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Intensivkurs Islam – Der Islam in Deutschland

Screencasts/PrÀsentationen

hier nun der abgeschlossene Kurs. Eine Fortsetzung der Thematik des letzten Abends gibt es bei der TĂŒbinger Hofacker Abendbibelschule im Primus TrĂŒber Haus, Derendingen, vom 15-19.2.2016 jeweils um 20h.

Die farbigen Texte sind Links zu den PrĂ€sentationen, die in einem neuen Fenster geöffnet werden. Sie können in diesem Fenster auf die Audiodatei klicken um den Vortrag zu hören und dann gleichzeitig im anderen Fenster mit den >vorwĂ€rts> und <rĂŒckwĂ€rts< Pfeilen durch die PrĂ€sentation klicken.

Die fĂŒnf Abende der Hofacker Abendbibelschule im November „Bibel und Koran – zwei BĂŒcher, zwei Botschaften“ können sie hier hören.

1) 13.10.2015: Der Islam, die Muslime bei uns. – Eine Bestandsaufnahme

2) 20.10.2015:  Worauf berufen sich Muslime in ihrer Unterschiedlichkeit?

3) 27.10.2015: Der Koran und seine Auslegung im Islam. Herkunft, Intensivkurs Islam 7aWirkungsgeschichte und Interpretation.

4) 03.11.2015 Die Überlieferungen und die Mohammedtradition

(die erste HĂ€lfte bis zu Pause war wegen technischer Probleme ohne Folien)

5) 17.11.2015 Der real in Deutschland existierende Islam 1: Die Konservativen (Islam und Islamismus – eine treffende Unterscheidung?)

6) 24.11.2015 Der real in Deutschland existierende Islam 2: Die „Moderaten“/Traditionalisten“

Hier der Link zum Vortrag von Johannes Gerloff:

7a) 01.12.2015 Der Real in Deutschland existierende Islam 3: „Die Modernen“/die Liberalen erster Teil (Link: Intensivkurs Islam 7a)

7b)  Der Real in Deutschland existierende Islam 3: „Die Modernen“/die Liberalen zweiter Teil (Link: Necla Kelek Teil 1)

8a) Der Real in Deutschland existierende Islam 3 Fortsetzung

(Link: Necla Kelek Himmelsreise Teil 2)

8b) Liebevoll Profil zeigen. Ein Beitrag zu Klarheit und guter Nachbarschaft mit den Muslimen unter uns (hierfĂŒr ist keine Audiodatei vorhanden – die Aufnahme nach der Pause war korrupt)

9) Gibt es eine „ethische Wertegemeinschaft“ mit Muslimen in Deutschland?

10) Wie kann ich meinen Glauben Muslimen gegenĂŒber bezeugen?

Intensivkurs Islam – Der Islam in Deutschland – Literaturempfehlungen fĂŒr die Gemeindeakademie

Der Islam in Deutschland Literaturempfehlungen

(zum Islam allgemein s. ausfĂŒhrlichere Literaturliste)

 

 

Monographien:

 

Irion, Christoph. Wer hat Angst vor dem Islam? 1. Aufl. Holzgerlingen: SCM HĂ€nssler, 2015.

Kandel, Johannes. Islamismus in Deutschland: Zwischen Panikmache und NaivitÀt. 1. Aufl. Verlag Herder, 2011.

Kelek, Necla. Himmelsreise: Mein Streit mit den WĂ€chtern des Islam. MĂŒnchen: Goldmann Verlag, 2011.

Mehmet, Özay. Fundamentalismus und Nationalstaat. Hamburg: EuropĂ€ische Verlagsanstalt, 1994.

Schirrmacher, Christine. Politischer Islam und Demokratie. 1. Aufl. Holzgerlingen: SCM HĂ€nssler, 2015.

Spuler-Stegemann, Ursula. Feindbild Christentum im Islam: Eine Bestandsaufnahme. 3. Aufl. Freiburg im Breisgau: Herder Freiburg, 2004. (Bes. S. 173 ff.)

———. Muslime in Deutschland: Fakten und HintergrĂŒnden. neue Aufl. Freiburg im Breisgau: Verlag Herder, 2015. (erscheint demnĂ€chst! Die ursprĂŒngliche Ausgabe von 2002 ist wichtig und interessant, aber inzwischen lt. Verfasserin ĂŒberholt)

 

Quellen im Internet:

„AkgĂŒn: ‚Islam und LiberalitĂ€t passen zusammen‘“. Zugegriffen 9. August 2013. http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft.html?&news[action]=detail&news[id]=6927.

Altenbockum, Jasper von. „‚Harte Bretter‘ Die hohlen Islam-Phrasen“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. Januar 2015. http://www.faz.net/aktuell/politik/harte-bretter/harte-bretter-die-hohlen-islam-phrasen-13372376.html.

„Angriffe auf Moscheen in Deutschland nehmen zu – Zahlen und Fakten zu Anfrage der LINKE-Bundestagsfraktion im Bundestag in GĂ€nze“. Zugegriffen 26. Juli 2012. http://islam.de/20791.php.

„Attacke auf Zeitungsleser Meine zerrissene Mohammed-Karikatur“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. Januar 2015. http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/zeitungsleser-attackiert-wegen-mohammed-karikatur-auf-titelblatt-13373877.html.

„Bayern – KopftĂŒcher sollen verboten bleiben, Habits weiter erlaubt – MiGAZIN“. Zugegriffen 19. MĂ€rz 2015. http://www.migazin.de/2015/03/18/bayern-kopftuecher-sollen-verboten-bleiben-habbits-weiter-erlaubt/.

„Besser Überwachung als Scharia | domradio.de – Katholische Nachrichten“. Zugegriffen 16. Januar 2012. http://www.domradio.de/aktuell/78245/syrische-christen-in-deutschland-befuerchten-bevorstehende-islamisierung-ihrer-heimat.html.

„Deutschland: Appeasement des radikalen Islam“. Zugegriffen 17. September 2015. http://de.gatestoneinstitute.org/6509/appeasement-radikalen-islam.

„Deutschland: Nicht ĂŒberall ist die Bibel erwĂŒnscht – Deutsche Evangelische Allianz“. Zugegriffen 22. September 2015. http://www.ead.de/nachrichten/nachrichten/einzelansicht/article/deutschland-nicht-ueberall-ist-die-bibel-erwuenscht.html.

„Die Achse des Guten: Die Islamfeindlichkeit ist schuld, wenn Muslime morden“. Zugegriffen 10. Oktober 2015. http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_islamfeindlichkeit_ist_schuld_wenn_muslime_morden.

„Die Achse des Guten: Zehn Fragen an den Islam“. Zugegriffen 9. Januar 2015. http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/zehn_fragen_an_den_islam/.

„Diskussion ĂŒber Burka-Verbot in Deutschland“. Zugegriffen 11. Februar 2015. http://www.faz.net/aktuell/politik/die-gegenwart/diskussion-ueber-burka-verbot-in-deutschland-13364170.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2.

„DreijĂ€hrige MĂ€dchen mit Kopftuch: ‚Heuchelei von Integration in Deutschland‘: Buschkowsky warnt vor Islamisten – Deutschland – FOCUS Online – Nachrichten“. Zugegriffen 12. MĂ€rz 2015. http://www.focus.de/politik/deutschland/dreijaehrige-maedchen-mit-kopftuch-heuchelei-von-integration-in-deutschland-buschkowsky-warnt-vor-islamisten_id_4527727.html.

„Evolutionsgeschichte der Religion – Glauben stĂ€rkt Kooperation und Reproduktion – BlumeBGAEUEvolutionsgeschichteReligion.pdf“. Zugegriffen 24. Mai 2013. http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/BlumeBGAEUEvolutionsgeschichteReligion.pdf.

„Ex-Verfassungsgerichtshofs-PrĂ€sident Bertrams: ‚Der Karlsruher Beschluss ist ein Zeichen von Ignoranz‘“. Zugegriffen 19. MĂ€rz 2015. http://www.ksta.de/politik/ex-verfassungsgerichtshofs-praesident-bertrams–der-karlsruher-beschluss-ist-ein-zeichen-von-ignoranz-,15187246,30144770.html.

„GRÜNER isst Currywurst im Ramadan! « quotenqueen“. Zugegriffen 14. September 2011. http://quotenqueen.wordpress.com/2011/08/08/gruner-ist-currywurst-im-ramadan/.

Guez, Olivier. „Nach den Massakern Wie soll Frankreich aus dieser Sackgasse herausfinden?“ Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. Januar 2015. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/analyse-frankreich-in-der-sackgasse-13363238.html.

„Hamburg: Aus Kirche wird Moschee – mit Hilfe aus Kuwait“. DTJ ONLINE. Zugegriffen 1. September 2015. http://dtj-online.de/hamburg-aus-kirche-wird-moschee-mit-hilfe-aus-kuwait-59990.

„Hamed Abdel-Samad: ‚Frau Merkel, Sie irren!‘ | blu-News“. Zugegriffen 19. Januar 2015. http://www.blu-news.org/2015/01/15/hamed-abdel-samad-frau-merkle-sie-irren/.

„Interview mit Islamwissenschaftler Khorchide“. Zugegriffen 11. Februar 2015.  http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/interview-mit-islamwissenschaftler-khorchide-13369952.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2.

„Kisslers Konter: Das Kopftuch-Urteil ist falsch – und wird den Schulfrieden brechen – Kisslers Konter – Cicero exklusiv“. FOCUS Online. Zugegriffen 19. MĂ€rz 2015. http://www.focus.de/politik/deutschland/kisslers-konter/kisslers-konter-das-kopftuchurteil-ist-falsch-und-wird-den-schulfrieden-brechen_id_4551004.html.

Martens, Michael. „Die Verantwortung der Muslime Was der Islam mit dem Islam zu tun hat“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. Januar 2015. http://www.faz.net/aktuell/politik/was-die-anschlaege-von-paris-mit-dem-islam-zu-tun-haben-13362901.html.

MĂŒller, Frank. „Bayern hĂ€lt an Kopftuch-Praxis fest“. sueddeutsche.de, MĂ€rz 2015, Abschn. bayern. http://www.sueddeutsche.de/bayern/kabinettsbeschluss-bayern-haelt-an-kopftuch-praxis-fest-1.2397239.

„Religionen der Menschheit – Das EBook Weltreligionen (sciebooks) eBook: Michael Blume: Amazon.de: Kindle-Shop“. Zugegriffen 24. Mai 2013. http://www.amazon.de/Religionen-Menschheit-Weltreligionen-sciebooks-ebook/dp/B008C90ALK/ref=zg_bs_567133031_7#reader_B008C90ALK.

„ReligiositĂ€t als demographischer Faktor – Ein unterschĂ€tzter Zusammenhang?_blume_germ2006.pdf“. Zugegriffen 24. Mai 2013. http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/blume_germ2006.pdf.

