.). Ihr Umgang mit den anmutig aussehenden Paradiesjungfrauen (vgl. ➝ 55,58 u.ö.) und den Huris, jungen Paradiesknaben … als Mundschenk (vgl. ➝ 56,15-18)“ (LdIslam Bd. 3, 610f – das ist allerdings im Islam umstritten, ob Knaben oder Zwitter oder Jungfrauen…) soll die Gläubigen für ihre Entbehrungen im Diesseits mehr als entschädigen… Was sie als Frau daran besonders reizen sollte, war ihr schon immer nicht ganz klar… Ihre Tante sagte, „Na ist doch klar! Endlich haben wir unsere Ruhe! … Nicht einmal Wasser holen und Kochen müssen wir mehr!“ Das mit dem Wasserholen schien ihr ein wenig weit hergeholt zu sein, aber selbst ihr recht aufgeschlossener, liberale Onkel verwendete in seinen Khutbah-Predigten Freitags in der Moschee Beispiele aus der Zeit Mohammeds. Wie viel Kamelen sei eine Frau wert, wenn z.B. Ihre Ehre beschädigt wirt… Es war alles so schwierig. Einer ihrer ehemaligen Mitschüler, der in eine strenggläubigere Moschee ging hatte ihr mal ins Gesicht gesagt: „Als Frau hast Du sowieso keine Seele und kommst nicht in die allgemeine Auferstehung am Ende der Tage, geschweige denn ins Paradies!“

 

Bella war immer röter im Gesicht geworden und konnte kaum an sich halten: „Also – ich bin ein toleranter Mensch und so, aber das geht mir entschieden zu weit! Wo bleibt da die Gleichberechtigung? Frauen hätten keine Seele?? In meiner Erfahrung verhält sich das eher umgekehrt. Da kenn ich eine ganze Rehe von seelenlosen Männern!! Und wenn es Paradiesjungfrauen und Lustknaben für die Männer gibt – hallo?!! Ach, was solls! Freien Sex haben wir eh schon lange erreicht. Diese ekligen Fantasien von alten Männern mit all den Huris und Co!“

 

Der „Dialog“ schien – gelinde gesagt – gefährdet, zumal Hanna EIN SCHRITT IN DIE RICHTUNG VON BELLA gegangen war. Ihr ganze Körpersprache sagte, dass sie eher auf Hannas Seite stand – mit Ausnahme von der Sache mit dem freien Sex, versteht sich.

 

Yasemin ging in Verteidigungsmodus, nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“: „Ihr Christen sind die Dekadenten! Schaut Euch nur um! All die Pornographie, freien Sex, Ehebruch, Saufen, Schweinefleisch fressen – pfui Teufel!“

 

Bella machte auf dem Absatz kehrt und stürmte in Rage davon. Nur Wortfetzen waren zu hören als sie sich immer weiter entfernte – borniert — ewiggestrig – frauenfeindlich – …

 

Hanna und Yasemin schauten sich an. Was jetzt? So vieles die beiden einte: Sie glaubten an Gott, sie glaubten an die Auferstehung, sie glaubten an das Gericht … Es war doch etwas wie eine Kluft zwischen den beiden. Was vor dem Tod sein soll und was nach dem Tod und der Auferstehung kommen soll, darin waren sich die beiden nun wirklich nicht einig!

 

Plötzlich hörten sie wie einer hinter ihnen sich räusperte. Ach! Der vierte Sportler stand immer noch da! Er hatte alles mitgekriegt und jetzt sah aus als wollte er etwas sagen …

 

Der 4: „Ganz schön viel Sprengstoff was?“ Gott sei Dank habe ich in diesen Fragen Klarheit gefunden!

 

Die Zwei: Wie das? Ja – genau!

 

Tja, – Wie heißt ihr beiden noch mal gleich? Hanna und Yasemin.

 

Hanna, als ich zehn Jahre war betete ich jeden Abend vorm ins Bett gehen: „Lieber Gott, lass mich nicht in die Hölle kommen!“ Das hat mich damals richtig bewegt. Ich hatte schon lang Jesus in mein Leben gebeten, ihn um die Vergebung meiner Sünden gebeten, aber ich halte das unsichere Gefühl, es würde doch von mir und meinen Taten abhängen, dass Gott letztlich mir alles vergibt und zu sich in den Himmel nimmt wenn das Leben hier auf Erden vorbei ist. Das dauerte vielleicht einen oder zwei Monate – irgendwann konnte ich das annehmen, was mir von meinen Eltern und in der Gemeinde gesagt wurde: „es kommt nicht darauf an, was du tust oder getan hast, es kommt darauf an das Jesus am Kreuz für dich bezahlt hat und dir das Leben und die Fülle schenken will! Du kannst das Geschenk seine Liebe und seiner Vergebung einfach annehmen“. Das war so befreiend für mich zu begreifen und erfahren, dass ein anderer nämlich Jesus für mich all meine Sündenschuld beglichen hat, dass er sein Leben hingelegt hat, damit ich sein Leben haben kann. Es wurde mit vielen Beispielen belegt, zum Beispiel die Geschichte von dem katholischen Pater im Konzentrationslager, der selber vor getreten ist als der Name eines jungen Familienvaters zur Hinrichtung ausgerufen wurde.

Leider begreift es nicht jeder, der sich Christ nennt, dass es nicht die guten Werke sind, die uns retten. Im Römerbrief sagte der Apostel Paulus, Dass der gerechte Lohn für unsere Sünden der Tod sei, aber das Gott es nicht bei der gerechten Belohnung belässt, sondern als freie Gabe durch Jesus Christus das ewige Leben schenkt, und zwar allen für die ER der Herr ihres Lebens ist.

 

Und Yasemin, Ich kenne auch deine Situation! Ich habe fast zehn Jahre lang in einem islamischen Land gelebt und das hautnah mitgekriegt, wie verunsichert die Menschen sind. Sie wollen das Gute, sie wollen Gott dienen, manche von ihnen beten tatsächlich die fünf rituellen Gebete jeden Tag und verbringen dabei mindestens 2 Stunden ihrer Zeit. Sie halten die Fastenvorschriften im Monat Ramadan penibelst ein, sie geben Almosen in Höhe von 2,5 % ihres Einkommens als Armensteuer, sie machen die Pilgerfahrt nach Mekka und lassen es sich viel Geld kosten. Und dennoch kennen sie nicht sicher sein, wo sie bei Gott dran sind. Wird Allah, der ja bekanntlich barmherzig ist, auch ihnen barmherzig sein? Wie können Sie das wissen? Selbst für Mohammed und seine Familie beten die Frommen im Anschluss an jedem Gebet beten die Gläubigen – und zwar für ihr Seelenheil!

Dann gibt es die ständige Drohung mit der Hölle … Im Koran wird mit Höllenqualen den ungläubigen, abtrünnigen ungehorsamen Menschen über 150 mal gedroht… Aber wenn von Gottes Gnade die Rede ist, dann heißt es meistens „vielleicht wird er (euch) gnädig sein“.

 

Menschen, die vom Islam zum Christentum konvertiert sind und Jesus als Herrn ihres Lebens erkannt und anerkannt haben berichten immer wieder was das für ein Riesenunterschied ist, im Kopf zu wissen und im Herzen die Gewissheit zu haben, dass ich in der Ewigkeit nicht verloren sein werde, sondern dass die Beziehung die ich durch Christus zu Gott in diesem Leben bereits bekommen habe über den Tod hinaus bestehen bleiben wird.

Jesus hat seinen Jüngern gesagt: (Joh 14,1) Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! 2 In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn’s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? 3 Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin. 4 Und wo ich hingehe, den Weg wisst ihr.

 

So wie es die Bibel erzählt, wird es nie Himmel auf dieser Erde geben. Auch wenn wir uns noch so anstrengen, wir Menschen kriegen das nicht hin, das Reich Gottes in dieser Welt zur Vollendung zu bringen. Wir werden es auch nicht halbwegs schaffen… Dazu fehlen die Voraussetzungen. Die ganze Schöpfung liegt unter dem Fluch der Sünde. Wie die einzelnen Menschen, die die Erlösung in ihrem Leben durch Jesus Christus erfahren, muss auch die ganze Schöpfung erneuert werden.

Für die Bibel wird es einen neuen Himmel und eine neue Erde geben, in denen es die Sünde und deren Folgen nicht geben wird. Jesus macht alles neu. Das Reich Gottes ist inwendig in den Gläubigen, aber greifbar erst nach dem Gericht an die Welt und nach der Neuschöpfung des Alls. (Himmel und Erde werden vergehen.. Siehe, ich mache alles neu ).

 

Ich weiß Yasemin – für den Koran bleibt die Erde ewig bestehen. Das Gericht betrifft nur jeden einzelnen Menschen.  Nach dem Tod kommen Menschen am jüngsten Tag am „youm al qiyyama“ ins Gericht und von dort teilweise über einen Zwischenstand, den ihr a’raf nennt, entweder ins Paradies oder in die Hölle.

 

In zahlreichen bildhaften

Ausmalungen beschreiben Koran und Tradition ein-

dringlich und ausführlich, welche Qualen die zur

Hölle verdammten Menschen zu erleiden und auszu-

halten haben: loderndes Feuer, dessen »Brennstoff die

Verdammten sind (➝ 3,10; ➝ 85,5; ➝ 104,4-9; ➝

72,15; ➝ 2,24), dessen Hitze nichts verschont (➝

74,28) und die nie nachläßt (➝ 17,97); Speisen und

Getränke »wie geschmolzenes Erz«, »wie das heiße

Wasser« (➝ 44,43 ff, vgl. ➝ 37,64-66; ➝ 88,5; ➝

38,58 u.ö. ); Kleidungsstücke, siedend heiß, aus flüs-

sigem Kupfer und aus Teer (vgl. 22,19-20); Marter-

werkzeuge wie Fesseln, Ketten und Eisenstöcke

(40,71-72; |➝ 22,21 u.ö. ). Auch eisige Kälte wird als

Peinigungsmittel genannt.

Was die Dauer der Höllenqualen betrifft, so betont

der Koran wiederholt, daß sie kein Ende nehmen wer-

den (➝ 33,64-65; ➝ 43,74; ➝ 41,28; 58,27; ➝

2,39. 257; ➝ 3,116; ➝ 9,68; ➝ 11,106-107).

