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Hofacker Abendbibelschule: Der christliche Glaube im Spiegel des Islam

1.) Mo. Der erste Artikel (des Glaubensbekenntnisses) und die Schahāda

Präsentationsfolien:abs2016lustnau_christl_glaube_im-lichte-des-islam1

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2.) Di. Der zweite Artikel und die Schahāda Teil I

Präsentationsfolien:abs2016lustnau_christl_glaube_im-lichte-des-islam2

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3.) Mi. Der zweite Artikel und die Schahāda Teil II

Präsentationsfolien:abs2016lustnau_christl_glaube_im-lichte-des-islam3

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4.) Do. Der dritte Artikel und der Geist Gottes im Koran

Präsentationsfolien: abs2016lustnau_christl_glaube_im-lichte-des-islam4

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5.) Fr. Das Vater unser und das Al-Fatiha Gebet

Präsentationsfolien: abs2016lustnau_christl_glaube_im-lichte-des-islam5

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Bibel und Koran – zwei Bücher, zwei Botschaften (Schönblick)

 

Dienstag: Gott teilt sich mit – Wie Gott sich Offenbart nach Bibel und Koran

Mittwoch:  „Was ist der Mensch, dass du seiner Gedenkst?“ – Die Stellung des Menschen in Bibel und Koran

Donnerstag:  Donnerstag: Wer ist Jesus – wer ist Gott?  Wie Bibel und Koran darauf antworten

Freitag: Das Volk Gottes und die letzten Dinge Erwählung und Schicksal. Gottes Friedensplan nach Bibel und Koran. Was Bibel und Koran dazu sagen

 

 

Herausforderung Islam – Bibel und Koran, zwei Bücher – zwei Botschaften

Der Vortrag wurde vor einem Bürgerforum am Rande des Schwarzwalds gehalten. Dort, wo noch kaum muslimische Zuwanderung geschehen ist, ist das Interesse sehr groß gewesen. Am Ende des Vortrags ist die Fragerunde mit aufgezeichnet (anonymisiert).

Der Vortrag liegt nicht schriftlich vor. Hier eine Skizze des Vortrags mit den relevanten Zitaten. Der Vortrag weicht teilweise sehr stark von der Skizze ab.

Die Hörzeit beträgt ca. 80 Minuten, die Fragerunde noch mal gute 20 Minuten.

Herausforderung Islam – Bibel und Koran, zwei Bücher – zwei Botschaften

Wir sind durch den Islam herausgefordert. Die ständig wachsende Zahl von Bürgerinnen und Mitbürgern mit Migrationshintergrund aus dem islamischen Kulturkreis stellt uns vor einen Wandel in unserer Gesellschaft. Die merkwürdigsten Allianzen tun sich auf. Traditionell atheistisch ausgerichtete Bewegungen und politische Parteien  zeigen auf einmal nicht nur Verständnis für den Islam an sich, sondern für Bräuche und Gepflogenheiten aus dem islamischen Kulturraum, die diametral den aufklärerischen europäischen Grundsätzen entgegengesetzt sind. Mit dem hier aufgenommenen Vortrag versuche ich aufzuzeigen, wie das Anliegen der islamisch geprägten Gesellschaft durch die so völlig andersartig gestaltete Botschaft des Koran und des Islam, wie sie in Sunna und Hädithen wiedergeben werden,  bedingt ist.

Der demographische Wandel stellt uns vor einer riesigen Herausforderung. Die daraus folgende Migration verändert unsere Gesellschaft und Kultur nachhaltig. Der Zusammenprall der Kulturen (auch Kampf der Kulturen gennant) nach Samuel P. Huntington[1]

 

Der Islam unterscheidet zwischen UMMAH (Vollzahl aller Muslime) AHL-AL-KITAB (Volk/Völker des Buches = Juden und Christen) und Götzendiener. Nur die Muslime sind für den Islam „Gläubige“, alle andere sind „Ungläubige“ (KUFFAR)

Umma und ‚ahl-al-kitab stehen sich gegenüber. Was anfänglich für Mohammed als vereinbar schien, wurde zu einer verbitterten Feindschaft. Das liegt in der Unterschiedlichkeit der Botschaften von Bibel und Koran.

Ein plastisches Beispiel hierfür ist der unterschiedliche Gnadenbegriff beider Bücher. Auch das Gottesbild des orthodoxen Islam, der sich an den Aussagen des Koran orientiert, unterscheidet sich stark vom biblischen Gottesbild. Es Geht um die Ehre Gottes und um die Verletzung derselben. Ehre kann nur durch Rache wieder hergestellt werden.

Auf diesem Hintergrund werden auch die causa Böhmermann und die tiefe Kränkung des türkischen Präsidenten auf Grund einer wahrgenommenen Verletzung seiner Ehre  verständlich:

Am Anfang des Wirkens Mohammeds war das anders. Ursprünglich glaubte Mohammed den gleichen Glauben, den die Juden und Christen hatten, für die Araber entdeckt zu haben.  Während seines Lebens kam es jedoch zu einer herben Enttäuschung darüber, dass die Juden und Christen seine Botschaft nicht annahmen, sondern teilweise sogar gegen ihn kämpften. Dass es zu keiner Einigung zwischen Mohammed einerseits und den Juden oder den Christen andererseits kommen konnte lag an der Botschaft, die er verkündete. Sie ähnelte zwar der biblischen Botschaft in vielen Punkten, setzte sich aber an entscheidenden Stellen deutlich von dieser ab  und widersprach dieser  in ihren Kernaussagen.

Als Einstieg nenne ich hier nur Losung und Lehrtext von heute

Losung:  Der HERR, euer Gott, ist gnädig und barmherzig und wird sein Angesicht nicht von euch wenden, wenn ihr euch zu ihm bekehrt. 2Chr 30,9

Lehrtext:  Kehrt also um und richtet euch aus auf die Vergebung eurer Sünden, damit vom Angesicht des Herrn her Zeiten der Erquickung kommen. Apg 3,19–20

Die Zusagen Gottes im Vergleich zu der Willkür Allahs:

Sure 3. Die Sippe ‚Imrans |132 Und gehorchet Gott und dem Gesandten! Vielleicht werdet ihr (dann) Erbarmen finden.

Sure 3. Die Sippe ‚Imrans   |200 Ihr Gläubigen! Übt Geduld und müht euch, standhaft und fest zu bleiben! Und fürchtet Gott! Vielleicht wird es euch (dann) wohl ergehen.

Sure 4. Die Frauen |99 Denen (die aus Unvermögen nicht „ausgezogen sind“) wird Gott vielleicht verzeihen. Gott ist bereit, Nachsicht zu üben und zu vergeben.

Sure 5. Der Tisch |35 Ihr Gläubigen! Fürchtet Gott und trachtet danach, ihm nahezukommen, und führet um seinetwillen Krieg (w. müht euch um seinetwillen ab)! Vielleicht wird es euch (dann) wohl ergehen.

Sure 5. Der Tisch  100 Fürchtet Gott, die ihr Verstand habt! Vielleicht wird es euch (dann) wohl ergehen.

