Seit Langem jetzt echter Fortschritt in der Leben-Jesu-Forschung

Ein Buch Das letzte Abendmahl Jesu – wie die unterschiedliche Berichterstattung der synoptischen Evangelien und Johannes die chronologischen Probleme der Karwoche löst

In seinem 2011 erschienen Buch „The Mystery of the Last Supper – Reconstructing the Final Days of Jesus “ (Cambridge Univ. Press, 2011, inzwischen auch in einer guten Übersetzung auf Deutsch erhältlich: Humphreys, Colin J. Die letzten Tage Jesu und das Geheimnis des Abendmahls. Urachhaus, 2012. 330S. €29,90,Gebunden) hat der Professor und Direktor des Forschungsinstitutes in der Abteilung Metallurgie und Stoffverwandten Wissenschaften an der Universität Cambridge Sir Colin J. Humphreys seine Forschungsergebnisse der letzten 30 Jahren zu den scheinbaren Unstimmigkeiten der Evangelien im Blick auf die letzten Tage Jesu vorgelegt. Im Besonderen ergeben sich aus seiner Forschung Konsequenzen für das Verständnis des letzten Abendmahls Jesu am Tag seiner Verhaftung und für die Determinierung des Zeitpunktes der Kreuzigung Jesu Christi.

In einer pädagogisch für uns im deutschsprachigen Raum ungewöhnlichen aber hoch effektiven Art und Weise behandelt Humphreys in seiner systematischen Vorgehensweise das ganze Themenfeld. Er nennt zunächst die durch die Evangelientexte gesetzte Problematik und gibt einen Überblick über die Forschungsgeschichte und bisherigen Lösungsansätze um am Ende fest zu stellen, dass es bisher keine befriedigende Lösung zur scheinbaren Diskrepanz zwischen der Schilderung der Kreuzigung Jesu nach Johannes am Tag der Schlachtung des Passahlamms vor der abendlichen Passahmahlfeier einerseits und der Schilderung der synoptischen Evangelien andererseits, wonach Jesus am Tag nach dem Passahmahl (Jesus setzt das Abendmahl im Rahmen der Passahfeierlichkeiten ein) hingerichtet wird.

Im Blick auf seine Methodik betont Humphreys seine rein naturwissenschaftliche Arbeitsweise, wobei er die Evangelientexte als schlichte historische Dokumente des ersten Jahrhunderts betrachtet. Für ihn ist es als Naturwissenschaftler zunächst wichtig, ohne Vorurteile oder fertige Konzepte an die Texte heran zu gehen. Die für den Leser offenkundigen Diskrepanzen zwischen Johannes und den Synoptikern sind für ihn möglicherweise auch durch den Leser selbst erzeugt, beispielsweise dadurch, dass ihm etwa zum Verständnis der Texte nötige Hintergrundwissen fehlen könnte. Am Ende seiner Untersuchung stellt sich eben diese  – von anderen schon früher geäußerte, aber nicht erhärtete – Vermutung heraus: ein fehlendes Wissen um den Umgang mit dem Kalender in Palästina zur Zeit Jesu. Humphrey liefert nun mit diesem Werk eine umfassende und detaillierte Studie zu gebräuchlichen jüdischen und israelitischen Kalender jener Zeit. Er deckt dabei bisherige Missverständnisse im wissenschaftlichen Diskurs auf, am deutlichsten weitestgehende Unkenntnis über die Methode der Feststellung des Neumondes in den divergierenden Kalendertypen der Babylonier und der Ägypter.

Über die Implikationen seiner Entdeckung (etwa die Beziehung Jesu zum Tempel, Jesu Stellung zu Israel, die Beziehung zwischen Galiläer und Judäer, die Essenerfrage, die Zelotenforschung u.a.m.) für die neutestamentliche Forschung ist Humphreys als Naturwissenschaftler sich vielleicht gar nicht bewusst. Diese wird aber die Evangelien – vor allem das Johannesevangelium – mit anderen Augen lesen müssen, wenn Humphreys Thesen nicht widerlegt werden.