„REvolutionsErfolgReligionBlume2009.pdf“. Zugegriffen 24. Mai 2013. http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/REvolutionsErfolgReligionBlume2009.pdf.

„Riedlingen: Kanzlerin Merkel als ‚Handlangerin des Bösen‘“. Zugegriffen 17. Oktober 2015. http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Kanzlerin-Merkel-als-Handlangerin-des-Boesen-_arid,10322887_toid,581.html.

Schirmbeck, Samuel. „Islam und Gewalt Die Linke im Muff von tausend Jahren“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Januar 2015. http://www.faz.net/aktuell/politik/die-gegenwart/linke-verweigern-diskussion-ueber-islam-und-gewalt-13377388.html.

„Spiegel: Nachvollziehbares, AufgewĂ€rmtes und Klischees“. Zugegriffen 16. Mai 2015. http://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/detailansicht/aktuell/spiegel-nachvollziehbares-aufgewaermtes-und-klischees-92067/?utm_source=getresponse&utm_medium=email&utm_campaign=christlichermedienverbund&utm_content=Der+Spiegel+berichtet+irref%C3%BChrend+%C3%BCber+gl%C3%A4ubige+Protestanten.

Stoldt, Till-R. „Die erste Kirche, die muslimisches Gotteshaus wird“. Welt Online, 6. August 2012, Abschn. Kultur. http://www.welt.de/kultur/article106440448/Die-erste-Kirche-die-muslimisches-Gotteshaus-wird.html.

Trautsch, Matthias, und Stefan Toepfer. „Kritik nach BVerfG-Urteil ‚Kopftuch hat in der Schule nichts zu suchen‘“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. MĂ€rz 2015. http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/nach-bverfg-urteil-kein-kopftuch-in-der-schule-13487121.html.

Wallasch, Alexander. „Aufregung bei Sandra Maischberger“. Text. TheEuropean, 18. Mai 2012. http://www.theeuropean.de/alexander-wallasch/11104-aufregung-bei-sandra-maischberger.

„Wie sollen Christen auf muslimische Mission reagieren?“ Zugegriffen 20. Februar 2012. http://www.idea.de/index.php?id=1507&tx_ttnews%5btt_news%5d=102641&cHash=c8deecc86147d1d146cf494f18b9c03b.

 

Lieteraturempfehlung fĂŒr das aktuell laufende Gemeindeakademie-Seminar zum Thema „Der Islam in Deutschland“

Der Islam in Deutschland

Literaturempfehlungen (zum Islam allgemein s. ausfĂŒhrlichere Literaturliste)

 

 

Monographien:

 

Irion, Christoph. Wer hat Angst vor dem Islam? 1. Aufl. Holzgerlingen: SCM HĂ€nssler, 2015.

Kandel, Johannes. Islamismus in Deutschland: Zwischen Panikmache und NaivitÀt. 1. Aufl. Verlag Herder, 2011.

Kelek, Necla. Himmelsreise: Mein Streit mit den WĂ€chtern des Islam. MĂŒnchen: Goldmann Verlag, 2011.

Mehmet, Özay. Fundamentalismus und Nationalstaat. Hamburg: EuropĂ€ische Verlagsanstalt, 1994.

Schirrmacher, Christine. Politischer Islam und Demokratie. 1. Aufl. Holzgerlingen: SCM HĂ€nssler, 2015.

Spuler-Stegemann, Ursula. Feindbild Christentum im Islam: Eine Bestandsaufnahme. 3. Aufl. Freiburg im Breisgau: Herder Freiburg, 2004. (Bes. S. 173 ff.)

———. Muslime in Deutschland: Fakten und HintergrĂŒnden. neue Aufl. Freiburg im Breisgau: Verlag Herder, 2015. (erscheint demnĂ€chst! Die ursprĂŒngliche Ausgabe von 2002 ist wichtig und interessant, aber inzwischen lt. Verfasserin ĂŒberholt)

 

Quellen im Internet:

„AkgĂŒn: ‚Islam und LiberalitĂ€t passen zusammen‘“. Zugegriffen 9. August 2013. http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft.html?&news[action]=detail&news[id]=6927.

Altenbockum, Jasper von. „‚Harte Bretter‘ Die hohlen Islam-Phrasen“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. Januar 2015. http://www.faz.net/aktuell/politik/harte-bretter/harte-bretter-die-hohlen-islam-phrasen-13372376.html.

„Angriffe auf Moscheen in Deutschland nehmen zu – Zahlen und Fakten zu Anfrage der LINKE-Bundestagsfraktion im Bundestag in GĂ€nze“. Zugegriffen 26. Juli 2012. http://islam.de/20791.php.

„Attacke auf Zeitungsleser Meine zerrissene Mohammed-Karikatur“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. Januar 2015. http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/zeitungsleser-attackiert-wegen-mohammed-karikatur-auf-titelblatt-13373877.html.

„Bayern – KopftĂŒcher sollen verboten bleiben, Habits weiter erlaubt – MiGAZIN“. Zugegriffen 19. MĂ€rz 2015. http://www.migazin.de/2015/03/18/bayern-kopftuecher-sollen-verboten-bleiben-habbits-weiter-erlaubt/.

„Besser Überwachung als Scharia | domradio.de – Katholische Nachrichten“. Zugegriffen 16. Januar 2012. http://www.domradio.de/aktuell/78245/syrische-christen-in-deutschland-befuerchten-bevorstehende-islamisierung-ihrer-heimat.html.

„Deutschland: Appeasement des radikalen Islam“. Zugegriffen 17. September 2015. http://de.gatestoneinstitute.org/6509/appeasement-radikalen-islam.

„Deutschland: Nicht ĂŒberall ist die Bibel erwĂŒnscht – Deutsche Evangelische Allianz“. Zugegriffen 22. September 2015. http://www.ead.de/nachrichten/nachrichten/einzelansicht/article/deutschland-nicht-ueberall-ist-die-bibel-erwuenscht.html.

„Die Achse des Guten: Die Islamfeindlichkeit ist schuld, wenn Muslime morden“. Zugegriffen 10. Oktober 2015. http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_islamfeindlichkeit_ist_schuld_wenn_muslime_morden.

„Die Achse des Guten: Zehn Fragen an den Islam“. Zugegriffen 9. Januar 2015. http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/zehn_fragen_an_den_islam/.

„Diskussion ĂŒber Burka-Verbot in Deutschland“. Zugegriffen 11. Februar 2015. http://www.faz.net/aktuell/politik/die-gegenwart/diskussion-ueber-burka-verbot-in-deutschland-13364170.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2.

„DreijĂ€hrige MĂ€dchen mit Kopftuch: ‚Heuchelei von Integration in Deutschland‘: Buschkowsky warnt vor Islamisten – Deutschland – FOCUS Online – Nachrichten“. Zugegriffen 12. MĂ€rz 2015. http://www.focus.de/politik/deutschland/dreijaehrige-maedchen-mit-kopftuch-heuchelei-von-integration-in-deutschland-buschkowsky-warnt-vor-islamisten_id_4527727.html.

„Evolutionsgeschichte der Religion – Glauben stĂ€rkt Kooperation und Reproduktion – BlumeBGAEUEvolutionsgeschichteReligion.pdf“. Zugegriffen 24. Mai 2013. http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/BlumeBGAEUEvolutionsgeschichteReligion.pdf.

„Ex-Verfassungsgerichtshofs-PrĂ€sident Bertrams: ‚Der Karlsruher Beschluss ist ein Zeichen von Ignoranz‘“. Zugegriffen 19. MĂ€rz 2015. http://www.ksta.de/politik/ex-verfassungsgerichtshofs-praesident-bertrams–der-karlsruher-beschluss-ist-ein-zeichen-von-ignoranz-,15187246,30144770.html.

„GRÜNER isst Currywurst im Ramadan! « quotenqueen“. Zugegriffen 14. September 2011. http://quotenqueen.wordpress.com/2011/08/08/gruner-ist-currywurst-im-ramadan/.

Guez, Olivier. „Nach den Massakern Wie soll Frankreich aus dieser Sackgasse herausfinden?“ Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. Januar 2015. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/analyse-frankreich-in-der-sackgasse-13363238.html.

„Hamburg: Aus Kirche wird Moschee – mit Hilfe aus Kuwait“. DTJ ONLINE. Zugegriffen 1. September 2015. http://dtj-online.de/hamburg-aus-kirche-wird-moschee-mit-hilfe-aus-kuwait-59990.

„Hamed Abdel-Samad: ‚Frau Merkel, Sie irren!‘ | blu-News“. Zugegriffen 19. Januar 2015. http://www.blu-news.org/2015/01/15/hamed-abdel-samad-frau-merkle-sie-irren/.

„Interview mit Islamwissenschaftler Khorchide“. Zugegriffen 11. Februar 2015.  http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/interview-mit-islamwissenschaftler-khorchide-13369952.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2.

„Kisslers Konter: Das Kopftuch-Urteil ist falsch – und wird den Schulfrieden brechen – Kisslers Konter – Cicero exklusiv“. FOCUS Online. Zugegriffen 19. MĂ€rz 2015. http://www.focus.de/politik/deutschland/kisslers-konter/kisslers-konter-das-kopftuchurteil-ist-falsch-und-wird-den-schulfrieden-brechen_id_4551004.html.

Martens, Michael. „Die Verantwortung der Muslime Was der Islam mit dem Islam zu tun hat“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. Januar 2015. http://www.faz.net/aktuell/politik/was-die-anschlaege-von-paris-mit-dem-islam-zu-tun-haben-13362901.html.

MĂŒller, Frank. „Bayern hĂ€lt an Kopftuch-Praxis fest“. sueddeutsche.de, MĂ€rz 2015, Abschn. bayern. http://www.sueddeutsche.de/bayern/kabinettsbeschluss-bayern-haelt-an-kopftuch-praxis-fest-1.2397239.

„Religionen der Menschheit – Das EBook Weltreligionen (sciebooks) eBook: Michael Blume: Amazon.de: Kindle-Shop“. Zugegriffen 24. Mai 2013. http://www.amazon.de/Religionen-Menschheit-Weltreligionen-sciebooks-ebook/dp/B008C90ALK/ref=zg_bs_567133031_7#reader_B008C90ALK.

„ReligiositĂ€t als demographischer Faktor – Ein unterschĂ€tzter Zusammenhang?_blume_germ2006.pdf“. Zugegriffen 24. Mai 2013. http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/blume_germ2006.pdf.

„REvolutionsErfolgReligionBlume2009.pdf“. Zugegriffen 24. Mai 2013. http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/REvolutionsErfolgReligionBlume2009.pdf.

„Riedlingen: Kanzlerin Merkel als ‚Handlangerin des Bösen‘“. Zugegriffen 17. Oktober 2015. http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Kanzlerin-Merkel-als-Handlangerin-des-Boesen-_arid,10322887_toid,581.html.