LdIslam Bd. 2, 364

 

Aber das Leben auf der Erde geht ewig weiter für euch…

Jesus kommt auf die Erde wieder um den „Antichristen“, den Daddschāl im Krieg zu vernichten. Dann wird er heiraten, Kinder zeugen und sterben. Das Reich Gottes ist für den Islam das „Haus des Islam“, die Allah unterworfene Erde. Dort, wo alle Menschen Allah unterworfen sind, ist das „Reich Gottes“ (Maududi)

 

Die Schlüsselfrage ist, wie sehen Christen und Muslime die Sünde und deren Folgen – darum gibt es im Islam keine Erlösung…

 

 

Liebe Gemeinde, ich weiß nicht was Hanna und ihre Freundin Yasemin aus dem Gespräch schlussendlich an Konsequenzen für sich und ihr Leben gezogen haben. Aber dass ist auch nicht entscheidend. Entscheidend ist, was du daraus machst!

Amen

 

Der Islam – Fragen über Fragen

 

Inhalt:

Der Islam — Fragen über Fragen

Vortrag beim Gesprächsforum Leben+Glauben, Gerlingen, 2.4.2017

Wer war Mohammed und was hat ihn getrieben?

Hanif – Biographie – Waise, Tilman Nagel unterscheidet drei Phasen [1] („Strenger“/Hanif-Rasul/Prophet und Herrscher

Wie sein Umfeld ihn Wahrnahm
  • War Mohammed etwa Verrückt? 16 mal wehrt sich der Koran gegen diesen Vorwurf (z.B. 15,6)
  • Spottgedichte gegen Mohammed
    • War Mohammed Epileptiker oder litt er an anderen Krankheitsbildern?
    • Abbas Sadeghian Ph.D.: Sword and Seizure – Mohammed’s Epilepsy & Creation of Islam – Abridged, September 1, 2006
    • Dede Korkut M.D.: Life Altert – The Medical Case of Muhammad
    • Ali Sina: Understanding Muhammad – Psychobiography
  • War er Besessen? (Die Satanischen Verse)

Der Islam – eine antichristliche Religion?

  • Im Islam sind alle Antworten auf den christlichen Glauben bereits eingebaut
  • Theologisches Ziel des Islam ist, hinter das Christusereignis zurückzugehen

Christen in islamischen Ländern – ihr Leben, ihr Leiden, ihr Zeugnis.

  • Johannes Damascenus als Wesir in Damaskus
  • Der Bischof von Cordoba im sogenannten goldenen Zeitalter Andalusiens
  • Heute: Afghanistan, Saudi Arabien, Somalia und Grenzgebiete, IS-kontrollierte/-beeinflusste Gebiete, Malaysia, Indonesien (Pancasila), Jordanien, Türkei, Marokko…

Islam in Deutschland – was bedeutet das langfristig für uns?

  • Der Demographische Wandel – Wird es einen Euroislam geben?
  • Ja. Die Frage ist, ob er Einfluss haben wird!
  • Islamisch-theologische Fachbereiche/Fakultäten, Bassam Tibi etc.

Was bedeutet der Glaube für einen Muslimen – für einen Christen?

  • Nisar Khan – werde ein guter Muslim
  • Habib: der Islam ist eine leichte Religion (01.04.2017 Losung gestern 3.Mose 22,31 Haltet meine Gebote und tut danach; ich bin der HERR; Lehrtext 1.Johannes 5,3 Das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer.

Meine Erfahrung in Pakistan

[1] Tilman Nagel „Mohammed ging es immer auch um Macht“ 06 Februar 2012 (Quelle: GEOkompakt Nr. 16 – 09/08 – Glaube und Religion – Seite 134-138)

 

Vortrag beim Forum Glauben & Leben (Audiofile):

 

Fragen und Antworten (Audiofile):

 

 

 

 

 

 

 

Hofacker Abendbibelschule: Der christliche Glaube im Spiegel des Islam

1.) Mo. Der erste Artikel (des Glaubensbekenntnisses) und die Schahāda

Präsentationsfolien:abs2016lustnau_christl_glaube_im-lichte-des-islam1

Hier die Audiodatei:

2.) Di. Der zweite Artikel und die Schahāda Teil I

Präsentationsfolien:abs2016lustnau_christl_glaube_im-lichte-des-islam2

Hier die Audiodatei:

3.) Mi. Der zweite Artikel und die Schahāda Teil II

Präsentationsfolien:abs2016lustnau_christl_glaube_im-lichte-des-islam3

Hier die Audiodatei:

4.) Do. Der dritte Artikel und der Geist Gottes im Koran

Präsentationsfolien: abs2016lustnau_christl_glaube_im-lichte-des-islam4

Hier die Audiodatei:

5.) Fr. Das Vater unser und das Al-Fatiha Gebet

Präsentationsfolien: abs2016lustnau_christl_glaube_im-lichte-des-islam5

Hier die Audiodatei:

500 Jahre Reformation – immer noch Grund zum Feiern?

Vortrag zum Reformationsfest, gehalten an Allerheiligen, 1.11.2016 in der evangelischen Kirche Rübgarten zum Auftakt des Festjahres

Vortragsfolien als PDF-Datei

500 Jahre Reformation – immer noch Grund zum Feiern?

Audiodatei:

500 Jahre nach Beginn der Reformation brauchen wir selbst als Kirche und Gesellschaft eine Reformation an Haupt und Gliedern nötiger denn je. Alle 500 Jahre beginnt eine neue Epoche. Wie um 1500 das mit der Reformation geschah, sind wir auch heute an der Schwelle zu einer neuen Epoche. Dass die etablierten Kirchen darauf nicht vorbereitet sind – nicht einmal ein Konzept haben, hat Paul Bernhard Roten in seinem kleinen, aber wichtigen Büchlein „Auf Sand gebaut“ (Rothen, Paul Bernhard. Auf Sand gebaut. Warum die evangelischen Kirchen zerfallen. 2. Aufl. Wien: LIT Verlag, 2015.) sehr aufschlussreich gezeigt. Der Erste Teil des Vortrags geht auf die gesellschaftlichen Veränderungen, die zur Epochenbildung führen, ein. Der Zweite Teil widmet sich der ersten Hälfte von Rochens Buch.

Bibel und Koran – zwei Bücher, zwei Botschaften (Schönblick)

 

Dienstag: Gott teilt sich mit – Wie Gott sich Offenbart nach Bibel und Koran

Mittwoch:  „Was ist der Mensch, dass du seiner Gedenkst?“ – Die Stellung des Menschen in Bibel und Koran

Donnerstag:  Donnerstag: Wer ist Jesus – wer ist Gott?  Wie Bibel und Koran darauf antworten

Freitag: Das Volk Gottes und die letzten Dinge Erwählung und Schicksal. Gottes Friedensplan nach Bibel und Koran. Was Bibel und Koran dazu sagen

 

 

Herausforderung Islam – Bibel und Koran, zwei Bücher – zwei Botschaften

Der Vortrag wurde vor einem Bürgerforum am Rande des Schwarzwalds gehalten. Dort, wo noch kaum muslimische Zuwanderung geschehen ist, ist das Interesse sehr groß gewesen. Am Ende des Vortrags ist die Fragerunde mit aufgezeichnet (anonymisiert).

Der Vortrag liegt nicht schriftlich vor. Hier eine Skizze des Vortrags mit den relevanten Zitaten. Der Vortrag weicht teilweise sehr stark von der Skizze ab.

Die Hörzeit beträgt ca. 80 Minuten, die Fragerunde noch mal gute 20 Minuten.

Herausforderung Islam – Bibel und Koran, zwei Bücher – zwei Botschaften

Wir sind durch den Islam herausgefordert. Die ständig wachsende Zahl von Bürgerinnen und Mitbürgern mit Migrationshintergrund aus dem islamischen Kulturkreis stellt uns vor einen Wandel in unserer Gesellschaft. Die merkwürdigsten Allianzen tun sich auf. Traditionell atheistisch ausgerichtete Bewegungen und politische Parteien  zeigen auf einmal nicht nur Verständnis für den Islam an sich, sondern für Bräuche und Gepflogenheiten aus dem islamischen Kulturraum, die diametral den aufklärerischen europäischen Grundsätzen entgegengesetzt sind. Mit dem hier aufgenommenen Vortrag versuche ich aufzuzeigen, wie das Anliegen der islamisch geprägten Gesellschaft durch die so völlig andersartig gestaltete Botschaft des Koran und des Islam, wie sie in Sunna und Hädithen wiedergeben werden,  bedingt ist.

Der demographische Wandel stellt uns vor einer riesigen Herausforderung. Die daraus folgende Migration verändert unsere Gesellschaft und Kultur nachhaltig. Der Zusammenprall der Kulturen (auch Kampf der Kulturen gennant) nach Samuel P. Huntington[1]

 

Der Islam unterscheidet zwischen UMMAH (Vollzahl aller Muslime) AHL-AL-KITAB (Volk/Völker des Buches = Juden und Christen) und Götzendiener. Nur die Muslime sind für den Islam „Gläubige“, alle andere sind „Ungläubige“ (KUFFAR)

Umma und ‚ahl-al-kitab stehen sich gegenüber. Was anfänglich für Mohammed als vereinbar schien, wurde zu einer verbitterten Feindschaft. Das liegt in der Unterschiedlichkeit der Botschaften von Bibel und Koran.

Ein plastisches Beispiel hierfür ist der unterschiedliche Gnadenbegriff beider Bücher. Auch das Gottesbild des orthodoxen Islam, der sich an den Aussagen des Koran orientiert, unterscheidet sich stark vom biblischen Gottesbild. Es Geht um die Ehre Gottes und um die Verletzung derselben. Ehre kann nur durch Rache wieder hergestellt werden.

Auf diesem Hintergrund werden auch die causa Böhmermann und die tiefe Kränkung des türkischen Präsidenten auf Grund einer wahrgenommenen Verletzung seiner Ehre  verständlich:

Am Anfang des Wirkens Mohammeds war das anders. Ursprünglich glaubte Mohammed den gleichen Glauben, den die Juden und Christen hatten, für die Araber entdeckt zu haben.  Während seines Lebens kam es jedoch zu einer herben Enttäuschung darüber, dass die Juden und Christen seine Botschaft nicht annahmen, sondern teilweise sogar gegen ihn kämpften. Dass es zu keiner Einigung zwischen Mohammed einerseits und den Juden oder den Christen andererseits kommen konnte lag an der Botschaft, die er verkündete. Sie ähnelte zwar der biblischen Botschaft in vielen Punkten, setzte sich aber an entscheidenden Stellen deutlich von dieser ab  und widersprach dieser  in ihren Kernaussagen.

Als Einstieg nenne ich hier nur Losung und Lehrtext von heute

Losung:  Der HERR, euer Gott, ist gnädig und barmherzig und wird sein Angesicht nicht von euch wenden, wenn ihr euch zu ihm bekehrt. 2Chr 30,9

Lehrtext:  Kehrt also um und richtet euch aus auf die Vergebung eurer Sünden, damit vom Angesicht des Herrn her Zeiten der Erquickung kommen. Apg 3,19–20

Die Zusagen Gottes im Vergleich zu der Willkür Allahs:

Sure 3. Die Sippe ‚Imrans |132 Und gehorchet Gott und dem Gesandten! Vielleicht werdet ihr (dann) Erbarmen finden.