Wie anders die Gewissheit derer , die Vergebung durch Jesus Christus erfahren haben!!

Aber schauen wir formale Unterschiede an:

I.) Zwei Bücher

Im Unterschied zur Bibel geht der Koran allein auf einen Menschen zurück – auf den Propheten des Islam Muhammad.

Wie mehrfach aus der Biographie Mohammeds gesehen werden kann , versteht sich der Islam als legitime Erfüllung der alt- und neutestamentlichen Offenbarung und also auch als Ergänzung und Korrektur zum Glauben der Juden und der Christen.

Diese Überzeugung ist auch schon im Koran dokumentiert. In Sure 2 “die Kuh” (al-baqra)

87 Wir haben doch (seinerzeit) dem Mose die Schrift gegeben und nach ihm die (weiteren) Gesandten folgen lassen. Und wir haben Jesus, dem Sohn der Maria, die klaren Beweise gegeben und ihn mit dem heiligen Geist gestärkt. Aber waret ihr (Juden) denn nicht jedesmal, wenn ein Gesandter euch etwas überbrachte, was nicht nach eurem Sinn war, hochmütig und erklärtet ihn für lügnerisch oder brachtet ihn um? 88 Und sie (d.h. die Juden) sagen: ›Unser Herz ist (eben) unbeschnitten‹. Aber nein! Gott hat sie (zur Strafe) für ihren Unglauben verflucht. Darum sind sie so wenig gläubig. * 89 Und als (nun) von Gott eine Schrift (d.h. der Koran) zu ihnen kam, die das bestätigte, was ihnen (an Offenbarung bereits) vorlag – und vorher baten sie (doch Gott wiederholt) um eine Entscheidung gegen die Ungläubigen –, als nun das, was sie (der Sache nach bereits) kannten, (in einer neuen Offenbarung) zu ihnen kam, da glaubten sie nicht daran. Gottes Fluch komme über die Ungläubigen! 90 Sie haben sich fürwahr auf einen schlechten Handel eingelassen, indem sie an das, was Gott (nun als Offenbarung) herabgesandt hat, nicht glauben, aus (lauter) Auflehnung (dagegen), daß Gott seine Huld (w. (etwas) von seiner Huld) herabschickt, auf wen von seinen Dienern er will. So haben sie sich Zorn über Zorn zugezogen. Und die Ungläubigen haben (dereinst) eine erniedrigende Strafe zu erwarten. 91 Und wenn man zu ihnen sagt: ›Glaubt (doch) an das, was Gott (nunmehr) herabgesandt hat!‹, sagen sie: ›Wir glauben (nur) an das, was (früher) auf uns herabgesandt worden ist.‹ An das Spätere glauben sie nicht, wo es doch die Wahrheit ist, indem es bestätigt, was ihnen (bereits) vorliegt. Sag: Warum habt ihr denn früher die Propheten Gottes (immer wieder) getötet, wenn (anders) ihr gläubig seid? [Sure 2. Die Kuh: Der Koran, S. 119f (vgl. Sure 2, 87ff) (c) Verlag W. Kohlhammer ]

97 Sag: Wenn einer dem Gabriel feind ist – und der hat ihn (d.h. den Koran) doch mit Gottes Erlaubnis dir ins Herz herabkommen lassen, als Bestätigung dessen, was (an Offenbarungen) vor ihm da war, und als Rechtleitung und Frohbotschaft für die Gläubigen –, 98 wenn einer Gott und seinen Engeln und Gesandten und dem Gabriel und Michael feind ist, so ist (umgekehrt auch) Gott den Ungläubigen feind.  99 Und wir haben doch (im Koran) klare Zeichen zu dir hinabgesandt. Nur die Frevler glauben nicht daran.  [Sure 2. Die Kuh: Der Koran, S. 120 (vgl. Sure 2, 9699) (c) Verlag W. Kohlhammer]

1) Die Entstehung des Koran aus islamischer Sicht

Der Koran besteht aus 114 Suren – alle von einer Quelle, nämlich letztlich aus dem Munde Mohammeds, und wurden von seinen Jüngern aufgeschrieben, und zwar auf das, was gerade zur Hand war: Papyrusblätter, Pergament, Tonscherben, Stoffreste u.a.m.

Hinter dieser Genese des Koran steckt aber die Überzeugung, dass Gott selbst den Koran in arabischer Sprache auf einer ehernen (ewigen) Tafel vor aller Zeit schrieb.[vgl. die beiden Tafel der 10 Gebote] – und deshalb sei dieser die älteste und ursprünglichste Offenbarung Gottes an den Menschen. Damit diese göttliche Offenbarung zu den Menschen gelangen konnte, wurde in der  لیلة القدر “Nacht der Kraft/Bestimmung” der Koran der Engelwelt übermittelt. “Als besonders heilig gilt die Nacht des 27. Ramadan, die »Laylat al-Qadr« لیلة القدر (Nacht der Bestimmung), in der die erste Koran-Offenbarung erfolgt sein soll.” [Lexikon des Islam: Fasten, Bd. 1, S. 242-243) (c) Verlag Herder] 

Gabriel erhielt den Auftrag, dem Rasul (Gesandter)  Mohammed die Botschaft für die Menschen zu übermitteln, und zwar Häppchenweise, passend zu der jeweiligen Situation.

Mohammad galt zu dieser Zeit als Hanif – Gott suchender. In seinem Ehevertrag mit Khadidscha bint Khuwailid bekam Mohammed das Recht zugesprochen, einen Monat lang jedes Jahr sich in die Wüste zurückziehen zu dürfen, um zu fasten und zu beten. Vorbild für ihn waren die christlichen (oder häretischen) Einsiedlermönche, die eine asketisch-komplentatives Leben in Höhlen in großer Einsamkeit verbrachten.

Für die islamische Gelehrsamkeit ist jedoch wichtig fest zu halten, dass der Koran immer nur im Trance übermittelt wurde  – alles andere, was Mohammed bei wachem Verstand gesagt hat gilt (nur) als Hadithe… (ob Mohammed Epileptiker war oder an einer Geisteskrankheit litt?)

Als sicher gilt jedenfalls, dass Mohammed die Koranabschnitte mündlich überlieferte und dass seine Gefährten sich bemühten, die Verse auswendig zu lernen. (S.u. zum Thema Überlieferung des Koran zur Zeit Uthmans).

War Mohammed Analphabet? Wird von frommen Muslimen als Beweis für den übernatürlichen Charakter des Koran gesehen, andere halten es für höchst unwahrscheinlich, dass ein Geschäftsmann, der mit Rechnungen und Schuldbriefen umgehen musste, Analphabet hätte sein können. Aus zu schließen ist es allerdings nicht. Es gab eine Schreiberzunft und auch Mohammed hat einen persönlichen Sekretär gehabt. Bis in die Zeit der Modern hat es im Orient wohlhabende und mächtige Personen gegeben, die des Schreibens und Lesens nicht mächtig waren (vereinzelt heute noch).