Schirmbeck, Samuel. „Islam und Gewalt Die Linke im Muff von tausend Jahren“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Januar 2015. http://www.faz.net/aktuell/politik/die-gegenwart/linke-verweigern-diskussion-ueber-islam-und-gewalt-13377388.html.

„Spiegel: Nachvollziehbares, AufgewĂ€rmtes und Klischees“. Zugegriffen 16. Mai 2015. http://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/detailansicht/aktuell/spiegel-nachvollziehbares-aufgewaermtes-und-klischees-92067/?utm_source=getresponse&utm_medium=email&utm_campaign=christlichermedienverbund&utm_content=Der+Spiegel+berichtet+irref%C3%BChrend+%C3%BCber+gl%C3%A4ubige+Protestanten.

Stoldt, Till-R. „Die erste Kirche, die muslimisches Gotteshaus wird“. Welt Online, 6. August 2012, Abschn. Kultur. http://www.welt.de/kultur/article106440448/Die-erste-Kirche-die-muslimisches-Gotteshaus-wird.html.

Trautsch, Matthias, und Stefan Toepfer. „Kritik nach BVerfG-Urteil ‚Kopftuch hat in der Schule nichts zu suchen‘“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. MĂ€rz 2015. http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/nach-bverfg-urteil-kein-kopftuch-in-der-schule-13487121.html.

Wallasch, Alexander. „Aufregung bei Sandra Maischberger“. Text. TheEuropean, 18. Mai 2012. http://www.theeuropean.de/alexander-wallasch/11104-aufregung-bei-sandra-maischberger.

„Wie sollen Christen auf muslimische Mission reagieren?“ Zugegriffen 20. Februar 2012. http://www.idea.de/index.php?id=1507&tx_ttnews%5btt_news%5d=102641&cHash=c8deecc86147d1d146cf494f18b9c03b.

 

Europa und die Religionsfreiheit – was kommt auf uns zu? 

Der Umbruch ist vorprogrammiert

Europa wird in den nĂ€chsten 40 Jahren einen Umbruch erleben, der seinesgleichen sucht. „Europa schafft sich ab“ – nicht nur Deutschland – und zwar lĂ€sst sich das rein rechnerisch erhĂ€rten: Stetig abnehmende Geburtsstatistiken von derzeit 1,3 % in Deutschland bis 1,1 % in Spanien und Italien sagen bereits alles: aus zwei mach eins
 in jeder Generation seit der Geschlechtsrevolution der sechziger Jahre halbiert sich die kĂŒnftige Generation. Das hat bereits vor ĂŒber zehn Jahren zu der alarmierenden Erkenntnis gefĂŒhrt, dass in Deutschland die Kassen nicht in der Lage sein werden die Rente der Arbeitnehmer, die monatlich treu einzahlen, zu bezahlen. Die „Familienplanung“ hat nur an den Augenblick des Individuums und nicht an die Zukunft der Gesellschaft gedacht. Das Statistische Bundesamt hat schon 2007 errechnet, dass bis zum Jahr 2052 die deutschstĂ€mmigen in Deutschland eine Minderheit sein und Muslime die Mehrheit bilden werden. Das ist eine ganz nĂŒchterne mathematische Hochrechnung: die Bundesrepublik Deutschland – wie viele anderen LĂ€nder in Europa – wird auf die Zuwanderung von jĂ€hrlich hunderten von tausenden angewiesen sein, damit die Volkswirtschaft nicht kollabiert. Die angrenzenden islamischen LĂ€nder mit 70 % der Bevölkerung unter 30 Jahren werden die benötigten Zuwanderer liefern. Das ist allen Verantwortlichen im Bereich der Politik und Wirtschaft bekannt. Sie sehen dazu keine Alternative. Wie wird es nun mit Europa weitergehen, wenn eine fĂŒr europĂ€ische VerhĂ€ltnisse vollkommen neue Kultur und Religion anfĂ€ngt, AnsprĂŒche zu stellen? Die ersten Erfahrungen damit haben wir bereits gemacht. AußereuropĂ€ische Soziologen sagen schon lĂ€nger: Europa hat sich aufgegeben.

Die Herausforderungen fĂŒr Europa: Laizismus und Islam

Das ist aber nur die eine HĂ€lfte unseres Problems. Die andere ist, dass die laizistischen Tendenzen in der europĂ€ischen Gesetzgebung dahin gehen, dass die religiösen Anschauungen und Empfindungen vor allem von bibeltreuen Christen nicht nur als nicht SchĂŒtzens wĂŒrdig, sondern als fĂŒr die Gesellschaft „gefĂ€hrlich“  angesehen werden. Eine ablehnende Haltung zu einem rein „wissenschaftlichen“ Weltbild etwa, ohne Schöpfer und ohne Richter der Welt, oder zur homophilen Lebensweise wird als „Gefahr“ fĂŒr die aufgeklĂ€rte europĂ€ische Gesellschaft gesehen. Wie der Fall Åke Green in Schweden und die diversen VorstĂ¶ĂŸe gegen „Hasspredigt“ in Europa zeigen, ist es jetzt schon möglich einen Prediger zu einer Haftstrafe zu verurteilen, nur weil er eine bestimmte – inzwischen gesellschaftlich akzeptierte – Handlungsweise nach den Vorgaben der Bibel SĂŒnde nennt. Vermehrt erheben sich die Stimmen, dass Kinder vor „homophoben“ und „kreationistischen“ EinflĂŒssen geschĂŒtzt werden mĂŒssen.

Die Religionsfreiheit muss geschĂŒtzt werden

In Europa haben wir noch Religionsfreiheit – vielleicht grĂ¶ĂŸere Freiheit in der AusĂŒbung unseres Glaubens als sonst wo auf dieser Welt. Gerade der Fall Åke Green zeigt, dass die Gerichte noch funktionieren: Er wurde in höchstrichterlicher Instanz nach Berufung und Vertretung durch ein internationales Team von AnwĂ€lten am Ende doch noch freigesprochen. Noch gibt es immer wieder FĂ€lle, in denen der EuropĂ€ische Gerichtshof fĂŒr Menschenrechte (ECHR) gegen Unrecht in einzelnen LĂ€ndern bei VerstĂ¶ĂŸen gegen die Religionsfreiheit seine Urteile fĂ€llt. So auch 2010 wieder zum Schutz einer Gemeinde von Gehörlosen Zeugen Jehovas in Tscheljabinsk oder der Heilsarmee in Moskau.

Religionsfreiheit ist ein zutiefst europĂ€isches Gut und muss geschĂŒtzt werden. Die Religionsfreiheit ist „die Mutter aller Menschenrechte“. Es ist unserem Judeo-christlichen Erbe zu verdanken, dass wir Religionsfreiheit ĂŒberhaupt genießen. In anderen LĂ€ndern und geographischen Gebieten, die von einer anderen Religion geprĂ€gt sind, gibt es dieses Konzept der Religionsfreiheit nicht – auch nicht der allgemeinen Menschenrechte. Der Gott der Bibel hat von Anfang an auf freiwillige Zuwendung der Menschen gesetzt. Das ganze Alte Testament ist eine Geschichte von Gottes Ringen um die Liebe und Treue seines Volkes! Gott will Zuwendung, nicht blinden Gehorsam auf Grund eines Zwanges wie das etwa der Islam vorgibt durch das Gesetz gegen den „Abfall vom Islam“.

Die Ausbreitung der christlichen Botschaft im Mittelalter auf die europĂ€ischen Völker und die Etablierung der christlichen Kirchen haben dazu beigetragen, dass die im christlichen Glauben verankerten Werte der unantastbaren WĂŒrde eines jeden Menschen und seines Gedankengutes, auch seines Rechtes auf freie MeinungsĂ€ußerung, in der Kultur des Westens allgemeine Anerkennung gefunden haben. All das ist nicht zu denken ohne die christlichen Werte, die sie hervorgebracht haben. Religionsfreiheit ist ein abendlĂ€ndisches Exportgut geworden, das allerdings nicht ĂŒberall auf der Welt geschĂ€tzt wird. So ist gegenwĂ€rtig in Indien eine Radikalisierung in der Hindutva-Bewegung zu verzeichnen. 2010 sollte im buddhistischen Königreich Bhutan entschieden sein, ob eine (!) christliche Organisation grundsĂ€tzlich registriert werden kann. Mehr als 25 Jahre nach der Verabschiedung der Islamischen Menschenrechtsdeklaration gibt es in den Mitgliedsstaaten der islamischen Welt immer noch keine Garantie der Religionsfreiheit, d.h. auch des Grundrechtes, seine Religion selbst zu wĂ€hlen oder zu Ă€ndern.

Laizismus und Islam sind eine Gefahr fĂŒr die Religionsfreiheit

Als Herausgeber der AKREF Nachrichten und Gebetsanliegen  beschĂ€ftigen mich in der Regel Meldungen aus nicht europĂ€ischen LĂ€ndern. Im Vergleich zu vielen LĂ€ndern der Welt haben wir nahezu traumhafte Bedingungen, in Europa unseren Glauben in unserem Alltag zu leben, im gelebten Leben umzusetzen. Das sind Rechte, die wir bei weitem nicht genĂŒgend ausschöpfen! Diese Rechte sind in den allgemeinen Menschenrechten und somit im Grundgesetz der europĂ€ischen LĂ€nder und der noch im Werden befindlichen europĂ€ischen Verfassung garantiert. Und dennoch lĂ€sst sich nicht bestreiten, dass das “Klima” in Europa, was die Religion im Allgemeinen und die Religionsfreiheit im Einzelnen betrifft, sich verĂ€ndert und dabei rauer geworden ist. Die Meldungen aus Europa werden immer mehr.

Es sind vielfach atmosphĂ€rische Dinge, die uns im Blick auf diesen Sachverhalt beunruhigen, ja Sorgen machen. Hat man sich daran gewöhnen mĂŒssen, dass aufgrund der Presse- und Meinungsfreiheit christliche Werte und GlaubensgefĂŒhle verhöhnt, bespottet, mit FĂŒĂŸen getreten werden, so merken wir jetzt, im kulturell und religiös aufgemischten Europa es AnhĂ€nger einer anderen Religion gibt, die in keiner Weise bereit sind, solche HĂ€me im Blick auf ihre religiöse IdentitĂ€t in christlicher Manier zu dulden. Im Gegenteil, ein bestimmter FlĂŒgel der in Europa lebenden Muslime testet die GrundsĂ€tze der Religionsfreiheit auf ihre Belastbarkeit und fordern lautstark ihre „Rechte“, wie sie sie sehen, gegen bestehendes, geltendes Recht ein. Das kann zur Gefahr fĂŒr die Religionsfreiheit ĂŒberhaupt werden!