Folgende kurz gefassten Ergebnisse seiner naturwissenschaftlichen, historischen und philologischen Untersuchungen stellen wir zusammen:

Humphreys beginnt mit einer Darstellung der bisher bekannten Problemstellung: Johannes platziert das letzte Abendmahl, die gerichtlichen Untersuchungen und die Kreuzigung Jesu alle vor das offizielle jüdische Passahmahl. Nach dem Bericht des Johannes ist Jesus zu just dem Zeitpunkt gestorben, zu dem die ersten Passahlämmer geschlachtet wurden, um 15:00 Uhr am 14. Tag des jüdischen Monates Nisan. Dies wird im Blick auf die Angaben in den anderen kanonischen Evangelien Matthäus, Markus und Lukas (Synoptiker) fast flächendeckend in der theologischen Wissenschaft als „theologische Interpretation“ des Todes Jesu durch Johannes gewertet.

In den synoptischen Evangelien ist das letzte Abendmahl ein Passahmahl. Jesus wurde demzufolge nach dem Passahmahl gekreuzigt, am 15. Tag des Monats Nisan. Darum scheinen Johannes und die synoptischen Evangelien sich uneins zu sein – nicht nur in dem Punkt, ob das letzte Abendmahl ein Passahmahl war oder nicht, sondern auch im Punkte des Datums der Kreuzigung. Eine Fülle von anderen Widersprüchlichkeiten zwischen den Berichten ist die Folge dieser Analyse.

Die Lösung dieses genannten Problems besteht nach den Argumenten dieses Buches darin, dass in ihrer Beschreibung des letzten Abendmahls als Passahmahl Matthäus, Markus und Lukas einen anderen Kalender verwendeten als Johannes. Diese Theorie ist nicht neu. Neu ist aber, dass Humphreys das auch einleuchtend mit der Rekonstruktion eines historischen Kalenders belegen kann.  In seinem Buch identifiziert Humphreys nun die unterschiedlichen Kalender, die in Palästina zur Zeit Jesu benutzt wurden und erklärt ihre Eigenheiten. Das ist das Bahn brechende an diesem Werk. Noch niemandem war es zuvor gelungen, eine plausible Erklärung für die Unterschiede in den postulierten Kalendern zu geben und diese zu belegen. Humphreys tut das mit äußerster Klarheit, vollkommen nachvollziehbar für den wissenschaftlich arbeitenden.

Humphreys zeigt auf, dass Johannes – im Gegensatz zu den Synoptikern – dem offiziellen nach-exilischen jüdische Kalender folgt, das von den Priestern des Tempels in Jerusalem im ersten Jahrhundert n. Chr. verwendet wurde. Dieser Kalender war ein Mondkalender mit einer Tageseinteilung nach babylonischem Muster, die am Abend begann und am nächsten Abend endete. Nicht die Nacht, sondern der Sonnenuntergang bzw. die Abenddämmerung trennte die Tage voneinander.

Humphreys stellt folgende Rechnung auf: Nach diesem offiziell gebräuchlichen jüdischen Kalender babylonischen Ursprungs wurde das Passahlamm gemäß dem mosaischen Gesetz nach Anordnung des Tempels am Nachmittag des 14. Nisan geschlachtet (wobei in gewissen Ausnahmefällen eine Schlachtung bereits am 13. Zugelassen wurde). Das Passahmahl wurde nach Sonnenuntergang des gleichen Tages gegessen, nach diesem Kalender war der Abend des 14. Nisan schon der 15. Nisan.