Sure 3. Die Sippe ‚Imrans   |200 Ihr Gläubigen! Übt Geduld und müht euch, standhaft und fest zu bleiben! Und fürchtet Gott! Vielleicht wird es euch (dann) wohl ergehen.

Sure 4. Die Frauen |99 Denen (die aus Unvermögen nicht „ausgezogen sind“) wird Gott vielleicht verzeihen. Gott ist bereit, Nachsicht zu üben und zu vergeben.

Sure 5. Der Tisch |35 Ihr Gläubigen! Fürchtet Gott und trachtet danach, ihm nahezukommen, und führet um seinetwillen Krieg (w. müht euch um seinetwillen ab)! Vielleicht wird es euch (dann) wohl ergehen.

Sure 5. Der Tisch  100 Fürchtet Gott, die ihr Verstand habt! Vielleicht wird es euch (dann) wohl ergehen.

Wie anders die Gewissheit derer , die Vergebung durch Jesus Christus erfahren haben!!

Aber schauen wir formale Unterschiede an:

I.) Zwei Bücher

Im Unterschied zur Bibel geht der Koran allein auf einen Menschen zurück – auf den Propheten des Islam Muhammad.

Wie mehrfach aus der Biographie Mohammeds gesehen werden kann , versteht sich der Islam als legitime Erfüllung der alt- und neutestamentlichen Offenbarung und also auch als Ergänzung und Korrektur zum Glauben der Juden und der Christen.

Diese Überzeugung ist auch schon im Koran dokumentiert. In Sure 2 “die Kuh” (al-baqra)

87 Wir haben doch (seinerzeit) dem Mose die Schrift gegeben und nach ihm die (weiteren) Gesandten folgen lassen. Und wir haben Jesus, dem Sohn der Maria, die klaren Beweise gegeben und ihn mit dem heiligen Geist gestärkt. Aber waret ihr (Juden) denn nicht jedesmal, wenn ein Gesandter euch etwas überbrachte, was nicht nach eurem Sinn war, hochmütig und erklärtet ihn für lügnerisch oder brachtet ihn um? 88 Und sie (d.h. die Juden) sagen: ›Unser Herz ist (eben) unbeschnitten‹. Aber nein! Gott hat sie (zur Strafe) für ihren Unglauben verflucht. Darum sind sie so wenig gläubig. * 89 Und als (nun) von Gott eine Schrift (d.h. der Koran) zu ihnen kam, die das bestätigte, was ihnen (an Offenbarung bereits) vorlag – und vorher baten sie (doch Gott wiederholt) um eine Entscheidung gegen die Ungläubigen –, als nun das, was sie (der Sache nach bereits) kannten, (in einer neuen Offenbarung) zu ihnen kam, da glaubten sie nicht daran. Gottes Fluch komme über die Ungläubigen! 90 Sie haben sich fürwahr auf einen schlechten Handel eingelassen, indem sie an das, was Gott (nun als Offenbarung) herabgesandt hat, nicht glauben, aus (lauter) Auflehnung (dagegen), daß Gott seine Huld (w. (etwas) von seiner Huld) herabschickt, auf wen von seinen Dienern er will. So haben sie sich Zorn über Zorn zugezogen. Und die Ungläubigen haben (dereinst) eine erniedrigende Strafe zu erwarten. 91 Und wenn man zu ihnen sagt: ›Glaubt (doch) an das, was Gott (nunmehr) herabgesandt hat!‹, sagen sie: ›Wir glauben (nur) an das, was (früher) auf uns herabgesandt worden ist.‹ An das Spätere glauben sie nicht, wo es doch die Wahrheit ist, indem es bestätigt, was ihnen (bereits) vorliegt. Sag: Warum habt ihr denn früher die Propheten Gottes (immer wieder) getötet, wenn (anders) ihr gläubig seid? [Sure 2. Die Kuh: Der Koran, S. 119f (vgl. Sure 2, 87ff) (c) Verlag W. Kohlhammer ]

97 Sag: Wenn einer dem Gabriel feind ist – und der hat ihn (d.h. den Koran) doch mit Gottes Erlaubnis dir ins Herz herabkommen lassen, als Bestätigung dessen, was (an Offenbarungen) vor ihm da war, und als Rechtleitung und Frohbotschaft für die Gläubigen –, 98 wenn einer Gott und seinen Engeln und Gesandten und dem Gabriel und Michael feind ist, so ist (umgekehrt auch) Gott den Ungläubigen feind.  99 Und wir haben doch (im Koran) klare Zeichen zu dir hinabgesandt. Nur die Frevler glauben nicht daran.  [Sure 2. Die Kuh: Der Koran, S. 120 (vgl. Sure 2, 9699) (c) Verlag W. Kohlhammer]

1) Die Entstehung des Koran aus islamischer Sicht

Der Koran besteht aus 114 Suren – alle von einer Quelle, nämlich letztlich aus dem Munde Mohammeds, und wurden von seinen Jüngern aufgeschrieben, und zwar auf das, was gerade zur Hand war: Papyrusblätter, Pergament, Tonscherben, Stoffreste u.a.m.

Hinter dieser Genese des Koran steckt aber die Überzeugung, dass Gott selbst den Koran in arabischer Sprache auf einer ehernen (ewigen) Tafel vor aller Zeit schrieb.[vgl. die beiden Tafel der 10 Gebote] – und deshalb sei dieser die älteste und ursprünglichste Offenbarung Gottes an den Menschen. Damit diese göttliche Offenbarung zu den Menschen gelangen konnte, wurde in der  لیلة القدر “Nacht der Kraft/Bestimmung” der Koran der Engelwelt übermittelt. “Als besonders heilig gilt die Nacht des 27. Ramadan, die »Laylat al-Qadr« لیلة القدر (Nacht der Bestimmung), in der die erste Koran-Offenbarung erfolgt sein soll.” [Lexikon des Islam: Fasten, Bd. 1, S. 242-243) (c) Verlag Herder] 

Gabriel erhielt den Auftrag, dem Rasul (Gesandter)  Mohammed die Botschaft für die Menschen zu übermitteln, und zwar Häppchenweise, passend zu der jeweiligen Situation.

Mohammad galt zu dieser Zeit als Hanif – Gott suchender. In seinem Ehevertrag mit Khadidscha bint Khuwailid bekam Mohammed das Recht zugesprochen, einen Monat lang jedes Jahr sich in die Wüste zurückziehen zu dürfen, um zu fasten und zu beten. Vorbild für ihn waren die christlichen (oder häretischen) Einsiedlermönche, die eine asketisch-komplentatives Leben in Höhlen in großer Einsamkeit verbrachten.

Für die islamische Gelehrsamkeit ist jedoch wichtig fest zu halten, dass der Koran immer nur im Trance übermittelt wurde  – alles andere, was Mohammed bei wachem Verstand gesagt hat gilt (nur) als Hadithe… (ob Mohammed Epileptiker war oder an einer Geisteskrankheit litt?)

Als sicher gilt jedenfalls, dass Mohammed die Koranabschnitte mündlich überlieferte und dass seine Gefährten sich bemühten, die Verse auswendig zu lernen. (S.u. zum Thema Überlieferung des Koran zur Zeit Uthmans).

War Mohammed Analphabet? Wird von frommen Muslimen als Beweis für den übernatürlichen Charakter des Koran gesehen, andere halten es für höchst unwahrscheinlich, dass ein Geschäftsmann, der mit Rechnungen und Schuldbriefen umgehen musste, Analphabet hätte sein können. Aus zu schließen ist es allerdings nicht. Es gab eine Schreiberzunft und auch Mohammed hat einen persönlichen Sekretär gehabt. Bis in die Zeit der Modern hat es im Orient wohlhabende und mächtige Personen gegeben, die des Schreibens und Lesens nicht mächtig waren (vereinzelt heute noch).

Als erste Offenbarung in der Höhle am Berg Hira gilt Sure 96 (Der Klumpen/Der Embryo):

1 Trag vor im Namen deines Herrn, der erschaffen hat, 

2 den Menschen aus einem Klumpen/Embryo erschaffen hat! 

3 Trag vor! Dein höchst edelmütiger Herr ist es ja, 

4 der den Gebrauch des Schreibrohrs gelehrt hat (oder: 

der durch das Schreibrohr gelehrt hat), 

5 den Menschen gelehrt hat, was er (zuvor) nicht wußte…

[Sure 96. Der Embryo: Der Koran, Sure 96, 15, S. 1078(c) Verlag W. Kohlhammer]

ebenfalls zu den frühen Suren gehört Sure 114 (Die Menschen) und gibt Einsicht in das religiöse Verlangen Mohammeds:

Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes.

1 Sag: Ich suche Zuflucht beim Herrn der Menschen, 

2 dem König der Menschen, 

3 dem Gott der Menschen, 

4 vor dem Unheil  von Einflüsterung, – von dem heimtückischen Kerl,

5 der in die Brust der Menschen (böse Gedanken) einflüstert, 

6 sei es ein Dschinn oder ein Mensch.

[Sure 114. Die Menschen: Der Koran, S. 1098, Verlag W. Kohlhammer]

Hier sehen wir auch eine der Wurzel für das Verhalten beim rituellen Gebet, wo der zum Gebet bereite Muslim sich zum Zeichen der Buße an den Ohren packt (oder etwas verklärter die Hände wie zum Hören an die Ohren legt), sich dem guten Engel über der rechten Schulter sich zuwendend um Schutz bittet, und dann zum bösen Engel über seiner linken Schulter sich zuwendend diesem im Namen Allahs wehrt. Danach kommen die Verneigungen, Verbeugungen und die Halb-Prostration, bei der die Stirn auf den Boden gedrückt wird (ein blauer Fleck auf der Stirn eines Muslimen ist eine sichere Indiz, dass dieser sich als besonders fromm versteht!).

Aber zurück um Koran: Wie gesagt, die Verse des Koran wurden auswendig gelernt und “rezitiert”. Eine Anordnung war gar nicht möglich oder notwendig. Die Originalaufschriften wurden nach islamischer Tradition in einer Kiste aufbewahrt, bis eines Tages eine Ziege sich Zugang dazu verschaffte und die essbaren Teile der Originale gefressen hat…

Umar hat den Auftrag gegeben, die Quellen zu vereinheitlichen (Anordnung nicht chronologisch).

Die chronologische Anordnung der Suren ist nur Islamgelehrten bekannt, wobei es keine einheitliche Sicht davon gibt.