Nehmen wir beispielsweise das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Januar 2002 zum Thema SchĂ€chten ohne BetĂ€ubung, so wurden die entsprechenden Gesetze zu Tierschutz als nachrangig zum Grundrecht der Religionsfreiheit gedeutet, obwohl es höchst umstritten ist, ob ein BetĂ€ubungsverbot aus den entsprechenden Rechtstexten des Islam abgeleitet werden kann und höchst fraglich ist, ob wir in Europa den Rahmen bieten können – oder wollen – in dem ein Scharia konformer Islam praktiziert werden kann. Nicht umsonst wird immer wieder nachgefragt, ob diese Form des Islam kompatibel zum Grundgesetz ist. Die bevorzugte Behandlung des Prinzips der Religionsfreiheit kann einen auf der einen Seite Mut machen, dass die Prinzipien der Religionsfreiheit hoch gehalten werden. Auf der anderen Seite wird erkennbar – dass unsere EuropĂ€ische Rechtsprechung an ihre Grenzen gebracht wird.

Der Versuch, den Islam zu manipulieren

Was kommt auch jetzt auf uns zu mit dem staatlichen Bestreben, durch die GrĂŒndung von sĂ€kular konzipierten islamischen FakultĂ€ten an deutschen UniversitĂ€ten einen „Euroislam“ zu erzeugen? Es ist der erklĂ€rte Wille der Parteien wie der Regierungen von Bund und LĂ€ndern, durch eine gezielte Auswahl der LehrkrĂ€fte und durch die Festlegung eines akzeptablen Kurrikulums den Glauben der hier lebenden Muslime zu verĂ€ndern! SelbstverstĂ€ndlich wĂŒrde ich mir wĂŒnschen, dass die GlĂ€ubigen sich radikal von manchen Vorstellungen und Aussagen der geltenden islamischen Jurisprudenz und Rechtsprechung distanzierten. Es ist aber eine ebenso radikale Verletzungen der Religionsfreiheit, Menschen eine ihnen fremde Art und Weise zu glauben aufzuzwingen. Die VerĂ€nderungen im Islam mĂŒssen von innen heraus kommen. Das wird meines Erachtens nur geschehen, wenn moderne Muslime selber Empörung und EntrĂŒstung ĂŒber manche Vorstellungen ihrer Glaubensgenossen empfinden und den Mut zum öffentlichen Protest aufbringen. Ich bin ein AnhĂ€nger der Kleist’schen Vorstellung, dass zwei FĂŒĂŸe reichen, um ins Straucheln zu geraten. Wir mĂŒssen nicht und dĂŒrfen nicht nachhelfen! Wir blicken gespannt auf die in Umbruch befindliche arabische Welt und hoffen und beten, dass der Islamismus nicht den Sieg davon trĂ€gt


Wie steht es um Europa heute hinsichtlich der Glaubens- und Religionsfreiheit?

Die Anti-Sekten Gesetzgebung Frankreichs der letzten Jahre macht es religiösen Minderheiten zunehmend schwerer, frei zu fungieren. In Belgien wird der CVJM vom Verfassungsschutz ĂŒberwacht. Eine Gruppe von jungen Nordamerikanern, die in Belgien Straßenevangelisation betrieben, wurde kurzerhand ohne Verfahren deportiert. In England verlor eine koptische Christin ihre Anstellung als Stewardesse, weil sie darauf bestand, ein kleines Kreuz um den Hals zu tragen (obwohl Sikhs bei der Polizei den silbernen Armreif und den Turban als Zeichen Ihrer Religionszugehörigkeit im Dienst tragen dĂŒrfen). Spanien ist unter der gegenwĂ€rtigen Regierung einen großen Schritt in Richtung Laizismus gerĂŒckt. DemgegenĂŒber ist eine landesweite Bewegung (Hatze oir) zum Schutz der Rechte katholischer Christen gegrĂŒndet worden. In Österreich hat der Wiener Kardinal darauf hingewiesen, dass wir als Christen in der modernen Gesellschaft zu einer Minderheit geworden sind, die kreativ wirken soll und Bereitschaft zum Martyrium nötig hat. Als glĂ€ubige Christen sind wir eine Minderheit, eine Minderheit, die auch zum Leidenszeugnis fĂŒr Jesus Christus kĂŒnftig auch in Europa bereit sein muss.

Konservativ-christliche Positionen an den Pranger gestellt 

Nachdem der private Sender RTL im Herbst 2008 einen Themenabend den angeblichen “Evangelikalen” gewidmet hat, zog kurz danach 3sat mit einem ganzen Thementag zum Thema “Religiöser Extremismus” nach. Fazit beider Sendungsreihen sollte sein, dass der Glaube, wenn der Mensch ihn ernst nimmt, gefĂ€hrlich sei. Inzwischen haben SAT1 und ARD/ZDF (zuletzt Panorama21) mit Ă€hnlich verunglimpfenden Sendungen nachgezogen. Im April letzten Jahres haben die beiden ARD-Journalisten Oda Lambrecht und Christian Baars, in ihrem Buch „Mission Gottesreich – Fundamentalistische Christen in Deutschland“ evangelikale Christen aufs heftigste kritisiert, verunglimpft und als Gefahr fĂŒr die Gesellschaft dargestellt.

Konservative Christen, ob katholisch, orthodox oder evangelisch-evangelikal haben nur das Anliegen, das althergebrachte Gut zu “konservieren”, zu bewahren. Sie werden aber neuerdings beschimpft als Neo-Konservative, Neo-Evangelikale und Neo-Charismatiker, als ob das Neo– eine AffinitĂ€t zum Faschistischen nachweise. Konservative, ob Katholik, orthodox oder evangelisch-evangelikal, fĂŒhlen sich zunehmend in dieser Welt missverstanden und mutwillig falsch dargestellt. Sie werden immer mehr fĂŒr borniert, hasserfĂŒllt, machtlĂŒstern und kriegerisch in den Medien dargestellt. Und das nicht nur in eher skurril anmutenden FĂ€llen wie der eingangs erwĂ€hnte Fall in Moskau, wo der Heilsarmee die Betriebserlaubnis entzogen wurde, weil sie eine „militaristische Organisation” sei. Speziell die Evangelikalen werden als politische Macht dargestellt, die „mit ihren Dollars die Kriegsmaschinerie fördert und militĂ€risch verstandene KreuzzĂŒge veranstalte”. Konservative Christen, die den Modernismus und speziell den Postmodernismus fĂŒr eine Verfehlung halten, werden generell als suspekt betrachtet. Die ehemalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hat gesagt, dass sie es nicht  fĂŒr notwendig hĂ€lt, mehr Religionsfreiheit einzurĂ€umen, sondern eher die Gesellschaft „vor extremen religiösen Formen zu schĂŒtzen“.

Ausblick

Toleranz wird in Europa zunehmend nicht mehr als Gewissensfreiheit in religiösen Überzeugungen verstanden, sondern als fortschreitende Loslösung von religiösen Normen auf der einen Seite und auf der anderen als ein Verbot von „zwanghaften“ religiösen Elementen, um vor dem religiösen Extremismus zu schĂŒtzen. Im Namen der „Toleranz“ wird religiöse AktivitĂ€t eingeschrĂ€nkt und das Recht auf freie MeinungsĂ€ußerung ausgehöhlt. Die Regierungen Westeuropas scheinen den Weg eingeschlagen zu haben, im Namen der „Gleichbehandlung“ die Rechte von Christen im gleichen Maße wie Freiheiten von religiösen Extremisten aus StaatssicherheitsgrĂŒnden zu beschneiden. Wo der extremistische Islam kritisiert wird, ist man im Geiste der „politisch korrekten Sprache“ bemĂŒht, konservative Formen des christlichen Glaubens mit zu verurteilen. So etwa der ehemalige GeneralsekretĂ€r des ÖRK Prof. Konrad Reiser auf dem deutschen Pfarrertag in Kiel, der die „Gefahr von christlichen Fundamentalisten mindestens so hoch“ einschĂ€tzt, wie die von islamistischen Fundamentalisten. Will man sich bei uns in Deutschland und Europa beim geringsten gemeinsamen Nenner, was Religion angeht, treffen?

Bei allem, was uns Sorge bereitet, dĂŒrfen wir wissen: unser Herr sitzt im Regiment! Er wird seine Kirche und diese Welt zum Ziel bringen. Oder mit dem dritten BundesprĂ€sidenten zu sprechen: „Wir wissen nicht was kommt, aber wir wissen wer kommt!“

 

(Dieser Artikel wurde veröffentlicht in: Gemeinschaft, Das Magazin fĂŒr Gemeinschaften, Hauskreise, Gemeinden und Kleingruppen Nr 08/09 2011 S.4ff)

Seit Langem jetzt echter Fortschritt in der Leben-Jesu-Forschung

Ein Buch Das letzte Abendmahl Jesu – wie die unterschiedliche Berichterstattung der synoptischen Evangelien und Johannes die chronologischen Probleme der Karwoche löst

In seinem 2011 erschienen Buch „The Mystery of the Last Supper – Reconstructing the Final Days of Jesus “ (Cambridge Univ. Press, 2011, inzwischen auch in einer guten Übersetzung auf Deutsch erhĂ€ltlich: Humphreys, Colin J. Die letzten Tage Jesu und das Geheimnis des Abendmahls. Urachhaus, 2012. 330S. €29,90,Gebunden) hat der Professor und Direktor des Forschungsinstitutes in der Abteilung Metallurgie und Stoffverwandten Wissenschaften an der UniversitĂ€t Cambridge Sir Colin J. Humphreys seine Forschungsergebnisse der letzten 30 Jahren zu den scheinbaren Unstimmigkeiten der Evangelien im Blick auf die letzten Tage Jesu vorgelegt. Im Besonderen ergeben sich aus seiner Forschung Konsequenzen fĂŒr das VerstĂ€ndnis des letzten Abendmahls Jesu am Tag seiner Verhaftung und fĂŒr die Determinierung des Zeitpunktes der Kreuzigung Jesu Christi.

In einer pĂ€dagogisch fĂŒr uns im deutschsprachigen Raum ungewöhnlichen aber hoch effektiven Art und Weise behandelt Humphreys in seiner systematischen Vorgehensweise das ganze Themenfeld. Er nennt zunĂ€chst die durch die Evangelientexte gesetzte Problematik und gibt einen Überblick ĂŒber die Forschungsgeschichte und bisherigen LösungsansĂ€tze um am Ende fest zu stellen, dass es bisher keine befriedigende Lösung zur scheinbaren Diskrepanz zwischen der Schilderung der Kreuzigung Jesu nach Johannes am Tag der Schlachtung des Passahlamms vor der abendlichen Passahmahlfeier einerseits und der Schilderung der synoptischen Evangelien andererseits, wonach Jesus am Tag nach dem Passahmahl (Jesus setzt das Abendmahl im Rahmen der Passahfeierlichkeiten ein) hingerichtet wird.