Humphreys zeigt ferner auf, dass Matthäus, Markus und Lukas in ihrer Beschreibung des letzten Abendmahls einen anderen mondbasierten Kalender benutzten, der nach vor-exilischem, d.h. ägyptischem Muster, eine Tageseinteilung von Sonnenaufgang bis Sonnenaufgang hatte – eine Tageseinteilung wie wir sie heute kennen. Auch nach diesem Kalender wurden sowohl das Opfer des Passahlamms als auch das Essen des Passahmahls kalendertechnisch am 14. des Monats Nisan begangen, wobei ein grundsätzlicher Unterschied zum Tempelkalender von mindestens einem Kalendertag bestand. Das ergibt sich aus der Zeitspanne zwischen der Fesstellung des Neumondes bei erstem Fehlen des Mondes am Himmel und der Feststellung bei erstem Erscheinen. Das ist zwar ein grundsätzlicher Unterschied, aber noch nicht das Entscheidende. Wesentlich ist auch die Errechnung bzw. Feststellung des Neumondes nach dem ägyptisch-vorexilischen Kalendertypus: Wenn der Tag mit Sonnenaufgang beginnt, dann muss der Neumond logischerweise am Morgen, und nicht am Abend festgestellt werden – sonst wäre der erste Tag des neuen Monats bereits verstrichen bis der neue Monat festgestellt wäre. Gerade die Neumondfeste hätten dann nicht Termingerecht begangen werden können. Der 14. Nisan nach diesem Kalender wurde also nicht vom ersten sichtbar Werden des Neumondes am Abend errechnet, sondern vom ersten NICHT sichtbar Werden des Mondes am Morgen. Und weil die zeitliche Differenz zwischen erstmöglichem nicht Sichtbarwerden des Neumondes am Morgenhimmel und dem letztmöglichen Sichtbarwerden des Neumondes am Abendhimmel bis zu 60 Stunden betragen kann, war der kalendarische 14. Nisan je nach Himmelskonstellation nach dem vor-exilischen Kalender bis zu drei Tage vor dem 14. Nisan des offiziellen jüdischen (Tempel-) Kalenders. Mit Hilfe eines Astronomen der Universität Oxford und modernster Supercomputer konnte Humphreys diesen Tag genau errechnen.

Die Situation im Blick auf die unterschiedlichen Kalender zu jener Zeit ist uns nicht unbekannt: sie ähnelt der heutigen, wonach z.B. die griechischen und russisch-orthodoxen Kirchen normalerweise das Osterfest vor Katholiken und Protestanten feiern, weil die orthodoxen Kirchen noch den früheren julianischen Kalender das Datum des Osterfestes errechnen, wobei Katholiken und Protestanten den modernen gregorianischen Kalender verwenden. (Der mittelalterliche englische Mönch Beda Venerabilis hatte große Erfolge in seinen astronomischen Untersuchungen zur Feststellung des paschalen Mondes verzeichnet, aber die Umstellung auf den gregorianischen Kalender im Westen machte seine Arbeit im gewissen Sinne zu Nichte.) Auch manch eine abgelegene Insel Schottlands hat ihr altes Kalendarium beibehalten und feiert die kirchlichen Feste zu anderen Terminen als das Festland. Ein Beispiel, das Humphreys nicht nennt, wäre der islamische Kalender. Auch bei den Muslimen gibt es unterschiedliche „Sichtungen“ des Neumondes zum Iid, aber das ist eher ein praktisches als prinzipielles Problem. Dennoch: die großen Feste des Islam werden von verschiedenen Bevölkerungsanteilen an verschiedenen Tagen gefeiert.

Humphreys stellt fest: Alle vier Evangelien sind sich über Datum (14. Nisan) und Natur des letzten Abendmahls (bei Johannes einig – ihren Erzählungen liegen nur unterschiedliche Kalendertheorien zu Grunde, so dass der Eindruck für dem außen Stehemden entstehen kann, dass sie sich unterscheiden. Das letzte Abendmahl war ein reales Passahmahl nach dem Kalender, der von den synoptischen Evangelien verwendet wurde. Dieses Passahmahl wurde aber nicht zum gleichen Termin als das Passahmahl nach den offiziellen (jüdischen Tempel-) Kalender gegessen, sondern mindestens einen, wenn nicht zwei Tage vorher. Darum hält Humphreys die Aussage des Johannes für korrekt, wenn dieser sagt, dass das letzte Abendmahl vor dem offiziellen Passahmahl gegessen wurde. Humphreys stellt fest: Insofern stimmen alle vier Evangelien überein in punkto Datum der Kreuzigung. Diese fand statt am 14. Nisan nach dem offiziellen jüdischen Kalender statt, wobei Jesus um 15:00 Uhr, zur Zeit der Schlachtung der ersten Passahlämmer (so Johannes und auch Paulus) gestorben ist. Für Humphreys ist klar: Das gesamte Belegmaterial aus der Bibel und anderen frühen Dokumenten stimmt darin überein, dass Jesu Kreuzigung am 14. Nisan nach dem offiziellen Kalender stattgefunden hat.