Der Buchstabe ist heilig (Behandlung des Buchs, Amuletten und Potionen im Volksislam)

(Granth im Sikkhismus)

Die Rezitation bringt Verdienst.

Das Prinzip der Abrogation

(Nehls: Christen antworten Muslime S.25f “wie steht es mit dem exegetischen Prinzip des »mansukh« (= ein von Gott zurückgezogener Text) und »nasikh« (= der Text, der anstelle eines mansukhTextes eingesetzt wird)?

Wir müssen verstehen, daß die Verse aus Sure 2,107 und 16,102 nicht das Anliegen haben, ein besseres Verständnis des Textes zu ermöglichen und auch nicht gegeben wurden im Hinblick auf eine progressive Fortsetzung vorislamischer Schriften, wo Erweiterungen und neue Aspekte sicher ihren Platz hätten. Sie sind offensichtlich gegeben worden, um Verbesserungen an einem als offenbart geltenden Text, innerhalb

von etwa 20 Jahren (und meist weniger), zu rechtfertigen.

Wir verweisen hier auf das exegetische Prinzip: Wenn wir (26) wissen wollen, was ein gewisser Abschnitt wirklich bedeutet, müssen wir ermitteln, was der betreffende Text seinen ursprünglichen Hörern wirklich sagen wollte. Wie verstanden sie ihn? Erst wenn wir dies getan haben, können wir einen Text, ohne ihn zu entstellen, in unsere Gegenwartssituation hineininterpretieren.

Um die ursprüngliche Bedeutung herauszufinden, sollte man sicher auch die Kommentare der alten Glaubensväter zu Rate ziehen und sehen, wie sie den Text verstanden und interpretiert haben.

Die »Tafsir-i-Azizi« (Tafsir = Kommentar oder Auslegung) erklärt drei Arten von Zurücknahme bzw. Austausch eines Textes:

  1. wo ein Vers herausgenommen wurde und an seine Stelle ein anderer eingesetzt wurde,
  2. wo ein Gebot (oder Verbot) abgeschafft wurde, aber die Buchstaben des Textes geblieben sind,
  3. wo beides, Text und Gebot (Verbot), aus dem Text entfernt wurden.

Nach Jalalu’dDin ist die Zahl der zurückgenommenen bzw. ausgetauschten Texte zwischen 5 und 500 geschätzt worden (»Dictionary of Islam«, Seite 520).

In seinem »Itqan« stellte er eine Liste von 20 Versen zusammen, die von allen Kommentatoren als abgeändert anerkannt worden sind (»Dictionary of Islam«, Seite 520).

(27) Einige sollen Erwähnung finden:

  • Die Quibla (Gebetsrichtung) wurde von Jerusalem nach Mekka abgeändert (Sure 2,143-145).
  • Die Teilung des Erbes, das von Eltern oder Verwandten zurückgelassen wird, soll gemäß Sure 4,8 gleichmäßig erfolgen, was aber durch Vers 12 abgeändert wurde, wo
  • befohlen wird, daß Männer den doppelten Anteil von Frauen erhalten sollen.
  • Das Nachtgebet, in dem der Koran rezitiert werden soll, sollte etwa die halbe Nacht beanspruchen 73,35). Dies wurde abgeändert in: »daher rezitiert aus dem Koran, wie es euch leicht und möglich ist«

Aischa, Mohammeds Lieblingsfrau erklärte diesen Text als einen später (nach Mohammeds Tod) zugefügten Vers. Bei Ehebrecherinnen war eine lebenslängliche Gefangenschaft vorgesehen (Sure 4,16), die aber in eine Strafe von 100 Peitschenhieben abgeändert wurde (Sure 24,3). Dies trotz der Nachsicht die für reumütige Homosexuelle (in Sure 4,17) vorgeschrieben ist.

Ich möchte hier außerdem auf einen Text verweisen, der nicht mehr im Koran enthalten ist, nach dem Ehebrecher zu Tode gesteinigt werden sollen. Vergeltungsmaßnahmen in Fällen von Verbrechen, besonders von Mord, sollten auf Menschen gleichen Ranges beschränkt bleiben (ein Sklave für einen Sklaven, ein Freier für einen Freien, ein weibliches Wesen für ein weibliches Wesen usw., Sure 2,179). Dies widerspricht Sure 5.46 und Sure 17.34, wo Vergeltungsmaßnahmen nur gegen den Mörder angewandt werden dürfen (Leben für Leben, Auge um Auge etc.).

Der Jihad oder der Heilige Krieg war während der heiligen Monate verboten (Sure 9,5); aber in Vers 36 ist er nicht nur erlaubt, sondern man wird dazu geradezu  ermutigt, was natürlich den erstgenannten Vers aufhebt.

Der Orientalist und Islamologe John Burton schreibt: »Sure 2,10 steht am Beginn einer Reihe von durchgreifenden Veränderungen oder Modifizierungen die von Mohammed sowohl auf ritueller als auch auf gesetzlicher Ebene eingeführt wurden. Der Vers leitet somit die Änderung der Quibla (Verse 116, 178, 125252); der Riten für Pilgerreisen (Vers 158); gewisser Diätvorschriften (Verse 168174); des Rachegesetzes (Verse 178179); der Regelung von Hinterlassenschaften 27

2) Die Entstehung der Bibel (aus christlicher Sicht)

66 Kanonische Bücher, Hunderte von Autoren! Kollektivwerk!

A) Durch genaues Erforschen:

Lk 1,1ff 1 Viele haben es schon unternommen, Bericht zu geben von den Geschichten, die unter uns geschehen sind, 2 wie uns das überliefert haben, die es von Anfang an selbst gesehen haben und Diener des Worts gewesen sind.  3 So habe auch ich’s für gut gehalten, nachdem ich alles von Anfang an sorgfältig erkundet habe, es für dich, hochgeehrter Theophilus, in guter Ordnung aufzuschreiben, 4 damit du den sicheren Grund der Lehre erfährst, in der du unterrichtet bist.

1 Petr 1,10ff Nach dieser Seligkeit haben gesucht und geforscht die Propheten, die von der Gnade geweissagt haben, die für euch bestimmt ist,11 und haben geforscht, auf welche und was für eine Zeit der Geist Christi deutete, der in ihnen war und zuvor bezeugt hat die Leiden, die über Christus kommen sollten, und die Herrlichkeit danach. 12 Ihnen ist offenbart worden, dass sie nicht sich selbst, sondern euch dienen sollten mit dem, was euch nun verkündigt ist durch die, die euch das Evangelium verkündigt haben durch den heiligen Geist, der vom Himmel gesandt ist,  was auch die Engel begehren zu schauen.

B) Menschen Machen Erfahrungen mit Gott und erkennen daraus den Willen Gottes 

(Jakob, Josef, Psalmen)

C) Menschen empfangen durch Offenbarung den Willen Gottes, der Sie betrifft (Abraham, Jakob, Joseph, die Propheten des AT, Offenbarung des Johannes)

2.Tim 3,16 Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit,

2.Petr 1,1921 Um so fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, daß ihr darauf achtet… 20 Und das sollt ihr vor allem wissen, daß keine Weissagung in der Schrift eine Sache eigener Auslegung ist. 21 Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern [a] getrieben von dem heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet.

Eine Fülle von Autoren, Eine Kette von Zeugen

(Hebr 12,1: Darum auch wir: Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, laßt uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig umstrickt, und laßt uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist)

Die Botschaft ist heilig

das Befolgen ist entscheidend!

II Zwei Botschaften

viele Gemeinsame Elemente und Geschichten (Abraham, Joseph, Jesus, Mara –  Jungfrauengeburt)

Unter den Propheten haben wir einige vor anderen bevorzugt. Mit einigen sprach Gott selbst, andere bevorzugte er noch mehr. Dem Jesus, Sohn Miriams, gaben wir Wunderkraft, und rüsteten ihn mit dem heiligen Geist aus. Hätte Gott es gewollt, so würden die später Lebenden, nachdem ihnen so deutliche Belehrung zuteil geworden ist, nicht verschiedener Ansicht sein. Aber sie sind verschiedener Meinung; einer glaubt, der andere leugnet. Wenn Gott es nur wollte, sie stritten nicht miteinander. Aber Gott tut, was er will. 2, 253

– Abweichungen (Isaak, Jesus – Kreuzigung, heilige Geist) werden unterschiedlich erklärt:

Islam: Das Injil ist korruptiert worden (Paraklet)

61,611

6  Und als Jesus, der Sohn Marias, sagte: »O Kinder Israels, ich bin der Gesandte Gottes an euch, um zu bestätigen, was von der Tora vor mir vorhanden war, und einen Gesandten zu verkünden, der nach mir kommt: sein Name ist Ahmad* 187.« Als er nun mit den deutlichen Zeichen zu ihnen kam, sagten sie: »Das ist eine offenkundige Zauberei.«

[Koranstellen: Lexikon des Islam, S. 1777

(vgl. LdIslam Bd. 3, S. 903) (c) Verlag Herder]

*(oder:“hochgelobt“, so Paret)

Christentum: Die häretischen Quellen sind falsch, bzw Mohammed hat christliche Texte nur ungenau übermittelt bekommen oder schlicht falsch verstanden (ostsyrische Quellen?)

Darauf sagt Gott: O du Jesus, Sohn der Maria, gedenke meiner Gnade gegen dich und deine Mutter, ich habe dich ausgerüstet mit dem heiligen Geist, damit du schon in der Wiege zu den Menschen reden konntest, und auch, als du herangewachsen bist; ich lehrte dich die Schrift und die Weisheit, die Thora und das Evangelium. Du schufst mit meinem Willen die Gestalt eines Vogels aus Ton; du hauchtest in ihn, und mit meinem Willen wurde er ein wirklicher Vogel. Mit meinem Willen heiltest du einen Blindgeborenen und einen Aussätzigen, und mit meinem Willen brachtest du Tote aus ihren Gräbern. Ich hielt die Kinder Israels ab, Hand an dich zu legen, als du mit deutlichen Beweisen zu ihnen kamst, und sie, welche nicht glaubten, sagten: Dies ist alles offensichtliche Täuschung. 5, 110

gnostische Texte und Vorstellungen!