Im Blick auf seine Methodik betont Humphreys seine rein naturwissenschaftliche Arbeitsweise, wobei er die Evangelientexte als schlichte historische Dokumente des ersten Jahrhunderts betrachtet. FĂŒr ihn ist es als Naturwissenschaftler zunĂ€chst wichtig, ohne Vorurteile oder fertige Konzepte an die Texte heran zu gehen. Die fĂŒr den Leser offenkundigen Diskrepanzen zwischen Johannes und den Synoptikern sind fĂŒr ihn möglicherweise auch durch den Leser selbst erzeugt, beispielsweise dadurch, dass ihm etwa zum VerstĂ€ndnis der Texte nötige Hintergrundwissen fehlen könnte. Am Ende seiner Untersuchung stellt sich eben diese  – von anderen schon frĂŒher geĂ€ußerte, aber nicht erhĂ€rtete – Vermutung heraus: ein fehlendes Wissen um den Umgang mit dem Kalender in PalĂ€stina zur Zeit Jesu. Humphrey liefert nun mit diesem Werk eine umfassende und detaillierte Studie zu gebrĂ€uchlichen jĂŒdischen und israelitischen Kalender jener Zeit. Er deckt dabei bisherige MissverstĂ€ndnisse im wissenschaftlichen Diskurs auf, am deutlichsten weitestgehende Unkenntnis ĂŒber die Methode der Feststellung des Neumondes in den divergierenden Kalendertypen der Babylonier und der Ägypter.

Über die Implikationen seiner Entdeckung (etwa die Beziehung Jesu zum Tempel, Jesu Stellung zu Israel, die Beziehung zwischen GalilĂ€er und JudĂ€er, die Essenerfrage, die Zelotenforschung u.a.m.) fĂŒr die neutestamentliche Forschung ist Humphreys als Naturwissenschaftler sich vielleicht gar nicht bewusst. Diese wird aber die Evangelien – vor allem das Johannesevangelium – mit anderen Augen lesen mĂŒssen, wenn Humphreys Thesen nicht widerlegt werden.

Folgende kurz gefassten Ergebnisse seiner naturwissenschaftlichen, historischen und philologischen Untersuchungen stellen wir zusammen:

Humphreys beginnt mit einer Darstellung der bisher bekannten Problemstellung: Johannes platziert das letzte Abendmahl, die gerichtlichen Untersuchungen und die Kreuzigung Jesu alle vor das offizielle jĂŒdische Passahmahl. Nach dem Bericht des Johannes ist Jesus zu just dem Zeitpunkt gestorben, zu dem die ersten PassahlĂ€mmer geschlachtet wurden, um 15:00 Uhr am 14. Tag des jĂŒdischen Monates Nisan. Dies wird im Blick auf die Angaben in den anderen kanonischen Evangelien MatthĂ€us, Markus und Lukas (Synoptiker) fast flĂ€chendeckend in der theologischen Wissenschaft als „theologische Interpretation“ des Todes Jesu durch Johannes gewertet.

In den synoptischen Evangelien ist das letzte Abendmahl ein Passahmahl. Jesus wurde demzufolge nach dem Passahmahl gekreuzigt, am 15. Tag des Monats Nisan. Darum scheinen Johannes und die synoptischen Evangelien sich uneins zu sein – nicht nur in dem Punkt, ob das letzte Abendmahl ein Passahmahl war oder nicht, sondern auch im Punkte des Datums der Kreuzigung. Eine FĂŒlle von anderen WidersprĂŒchlichkeiten zwischen den Berichten ist die Folge dieser Analyse.

Die Lösung dieses genannten Problems besteht nach den Argumenten dieses Buches darin, dass in ihrer Beschreibung des letzten Abendmahls als Passahmahl MatthĂ€us, Markus und Lukas einen anderen Kalender verwendeten als Johannes. Diese Theorie ist nicht neu. Neu ist aber, dass Humphreys das auch einleuchtend mit der Rekonstruktion eines historischen Kalenders belegen kann.  In seinem Buch identifiziert Humphreys nun die unterschiedlichen Kalender, die in PalĂ€stina zur Zeit Jesu benutzt wurden und erklĂ€rt ihre Eigenheiten. Das ist das Bahn brechende an diesem Werk. Noch niemandem war es zuvor gelungen, eine plausible ErklĂ€rung fĂŒr die Unterschiede in den postulierten Kalendern zu geben und diese zu belegen. Humphreys tut das mit Ă€ußerster Klarheit, vollkommen nachvollziehbar fĂŒr den wissenschaftlich arbeitenden.

Humphreys zeigt auf, dass Johannes – im Gegensatz zu den Synoptikern – dem offiziellen nach-exilischen jĂŒdische Kalender folgt, das von den Priestern des Tempels in Jerusalem im ersten Jahrhundert n. Chr. verwendet wurde. Dieser Kalender war ein Mondkalender mit einer Tageseinteilung nach babylonischem Muster, die am Abend begann und am nĂ€chsten Abend endete. Nicht die Nacht, sondern der Sonnenuntergang bzw. die AbenddĂ€mmerung trennte die Tage voneinander.

Humphreys stellt folgende Rechnung auf: Nach diesem offiziell gebrĂ€uchlichen jĂŒdischen Kalender babylonischen Ursprungs wurde das Passahlamm gemĂ€ĂŸ dem mosaischen Gesetz nach Anordnung des Tempels am Nachmittag des 14. Nisan geschlachtet (wobei in gewissen AusnahmefĂ€llen eine Schlachtung bereits am 13. Zugelassen wurde). Das Passahmahl wurde nach Sonnenuntergang des gleichen Tages gegessen, nach diesem Kalender war der Abend des 14. Nisan schon der 15. Nisan.

Humphreys zeigt ferner auf, dass MatthĂ€us, Markus und Lukas in ihrer Beschreibung des letzten Abendmahls einen anderen mondbasierten Kalender benutzten, der nach vor-exilischem, d.h. Ă€gyptischem Muster, eine Tageseinteilung von Sonnenaufgang bis Sonnenaufgang hatte – eine Tageseinteilung wie wir sie heute kennen. Auch nach diesem Kalender wurden sowohl das Opfer des Passahlamms als auch das Essen des Passahmahls kalendertechnisch am 14. des Monats Nisan begangen, wobei ein grundsĂ€tzlicher Unterschied zum Tempelkalender von mindestens einem Kalendertag bestand. Das ergibt sich aus der Zeitspanne zwischen der Fesstellung des Neumondes bei erstem Fehlen des Mondes am Himmel und der Feststellung bei erstem Erscheinen. Das ist zwar ein grundsĂ€tzlicher Unterschied, aber noch nicht das Entscheidende. Wesentlich ist auch die Errechnung bzw. Feststellung des Neumondes nach dem Ă€gyptisch-vorexilischen Kalendertypus: Wenn der Tag mit Sonnenaufgang beginnt, dann muss der Neumond logischerweise am Morgen, und nicht am Abend festgestellt werden – sonst wĂ€re der erste Tag des neuen Monats bereits verstrichen bis der neue Monat festgestellt wĂ€re. Gerade die Neumondfeste hĂ€tten dann nicht Termingerecht begangen werden können. Der 14. Nisan nach diesem Kalender wurde also nicht vom ersten sichtbar Werden des Neumondes am Abend errechnet, sondern vom ersten NICHT sichtbar Werden des Mondes am Morgen. Und weil die zeitliche Differenz zwischen erstmöglichem nicht Sichtbarwerden des Neumondes am Morgenhimmel und dem letztmöglichen Sichtbarwerden des Neumondes am Abendhimmel bis zu 60 Stunden betragen kann, war der kalendarische 14. Nisan je nach Himmelskonstellation nach dem vor-exilischen Kalender bis zu drei Tage vor dem 14. Nisan des offiziellen jĂŒdischen (Tempel-) Kalenders. Mit Hilfe eines Astronomen der UniversitĂ€t Oxford und modernster Supercomputer konnte Humphreys diesen Tag genau errechnen.

Die Situation im Blick auf die unterschiedlichen Kalender zu jener Zeit ist uns nicht unbekannt: sie Ă€hnelt der heutigen, wonach z.B. die griechischen und russisch-orthodoxen Kirchen normalerweise das Osterfest vor Katholiken und Protestanten feiern, weil die orthodoxen Kirchen noch den frĂŒheren julianischen Kalender das Datum des Osterfestes errechnen, wobei Katholiken und Protestanten den modernen gregorianischen Kalender verwenden. (Der mittelalterliche englische Mönch Beda Venerabilis hatte große Erfolge in seinen astronomischen Untersuchungen zur Feststellung des paschalen Mondes verzeichnet, aber die Umstellung auf den gregorianischen Kalender im Westen machte seine Arbeit im gewissen Sinne zu Nichte.) Auch manch eine abgelegene Insel Schottlands hat ihr altes Kalendarium beibehalten und feiert die kirchlichen Feste zu anderen Terminen als das Festland. Ein Beispiel, das Humphreys nicht nennt, wĂ€re der islamische Kalender. Auch bei den Muslimen gibt es unterschiedliche „Sichtungen“ des Neumondes zum Iid, aber das ist eher ein praktisches als prinzipielles Problem. Dennoch: die großen Feste des Islam werden von verschiedenen Bevölkerungsanteilen an verschiedenen Tagen gefeiert.

Humphreys stellt fest: Alle vier Evangelien sind sich ĂŒber Datum (14. Nisan) und Natur des letzten Abendmahls (bei Johannes einig – ihren ErzĂ€hlungen liegen nur unterschiedliche Kalendertheorien zu Grunde, so dass der Eindruck fĂŒr dem außen Stehemden entstehen kann, dass sie sich unterscheiden. Das letzte Abendmahl war ein reales Passahmahl nach dem Kalender, der von den synoptischen Evangelien verwendet wurde. Dieses Passahmahl wurde aber nicht zum gleichen Termin als das Passahmahl nach den offiziellen (jĂŒdischen Tempel-) Kalender gegessen, sondern mindestens einen, wenn nicht zwei Tage vorher. Darum hĂ€lt Humphreys die Aussage des Johannes fĂŒr korrekt, wenn dieser sagt, dass das letzte Abendmahl vor dem offiziellen Passahmahl gegessen wurde. Humphreys stellt fest: Insofern stimmen alle vier Evangelien ĂŒberein in punkto Datum der Kreuzigung. Diese fand statt am 14. Nisan nach dem offiziellen jĂŒdischen Kalender statt, wobei Jesus um 15:00 Uhr, zur Zeit der Schlachtung der ersten PassahlĂ€mmer (so Johannes und auch Paulus) gestorben ist. FĂŒr Humphreys ist klar: Das gesamte Belegmaterial aus der Bibel und anderen frĂŒhen Dokumenten stimmt darin ĂŒberein, dass Jesu Kreuzigung am 14. Nisan nach dem offiziellen Kalender stattgefunden hat.