Als erste Offenbarung in der Höhle am Berg Hira gilt Sure 96 (Der Klumpen/Der Embryo):

1 Trag vor im Namen deines Herrn, der erschaffen hat, 

2 den Menschen aus einem Klumpen/Embryo erschaffen hat! 

3 Trag vor! Dein höchst edelmütiger Herr ist es ja, 

4 der den Gebrauch des Schreibrohrs gelehrt hat (oder: 

der durch das Schreibrohr gelehrt hat), 

5 den Menschen gelehrt hat, was er (zuvor) nicht wußte…

[Sure 96. Der Embryo: Der Koran, Sure 96, 15, S. 1078(c) Verlag W. Kohlhammer]

ebenfalls zu den frühen Suren gehört Sure 114 (Die Menschen) und gibt Einsicht in das religiöse Verlangen Mohammeds:

Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes.

1 Sag: Ich suche Zuflucht beim Herrn der Menschen, 

2 dem König der Menschen, 

3 dem Gott der Menschen, 

4 vor dem Unheil  von Einflüsterung, – von dem heimtückischen Kerl,

5 der in die Brust der Menschen (böse Gedanken) einflüstert, 

6 sei es ein Dschinn oder ein Mensch.

[Sure 114. Die Menschen: Der Koran, S. 1098, Verlag W. Kohlhammer]

Hier sehen wir auch eine der Wurzel für das Verhalten beim rituellen Gebet, wo der zum Gebet bereite Muslim sich zum Zeichen der Buße an den Ohren packt (oder etwas verklärter die Hände wie zum Hören an die Ohren legt), sich dem guten Engel über der rechten Schulter sich zuwendend um Schutz bittet, und dann zum bösen Engel über seiner linken Schulter sich zuwendend diesem im Namen Allahs wehrt. Danach kommen die Verneigungen, Verbeugungen und die Halb-Prostration, bei der die Stirn auf den Boden gedrückt wird (ein blauer Fleck auf der Stirn eines Muslimen ist eine sichere Indiz, dass dieser sich als besonders fromm versteht!).

Aber zurück um Koran: Wie gesagt, die Verse des Koran wurden auswendig gelernt und “rezitiert”. Eine Anordnung war gar nicht möglich oder notwendig. Die Originalaufschriften wurden nach islamischer Tradition in einer Kiste aufbewahrt, bis eines Tages eine Ziege sich Zugang dazu verschaffte und die essbaren Teile der Originale gefressen hat…

Umar hat den Auftrag gegeben, die Quellen zu vereinheitlichen (Anordnung nicht chronologisch).

Die chronologische Anordnung der Suren ist nur Islamgelehrten bekannt, wobei es keine einheitliche Sicht davon gibt.

Der Buchstabe ist heilig (Behandlung des Buchs, Amuletten und Potionen im Volksislam)

(Granth im Sikkhismus)

Die Rezitation bringt Verdienst.

Das Prinzip der Abrogation

(Nehls: Christen antworten Muslime S.25f “wie steht es mit dem exegetischen Prinzip des »mansukh« (= ein von Gott zurückgezogener Text) und »nasikh« (= der Text, der anstelle eines mansukhTextes eingesetzt wird)?

Wir müssen verstehen, daß die Verse aus Sure 2,107 und 16,102 nicht das Anliegen haben, ein besseres Verständnis des Textes zu ermöglichen und auch nicht gegeben wurden im Hinblick auf eine progressive Fortsetzung vorislamischer Schriften, wo Erweiterungen und neue Aspekte sicher ihren Platz hätten. Sie sind offensichtlich gegeben worden, um Verbesserungen an einem als offenbart geltenden Text, innerhalb

von etwa 20 Jahren (und meist weniger), zu rechtfertigen.

Wir verweisen hier auf das exegetische Prinzip: Wenn wir (26) wissen wollen, was ein gewisser Abschnitt wirklich bedeutet, müssen wir ermitteln, was der betreffende Text seinen ursprünglichen Hörern wirklich sagen wollte. Wie verstanden sie ihn? Erst wenn wir dies getan haben, können wir einen Text, ohne ihn zu entstellen, in unsere Gegenwartssituation hineininterpretieren.

Um die ursprüngliche Bedeutung herauszufinden, sollte man sicher auch die Kommentare der alten Glaubensväter zu Rate ziehen und sehen, wie sie den Text verstanden und interpretiert haben.

Die »Tafsir-i-Azizi« (Tafsir = Kommentar oder Auslegung) erklärt drei Arten von Zurücknahme bzw. Austausch eines Textes:

  1. wo ein Vers herausgenommen wurde und an seine Stelle ein anderer eingesetzt wurde,
  2. wo ein Gebot (oder Verbot) abgeschafft wurde, aber die Buchstaben des Textes geblieben sind,
  3. wo beides, Text und Gebot (Verbot), aus dem Text entfernt wurden.

Nach Jalalu’dDin ist die Zahl der zurückgenommenen bzw. ausgetauschten Texte zwischen 5 und 500 geschätzt worden (»Dictionary of Islam«, Seite 520).

In seinem »Itqan« stellte er eine Liste von 20 Versen zusammen, die von allen Kommentatoren als abgeändert anerkannt worden sind (»Dictionary of Islam«, Seite 520).

(27) Einige sollen Erwähnung finden:

  • Die Quibla (Gebetsrichtung) wurde von Jerusalem nach Mekka abgeändert (Sure 2,143-145).
  • Die Teilung des Erbes, das von Eltern oder Verwandten zurückgelassen wird, soll gemäß Sure 4,8 gleichmäßig erfolgen, was aber durch Vers 12 abgeändert wurde, wo
  • befohlen wird, daß Männer den doppelten Anteil von Frauen erhalten sollen.
  • Das Nachtgebet, in dem der Koran rezitiert werden soll, sollte etwa die halbe Nacht beanspruchen 73,35). Dies wurde abgeändert in: »daher rezitiert aus dem Koran, wie es euch leicht und möglich ist«

Aischa, Mohammeds Lieblingsfrau erklärte diesen Text als einen später (nach Mohammeds Tod) zugefügten Vers. Bei Ehebrecherinnen war eine lebenslängliche Gefangenschaft vorgesehen (Sure 4,16), die aber in eine Strafe von 100 Peitschenhieben abgeändert wurde (Sure 24,3). Dies trotz der Nachsicht die für reumütige Homosexuelle (in Sure 4,17) vorgeschrieben ist.

Ich möchte hier außerdem auf einen Text verweisen, der nicht mehr im Koran enthalten ist, nach dem Ehebrecher zu Tode gesteinigt werden sollen. Vergeltungsmaßnahmen in Fällen von Verbrechen, besonders von Mord, sollten auf Menschen gleichen Ranges beschränkt bleiben (ein Sklave für einen Sklaven, ein Freier für einen Freien, ein weibliches Wesen für ein weibliches Wesen usw., Sure 2,179). Dies widerspricht Sure 5.46 und Sure 17.34, wo Vergeltungsmaßnahmen nur gegen den Mörder angewandt werden dürfen (Leben für Leben, Auge um Auge etc.).