1) Islam heißt Unterwerfung

die fünf Säulen des Islam

Iman (Shahada)

Soum

Schirk – Gott hat keinen Freund und keinen Partner (Sufis verfolgt)

Sprich: So hat ihn der heilige Geist (Gabriel) von deinem Herrn in Wahrheit herabgebracht, die Gläubigen zu stärken, und als eine Leitung und frohe Botschaft für die Moslems. 16, 102

2) Nach der Bibel wird im Glauben an Jesus Christus durch die Innewohnung des heiligen Geistes der Mensch zum Kind Gottes

Habib – warum sündigt ihr Christen nicht?

die Mission Gottes in der Bibel  

Mt. 28,18-20;

Mt 11,28-30 Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. [a] a) Kap 12,20; 23,4; Jer 31,25

29 Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr [a]Ruhe finden für eure Seelen. a) Jes 28,12; Jer 6,16  30 Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.[a] a) Lk 11,46; 1.Joh 5,3

Mt 12,20; 23,4; Jer 31,25

20 das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, bis er das Recht hinausführt zum Sieg;  4 [a]Sie binden schwere und unerträgliche Bürden und legen sie den Menschen auf die Schultern; aber sie selbst wollen keinen Finger dafür krümmen. a) Kap 11,28-30; Apg 15,10.28

25 denn ich will die Müden erquicken und die Verschmachtenden sättigen.«

A) Da’wa – Dar ul Islam – die Einladung

Ummah, Dhimmi

B) Gehet hin – die Suche

Ich bin gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist

weder Jude noch Grieche

Gal 3,28 Hier ist [a] nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn [b] ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.

Kol 3,11 Da ist nicht mehr Grieche oder Jude, Beschnittener oder Unbeschnittener, Nichtgrieche, Skythe, Sklave, Freier, sondern alles und in allen Christus. [a]

Gott suchet noch

Die Liebe ist der Weg (Balqis Scheich)

In der Bibel geht es in erster Linie um die Liebe Gottes zu den Menschen – im Koran geht es um die Ehre Gottes.

 

 

[1] Huntington, Samuel P. The Clash of Civilizations and the Remaking of World Order. New edition. Simon & Schuster UK, 2002.

———. Kampf der Kulturen: Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert: The Clash of Civilizations. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert. 1. Auflage. btb Verlag, 1998.

Kairos oder Krise?

Gott zieht die Grenzen der Nationen!

Teil 1:Gott zieht die Grenzen der Nationen – Seinem Reich tut er die Grenzen auf!

Audiodatei:

 

Herausforderungen im Umgang mit Migranten und Flüchtlingen: Von der Liebe zum Zeugnis des Evangeliums

Teil 2 (Skizze):Kairos oder Krise – Herausforderungen im Umgang mit Migranten bzw. Von der Liebe zum Zeugnis des Evangeliums

Audiodatei:

Hofacker Abendbibelschule: Muslime verstehen – Jesus verständlich machen!

1.) Mohammed contra Jesus – Kampf der Titanen?  Was Jesus von Mohammed unterscheidet

Hier der Skript des ersten Abends: Muslime verstehen – Jesus verständlich machen 1

Hier die Audiodatei:

 

2.) Gehört der Islam zu Deutschland? Und glauben wir sowieso alle an den gleichen Gott? Ein Beitrag zur Klarheit und guter Nachbarschaft

(Skizze/Zusammenfassung): Muslime verstehen – Jesus verständlich machen 2

Audio:

Hier ein ausführlicher Artikel weiterführend zum Thema:

Das Zusammenleben von Christen und Muslimen in Deutschland – ein Betrag zur Klarheit und guten Nachbarschaft.

3.) Was glauben Muslime, dass Christen glauben? Aus Irrtümern Wegweiser für den Glauben machen!

 

Audio:

 

4.) Gute Muslime, schlechte Muslime:  Gute Nachricht für „gute“ und „schlechte“ Muslime. Eine islamische und eine christliche Perspektive

Skript/Zusammenfassung:

Muslime verstehen – Jesus verständlich machen 4

Audio:

 

5.) Christ sein 2016 – Evangelium auch für Muslime?  Was haben Christen den Migranten und Flüchtlingen heute zu sagen?

Skizze/Abriss:

Muslime verstehen – Jesus verständlich machen 5

Audio:

Flüchtlingsflut – Gefahr oder Chance?

Die Völkerwanderung hat begonnen

 

Es war 1992. Die Mauer war gefallen, und im Jahr zuvor war die Sowjetunion in sich kollabiert. Ich schaute eine Talk-Runde im finnischen Fernsehen nach den Abendnachrichten. Ein holländischer General vom Oberbefehlsstab der NATO war zu Gast. Die Fernsehmoderatorin fragte ihn, wozu es die NATO noch braucht. Der Eiserne Vorhang sei gefallen, der Warschauer Pakt habe sich aufgelöst, der Westen müsse sich nicht mehr gegen einen aggressiven Feind im Osten schützen. Erst ein paar Jahre später würde klar werden, dass der Zusammenprall der Kulturen (clash of civilizations) nach Huntington Probleme für den Westen auf einem ganz anderen Horizont heraufbeschwören sollte. Hinter ihrer Frage barg sich die Hoffnung, dass nicht nur die Zeit des kalten Krieges, sondern auch die Zeit der großen Konflikte weltweit zu Ende gegangen sei. Der NATO General reagierte, ohne überlegen zu müssen. Das Szenario lag klar vor Augen: Er sagte in ernstem Ton nach vorne geneigt, dass die NATO künftig eine ganz andere Rolle haben werde. Er sprach von der Bevölkerungsexplosion in Nahost und Afrika und dass wir kurz vor der nächsten Völkerwanderung stünden. Die NATO würde benötigt werden, um die Außengrenzen Europas gegen den Ansturm aus Nahost und Afrika abzuwehren.

 

Es war nicht nur Überraschung im Gesicht der Moderatorin zu lesen, sondern auch Entsetzen. Die Tageszeitungen berichteten am nächsten Tag von der sofortigen Entlassung dieses Generals. Ob das wegen Geheimnisverrats oder politisch inkorrekter Rede geschehen ist, wurde logischerweise nicht berichtet.

 

Die Bündnisse und Regierungen unserer Welt wissen schon lange davon, dass eine Völkerwanderung im Gange ist. Was wir heute erleben, ist nur der Anfang. Innerhalb eines Jahres ist die Zahl der Flüchtlinge weltweit von 50 Millionen auf über 60 Millionen gestiegen. Kein Gebiet, aus dem die Menschen fliehen, scheint in der Lage zu sein, die Gründe für die Flucht zu beseitigen oder den Frieden wiederherzustellen. Das ist aber nur ein Faktor für die Völkerwanderung. Ein viel größerer Faktor ist die demographische Entwicklung in Europa und in den angrenzenden Ländern im Süden und Südosten.

 

Der demographische Wandel

 

Demographisch gesehen, steht unsere Volkswirtschaft in Europa vor dem Kollaps. Zwar brummt die Wirtschaft wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr, aber in den nächsten paar Jahren beginnt auf der einen Seite ein Aderlass unter den Arbeitnehmern, wenn die sogenannte Babyboomer Generation anfängt, in den Ruhestand zu gehen. Und auf der anderen Seite fehlen über 400.000 Geburten pro Jahr und die damit verbundenen Arbeitskräfte und Konsumenten.

 

Um die Jahrtausendwende wurde die Thematik der deutschen Bevölkerung bekannt gemacht im Blick auf ihre Altersversorgung. Mit der Einführung der sogenannten Riester-Rente im Jahr 2002 wurde offiziell bekräftigt, dass es wegen des demographischen Wandels nicht zu einer ausreichenden Altersversorgung für künftige Generationen in Deutschland von Seiten des Staates und der Rentenkassen kommen könne. Wegen der Geringfügigkeit der Riester-Rente nahm aber kaum jemand die Problematik wirklich ernst. Es wurde auch nichts unternommen, für einen Zuwachs an Geburten zu sorgen, geschweige denn die unsägliche Katastrophe der 150.000 Tötungen von Kindern im Mutterleib pro Jahr zu unterbinden.

In den Jahren 2005-2007 hat das Statistische Bundesamt intensive Studien zum demographischen Wandel betrieben. Die Ergebnisse waren so brisant, dass sie nur wenige Wochen lang auf der Webseite www.destatis.de abzurufen waren. Dabei waren es nicht die sehr beunruhigenden Zahlen bezüglich der Alterspyramide, die keine solche mehr ist, sondern eher einem „Altersbaum“ gleicht, sondern vielmehr die Anteile der jungen Bevölkerung mit Migrationshintergrund und die daraus zu erwartende demographische Entwicklung mit immer stärker werdenden Migrantenanteilen. In diesem Zusammenhang offerierte das Bundes-Statistische Amt die Prognose, dass bis zum Jahr 2030 der erste Muslim als Bundeskanzler gewählt werden und es zu einer muslimischen Mehrheit bis zum Jahr 2052 kommen würde. Das war freilich alles nur Prognose, aber auf statistisch-wissenschaftlicher Basis erstellt. Zu Bedenken ist dabei, dass es zu diesem Zeitpunkt noch keine offizielle Darstellung der künftigen offiziellen Migrationspolitik der Bundesrepublik gegeben hat.

Als die bereinigten Ergebnisse Monate später dann wieder auf der Webseite zu finden waren, fehlten sowohl alle Zahlen bezüglich der gegenwärtigen Bevölkerungsanteile von Menschen mit Migrationshintergrund als auch die Prognosen im Blick auf die Anteile von Migranten an der Bevölkerung und deren Religionszugehörigkeit. Es ist offensichtlich, dass Reaktionen, wie sie etwa in der Pegida-Bewegung später zutage getreten sind, damals schon befürchtet wurden.

 

Politische Konsequenzen

 

Inzwischen ist es klar, dass die Bundesrepublik über 400.000 Menschen als Nettozuwanderung jährlich braucht, um die Bevölkerungszahl stabil zu halten. Als im Sommer 2014 deutlich wurde, dass diese Zahl nicht zu schaffen war, gab es einen Alternativplan, die Bevölkerungszahl um 20 Millionen auf ca. 62 Millionen sinken zu lassen – einschließlich einer bewussten und gewollten „Renaturierung“ weiter Teile des ländlichen Raums außerhalb der Ballungsgebiete, vor allem im Osten Deutschlands, um die Kosten für die Instandhaltung der Infrastruktur in einem handhabbaren Rahmen zu halten. Schließlich reichen die Steuereinnahmen schon jetzt kaum zur Bewältigung der staatlichen Infrastrukturaufgaben. Bei einem Schwund von 25 % der Bevölkerung und der Steuereinnahmen würden die Staatskassen völlig überfordert. Dieser Vorschlag war wohl so abenteuerlich, dass er nicht mehr verfolgt wurde, obwohl es keine Lösung am Horizont zur Einwanderungsfrage gab. Die sogenannte „blue card“-Regelung hat bis zu diesem Zeitpunkt lediglich 6000 beruflich hoch qualifizierte Migranten nach Deutschland gebracht. Bei über 700.000 Abwanderungen pro Jahr – darunter viele hoch qualifizierte Arbeitskräfte, braucht die Bundesrepublik 1,2 Millionen Zuwanderungen pro Jahr, um das Geburtendefizit auszugleichen. Meiner Meinung nach ist die Bereitschaft der Bundesregierung, Flüchtlinge im großen Stil aufzunehmen, nur auf diesem Hintergrund zu verstehen. Zwar stelle ich die altruistische beziehungsweise christliche Motivation hinter der Entscheidung, alle echte Flüchtlinge kommen zu lassen, überhaupt nicht infrage, aber es ist augenscheinlich, wie Wirtschaftsvertreter – denen 600.000 qualifizierte Arbeitskräfte fehlen – Chancen in der Zuwanderung von jungen Männern sehen. In den Talkshows und Expertenrunden wird immer mehr darauf abgehoben, dass Deutschland diese Arbeitskräfte und deren Steuerzahlungen braucht.