Humphreys stellt sich die Frage: Welcher Kalender war es nun, den Jesus benutzte? Nach welchem Kalender hat er das letzte Abendmahl als Passahmahl mit seinen JĂŒngern gefeiert, wie es in den synoptischen Evangelien beschrieben wird? Der einzige glaubhafte Kalender, der seither von anderen vorgeschlagen wurde, ist der Sonnenkalender, der in der Qumrangemeinschaft Verwendung fand, einer Gruppe, die vermutlich Essener genannt wurden, wie in den Qumranrollen beschrieben wird. In seinem Buch weist Humphreys nach, dass dieser Kalender nicht in Frage kommt, weil nach diesem Kalender das Passahfest nach dem Passah des offiziellen jĂŒdischen Kalenders stattgefunden hat.

Der „unterschiedliche Kalender“ den Humphreys ausgemacht hat, wonach Jesus sein letztes Abendmahl als Passahmahl feierte war der vorexilsche Kalender des alten Israel. Die Verscleppten aus JudĂ€a hatten in Babylon im sechsten Jahrhundert v. Chr. den babylonischen Kalender ĂŒbernommen, einschließlich Mondnamen nach babylonischen Stil. Dieser Kalender war ein Mondkalender mit Tageseinteilung von Sonnenuntergang zu Sonnenuntergang und blieb der offizielle jĂŒdische Kalender bis in den ersten Jahrhundert n. Chr. Vor diesem Kalender nach babylonischem Typus verwendeten die Juden einen vorexilschen, altertĂŒmlichen Kalender vom Ă€gyptischen Typus.

Diesen Kalender hat Humphreys als den altertĂŒmlichen vorexilschen JĂŒdischen Kalender identifiziert, der auf den altertĂŒmlichen Ă€gyptischen Mondkalender basierte, aber mit einem Wechsel des ersten Monats in den FrĂŒhling (mit Namen „Abib“, was so viel heißt wie „herangreifende GerstenĂ€hren“). Der Name dieses ersten Monats wurde spĂ€ter, wĂ€hrend des babylonischen Exils, in „Nisan“ geĂ€ndert (Nisan ist die hebrĂ€isierende Form des babylonischen Namens des ersten Monats Nisannu).

Der vorexilsche Kalender Israels war ein Mondkalender mit einer Tageseinteilung von Sonnen Aufgang bis Sonnenaufgang, genau so wie es der altertĂŒmliche Ă€gyptische Mondkalender mit einer Tageseinteilung von Sonnenaufgang bis Sonnenaufgang gepflegt hatte. Dieser Kalender hielt sich bis in das erste nachchristliche Jahrhundert hinein. Humphreys hat gezeigt, dass unterschiedliche Gruppierungen diesen Kalender verwendet haben um das Passahfest zu errechnen, darunter die Samaritaner, die Zeloten und zumindest ein Teil der Essener. Durch den jĂŒdischen Geschichtsschreiber Josephus wissen wir, dass sowohl Samaritaner, als auch Essener und Zeloten im ersten Jahrhundert n. Chr. sich in Jerusalem aufhielten. Es wĂ€re also keineswegs außergewöhnlich gewesen, wenn Jesus diesen Kalender verwendet hĂ€tte, um sein letztes Abendmahl mit seinen JĂŒngern als Passahmahl zu feiern. Man könnte das vergleichen mit einem heutigen Christen, der sich dafĂŒr entscheidet, Ostern mal nach dem Julianischen Kalender zu feiern (wie Humphreys es in der Tat wĂ€hrend seines Urlaubs in Griechenland getan hat), mal nach dem gregorianischen Kalender (welchen Humphreys natĂŒrlich benutzt wenn in England).

Mithilfe eines Astrophysikers der UniversitĂ€t Oxford hat Humphreys sowohl den offiziellen jĂŒdischen Kalender als auch den vorexilschen jĂŒdischen Kalender fĂŒr das erste Jahrhundert n. Chr. rekonstruiert. Das Passahfest nach dem vorexilschen jĂŒdischen Kalender war in der betroffenen Zeit immer einige Tage vor dem Passahfest des offiziellen post-exilischen jĂŒdischen Kalendariums.

Aus den mit Hilfe von wissenschaftlich erstellten Algorithmen und eines Hochleistungs-rechenzentrums der UniversitÀt Oxford rekonstruierten Kalendern lassen sich der Tag der Kreuzigung am Freitag, den 3. April des Jahres 33 und der Tag des letzten Abendmahls am Mittwoch, den 1. April des Jahres 33 n. Chr. Festsetzen.

Humphreys hĂ€lt fest: Durch seine Worte und Handlungen ist es klar, dass Jesus – konsequent zur Botschaft des Johannesevangeliums – sich als „den neuen Mose“ gesehen hat. Indem er beschloss, sein letztes Abendmahl als Passahmahl nach dem vorexilschen Kalender zu feiern, hielt er sein Passahmahl am exakten Jahrestag des ersten Passahmahls, beschrieben im zweiten Buch Mose. Somit hat Jesus sich symbolisch identifiziert als den neuen Mose, was auch ĂŒberein stimmt mit dem, was er beim letzten Abendmahl sagte.

Nach dieser Datierung an Hand des Neumondes ergibt sich eine Zeitspanne von zwei Tagen zwischen letztem Abendmahl und Kreuzigung. Das hat zur Folge, dass Jesus das letzte Abendmahl nicht an GrĂŒndonnerstag gehalten hĂ€tte, sondern am Mittwoch der Karwoche. Das letzte Abendmahl auf den Mittwoch zu platzieren widerspricht natĂŒrlich der verbreiteten Annahme, dass dieses sich am Donnerstag ereignete. Der Donnerstag wird jedoch nirgends als Tag des letzten Abendmahls in der Bibel benannt. Eine detaillierte Analyse der Evangelien zeigt, dass sie in der Tat das Abendmahl auf den Mittwoch platzieren.

Das letzte Abendmahl – platziert am Mittwoch – löst die Probleme, die im ersten Kapitel des Buches beschrieben werden. Es erklĂ€rt was sich an dem „verlorenen Mittwoch “ ereignet hat. Es löst den scheinbaren Widerspruch zwischen Johannes und den Synoptikern betreffs Datum und Art des letzten Abendmahls. Mit einer Verhaftung Jesu in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag bleibt auch genĂŒgend Zeit fĂŒr alle Ereignisse, die die Evangelien zwischen dem letzten Abendmahl und der Kreuzigung berichten. Schließlich bedeutet es auch, dass die jĂŒdischen Gerichtsverhandlungen ĂŒber Jesus nach den damals gĂŒltigen Vorgaben (, die spĂ€ter in der Mischna kodifiziert wurden,) „legal“ waren. Nach dem letzten Abendmahl am Abend bzw. in der Nacht von Mittwoch wurde Jesus in den frĂŒhen Morgenstunden des Donnerstag verhaftet. Die Hauptgerichtsverhandlung des Sanhedrins ereignete sich tagsĂŒber am Donnerstag. Der Sanhedrin kam wieder in der FrĂŒhe am Freitagmorgen zusammen, um die Todesstrafe zu bestĂ€tigen. Dies stimmt mit den Vorgaben der Mischna ĂŒberein, welche vorsieht, dass der Sanhedrin nur bei Tageslicht zu Gericht sitzen kann und in FĂ€llen wo ein Todesurteil gefĂ€llt wird, das Urteil am nĂ€chsten Tag – ebenfalls bei Tageslicht – bestĂ€tigen muss.

All diese und viele andere interessanten Aspekte der Evangelienberichte ĂŒber die letzten Tage Jesu finden erudite Behandlung und teilweise erstaunliche Auflösungen in diesem fĂŒr Naturwissenschaftler und Theologen gleichsam hoch interessanten Werk. Ich wĂŒnsche diesem Buch eine breite Leserschaft – auch in Deutschland – wofĂŒr jetzt beste Voraussetzungen durch das Erscheinen der deutschen Übersetzung im Urachhausverlag (s.o.) geschaffen sind.

Zeit – verliehen, verloren, verheißen!

(PDF-Download: Zeit_verliehen_verloren_verheissen Vortrag PM_ĂŒberarb)

(Hauptvortrag beim TurmTreff/Jahresfest des ABH Jan. 2015)

Die Zeit ist ein Geschenk Gottes. Sie ist uns verliehen. Sie ist eine Dimension der Schöpfung Gottes, die uns gegeben wurde, um uns das Leben zu ermöglichen. Von diesem Geschenk, das uns verliehen ist, machen wir unterschiedlich Gebrauch. Wo wir es nicht im Sinne unseres Schöpfers tun, wird die Zeit zu verlorener Zeit. Dabei steht die Zeit als Geschenk Gottes unter seinen Verheißungen.

Zeit – verliehen, verloren, verheißen. Diese ZusammenhĂ€nge möchte ich mit Ihnen zum Auftakt unseres diesjĂ€hrigen „Turmtreffs“ im Albrecht-Bengel-Haus erkunden. Viele Gedanken, die ich hier streifen werde, werden in den Seminaren dieses Turmtreffs Vertiefung finden.

Das Alte Testament beschĂ€ftigt sich in einer grundlegenden Art und Weise mit dem Thema Zeit. Dabei verwendet es gewöhnlich den Begriff „Tag“, wie wir es aus der Schöpfungsgeschichte kennen, oder „Stunde“. Etwa „in den Tagen“ Noahs, von der vergangenen Zeit gesprochen, und von der Zukunft gesprochen „in jenen Tagen“
 (Jer). Jesus sagte zu seiner Mutter: Meine Stunde ist noch nicht gekommen (Joh 2,4). VerblĂŒffend ist, dass nach der Sintflut von Anfang der neuen Weltordnung an die Bibel die Tage des Lebens auf Erden gezĂ€hlt und somit bemessen und eingeschrĂ€nkt hat. In 1Mose 8,22 heißt es: Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Das geordnete Weltall, der Kosmos, in dem der Mensch als GegenĂŒber Gottes leben und gedeihen kann, ist ein Projekt auf Zeit: eben „so lange die Erde steht
“

Beim Segen Jakobs ĂŒber seine Söhne wird das noch deutlicher. Sein Segen bezieht sich auf das Ziel Gottes mit seinen ErwĂ€hlten. 1Mose 49,1: Und Jakob berief seine Söhne und sprach: Versammelt euch, dass ich euch verkĂŒnde, was euch begegnen wird in kĂŒnftigen Zeiten. Was Luther und andere hier als „kĂŒnftige Zeiten“ wiedergeben, heißt wörtlich „am Ende der Tage“! Ś‘Ö°ÖŒŚÖ·Ś—ÖČŚšÖŽÖ„Ś™ŚȘ Ś”Ö·Ś™ÖžÖŒŚžÖŽÖœŚ™Ś / áŒÏ€áŸż áŒÏƒÏ‡ÎŹÏ„Ï‰Îœ Ï„áż¶Îœ áŒĄÎŒÎ”Ïáż¶Îœ). Gottes Plan mit der Welt ist ein Plan mit der Weltzeit. Die Zeit, die wir in dieser Welt haben, ist von Gott geschenkte, verliehene Zeit, eine Zeit, Sein Ziel zu verwirklichen. Wir reden darum von Gottes Geschichte mit dieser Welt, von der Heilsgeschichte, mittels der Endzeit er die Herrschaft ĂŒber seine Schöpfung wieder erringt. Claus Westermann hat 1969 ein ungeheuer wichtiges BĂŒchlein von nur 47 S. LĂ€nge in der Reihe Calwer Hefte (Bd. 100) unter dem Titel geschrieben „Anfang und Ende der Bibel“. Darin erlĂ€utert er den inneren Zusammenhang zwischen Anfang und Ende der Bibel und zeigt die heilsgeschichtliche Linie von der Schöpfungsgeschichte bis hin zur Offenbarung des Johannes auf.