Der Jihad oder der Heilige Krieg war während der heiligen Monate verboten (Sure 9,5); aber in Vers 36 ist er nicht nur erlaubt, sondern man wird dazu geradezu  ermutigt, was natürlich den erstgenannten Vers aufhebt.

Der Orientalist und Islamologe John Burton schreibt: »Sure 2,10 steht am Beginn einer Reihe von durchgreifenden Veränderungen oder Modifizierungen die von Mohammed sowohl auf ritueller als auch auf gesetzlicher Ebene eingeführt wurden. Der Vers leitet somit die Änderung der Quibla (Verse 116, 178, 125252); der Riten für Pilgerreisen (Vers 158); gewisser Diätvorschriften (Verse 168174); des Rachegesetzes (Verse 178179); der Regelung von Hinterlassenschaften 27

2) Die Entstehung der Bibel (aus christlicher Sicht)

66 Kanonische Bücher, Hunderte von Autoren! Kollektivwerk!

A) Durch genaues Erforschen:

Lk 1,1ff 1 Viele haben es schon unternommen, Bericht zu geben von den Geschichten, die unter uns geschehen sind, 2 wie uns das überliefert haben, die es von Anfang an selbst gesehen haben und Diener des Worts gewesen sind.  3 So habe auch ich’s für gut gehalten, nachdem ich alles von Anfang an sorgfältig erkundet habe, es für dich, hochgeehrter Theophilus, in guter Ordnung aufzuschreiben, 4 damit du den sicheren Grund der Lehre erfährst, in der du unterrichtet bist.

1 Petr 1,10ff Nach dieser Seligkeit haben gesucht und geforscht die Propheten, die von der Gnade geweissagt haben, die für euch bestimmt ist,11 und haben geforscht, auf welche und was für eine Zeit der Geist Christi deutete, der in ihnen war und zuvor bezeugt hat die Leiden, die über Christus kommen sollten, und die Herrlichkeit danach. 12 Ihnen ist offenbart worden, dass sie nicht sich selbst, sondern euch dienen sollten mit dem, was euch nun verkündigt ist durch die, die euch das Evangelium verkündigt haben durch den heiligen Geist, der vom Himmel gesandt ist,  was auch die Engel begehren zu schauen.

B) Menschen Machen Erfahrungen mit Gott und erkennen daraus den Willen Gottes 

(Jakob, Josef, Psalmen)

C) Menschen empfangen durch Offenbarung den Willen Gottes, der Sie betrifft (Abraham, Jakob, Joseph, die Propheten des AT, Offenbarung des Johannes)

2.Tim 3,16 Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit,

2.Petr 1,1921 Um so fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, daß ihr darauf achtet… 20 Und das sollt ihr vor allem wissen, daß keine Weissagung in der Schrift eine Sache eigener Auslegung ist. 21 Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern [a] getrieben von dem heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet.

Eine Fülle von Autoren, Eine Kette von Zeugen

(Hebr 12,1: Darum auch wir: Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, laßt uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig umstrickt, und laßt uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist)

Die Botschaft ist heilig

das Befolgen ist entscheidend!

II Zwei Botschaften

viele Gemeinsame Elemente und Geschichten (Abraham, Joseph, Jesus, Mara –  Jungfrauengeburt)

Unter den Propheten haben wir einige vor anderen bevorzugt. Mit einigen sprach Gott selbst, andere bevorzugte er noch mehr. Dem Jesus, Sohn Miriams, gaben wir Wunderkraft, und rüsteten ihn mit dem heiligen Geist aus. Hätte Gott es gewollt, so würden die später Lebenden, nachdem ihnen so deutliche Belehrung zuteil geworden ist, nicht verschiedener Ansicht sein. Aber sie sind verschiedener Meinung; einer glaubt, der andere leugnet. Wenn Gott es nur wollte, sie stritten nicht miteinander. Aber Gott tut, was er will. 2, 253

– Abweichungen (Isaak, Jesus – Kreuzigung, heilige Geist) werden unterschiedlich erklärt:

Islam: Das Injil ist korruptiert worden (Paraklet)

61,611

6  Und als Jesus, der Sohn Marias, sagte: »O Kinder Israels, ich bin der Gesandte Gottes an euch, um zu bestätigen, was von der Tora vor mir vorhanden war, und einen Gesandten zu verkünden, der nach mir kommt: sein Name ist Ahmad* 187.« Als er nun mit den deutlichen Zeichen zu ihnen kam, sagten sie: »Das ist eine offenkundige Zauberei.«

[Koranstellen: Lexikon des Islam, S. 1777

(vgl. LdIslam Bd. 3, S. 903) (c) Verlag Herder]

*(oder:“hochgelobt“, so Paret)

Christentum: Die häretischen Quellen sind falsch, bzw Mohammed hat christliche Texte nur ungenau übermittelt bekommen oder schlicht falsch verstanden (ostsyrische Quellen?)

Darauf sagt Gott: O du Jesus, Sohn der Maria, gedenke meiner Gnade gegen dich und deine Mutter, ich habe dich ausgerüstet mit dem heiligen Geist, damit du schon in der Wiege zu den Menschen reden konntest, und auch, als du herangewachsen bist; ich lehrte dich die Schrift und die Weisheit, die Thora und das Evangelium. Du schufst mit meinem Willen die Gestalt eines Vogels aus Ton; du hauchtest in ihn, und mit meinem Willen wurde er ein wirklicher Vogel. Mit meinem Willen heiltest du einen Blindgeborenen und einen Aussätzigen, und mit meinem Willen brachtest du Tote aus ihren Gräbern. Ich hielt die Kinder Israels ab, Hand an dich zu legen, als du mit deutlichen Beweisen zu ihnen kamst, und sie, welche nicht glaubten, sagten: Dies ist alles offensichtliche Täuschung. 5, 110

gnostische Texte und Vorstellungen!

1) Islam heißt Unterwerfung

die fünf Säulen des Islam

Iman (Shahada)

Soum

Schirk – Gott hat keinen Freund und keinen Partner (Sufis verfolgt)

Sprich: So hat ihn der heilige Geist (Gabriel) von deinem Herrn in Wahrheit herabgebracht, die Gläubigen zu stärken, und als eine Leitung und frohe Botschaft für die Moslems. 16, 102

2) Nach der Bibel wird im Glauben an Jesus Christus durch die Innewohnung des heiligen Geistes der Mensch zum Kind Gottes

Habib – warum sündigt ihr Christen nicht?

die Mission Gottes in der Bibel  

Mt. 28,18-20;

Mt 11,28-30 Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. [a] a) Kap 12,20; 23,4; Jer 31,25

29 Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr [a]Ruhe finden für eure Seelen. a) Jes 28,12; Jer 6,16  30 Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.[a] a) Lk 11,46; 1.Joh 5,3

Mt 12,20; 23,4; Jer 31,25

20 das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, bis er das Recht hinausführt zum Sieg;  4 [a]Sie binden schwere und unerträgliche Bürden und legen sie den Menschen auf die Schultern; aber sie selbst wollen keinen Finger dafür krümmen. a) Kap 11,28-30; Apg 15,10.28

25 denn ich will die Müden erquicken und die Verschmachtenden sättigen.«

A) Da’wa – Dar ul Islam – die Einladung

Ummah, Dhimmi

B) Gehet hin – die Suche

Ich bin gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist

weder Jude noch Grieche

Gal 3,28 Hier ist [a] nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn [b] ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.