Humphreys stellt sich die Frage: Welcher Kalender war es nun, den Jesus benutzte? Nach welchem Kalender hat er das letzte Abendmahl als Passahmahl mit seinen Jüngern gefeiert, wie es in den synoptischen Evangelien beschrieben wird? Der einzige glaubhafte Kalender, der seither von anderen vorgeschlagen wurde, ist der Sonnenkalender, der in der Qumrangemeinschaft Verwendung fand, einer Gruppe, die vermutlich Essener genannt wurden, wie in den Qumranrollen beschrieben wird. In seinem Buch weist Humphreys nach, dass dieser Kalender nicht in Frage kommt, weil nach diesem Kalender das Passahfest nach dem Passah des offiziellen jüdischen Kalenders stattgefunden hat.

Der „unterschiedliche Kalender“ den Humphreys ausgemacht hat, wonach Jesus sein letztes Abendmahl als Passahmahl feierte war der vorexilsche Kalender des alten Israel. Die Verscleppten aus Judäa hatten in Babylon im sechsten Jahrhundert v. Chr. den babylonischen Kalender übernommen, einschließlich Mondnamen nach babylonischen Stil. Dieser Kalender war ein Mondkalender mit Tageseinteilung von Sonnenuntergang zu Sonnenuntergang und blieb der offizielle jüdische Kalender bis in den ersten Jahrhundert n. Chr. Vor diesem Kalender nach babylonischem Typus verwendeten die Juden einen vorexilschen, altertümlichen Kalender vom ägyptischen Typus.

Diesen Kalender hat Humphreys als den altertümlichen vorexilschen Jüdischen Kalender identifiziert, der auf den altertümlichen ägyptischen Mondkalender basierte, aber mit einem Wechsel des ersten Monats in den Frühling (mit Namen „Abib“, was so viel heißt wie „herangreifende Gerstenähren“). Der Name dieses ersten Monats wurde später, während des babylonischen Exils, in „Nisan“ geändert (Nisan ist die hebräisierende Form des babylonischen Namens des ersten Monats Nisannu).

Der vorexilsche Kalender Israels war ein Mondkalender mit einer Tageseinteilung von Sonnen Aufgang bis Sonnenaufgang, genau so wie es der altertümliche ägyptische Mondkalender mit einer Tageseinteilung von Sonnenaufgang bis Sonnenaufgang gepflegt hatte. Dieser Kalender hielt sich bis in das erste nachchristliche Jahrhundert hinein. Humphreys hat gezeigt, dass unterschiedliche Gruppierungen diesen Kalender verwendet haben um das Passahfest zu errechnen, darunter die Samaritaner, die Zeloten und zumindest ein Teil der Essener. Durch den jüdischen Geschichtsschreiber Josephus wissen wir, dass sowohl Samaritaner, als auch Essener und Zeloten im ersten Jahrhundert n. Chr. sich in Jerusalem aufhielten. Es wäre also keineswegs außergewöhnlich gewesen, wenn Jesus diesen Kalender verwendet hätte, um sein letztes Abendmahl mit seinen Jüngern als Passahmahl zu feiern. Man könnte das vergleichen mit einem heutigen Christen, der sich dafür entscheidet, Ostern mal nach dem Julianischen Kalender zu feiern (wie Humphreys es in der Tat während seines Urlaubs in Griechenland getan hat), mal nach dem gregorianischen Kalender (welchen Humphreys natürlich benutzt wenn in England).