 

Die politische und wirtschaftliche Elite haben sich längst damit abgefunden, dass Deutschland eine Völkerwanderung braucht und die damit einhergehende Veränderung in der Gesellschaft und Kultur nicht nur akzeptiert, sondern gewollt werden muss. Was zunächst nur in linken Kreisen ideologisch begründet war (die Abschaffung des Nationalismus zu Gunsten der internationalen sozialistischen Gemeinschaft), ist auch für andere politischen Richtungen zu einer volkswirtschaftlichen und politischen Notwendigkeit geworden.

Dabei „machen“ die Politiker so eine Völkerwanderung nicht – jedenfalls nicht bewusst und nicht direkt. Es sind viel größere Kräfte am Werk. Die Bevölkerungsexplosion in Nahost und Afrika erzeugt einen mächtigen Überdruck, der seinen Ausgleich sucht. Erheblicher Wassermangel in Nahost seit der Jahrtausendwende hat den Lebensraum gleichzeitig schrumpfen lassen. Parallel dazu ist in Europa durch den Bevölkerungsschwund ein Vakuum entstanden, das gefüllt werden will. Hinzu kommen ideologische Elemente, auf die ich hier nicht näher eingehen kann, die aber die israelische Autorin mit arabischen Wurzeln Bat Yeor mit ihren Untersuchungen zu „Eurabia“ hinreichend dokumentiert hat. Die unwahrscheinlichsten Koalitionen tun sich auf und es scheint keine „Schrauben“ zu geben, an denen man drehen könnte, um die Entwicklung zu bremsen oder zu ändern.

 

Gott sitzt im Regiment

 

Christen wissen aber: Gott sitzt im Regiment. Unsere Politiker machen nicht die Weltgeschichte, Gott macht sie! Der internationale Journalist Uwe Siemon-Netto schrieb das in seinem Artikel „Völkerwanderung: Eine große Chance für die Kirche“ vom 31.08.2015. Der Nahostkorrespondent und Autor Johannes Gerloff sagte das bei einem Vortrag in der Tschechei am 11.10.2015, wobei er hinzufügte: „Gute Politiker sind allenfalls gute Wellenreiter“. Menschen haben das nicht im Griff und Menschen „machen“ die Geschichte nicht.

Die Menschen in ihrer Gesamtheit machen zwar Geschichte, aber wie es schon in den Sprüchen heißt:

Der Mensch wirft das Los; aber es fällt, wie der Herr will“ (Spr. 16,33). Und in den Psalmen heißt es: „Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Herren halten Rat miteinander wider den Herrn und seinen Gesalbten: 3 »Lasst uns zerreißen ihre Bande und von uns werfen ihre Stricke!« 4 Aber der im Himmel wohnt, lacht über sie, und der Herr spottet ihrer“ (Ps. 2,2ff).

Dass Muslime in großen Scharen zu uns kommen, ist kein Zufall. Das ist nicht das Ergebnis irgendeines menschlichen Planes. Klar – Muslime planen die Kolonisation und Islamisierung Europas seit dem 7. Jahrhundert. Sie taten es von Anfang an und immer wieder gab es erneute Versuche, Europa für den Islam einzunehmen – auch in unseren Tagen. Der IS plant es, Gaddafi plante es, Erdogan hat seine Ambitionen und Intrigen, Saudi Arabien und die Emirate nehmen keine Flüchtlinge auf, weil die Krise ihren Plänen durchaus dienlich ist. Aber keiner hat die Macht, das von sich aus zu tun.

Schon die Anfänge des Volkes Israel im Alten Testament stehen unter dem Vorzeichen der Vorsehung Gottes für alle Völker. Zurückblickend auf die neue Weltordnung nach der Sintflut und dem Turmbau zu Babel sagt Mose: „Als der Höchste den Völkern Land zuteilte und der Menschen Kinder voneinander schied, da setzte er die Grenzen der Völker…“ (5. Mose 32,8).

 

Das tat er laut Paulus nicht aus Willkür oder von ungefähr, sondern weil er sein heilsgeschichtliches Ziel damit vorantreibt. In der Areopagrede Apg. 17,26 sagt er: „Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen…“ Die Geschichte der Völker und Reiche dieser Welt kann Gott nicht von seinem Heilsplan abhalten oder daran hindern, sein Werk zu tun.

 

Gott macht die Völkerwanderungen

 

Wir dürfen nicht meinen, dass Gott nur Abraham in ein anderes Land geschickt hat und dass er allein Israel aus der Fremde in ihr Land herauf geführt hat; dass er unter Esra und Nehemiah am Ende des Exils nur für die Judäer gesorgt hat. Die Bibel berichtet natürlicher in erster Linie von diesen Ereignissen, wenn von Gottes Handeln am Volk Israel die Rede ist. Aber die Bibel weiß auch davon zu berichten, dass Gott auch für die anderen Völker sorgt und ihre Geschicke lenkt. Amos 9,7 erinnert daran: „Seid ihr Israeliten mir nicht gleichwie die Kuschiter? spricht der Herr. Habe ich nicht Israel aus Ägyptenland geführt und die Philister aus Kaftor und die Aramäer aus Kir?“ In 5.Mose 32,8 haben wir schon gesehen, dass „Gott die Grenzen der Völker zieht“.[1]  Es ist aber wichtig, die bereits zitierten Worte aus der Areopagrede weiterzulesen: „Er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen, damit sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten“. Die Völker sollen Gott suchen. Sie werden ihn zwar im Vollsinn ohne die Offenbarung Gottes nicht finden, aber ihr Leben soll auf „den unbekannten Gott“ ausgerichtet sein, bis er sich ihnen in Christus bekannt macht.

 

 

Christenverfolgung beunruhigt und macht besorgt

 

Gerade im Blick auf die Christenverfolgung können wir das buchstabieren: Es macht Gott ganz bestimmt keine Freude zu sehen, wie seine Kinder in Bedrängnis, Unterdrückung und Verfolgung leiden müssen. Es ist nicht so, dass Gott es will, dass wir um Jesu Christi willen leiden. Und dennoch ist das Leiden seiner Kinder nicht sinnlos. Schon der Kirchenvater Tertullian hat festgestellt, dass das Blut der Märtyrer die Saat der Kirche sei. Und die Verfolgung im römischen Reich hat die Ausbreitung der Kirche nicht verhindern können. Durch Verfolgung hindurch baut Christus seine Kirche, und durch Krisen und Tiefen der Geschichte hindurch baut Gott sein Reich. Gegenwärtig werden mehr Christen weltweit unterdrückt und verfolgt als je zuvor in der Geschichte. Das 20. Jahrhundert ging in die Geschichte als Jahrhundert der Christenverfolgung ein. Mehr Christen wurden in jenen 100 Jahren um ihres Glaubens willen verfolgt als in allen 19 Jahrhunderten zuvor zusammengenommen. Die Situation der Christen hat sich in vielen Ländern der Welt seither noch verschlechtert. Vor unseren Augen werden die Christen in Nahost ausgerottet. Überall in der islamischen Welt finden Christen es zunehmend schwieriger, ein normales Leben zu führen. In keinem islamisch geprägten Land wird es für die Christen besser. Und Muslime, die in ihrer Heimat Christen unterdrückt haben, tun das sogar hier in Deutschland in ihren Flüchtlingsunterkünften.

 

Müssen Christen für die Zukunft Angst haben?

 

Viele gläubige Christen sind zutiefst beunruhigt über die gegenwärtige Entwicklung mit den Massen von Flüchtlingen und Migranten, die zu uns kommen – im vergangenen Jahr 2015 allein über eine Million Menschen. Sie machen sich Sorgen wegen des stets steigenden Einflusses des Islam bei uns in Deutschland und Europa.

Diese Sorgen sind verständlich und begründet. Unsere Welt verändert sich. Selbst auf dem Land kann man verschleierte Muslimas finden. Muslime fordern immer mehr gesellschaftliche Kompatibilität für ihre Religion und ihre Vorschriften ein. Moscheen werden in großem Stil gebaut – vielfach aus dem Ausland finanziert. Manch ein Deutscher fürchtet um den Verlust der „Heimat“. Politiker und Journalisten winken ab und behaupten, diese Sorgen seien alle unbegründet. Auf der anderen Seite kann man schon jetzt die ersten Stimmen von der gleichen Adresse hören, es sei doch selbstverständlich, dass eine Gesellschaft und eine Kultur sich wandeln müsse. Kultur sei schon immer im Wandel begriffen, und das sei gut so.

 

Die Menschen sind nicht dumm. Sie merken, dass der Wandel gewollt und unaufhaltsam ist. Und sie merken, dass sie nichts dagegen tun können. Kritiker dieser Entwicklung werden sofort mundtot gemacht, indem man sie in die rechte Ecke stellt. Das frustriert und macht Angst.

 

Aus gesellschaftspolitischer Sicht haben die Vertreter von Multi-Kulti Oberwasser. Zwar wird Multi-Kulti in regelmäßigen Abständen totgesagt, aber eine Alternative dazu ist aus oben genannten Gründen nicht zu finden.

 

Als Christen haben wir jedoch eine ganz andere Sicht auf Gesellschaft und Geschichte. Wir glauben, dass Gott im Regimente sitzt. Er hält die Fäden in der Hand. Das entbindet uns nicht von unserer Verantwortung als Staatsbürger, uns am politischen Prozess zu beteiligen. Es ist keine billige Ausrede, die wir vorschieben könnten, um unsere soziale und politische Verantwortung von uns zu schieben.