Kol 3,11 Da ist nicht mehr Grieche oder Jude, Beschnittener oder Unbeschnittener, Nichtgrieche, Skythe, Sklave, Freier, sondern alles und in allen Christus. [a]

Gott suchet noch

Die Liebe ist der Weg (Balqis Scheich)

In der Bibel geht es in erster Linie um die Liebe Gottes zu den Menschen – im Koran geht es um die Ehre Gottes.

 

 

[1] Huntington, Samuel P. The Clash of Civilizations and the Remaking of World Order. New edition. Simon & Schuster UK, 2002.

———. Kampf der Kulturen: Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert: The Clash of Civilizations. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert. 1. Auflage. btb Verlag, 1998.

Bibel und Koran, zwei Bücher, zwei Botschaften

Vorträge bei der Hafacker Abendbibelschule

 

1.) ABS2015LustnauI-Mo

2.) ABS2015LustnauII-Di

3.) ABS2015LustnauIII-Mi

4.) ABS2015LustnauIV-Do

5.) ABS2015LustnauV-Fr

 

Literaturempfehlungen

Der Koran ist zwar die als Offenbarung anerkannte Grundlage des Islam in allen Richtungen des Islam, die Interpretation des Korans ist aber der Schlüssel zum Verständnis der verschiedenen Ausprägungen dieser Religion/Lebensweise. Es gibt zwei maßgebliche Autoritäten in allen orthodoxen Schulen des Islam, die die Interpretation des Islam bestimmen, nämlich die Überlieferungen dessen, was Mohammed selbst erklärenderweise gesagt (hadith – Mehrzahl ahadith) und wie er persönlich gehandelt hat (Sirat-an-Nabi/Biographie Mohammeds durch Ibn Hischam/Ibn Ischhak sowie weitere Quellen der Sunnah).

Eine Zusammenfassung der ahadith/Hadithen  …

Die Biographie Ibn Hishams (die moderne Ausgabe s.O.)

oder die historische Ausgabe:

Hishām, ʻAbd al-Malik Ibn, Muḥammad Ibn Isḥāq, und Gustav Weil. Das Leben Mohammed’s. J. B. Metzler, 1864.

Ein gründliches, aber gleichzeitig leicht verständliches Buch ist:

Troeger, Eberhard. Islam im Aufbruch, Islam in der Krise? Brockhaus R. Verlag GmbH. Wuppertal; Giessen: Brockhaus R. Verlag GmbH, 1985.

 

Bei Amazon ab 0,01€ zu kaufen (plus Versand, Natürlich):

http://www.amazon.de/gp/product/3417122414/ref=olp_product_details?ie=UTF8&me=

 

Auf Englisch sehr eingängig aus Konvertitenperspektive:

Caner, Ergun Mehmet, und Emir Caner. Unveiling Islam: An Insider’s Look at Muslim Life and Beliefs. Updated, Expand. Kregel Pubn, 2009.

 

Die Bücher von Adel Theodor Khoury, em. Prof. für Rel.-Wiss. Münster und Libanese mit christlichem Hintergrund sind grundsätzlich solide – wenn auch manchmal ein bisschen sehr vermittelnd (vgl. Khalil Gibrain):

 

Adel Theodor Khoury: Der Islam und die westliche Welt – Religiöse und politische Grundfragen, o. J.

„Amazon.com Link.“ Zugegriffen 2. September 2015. http://www.amazon.de/Adel-Theodor-Khoury-politische-Grundfragen/dp/B0088NXKBM/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1441198268&sr=1-1&keywords=adel+theodor+khoury+Der+Islam+und+die+westliche+Welt.

„Amazon.com Link.“ Zugegriffen 2. September 2015. http://www.amazon.de/Muhammad-Botschaft-Adel-Theodor-Khoury/dp/3451298252/ref=sr_1_3?s=books&ie=UTF8&qid=1441198136&sr=1-3&keywords=adel+theodor+khoury.

Khoury, Adel Theodor. Der Koran: Erschlossen und kommentiert. 2. Aufl. Düsseldorf: Patmos Verlag, 2005.

———. Muhammad: Der Prophet und seine Botschaft. 1. Aufl. Freiburg, Br.; Basel; Wien: Verlag Herder, 2008.

 

Das Lexikon, an dem er mitgewirkt hat, ist sehr hilfreich:

Khoury, Adel Th, Ludwig Hagemann, und Peter Heine. Islam-Lexikon A – Z: Geschichte – Ideen – Gestalten. 1., erw. u. aktualis. Neuausg. Freiburg: Herder Freiburg, 2006.

Lexikon des Islam (gibt es auch als CD-ROM von der Digitalen Bibliothek/Direktmedia Publishing)

 

 

Die beste Koranausgabe ist immer noch m.E. die von Rudi Paret (mit Kommentar):

 

Paret, Rudi. Der Koran, Kommentar und Konkordanz: Kommentar und Konkordanz von Rudi ParetTaschenbuchausgabe. 8. Aufl. Stuttgart: Kohlhammer, 2012.

(gibt es auch als CD-ROM von der Digitalen Bibliothek/Direktmedia Publishing)

 

Unschlagbar sind die Werke von Tilman Nagel, Patrick Sookhdeo, Bat Bat Ye’or und Hans-Peter Raddatz. Nagel vor allem für das fortgeschrittene Studium des Islam.

 

Vorträge Bibel und Koran, zwei Bücher, zwei Botschaften

Hofacker Abendbibelschule:

Bibel und Koran, zwei Bücher, zwei Botschaften

1.) ABS2015LustnauI-Mo

2.) ABS2015LustnauII-Di

3.) ABS2015LustnauIII-Mi

4.) ABS2015LustnauIV-Do

5.) ABS2015LustnauV-Fr

Die jüdisch-christliche Überlieferung und der Islam

Jesus is eine wichtige Gestalt im Koran

Für den Koran, den Mohammed in Abschnitten zu verschiedenen Zeiten und Anlässen seinen Nachfolgern stets mündlich vorgetragen hat, steht der Glaube der Muslime in einer ungebrochenen Tradition von Adam über Abraham, Mose und die Propheten, inklusive Jesus (Koran Sure 3,84; 4,163. Mohammed ist der letzte Prophet in einer kontinuierlichen Reihe. Der Islam sieht Jesus als zweitwichtigsten Propheten nach Mohammed. Als Überbringer des „Indschil“ (Lehnwort im Arabischen von „Evangelium“) hat er den Willen Allahs den Heiden verkündet (Koran 2,87.136.253). „Evangelium“ ist für Muslime allerdings lediglich die Bezeichnung für das „Buch“ Neues Testament, nicht die „Frohbotschaft“ von der Erlösung durch Jesus Christus, wie Christen den Begriff verwenden. Der Koran berichtet davon, dass Jesus Wunder getan hat (3,49; in Anlehnung an das gnostische Thomas-Evangelium auch schon als Kind). Auch davon, dass Jesus „Christus“ (wird als Eigennamen, nicht als Messiastitel verstanden) von der Jungfrau Maria durch ein Wunder Gottes geboren wurde, berichtet der Koran: durch einen göttlichen Schöpfungsakt (19,20 f),  bzw. durch das Einhauchen des Geistes (19,22). Allerdings sieht der Koran ihn nur als einen Propheten, und nicht als Sohn Gottes, der für die Sünden der Welt gestorben wäre. So z.B. Koran 4,171f  „ Leute der Schrift! Treibt es in eurer Religion nicht zu weit und sagt gegen Gott nichts aus, als die Wahrheit! Christus Jesus, der Sohn der Maria, ist nur der Gesandte Gottes und sein Wort, das er der Maria entboten hat, und Geist von ihm. Darum glaubt an Gott und seine Gesandten und sagt nicht (von Gott, daß er in einem) drei (sei)! Hört auf (so etwas zu sagen)! Das ist besser für euch. Gott ist nur ein einziger Gott. Gepriesen sei er! (Er ist darüber erhaben) ein Kind zu haben. Ihm gehört (vielmehr alles), was im Himmel und auf der Erde ist. Und Gott genügt als Sachwalter. |172 Christus wird es nicht verschmähen, ein (bloßer) Diener Gottes zu sein, auch nicht die (Gott) nahestehenden Engel.“  (Zitiert nach der Übersetzung von Rudi Paret)

Der Islam ist auf dem Boden der jüdisch-christlichen Offenbarung entstanden

Mohammed hat Kontakt zu Christen und Juden von seiner Jugend an gehabt und steht in dieser Tradition. Vor allem bis zu dem Zeitpunkt seines Auszugs aus Mekka 622 n. Chr. verstand er sich als Geistes- und Seelenverwandter der Juden und Christen. Er gehörte zu einer Bewegung von Menschen, die sich „Hanīf“ (vgl. Koran 3,67; 6,79; 10,105; 16,120; 30,30) nannten und in Ablehnung der Vielgötterei den wahren Gott suchten. Mohammed sah sich eindeutig in der Tradition Abrahams, Moses, Davids und Jesu. Ein Teil seiner frühen Anhänger ist auf Grund der Verfolgung durch die Mekkaner in das christliche Reich Aksum geflohen, wo sie angeblich den Negus, den christlichen Herrscher von ihrer Rechtgläubigkeit überzeugen konnten. Es gab später Versuche, die Christen von Aksum (vielleicht auch von Nadschran, einer Stadt im Südwesten Arabiens an der Grenze zum Jemen), zu überzeugen, dass  Mohammed es nicht im Sinn hatte, eine neue Religion zu gründen, sondern sich als Reformer verstand, der die Menschen zum wahren Glauben, zur Unterwerfung unter den alleinigen Gott zurückführen wollte. Bein einem Besuch von diesen Christen in Medina bei Mohammed hat dieser ihren Glauben bestätigt: Die älteste erhaltene Biographie Mohammeds von Ibn Hischam zitiert den Koran (28,53) „Diejenigen, denen wir die Schrift früher schon gegeben haben, sie glauben daran; und wenn sie ihnen vorgetragen wird, dann sprechen sie: Wir glauben daran. Wahrlich, das ist die Wahrheit von unserem Herrn. Wirklich, wir waren schon früher Moslems (an Gott Ausgelieferte)“.

Islam heißt Unterwerfung unter Allah

Christen – und manchen Muslimen – ist es nicht bekannt, dass Mohammed die Begriffe „Islam“ und „Muslim“ nur als „Gottergebenheit“ bzw. „Unterwerfung unter Gott“ und „Gottergebener“ bzw. „Gott Unterworfener“ verwendet hat. In diesem Sinn sind auch die Gläubigen Juden z.Zt. Moses „Muslime“ (Koran 10,84;  Koran 16,43 sagt ausdrücklich  „Und wir haben vor dir immer nur Männer (als unsere Gesandten) auftreten lassen, denen wir (Offenbarungen) eingaben. Fragt doch die Leute der (früheren) Mahnung (d.h. Angehörige der früheren Offenbarungsreligionen), wenn ihr nicht Bescheid wisst! 44 (Wir haben sie) mit den klaren Beweisen und den Büchern (gesandt). Und wir haben (nunmehr) die Mahnung (d.h. den Koran) zu dir hinabgesandt, damit du den Menschen klarmachst, was (früher) zu ihnen hinabgesandt worden ist, und damit sie vielleicht nachdenken würden.“  „Das sind die Leute der Schrift.” (Jami‘-ul-Bayan Fi Tafsir Al-Qur’an von At-Tabari, Band 14 Seite 144). Für Mohammed war der Islam die universale, ewig gültige Religion, in der auch die biblische Tradition stand.

Auch weitere biblische Gestalten des Alten Testaments wie Josef, Aaron, Hiob gehören zum Traditionsgut der Muslime und kommen im Koran vor. Abraham, Noah, Josef, Jona und Maria bekommen im Koran sogar je eine eigene Sure (Abschnitt). Allerdings gehen die Darstellungen im Vergleich zu den biblischen Berichten teilweise sehr weit auseinander. Die offizielle Erklärung der muslimischen Theologen dazu ist, dass die Christen und Juden nachträglich ihre Schriften verfälscht hätten, ursprünglich seien sie aber Einklang mit dem Koran gewesen. Nach dem Verständnis des Islam sind die Berichte von biblischen Personen im Koran nicht einfach geschichtliche Überlieferungen – auch nicht von inspirierten Texten früherer Autoren, sondern direkte Offenbarungen Allahs an Mohammed durch den Erzengel Dschibril (Gabriel). Das erschwert natürlich das Gespräch mit Muslimen in diesem Punkt, denn es gibt keine erhaltenen Texte aus der Antike, die diese These der Islamgelehrten unterstützen könnte, während wir als Christen an der Integrität der Bibeltexte festhalten (Das sogenannte „Barnabasevangelium“ , auf das Islamgelehrte in dieser Frage verweisen, ist ein spätmittelalterlicher Text).

Für den Koran sind die Gläubigen des Alten wie des Neuen Testaments „Muslime“

Der Koran sieht die Gestalten des Alten wie des Neuen Testaments als wahre Muslime, deren Tradition durch die Verfälschung der biblischen Texte verderbt worden sei. Von daher führen die Dialoggespräche über die Richtigkeit der Texte des Koran und der Bibel in eine Sackgasse. Weil für die Muslime der Koran schon vor Zeit und Ewigkeit von Allah im Himmel auf einer großen Tafel aufgezeichnet worden sei und einzig und allein nach und nach Mohammed über die Mittlerschaft der Engelwelt offenbart wurde, habe der Text der Koran die ursprüngliche Bedeutung der göttlichen Offenbarung beibehalten.