Mithilfe eines Astrophysikers der Universität Oxford hat Humphreys sowohl den offiziellen jüdischen Kalender als auch den vorexilschen jüdischen Kalender für das erste Jahrhundert n. Chr. rekonstruiert. Das Passahfest nach dem vorexilschen jüdischen Kalender war in der betroffenen Zeit immer einige Tage vor dem Passahfest des offiziellen post-exilischen jüdischen Kalendariums.

Aus den mit Hilfe von wissenschaftlich erstellten Algorithmen und eines Hochleistungs-rechenzentrums der Universität Oxford rekonstruierten Kalendern lassen sich der Tag der Kreuzigung am Freitag, den 3. April des Jahres 33 und der Tag des letzten Abendmahls am Mittwoch, den 1. April des Jahres 33 n. Chr. Festsetzen.

Humphreys hält fest: Durch seine Worte und Handlungen ist es klar, dass Jesus – konsequent zur Botschaft des Johannesevangeliums – sich als „den neuen Mose“ gesehen hat. Indem er beschloss, sein letztes Abendmahl als Passahmahl nach dem vorexilschen Kalender zu feiern, hielt er sein Passahmahl am exakten Jahrestag des ersten Passahmahls, beschrieben im zweiten Buch Mose. Somit hat Jesus sich symbolisch identifiziert als den neuen Mose, was auch überein stimmt mit dem, was er beim letzten Abendmahl sagte.

Nach dieser Datierung an Hand des Neumondes ergibt sich eine Zeitspanne von zwei Tagen zwischen letztem Abendmahl und Kreuzigung. Das hat zur Folge, dass Jesus das letzte Abendmahl nicht an Gründonnerstag gehalten hätte, sondern am Mittwoch der Karwoche. Das letzte Abendmahl auf den Mittwoch zu platzieren widerspricht natürlich der verbreiteten Annahme, dass dieses sich am Donnerstag ereignete. Der Donnerstag wird jedoch nirgends als Tag des letzten Abendmahls in der Bibel benannt. Eine detaillierte Analyse der Evangelien zeigt, dass sie in der Tat das Abendmahl auf den Mittwoch platzieren.

Das letzte Abendmahl – platziert am Mittwoch – löst die Probleme, die im ersten Kapitel des Buches beschrieben werden. Es erklärt was sich an dem „verlorenen Mittwoch “ ereignet hat. Es löst den scheinbaren Widerspruch zwischen Johannes und den Synoptikern betreffs Datum und Art des letzten Abendmahls. Mit einer Verhaftung Jesu in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag bleibt auch genügend Zeit für alle Ereignisse, die die Evangelien zwischen dem letzten Abendmahl und der Kreuzigung berichten. Schließlich bedeutet es auch, dass die jüdischen Gerichtsverhandlungen über Jesus nach den damals gültigen Vorgaben (, die später in der Mischna kodifiziert wurden,) „legal“ waren. Nach dem letzten Abendmahl am Abend bzw. in der Nacht von Mittwoch wurde Jesus in den frühen Morgenstunden des Donnerstag verhaftet. Die Hauptgerichtsverhandlung des Sanhedrins ereignete sich tagsüber am Donnerstag. Der Sanhedrin kam wieder in der Frühe am Freitagmorgen zusammen, um die Todesstrafe zu bestätigen. Dies stimmt mit den Vorgaben der Mischna überein, welche vorsieht, dass der Sanhedrin nur bei Tageslicht zu Gericht sitzen kann und in Fällen wo ein Todesurteil gefällt wird, das Urteil am nächsten Tag – ebenfalls bei Tageslicht – bestätigen muss.

All diese und viele andere interessanten Aspekte der Evangelienberichte über die letzten Tage Jesu finden erudite Behandlung und teilweise erstaunliche Auflösungen in diesem für Naturwissenschaftler und Theologen gleichsam hoch interessanten Werk. Ich wünsche diesem Buch eine breite Leserschaft – auch in Deutschland – wofür jetzt beste Voraussetzungen durch das Erscheinen der deutschen Übersetzung im Urachhausverlag (s.o.) geschaffen sind.

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