 

Wer diese Sicht sein eigen nennt, braucht bei allen Sorgen und Befürchtungen, die es im Blick auf die Zukunft unserer Gesellschaft gibt, keine Angst zu haben! Ich wiederhole: Gott sitzt im Regiment! Lange Jahre habe ich vor der naiven Einwanderungspolitik und der Islamisierung Europas gewarnt. Ein Mitglied des Bundestages hat mich gefragt, wie ich mir das so vorstelle, ob man alle Muslime wieder in ihre Heimat zurückschicken solle… Ich kann keinen politischen Willen erkennen, die Integration der zu uns kommenden Menschen wirklich voranzutreiben. Dazu müsste eine Konfrontation der Ideologien stattfinden und in ideeller Auseinandersetzung Überzeugungsarbeit geleistet werden. Stattdessen wird Vertrauen in einen toleranten Pluralismus gesetzt, der unterschiedliche Lebensauffassungen, Wertekanons und Weltbilder aushalten soll. Die Inkompatibilität von säkularem, westlichem Denken und dem islamischen Weltbild wird entweder nicht erkannt oder geleugnet. Die Politik setzt ihre Hoffnung darauf, dass ein säkularer Islam in Deutschland und Europa entstehen wird, auch wenn bis dato nur einzelne Muslime sich zu diesem Konzept bekannt haben. Selbst wenn dieser entstehen sollte, wird er keineswegs Akzeptanz durch alle Muslime finden.

 

Und dennoch brauchen wir als Christen keine Angst zu haben! Gott führt die Geschicke der Völker und der Welt. Was wir erleben, ist ein Schritt weiter in seiner Heilsgeschichte hin zu seinem Ziel, dass er für die Welt und seine Kirche gesetzt hat.

 

 

„Der Türke“ als Rute Gottes – Segen und Fluch

 

Martin Luther sagte in Reaktion darauf, als die Türken das erste Mal vor Wien standen: „Die Türken sind Gottes Rute und ihre Bedrohung Ausdruck des Zornes Gottes.“ Nun ist aber Gericht auch immer Gnade, wo es auf Einsicht trifft und die Herzen auf Gott richten kann. Wie schon angedeutet, glaube ich, dass diese „Rute Gottes“ uns zum Segen werden kann. Auch jetzt scheint die Zeit reif zu sein für den besonderen Einbruch des Ewigen in unsere Zeit. Es könnte eine historische Stunde in der Geschichte der Mission unter Muslimen werden. Anders als bei der angestammten deutschen Bevölkerung ist eine Offenheit für das Evangelium unter Muslimen da. Werden wir die Muslime unter uns als Chance und Geschenk Gottes begreifen oder sie nur als Bedrohung wahrnehmen? Das Gericht über das ehemals christliche Abendland[2] ist in vollem Gange. Wird uns das zum Segen oder zum Fluch gereichen?

 

 

Warum lässt Gott das zu?

Im nächsten Jahr feiern wir 500 Jahre Reformationsgeschichte. Was Martin Luther 1517 lostrat und von vielen anderen Menschen betrieben wurde, hat unsere Gesellschaft und die Kirchen grundlegend verändert. Es war eine brisante Zeit, in vielem mit unserer vergleichbar. Die Entdeckung der Neuen Welt 1492 hat zu einem wirtschaftlichen Aufschwung geführt wie die technologische Revolution unserer Tage. Der Islam, vertreten durch den türkischen Sultan, machte von Osten mächtig Druck auf Europa. Es war keineswegs ausgemacht, welche Macht – Okzident oder Orient – den Sieg davontragen würde. Der polnische König kam im letzten Augenblick zur Rettung Wiens und schlug die Heere des Sultans zurück.

 

Die „Türkenfrage“ hat Luther schwer beschäftigt. Er nannte den „Türken“ die „Rute Gottes“. Er warnte den dekadenten und verkommenen Westen mit seiner leb– und kraftlosen Kirche davor, dass Gott den Türken/Islam zur Strafe für die eigene Gottlosigkeit und den Abfall vom Evangelium schicke.[3] Heute, 500 Jahre nach der Reformation, bräuchten wir eine neue. Die evangelische Theologie hat de facto die vier Prinzipien der Reformation, wie Martin Luther sie verstanden hat: „allein die Schrift“, „Christus allein“, „allein durch Gnade“, „allein durch den Glauben“ -aufgegeben. Es scheint auch nicht möglich zu sein, eine neue „Reformation an Haupt und Gliedern“ von innerhalb der Kirche zu bewerkstelligen. Die Kirche wird bis dato immer reicher an Geld, aber ärmer an Zeugnis und Mitgliedern. Eine wirkliche Abhängigkeit von Christus ist nicht erkennbar. Vielleicht müssen wir das Erstarken des Islams an unseren Grenzen und in unserer Mitte als „Rute Gottes“ begreifen.

 

Es täte uns gut, gründlich darüber nachzudenken, was denn aus Gottes Sicht an unserer europäischen Kultur erhaltenswert schiene. Wir können unsere Freiheiten nicht hoch genug schätzen – allen anderen voran die „Mutter aller Freiheiten“, die Religionsfreiheit, aber wir müssen uns auch fragen, wie wir unsere Freiheiten nutzen und ob wir das verantwortungsvoll tun. Wenn das sogenannte Recht auf freie Selbstbestimmung dahin führt, dass millionenfach Kinder im Mutterleib getötet werden – vergiftet, zerschnitten, zerstückelt und abgesaugt, dass der käufliche Sex zu einer wirtschaftlichen Macht und Industrie geworden ist und den Menschenhandel und organisierte Kriminalität begünstigt, dass zur Akzeptanz von Perversionen gezwungen wird, dann ist das kein verantwortungsbewusster Umgang mit der Freiheit, die wir zu Recht schätzen. Aber seitdem Gott bei uns keine Instanz mehr ist, vor dem man Rechenschaft ablegen muss, fehlt die normgebende Instanz. Letztendlich wird der Westen an seiner Gottlosigkeit, an seiner Dekadenz und Verkommenheit scheitern. Welche moralische Kraft hat der Westen dem Islam entgegen zu setzen?

 

Segen und Fluch der Muslime bei uns

 

Ich glaube, dass es mindestens zwei Gründe gibt, warum Gott es zulässt, dass der Islam sich immer mehr nach Europa hinein ausdehnt.

 

Erstens: Es hat einen erzieherischen Grund, dass der Islam zu uns kommt.

Gott will uns an unsere Wurzeln erinnern. Er hält uns einen Spiegel vor, was Religion ohne evangelische Freiheit bedeutet. In diesem Spiegel erkennen wir, wie ausgehöhlt und leer das christliche Zeugnis bei uns ist. Das kann durchaus ein Segen sein. Unter dem Ratsvorsitz von Bischof Huber bei den Dialoggesprächen am runden Tisch mit Vertretern des Islamverbände gab es schon ein erstes Aufwachen, was das betrifft.

 

Christus ist wieder ein Thema in der Theologie geworden. Die Kirchen haben sich angesichts des Islam auf das ihnen Ureigene zurückbesinnen müssen. Ich bin überzeugt, dass je näher unsere Theologen in Tuchfühlung mit den islamischen Überzeugungen kommen, desto klarer ihr Blick für das wird, was den christlichen Glauben ausmacht.

 

Ein weiterer Vorteil ist, dass der Glaube als solches wieder „hoffähig“ geworden ist. Muslime bekennen ihren Glauben ohne Scheu in allen Medien, auf der Straße, am Arbeitsplatz, in den Schulen. Zögerlich, aber doch erkennbar kommen Christen aus ihren Verstecken und wagen es, über Glaubensthemen in der Öffentlichkeit zu reden. Das haben wir den Muslimen zu danken.

 

Auf dem Hintergrund des Islam wurde und wird deutlich, wie beliebig, konturlos und bedeutungsleer die evangelische Theologie geworden ist. Der gescheiterte Dialog mit den Islamverbänden hat die Kirche daran erinnert, dass Christus allein der Grund und das Ziel unseres Glaubens ist. So verstanden ist die „Rute“ als Erziehungsmittel nicht Fluch, sondern Segen. Sie ist es aber nur, wenn sie als Erziehungsmittel anerkannt und akzeptiert wird. Lehnt man sich gegen sie auf, wird sie nur Fluch und Strafe. Es ist wie bei Segen und Fluch überall in Gottes Wirken: Haben wir das Einsehen und tun Buße, dann kann nur Segen daraus fließen. Verhärten wir aber unsere Herzen und lehnen uns gegen Gottes erzieherisches Handeln auf, so bleibt nur der Fluch übrig.

 

Zweitens: Gott schickt die Muslime zu uns weil wir nicht zu ihnen gegangen sind!

Wie oben schon angeführt: Uwe Siemon-Netto hat in seinem Bericht für idea vom 31.08.2015 „Völkerwanderung: Eine große Chance für die Kirche. Christen sollten sich der großen Zahl einwandernder Muslime annehmen“ die Christen und ihre Kirchen zum missionarischen Handeln aufgefordert.

 

Jesus hielt seine Jünger an, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Ist es nicht jetzt Zeit zu begreifen, dass Gottes Liebe uns zur Umkehr treibt (Rö. 2,4)? Die ganze Problematik mit unserem demographischen Wandel, mit der notwendigen Zuwanderung im großen Stil, mit der Flüchtlingsnot weltweit und den bei uns Asyl Suchenden macht uns große Not. Die daraus erwachsenden Probleme des Zusammenpralls der Kulturen und des gesellschaftlichen Friedens werden uns immer mehr beschäftigen. Flüchtlinge und Zuwanderer sind nicht das Problem an sich, sondern das völlig andere Weltbild der Muslime und der missionarische und dschihadistische Eifer mancher Muslime, die unsere Gesellschaft zuerst „islam-kompatibel“ und dann „islam-konform“ machen wollen. Dabei verbieten sie sich jedwede Form der Missionierung unter Muslimen.

Noch gilt Religionsfreiheit in Deutschland. Noch können wir ungeniert und ohne Einschränkung Zeugnis von Jesus Christus geben. Aber wenn die Zahl der Muslime einen Anteil in der Gesellschaft ausmacht, dass aus Gründen der Wahrung des sozialen Friedens ihre Forderungen nach „Schutz vor Missionsversuchen“ nicht mehr ignoriert werden wird, wird die Religionsfreiheit bei uns auch im islamischen Sinne ausgelegt werden: Niemand darf einen Muslim zum Abfall vom Islam verführen. Das ist nämlich der Grund, warum weniger als 2% aller christlichen Missionare in der islamischen Welt tätig sind. Und das, obwohl der Anteil der Muslime an der Weltbevölkerung 25% beträgt und an der nicht christlichen Weltbevölkerung sogar 50%. Der „Apostel für die islamische Welt“, Samuel Zwemer (1867–1952), hat seinerzeit schon laut darüber nachgedacht, ob die Christenheit meine, der Mission- und Taufbefehl gelte nicht im Blick auf die Muslime…

Wenn unsere Zeit diesbezüglich ein besonderes Merkmal hat, dann ist es dies: Nie zuvor in der Geschichte haben so viele Muslime inmitten einer freiheitlich geprägten, demokratischen Gesellschaft gelebt. Bei uns. Nie zuvor gab es die Chance für so viele Muslime, sich Jesus Christus zuzuwenden, ohne begründete Angst vor Repressalien – auch durch den Staat – haben zu müssen. Bei uns. Nehmen wir die Muslime bei uns nur als Bedrohung oder auch als Chance wahr?