Solche Muslime, welche die Bibel lesen, sind allerdings oft beeindruckt von der Klarheit und der Botschaft der Texte. Im Vergleich zum Koran ist die Bibel sehr eingängig und logisch, auch im Aufbau. Am meisten sind Muslime von den Evangelienberichten von Jesus und seiner Botschaft beeindruckt. Der Streit darüber, welcher Text Recht hat, bringt im Gespräch mit Muslimen nicht weiter. Vielmehr muss nach der Wirkung des Textes gefragt werden. Was macht das Lesen der Texte mit einem? Verändert die Botschaft des heiligen Textes das Leben? Nicht die geschichtliche Herkunft der Texte ist in diesem Fall entscheidend, sondern ihre Wirkkraft auf das Leben!

Joh 17,1-8 »Das kleine dreimal eins des Schenkens – wie Jesus uns beschenk«

Predigt in Gniebel am Palmsonntag, d. 24.03.2013

 

Joh 17,1-8

Das hohepriesterliche Gebet

1 So redete Jesus und hob seine Augen auf zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da: verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche;

2 denn du hast ihm Macht gegeben über alle Menschen, damit er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast.

3 Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.

4 Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue.

5 Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.

6 Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren dein und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt.

7 Nun wissen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt.

8 Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie glauben, dass du mich gesandt hast.

 

Das kleine dreimal eins des Schenkens – wie Jesus uns beschenkt

 

Der Abschnitt, den wir gerade eben gehört haben ist die Einleitung zum so genannten hohen priesterlichen Gebet Jesu, dass er im Garten Gethsemane kurz vor seiner Verhaftung in intensivem Ringen mit dem Vater gesprochen hat. In ganz merkwürdiger Weise redet er von sich dabei in der dritten Person. Warum macht er das? Wir könnten denken, dass es sich so verhält, wie die Mutter, die mit ihrem kleinen Kind spricht und es trösten will indem sie sagt: „die Mama kommt ja gleich wieder!“ Es ist eine gewisse Nähe zum Kind da, aber auch in gewisser Weise ein Appell an das Kind zu begreifen, dass die Mutter es doch niemals im Stich lassen würde. Vielleicht schwingt ein bisschen etwas von diesem Rollenverständnis auch in der Art und Weise wie Jesus von sich in der dritten Person redet. Er redet von sich als vom Sohn Gottes. Es ist ein Stand und ein Amt, das er innehat. Er redet nicht nur von sich als Person, sondern von sich als den Gott der Vater in die Welt gesandt hat um die Menschen zu erretten.

 

An dieser Stelle zieht Jesus Bilanz über das, wozu er in die Welt gesandt worden ist, und was er tatsächlich vollbracht hat. Es ist eine positive Bilanz! Insbesondere drei Aufgaben listet Jesus hier auf, weswegen er in die Welt gekommen ist und die ihm auch gelungen sind. Es ist keineswegs ein tragisches Ende einer verunglückten Karriere wie manche moderne Theologen die Verhaftung, Passion und Sterben Christi beurteilen. Im Gegenteil! In seinen eigenen Augen ist es eindeutig und ganz klar: Jesus hat seine Aufgabe erfüllt. Er hat all die Menschen, die Gott ihm anvertraut hat, die Gott ihm geschenkt hat als jüngeren und Jünger zum ewigen Leben gebracht, zum ewigen Leben das hier und jetzt schon beginnt.

 

Lasst uns diese drei Dinge der Reihe nach unter die Lupe nehmen!

 

1.) Jesus schenkt das Leben

 

in keinem der anderen drei Evangelien wird das so klar und deutlich uns gezeigt, dass Jesus seine Rolle als Retter und Erlöser der Menschen verstanden hat. Zwar ist es in allen Evangelien gerade in der Passionsgeschichte verdichtet dargestellt und zwischen den Zeilen jedenfalls deutlich zu erkennen, aber das Johannesevangelium führt es ausführlich aus, dass das das Hauptziel Jesu kommen in diese Welt und seines Wirkens in dieser Welt gewesen ist. Jesus war kein Moralapostel, kein frustrierter Revolutionär und kein von Unglück und pechgeplagter Religionslehrer. Seine Aufgabe hatte er darin, unsere Beziehung zum Schöpfer und Geber des Lebens, zum Vater im Himmel durch sein Leben und stellvertretendes Sterben wiederherzustellen, damit wir wieder zurück zur Quelle des Lebens, zu Gott selbst geführt werden. In der Schöpfungsgeschichte wird berichtet, wie Gott selbst seinen Lebensatem dem Menschen ein hauchte und ihn so zu einer lebendigen Seele machte. D.h. nichts anderes, als dass der Mensch ursprünglich sein Leben vom ewigen Gott, vom Schöpfer aller Dinge selbst, direkt hat. Während die Bibel davon spricht, dass die Erde alle Pflanzen und Tiere, alles sonst was lebt auf Erden je nach seiner eigenen Art hervorbrachte, stammt der Mensch von Gott selbst. Er hat sein Leben, seine Wesen aus Gott. Darum kann es auch in Psalm 82 heißen: „Ihr seid Götter und Söhne des Höchsten“.

 

Jesus ist gekommen, damit wir diesen Zugang zum höchsten, zur Quelle des Lebens wiederbekommen. Wo wir die Vergebung unserer Sünde empfangen und die Beziehung zum himmlischen Vater wieder geheilt wird bekommen wir wieder das Leben aus Gott, das in Ewigkeit bleibt.

 

Hören wir noch einmal auf die Eingangsworte Jesu:

 

1 So redete Jesus und hob seine Augen auf zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da: verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche;

2 denn du hast ihm Macht gegeben über alle Menschen, damit er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast.

3 Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.

4 Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue.

 

Was uns betrifft geht es also darum, dass wir Jesus als Weg zum Vater, als unsere Errettung erkennen. Hier nimmt Jesus den Faden auf den er bereits ein paar Kapitel vorher begonnen hat, wo er sagte: „Ich bin der Weg die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich.“

 

Glauben heißt Jesus als Weg zum Vater, Jesus als Weg zum ewigen Leben, Jesus als Rettung vom Tode zu erkennen.

 

„Oberhalb des Rheinfalles von Schaffhausen waren zwei Männer mit ihrem Boot umgekippt und trieben hilferufend im Strom. Es wurde ihnen vom Ufer ein Rettungsseil zugeworfen. Der eine der beiden ergriff das Rettungsseil und wurde ans Land gezogen. Der andere klammerte sich in seiner Verwirrung und Todesangst an das Boot und trieb mit ihm in den Tod. Beide haben etwas ergriffen. Beide haben in den Stunden der höchsten Gefahr auf etwas ihr Vertrauen gesetzt. Beide haben an etwas geglaubt. Nur der eine ergriff das Richtige, der andere das Falsche. Es kommt nicht darauf an, dass man überhaupt etwas erfasst als seine Rettung in der Not des Todes, sondern dass wir das Richtige ergreifen. So auch im Blick auf unser ewiges Heil. Es gilt, die Wahrheit Gottes im Glauben zu erfassen, denn ,das ist das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen‘ (Joh. 17,3).“

 

Das war das erste: Jesus schenkt das Leben. Wie tut er das? In dem er uns die Möglichkeit gibt, Gott anzurufen, ihn um Vergebung und Erlösung zu bitten.

 

2.) Jesus schenkt den Namen

 

Unseren Namen verwenden wir mit großer Selbstverständlichkeit – auch die Namen derer die wir kennen oder auch nicht kennen. Was bedeutet es, wenn es hier heißt, dass Jesus den Namen Gottes den Menschen geoffenbart hat?

 

5 Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.

6 Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren dein und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt.

 

Wir kennen alle die Situation, in der jemand uns von einem Menschen erzählen will dessen Namen ihm gerade nicht einfällt. Das kann lustig bis schwierig werden! Frustriert heißt es dann „acht du weißt doch wen ich meine!“

 

Wirklich wissen wir es nur, wenn der Name genannt wird. „Gott“ ist kein Name – auch Allah nicht! Das sind Gattungsbezeichnungen. Es ist wie bei der Gattungsbezeichnung „Mensch“: wenn wir jemanden ansprechen „Mensch“, dann kann er sich angesprochen fühlen, muss es aber nicht…

 

 

Gott hat den Menschen seinen Namen geoffenbart er ist J H W H – ich werde sein der ich sein werde. Dadurch hat Gott auf der einen Seite seine Unverfügbarkeit zum Ausdruck gebracht, auf der anderen Seite aber auch uns Menschen mitgeteilt, dass er für uns ansprechbar ist. Das ist ja überhaupt die wichtigste Funktion und größte Bedeutung des Namens: mit seinem Namen können wir jemanden rufen, mit seinem Namen können wir jemanden ansprechen. Wir können und dürfen Gott ansprechen – dazu hat Gott uns seinen Namen gegeben.

In und durch Jesus können wir Gott anrufen. Wilhelm Busch hat in seinem autobiografischen Werk Jesus unser Schicksalunter anderem folgendes aus der Zeit des Dritten Reiches berichtet:

 

„Ich habe einen Abend im Gefängnis erlebt, an dem die Hölle los war. Da hatten sie einen durchgehenden Transport von Leuten eingeliefert, die ins KZ gebracht werden sollten, Leute, die gar keine Hoffnung mehr hatten, teils Kriminelle, teils schuldlose Leute, Juden. Diese Leute packte an einem Samstagabend die Verzweiflung. Und dann brüllte alles los. Das können Sie sich gar nicht vorstellen. Ein ganzes Haus mit lauter Zellen voll Verzweiflung, wo alles schreit und gegen die Wände und Türen donnert. Die Wärter werden nervös und knallen mit ihren Revolvern gegen die Decke, rennen herum, prügeln einen zusammen. Und ich sitze in meiner Zelle und denke: »So wird die Hölle sein.«

Das kann man schlecht schildern. In dieser Situation nun fällt mir ein: »Jesus! Er ist ja da!« Ich erzähle Ihnen, was ich tatsächlich selber erlebt habe. Dann habe ich nur leise – ganz leise – in meiner Zelle gesagt: »Jesus! Jesus!! Jesus!!!« Und in drei Minuten wurde es still. Verstehen Sie: Ich rief ihn an, das hörte kein Mensch, nur er – und die Dämonen mussten weichen! Und dann sang ich, was streng verboten war, ganz laut:

»Jesu, meine Freude, / Meines Herzens Weide, / Jesu, meine Zier. / Ach, wie lang, ach lange/ ist dem Herzen bange / Und verlangt nach dir!« Und alle Gefangenen hörten es. Die Wärter sagten kein Wort, dass ich laut sang: »Mag von Ungewittern / Rings die Welt erzittern, / Mir steht Jesus bei…« Meine Freunde, da habe ich etwas gespürt, was das bedeutet, einen lebendigen Heiland zu haben.“ (Aus „Jesus unser Schicksal“)

 

Durch Jesus hatte aber auch etwas anderes, neues geoffenbart, nämlich dass wir ihn als Vater anrufen dürfen! Das ist doch ungleich mehr als nur ein Personenname! Da steckt die innigste Beziehung die es überhaupt gibt zwischen Menschen, die familiäre Beziehung – hier die Beziehung zwischen Kind und Eltern. Wir dürfen Gott als Vater anreden. Das definiert die Beziehung die wir zu ihm haben dürfen. Das innige Gebet, in dem Jesus hier zu seinem Vater spricht zeigt auch auf, was für eine Beziehung wir zum himmlischen Vater haben und pflegen dürfen. Was für eine Geborgenheit steckt doch dahinter! Wir dürfen wissen, dass wir Kinder Gottes sind! Wir dürfen wissen, dass der himmlische Vater uns liebt und für uns sorgt!

 

Um diese Beziehung geht es in diesem Text. Jesus will, dass wir als seine Jüngerrinnen und Jünger ihn als den von Gott Gesandten erkennen, der es uns ermöglicht und gelehrt hat, Kinder Gottes zu sein und diese Beziehung mit Gott zu leben. Darum hebt er wiederholt darauf ab, dass die Menschen durch ihn erkennen, dass der himmlische Vater der einzig wahre Gott ist. Wie erkennen das die Menschen? Wir erkennen es durch sein Wort:

 

3.) Jesus schenkt das Wort

 

all das und vieles mehr würden wir nicht wissen, wenn wir die Worte Jesu nicht hätten. Ich denke, dass wir oftmals vergessen, was für ein Schatz wir in den Worten Jesu haben. Was für eine Wahrheit hat er uns damit offenbart! Es geht darum, dass wir die Worte Jesu auch annehmen, dass wir sie zu den Unseren machen, dass wir sie akzeptieren und ihre Gültigkeit anerkennen.

 

7 Nun wissen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt.

8 Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie glauben, dass du mich gesandt hast.

 

Die Worte Jesu überzeugen. Er spricht mit Autorität, mit Kraft, nicht wie die „Schriftgelehrten und Pharisäer“. Seine Worte verändern unser Leben. Seine Worte sind Teil des einen Wortes, das am Anfang alles erschuf – aus dem alles hervorgegangen ist. Jesus ist selbst das Wort Gottes, der Logos (Joh 1). Darum können seine Worte immer wieder Neues schaffen. Auch in unserem Leben. Das ist ein Geschenk, das sonst niemand uns machen kann.

Lasst uns Leute des Wortes sein! Hörer und Täter des Wortes. Lasst uns mit dem Wort täglich Leben, das Wort in unseren Herzen fassen, aus seinem Wort heraus leben und so in ihm und seinem Wort verwurzelt in unseren Leben von ihm Frucht hervorbringen lassen!

Amen