Was für Chancen sind das?

Die Kirchen schrumpfen. Das Zeugnis der Christen wird in der Gesellschaft immer schwächer. Keiner scheint ein Rezept[4] zu haben, wie die Aktualität des Evangeliums den Menschen unserer Tage überzeugend näher gebracht werden könnte. Es scheint kein Interesse in der Bevölkerung für die Botschaft vom Kreuz zu geben. Viele Theologen werfen deshalb die Kreuzestheologie über Bord.

Muslime aber sind neugierig. Viele sind desillusioniert vom Islam. Was der IS macht, erfüllt sie mit Entsetzen. Jesus fasziniert viele Muslime. Vielen ist er auch im Traum erschienen und hat sich als den Jesus der Bibel – nicht des Koran – zu erkennen gegeben. Fangen wir doch mit dem Missionsbedarf in Deutschland bei den Menschen an, die immer mehr zu uns ins Land kommen: die Menschen muslimischen Glaubens. Kaufen wir hier die Zeit aus? Die Mission unter Muslimen in Deutschland steckt immer noch in den Kinderschuhen, obwohl die erste heute noch im Gebrauch befindliche Moschee Deutschlands schon 1928 eingeweiht wurde und seit Anfang der sechziger Jahre ein ungebrochener Strom von Muslimen als Zuwanderer und Asylanten zu uns kommt. Nach dem Ansturm vom letzten Jahr 2015 ist kein Ende in Sicht.

Ich träume von einer Kirche, die in die Offensive geht und Evangelisten ausbilden lässt und einstellt, um solche Menschen für Jesus Christus zu gewinnen. Wenn die Kirche das nicht von sich aus tut, müssen wir es selbst in die Hand nehmen! Wenn es die einzelne Gemeinde oder Gemeinschaft nicht stemmen kann, dann auf der Ebene der Gemeinschaftsbezirke oder Kirchenbezirke!

Die deutsche evangelische Allianz bietet mit ihrem Arbeitskreis Migration und Integration „AMIN“ ein Forum, in dem vielfältige Hilfen und Kontakte angeboten werden: http://www.ead.de/arbeitskreise/migration-und-integration/arbeitskreis-migration-und-integration.html, der zur Gründung von lokalen AMIN-Gruppen auf Allianzbasis anregt.

 

Die schweizer evangelische Allianz bietet auch gute Hilfen an: http://www.flüchtlingen-helfen.ch.

Die Liebenzeller und Süddeutschen gehen mit gutem Beispiel voran mit Projekten in und um Stuttgart und Heilbronn, aber das ist noch ein Tropfen auf dem heißen Stein! Fordern Sie doch Hilfe von den genannten Stellen oder der Ausländerseelsorge oder dem Orientdienst an! Ich träume davon, dass Gemeinden und Gemeinschaften einen Missionar für ihr Gebiet anfordern mit der Zusage der Kostenübernahme und der Unterstützung – auch durch ehrenamtliche Mitarbeiter… Das soll kein Ersatz für den eigenen missionarischen Auftrag sein, im Gegenteil! Es könnte helfen, dass Gemeindeglieder sich in diese wichtige Arbeit mit einbinden lassen.

Mit der Gründung von EIMI (Europäisches Institut für Migration und Integration) an der AWM (Akademie für Weltmission) in Korntal haben wir eine wichtige Ressource für diesen Auftrag bekommen: https://www.awm-korntal.eu/page/ueber_uns_eimi.html.

Wie wäre es, wenn wir auf die sonst für so beklemmend wahrgenommene Situation der Islamisierung Europas nicht mit Angst reagierten, sondern sie als Chance und als Geschenk Gottes sehen würden? Warum das nicht als von Gott gestellte Aufgabe sehen? Alles Gut-Reden hilft nichts. Wir müssen der Wahrheit ins Auge sehen. Der Einfluss, den der Islam als Religion in Europa hat, steigt stetig, und wir sind erst am Anfang dieser Entwicklung. Die Politik kann dies leugnen, so viel sie will, die Bürger nehmen es wahr, weil es sich nicht verbergen lässt. Die Politik muss es aus eigener Sicht leugnen, weil sie keine Möglichkeit sieht, etwas daran zu ändern. Wir aber dürfen mit Gott und seiner Macht rechnen! Wir haben eine ganz andere Perspektive auf die Situation! Die Zeichen der Zeit 2016 in der Bundesrepublik Deutschland weisen uns auf die wichtige Aufgabe, die wir in der Mission vor unserer eigenen Haustür haben. Ich bin überzeugt, dass das Zeitfenster, das wir für die Missionsarbeit unter Muslimen hier in Europa haben, sehr knapp bemessen ist. Schon in wenigen Jahren rechne ich mit Klagen der islamischen Verbände gegen Missionsarbeit unter Muslimen. Ob wir noch zehn Jahre haben? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass wir die Zeit auskaufen müssen, und darum halten wir das Thema Islam in regelmäßigen Lehrveranstaltungen bei uns im Tübinger Albrecht-Bengel-Haus unter unseren Studierenden und Freunden wach.

Lasst uns hoffen und beten, dass der Bekennermut der Christen weiter zunimmt! Letztlich ist die starke islamische Präsenz bei uns im ehemals christlichen Abendland ein Weckruf, uns auf unsere Wurzeln zu besinnen und die Gelegenheit zu ergreifen, den Muslimen die frohe Botschaft von Jesus Christus darzulegen und nahe zu bringen. Hier in Europa können wir (noch) frei unseren Glauben bekennen und bezeugen – auch Muslimen gegenüber. Hier können Muslime sich bekehren und zu Jesus Christus als Herrn und Retter bekennen, wie Thomas es seinerzeit tat: „Mein Herr und mein Gott!“ – ohne dass sie von offizieller Seite dafür bedroht oder belangt werden können. Ich glaube, dass dies eine historische Chance ist, eine Chance die nicht verstreichen darf. Es ist das Gebot der Stunde, es ist die einmalige Gelegenheit unserer Zeit. Ich glaube, dass jetzt ein Kairos da ist. Nie zuvor haben so viele Menschen in der arabischen Welt Interesse am Evangelium gezeigt. Große Scharen kommen zum Glauben an Jesus Christus durch Internet, Radio und Satellitenfernsehen. Es könnte dazu kommen, dass solche Menschen zu Missionaren für ihr eigenes Volk werden. Die strenggläubigen Muslime haben davor solche Angst, dass sie den deutschen YouTube-Kanal des Senders Al-Hayat haben sperren lassen[5]. Die Zeit ist reif wie nie zuvor für vom Islam enttäuschte Menschen, zum Glauben an Jesus Christus zu finden. Hier heißt es Carpe Diem! Gerade auch bei uns in Deutschland und Europa. Ergreife den Tag! Ich kann mir das nicht anders vorstellen, als dass, wenn wir diese historische Chance verstreichen lassen, die Gnadenzeit zu verlorener Zeit und die Chance zum Verhängnis für uns wird.

Bei allem gilt es in erster Linie auf Gottes Verheißungen zu schauen! Gottes Verheißungen gelten für sein Volk und für sein Reich. Wie viele Verheißungen hat er uns doch gegeben! Ich glaube fest daran, dass die Prophezeiung Gottes an das darniederliegende Volk Jerusalems auch uns in unserer Zeit gehört: Jer. 29,11: Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe das Ende, des ihr wartet. Die Zeit zielt auf das Ende, sein Ziel, das Ziel des Weges Gottes mit dieser Welt. Gott sitzt im Regiment. Er bringt die Muslime zu uns. Lasst sie uns zu seinem Ziel bringen, so viele sich einladen lassen!

[1] Wörtlich: „Als der Höchste den Nationen das Erbe austeilte, als er die Menschenkinder [voneinander] schied, da legte er fest die Grenzen der Völker nach der Zahl der (MT Söhne Israel / LXX „Engel Gottes“). Qumran deutet darauf, dass LXX originär sein könnte. Hier wird das, was in Dan 10:13, 20–21; 12:1 zum Ausdruck gebracht wird, dass jedes Land seinen eigenen regierenden Engel hat, vorweggenommen. Vgl. Christensen, D. L. (2002). Deuteronomy 21:10–34:12 (Bd. 6B, S. 796). Dallas: Word, Incorporated.

[2] Der niederländische Missionswissenschaftler Hoekendijk hat schon 1964 darauf hingewiesen, dass wir in einer „nach-christlichen“ Gesellschaft leben. Es sind Überbleibsel der christlich geprägten Kultur, aber unsere säkularisierte Kultur ist vom eigenen Selbstverständnis her keine christliche Kultur mehr. Appelle an die Mitmenschlichkeit finden noch durchaus Resonanz, aber nicht um Christi willen.

[3] Die radikal islamistischen Attentäter von Paris verstanden ihre Rolle bei ihren perfiden Anschlägen in just diesem Sinne. Es gibt nichts, was ihre Tat rechtfertigen könnte. Ihre Opfer suchten sie im Vergnügungsviertel der Stadt. Ihren Hass und das „Gericht Allahs“ teilten sie an die Nachtschwärmer aus. Die tiefe Verachtung, die konservative Muslime für den Lebenswandel der Menschen im Westen empfinden, wurde hier in grausamster Weise zum Ausdruck gebracht.

[4] Wenn es ein Rezept gibt, dann wird es garantiert damit beginnen, dass unser Lebensstil als Christen sich von anderen erkennbar unterscheidet. Es muss erkennbar werden, dass wir von der Vergebung Jesu leben und so zu einem neuen Leben befreit sind. Wenn euch der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei (Joh. 8,36). Um es mit dem geistigen Vater der meisten heutigen Agnostiker und Atheisten Friedrich Nietzsche zu sagen: Wenn an der Erlösung etwas dran ist, müssen wir für unsere Mitmenschen erlöster wirken. Nur so könnten wir die zurückgewinnen, die sich vom christlichen Glauben verabschiedet haben. Die Kraft Gottes im neuen Leben durch seinen Geist muss doch spürbar werden! Paulus schreibt in 1. Kor 1,18: Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist’s eine Gotteskraft. Lasst uns um diese Gotteskraft für unsere Aufgabe im Bezeugen von Jesus Christus vor den Menschen unserer Zeit beten.

[5] Er konnte inzwischen wieder online gehen.