Die Zeit ist das Projekt Gottes mit der Menschheit. Es ist vom Anfang bis zum Ende Gnadenzeit. Die Zeit ist uns gegeben, um Gottes Plan mit uns zu verwirklichen.

I) Verliehen – das Gottesgeschenk der Zeit

Wir kÀmpfen gegen die Zeit und doch leben wir von der Zeit! Wie alles andere, was Gott uns gibt, kann die Zeit als Segen oder als Fluch betrachtet werden.

Die Uhr tickt
 Warum wirkt der Satz so negativ, so bedrohlich auf uns? – Weil wir die Zeit als verronnene Zeit erleben. Dabei wird uns mit jedem Ticken der Uhr neue Zeit zur VerfĂŒgung gestellt! Oft sagen wir „ich habe keine Zeit!“ Was wir wirklich dabei meinen, ist, dass wir mit den Dingen, die wir schon tun, ausgelastet sind, und nur Dinge mit einer höheren PrioritĂ€t anpacken wĂŒrden – wobei anderes dafĂŒr liegenbleiben mĂŒsste.

Ich habe im Grunde NUR Zeit – sonst nichts
 Außerhalb der Zeit gibt es nichts, das ich haben könnte. Nur innerhalb der mir verliehenen Zeit habe ich Leben mit seinen Möglichkeiten. Die Zeit ist Möglichkeit an sich! Merken wir uns das: Wir haben immer so viel Zeit, wie wir uns nehmen…

Andere Kulturen gehen anders mit der Zeit um: Ost-Afrikanische MĂ€nner mĂŒssen z-B.durch MĂŒĂŸiggang die Zeit „spinnen“ – damit die Frauen genug davon haben, um mit der Arbeit in Haus und Hof, im Garten, auf Acker und Weide fertig zu werden!

Aber fĂŒr alle Menschen aller Zeiten und Kulturen gilt dasselbe: Nur im Hier und Jetzt ist die Zeit erfahrbar und erlebbar. Das Vergangene können wir nicht zurĂŒckholen, und dem Kommenden können wir weder vorgreifen, es verhindern, noch es heraufbeschwören.

FĂŒr uns als Christen ist es ein ungemein großer und wichtiger Trost, zu wissen: Meine Zeit steht in Deinen HĂ€nden Ps 31,16 (Schlussakkord mit Uwe Rechberger). Gott ist Herr ĂŒber Raum und Zeit. Er lenkt das Geschick unserer Welt und der Zeit. In Daniel 2, 19f heißt es: Gelobet sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit, denn ihm gehören Weisheit und StĂ€rke! Er Ă€ndert Zeit und Stunde.

Gott ist Herr der Zeit und fĂŒhrt die Geschichte dieser Welt im Sinne von Heilsgeschichte zu seinem gesetzten Ziel! Alles hat seine Zeit (Prediger 3,1ff), aber nur Gott hat die Zeit im Griff. Unsere Zeit ist endlich. Auch das Sterben hat seit dem SĂŒndenfall seine Zeit – so ist es bestimmt. Der SĂŒnde Sold ist der Tod– die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn (Röm 6,23)! Jesus Christus hat die Grenzen der Zeit durchbrochen und uns das ewige Leben geschenkt! Im HebrĂ€erbrief heißt es Hebr 9,27f: Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht: so ist auch Christus einmal geopfert worden, die SĂŒnden vieler wegzunehmen; zum zweiten Mal wird er nicht der SĂŒnde wegen erscheinen, sondern denen, die auf ihn warten, zum Heil. Die Zeit hat ein Ziel. Das Ende der Zeit ist das Ziel der Zeit (Eschatologie-Seminare Rolf Sons / Uwe Rechberger). Was die Endzeit betrifft, kann ich die Angst schon herausnehmen: Fritz GrĂŒnzweig hat in seinem Kommentar zur Offenbarung betont – und Gerhard Maier hat das in seinen beiden BĂ€nden zur Offenbarung bestĂ€tigt: Die Offenbarung ist als Trostbuch der Gemeinde Christi gemeint und nur so zu verstehen! Am Ende der Zeit steht fĂŒr Gottes Kinder die ErfĂŒllung aller seiner Verheißungen!

Wir Leben in der Zeit, die uns verliehen ist: Wir sind Kinder unserer Zeit. Dass wir Kinder unserer Zeit sind, gilt ĂŒbrigens fĂŒr jede Altersgruppe. Wir atmen den Zeitgeist und sind nur bedingt unabhĂ€ngig von diesem. Gegen den Zeitgeist zu leben heißt nicht nur, gegen den Strom zu schwimmen. Wir können nĂ€mlich nicht gegen den Strom der Zeit schwimmen. Die einzige wahre UnabhĂ€ngigkeit vom Zeitgeist, aus der heraus wir mit unserem Lebensentwurf dem Zeitgeist trotzen könnten, ist die völlige Hingabe an den Geist Gottes – und selbst dann werden wir nicht aus der Zeit und ihrem Strom herausgenommen. Das ist auch nicht unser primĂ€res Ziel – wie mein Kollege Clemens HĂ€gele in seinem Seminar zum Zeitgeist ausfĂŒhren wird. Vielmehr geht es darum, die Zeit, die uns geschenkt ist, in unserer Zeit aus Gottes Hand zu nehmen und vor seinem Angesicht aus so zu fĂŒllen, wie er es fĂŒr uns erdacht hat. Hier kommt es auf unseren Auftrag an. Was hat uns Gott fĂŒr die Zeit aufgetragen? Darauf kommen wir gleich. Davor noch ein paar Anmerkungen.

Meine Generation z.B., die „Baby-boomer“ (*1945-1964) ist eine Protestgeneration. Manche haben gegen den Status Quo in Staat und Gesellschaft protestiert. Wir im ABH haben gegen den Status Quo an der FakultĂ€t und in der Kirche protestiert.

Die darauf folgende Generation-X, bzw. Baby-Busters (*1965-1979) gilt entweder als die „stille“, bzw. „schweigende Generation“, oder – in Deutschland – als „Generation Golf“ (das ist das Mindeste, was „man“ fahren darf). Das gilt ebenso im Bereich der GlĂ€ubigen wie der UnglĂ€ubigen. WĂ€hrend die Boomer-Generation zwanzig Jahre anhielt, verkĂŒrzt sich die Zeit der schweigenden Generation auf fĂŒnfzehn Jahre. Wir empfinden es nicht nur so, als wĂŒrde die Zeit sich beschleunigen. Es ist so!

Die auf Generation-X folgende Generation-Y oder „Millenial Generation“ (*1980-2000) wird bereits in mehrere Perioden unterteilt, weil die VerĂ€nderungen so schnell stattfinden. In Europa werden die Ă€lteren (die Generation Dreißig) auch „Generation Gesamtkunstwerk“ genannt, deren Leben eine einzige Inszenierung als Lebens(Kunst)werk verstanden wird. Die sogenannten „Mosaiks“, die in Ihrer Jugend die ersten BerĂŒhrungen mit dem Internet durch einen graphischen Browser (Mosaic) hatten, sind aber schon lĂ€ngst abgelöst von der Generation Facebook, der nichts schlimmeres passieren kann, als keinen Internetzugang oder gar ein kaputtes Smartphone zu haben


Wir sind alle Kinder unserer Zeit. Je nach Alter sind wir unterschiedlich geprĂ€gt von unserer Zeit. Zur selben Zeit kann der Zeitgeist fĂŒr unterschiedliche Gruppierungen radikal unterschiedlich sein. WĂ€hrend die Generation Facebook unbĂ€ndige Hoffnung fĂŒr die Zukunft hat (es ist schon immer alles da gewesen, und Frieden ist die Konstante, die sie kennen), haben deren Großeltern grĂ¶ĂŸte Sorgen im Blick auf die Zukunft ihrer Enkel, im Wissen, dass der demographische Wandel keinen Anlass zur Hoffnung gibt.

Es ist schon seltsam: Entweder wir schlagen die Zeit tot, oder sie erschlÀgt uns.

AuffĂ€llig fĂŒr unsere Zeit ist, dass noch nie in der Geschichte so viel Zeit aufgewendet wird, um die Zeit zu vertreiben. In dem schönen Dorf, wo ich zuletzt als Pfarrer dienen durfte, gab es 1995, als ich dort begann, nur noch ein einziges Haus, vor dem noch eine Sitzbank stand. Heute steht sie zwar noch, wird aber nicht mehr benutzt
 Aus der Interaktion und Kommunikation auf der Straße, wie es die AllerĂ€ltesten unter uns noch kennen, ist ein Konsumieren innerhalb der eigenen vier WĂ€nde geworden. Vor allem das Aufkommen des Fernsehens hat unsere Lebensweise verĂ€ndert. FĂŒr einige Jahrzehnte stand der passive Konsum vor den Bildschirmen ganz im Mittelpunkt. Dass das nicht auf lange Sicht den Menschen befriedigen konnte, ist logisch. Der Mensch ist auf Interaktion angelegt. Mit dem Aufkommen des Internet 2.0 knapp vor der Jahrtausendwende hat sich das radikal verĂ€ndert. Zwar konsumiert die junge Generation-Y immer noch viele Inhalte hauptsĂ€chlich per Internet. Deswegen hat der Gesetzgeber seit 2008 auch auf persönliche Computer GEMA-GebĂŒhren erhoben und seit 2013 vom GebĂŒhren- aufs Beitragsmodell fĂŒr alle Haushalte umgestellt, egal welche GerĂ€te jeweils zum Einsatz kommen. Die Unterhaltung und Bespaßung haben einen enormen Stellungswert in unserer Gesellschaft bekommen. Ich weiß nicht, wie viele Besucher hier beim Turmtreff heute sind, aber zu den (durchaus genialen) TheaterauffĂŒhrungen unserer Studenten zu Beginn des Jahres kamen insgesamt etwa 1000 Personen


Mein Kommilitone im Bengelhaus zu der Zeit, als diese TĂŒrme hier entstanden, Peter Hahne, schreibt in seinem immer noch sehr lesenswerten Buch „Schluss mit lustig“:

„Wenn die Spaßgesellschaft wirklich der »Endzustand der SĂ€kularisierung« ist und der heitere Genuss so manche Leerstelle fĂŒllt, wo in der Persönlichkeit frĂŒher die Überzeugungen saßen – wenn das stimmt, dann beginnt mit der Sinnsuche das Ende dieses Spaßes. Die Spaßgesellschaft ist jedoch auch das Ergebnis einer ökonomischen Entwicklung, einer explosiv steigenden Unterhaltungsindustrie, die sich nicht ohne weiteres und vor allem nicht freiwillig zurĂŒckdrehen lassen wird und will. Spaß machen ist ein ernstes GeschĂ€ft. Und Spaß macht sich vor allem bezahlt. »Ohne Spaß wĂŒrde die Weltwirtschaft zusammenbrechen, schon deshalb darf er nicht aufhören«, warnt der Berliner »Tagesspiegel«. Dennoch scheint mir der Konkurrenzkampf zwischen Gottesdienst und Erlebnisbad, zwischen Sinnstiftern und Spaßmachern wieder völlig offen. Den sich vergnĂŒgenden Massen ist das Lachen vergangen, weil man sich ja bekanntlich kaputtlacht 
“

Wie die Menschen von heute ihre Zeit gebrauchen…

„Mehr als eineinhalb Stunden tĂ€glich verbringen Kinder und Jugendliche in Deutschland durchschnittlich mit Computerspielen. Jeder FĂŒnfte der 16- bis 18-JĂ€hrigen „daddelt“ sogar drei Stunden und lĂ€nger. Diese Zahlen ermittelte der Branchenverband Bitkom.[1]“

„In Deutschland spielen 93 Prozent aller Kinder und Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren Computer- und Videospiele. 
Die 10- bis 12-JĂ€hrigen spielen im Schnitt 76 Minuten pro Tag, die 13- bis 15-JĂ€hrigen 111 Minuten und die 16- bis 18-JĂ€hrigen 124 Minuten.[2]“

„Auch zwischen den Generationen sind die Spielzeit-Unterschiede deutlich. Die 14- bis 19-JĂ€hrigen spielen mit 136 Minuten im Schnitt am lĂ€ngsten. Bei den 50- bis 64-jĂ€hrigen Gamern sind es hingegen rund 90 Minuten, die tĂ€glich mit dem Spielen verbracht werden.

Das klingt im ersten Moment viel, zum Vergleich muss aber bedacht werden, dass jeder Deutsche im Durchschnitt 220 Minuten pro Tag Fernsehen schaut. Und dabei handelt es sich um das Mittel der Gesamtbevölkerung inklusive jener Menschen, die gar keinen Fernseher besitzen, und nicht wie bei den Gamern um jene, die angaben, dass sie Computerspiele nutzen.[3]“ „Die ĂŒber 50-jĂ€hrigen Deutschen verbringen tĂ€glich durchschnittlich 4 Stunden vor dem Fernseher, und 4 Prozent der 50 – bis 74 – jĂ€hrigen Menschen gaben an, fĂŒnf bis sechs Stunden tĂ€glich fernzusehen.“[4]]

Es gibt aber auch eine Gruppe von Menschen, die vor lauter BeschĂ€ftigung gar nicht mehr hinterherkommt und vor lauter Umgetrieben-sein unter der „Tyrannei des Dringlichen“ leidet und nicht zu dem kommt, was wirklich wichtig wĂ€re
(Charles E. Hummel). Dazu zĂ€hlen Pfarrer, Politiker, FamilienvĂ€ter und MĂŒtter
 Wie viele Menschen fĂŒhlen sich gestresst und abgehetzt? Vielleicht sollten wir anders herum fragen – ich glaube es fiele mit dem ZĂ€hlen leichter! Schauen wir nur die Parteiprogramme an und was davon in einer Wahlperiode umgesetzt werden kann. Die Politik ist dazu gezwungen, ihr Agieren in den meisten FĂ€llen auf die Reaktion zu beschrĂ€nken. Gestaltungsfreiheit ist kaum mehr vorhanden. Das ist aber nicht nur im Bereich der Politik so. Kennen wir das nicht aus unserem eigenen Erleben? Allein die BewĂ€ltigung aller Alltagspflichten, gekoppelt mit den vermeintlich wichtigen Dingen und den ganzen Verwaltungsmaßnahmen, die auch dem privaten Bereich nicht erspart bleiben, gehört zu den „Zeitfressern“, die uns daran hindern, nicht nur dringend wichtige Dinge, sondern  w e s e n t l i c h e Dinge zu tun. Wir mĂŒssen uns auf unseren Auftrag besinnen!

Wenn wir uns in die vergangen Jahrhunderte zurĂŒckversetzen, in die Siedlerzeit, GrĂŒnderzeit, Zeit der Kolonialisierung und der Industrialisierung, dann stand die Aktion, nicht die Reaktion an erster Stelle. Es hat sich in der Gesellschaft etwas verselbststĂ€ndigt, und viele leben nicht mehr, sondern werden gelebt
 Die Schlagworte meiner Generation lauten: „Ausstieg“ aus dem Status Quo, Ablehnung des Establishment und eigentlich jeder Form der AutoritĂ€t, das „Hamsterrat“ in dem die „Spießer“ gefangen seien, „Sex, Drugs & Rock ’n‘ Roll“ als Parole fĂŒr das wirkliche Leben
 In meiner Jugend gab es ein Broadway-Musical unter dem Titel „Stop the world, I want to get off!“ (Haltet die Welt an, ich will aussteigen). Ein gleichnamiges Lied lief immer im Radio. Inzwischen sind die meisten Aussteiger wieder voll eingestiegen, und das Pensum hat sich noch weiter beschleunigt!

Kehren wir zum einleitenden Gedanken zurĂŒck: Die Zeit ist ein Geschenk Gottes. Sie ist uns verliehen. Sie ist eine Dimension der Schöpfung Gottes, gegeben, um uns das Leben zu ermöglichen. Sie ist uns gegeben, damit Gott seinen Heilsplan an uns ausfĂŒhren kann. Die Zeit ist verliehene Zeit. Wir können sie nicht „spinnen“, schaffen, uns nehmen. Sie ist der Rahmen, der uns gegeben ist.

Die Zeit, die mit Jesus Christus anbricht, ist in besonderer Weise verliehene Zeit – es ist seiner Kirche verliehene Zeit, um die Völker zu JĂŒngern zu machen, sie fĂŒr die Nachfolge Jesu Christi und fĂŒr sein Reich zu gewinnen. Die Zeit der Kirche ist in besonderer Weise Gnadenzeit. Der Apostel Paulus schreibt 2.Korinther 6,2 Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils. Es ist die Endzeit, die mit Jesus angebrochen ist! Und es liegt eine besondere Verheißung auf dieser Zeit, wie wir sehen werden: NĂ€mlich darin, dass Jesus Christus selbst uns seinen Beistand ĂŒberall, wo wir in seinem Auftrag unterwegs sind, zusichert!

Teilweise ist diese Zeit auch im missionarischen BemĂŒhen des Leibes Christi wirklich ausgekauft worden. Allein in den letzten 250 Jahren der modernen Weltmissionsbewegung hat sich das Zentrum der Christenheit von der nördlichen in die sĂŒdliche HĂ€lfte der Erdkugel verlagert. Das liegt aber leider nicht nur an den Erfolgen der Mission in Afrika und SĂŒdamerika. Es liegt auch am Versagen der Kirchen in Europa und Nordamerika. Manche haben die Zeit ausgekauft, fĂŒr andere war diese Zeit seit der AufklĂ€rung teilweise auch verlorene Zeit, vergeudete, verpasste und verschleuderte Zeit.

II) Verloren – die zerronnene Zeit, die verpassten und verpatzten Möglichkeiten

Auch wenn es besondere „Kairos-Zeiten“ gibt, Zeiten der besonderen Gnade, dĂŒrfen wir nicht zu der Ausrede greifen, dass unsere misslichen Lage nur darauf zurĂŒckzufĂŒhren sei, dass jetzt keine Gnadenzeit sei! Jesus sagte seinen BrĂŒdern Joh 7,6 Meine Zeit ist noch nicht da, eure Zeit aber ist stets bereit. Damit will er sagen, dass wir immer eine Verantwortung fĂŒr unsere Zeit tragen – auch wenn es keine Sternstunde des Wirkens Gottes gerade jetzt ist.

Schon der Lateiner Horaz (* 65 v. Chr.; † 8 v. Chr.) hat den Spruch geprĂ€gt „Carpe diem“ – ergreife den Tag. Paulus sagt uns in Eph 5,16: Kauft die Zeit aus; denn es ist böse Zeit. Und Kol 4,5 Verhaltet euch weise gegenĂŒber denen, die draußen sind, und kauft die Zeit aus.

Kauft die Zeit aus, denn es ist böse Zeit
 Die Zeit ist zwar fĂŒr uns da, aber sie schafft dort gegen uns, wo wir die Zeit nicht auskaufen! Jesus hat das eindringlich geschildert in seinen Gleichnissen vom Wachen. Die klugen Jungfrauen etwa als Vorbilder des wachsamen Wartens – das Licht leuchten lassen bis Jesus kommt! Die Törichten holt die Zeit ein – es gibt ein „zu spĂ€t“! Den reichen Kornbauer ereilt es gerade, als er sich ins gemachte Nest zur Ruhe setzen will. Wir sollen den Herrn der Ernte bitten, dass er Arbeiter in die Ernte schicke, die dazu reif ist. Wir sollen Heu machen, so lange die Sonne scheint!

Wenn es eine Sache gibt, die unsere Welt in diesen Tagen braucht, dann sind das Christen, die auf das Kommen des Herrn und Heilandes dieser Welt aktiv warten und ihr Licht nicht erlöschen lassen! Wir brauchen Christenmenschen, die bereit sind, ein Zeugnis fĂŒr ihren Herrn zu sein. Ich behaupte nicht, dass das einfach wĂ€re. Aber es ist unbedingt notwendig! Wie finster ist es unter den KirchtĂŒrmen Deutschlands und Europas geworden


Als der Indienmissionar und anglikanische Bischof Lesslie Newbigin nach England in den Ruhestand zurĂŒckkehrte, erschrak er ĂŒber den Fortschritt der SĂ€kularisierung und den Zustand des Christentums in Europa. Er schrieb:

„Ich sehe mich gezwungen anzuerkennen, dass in der Welt von heute die schwierigste missionarische Front die ist, welcher sich die Kirchen im ganzen gesehen so wenig bewusst sind; nĂ€mlich die Grenze zwischen der Welt des biblischen Glaubens und der Welt, deren Werte und Überzeugungen unablĂ€ssig auf dem Fernsehschirm in die HĂ€user eingespeist werden…. England ist eine heidnische Gesellschaft, und die Entwicklung einer wirklich missionarischen Begegnung mit dieser harten Form des Heidentums ist die grĂ¶ĂŸte intellektuelle und praktische Herausforderung, der sich die Kirche zu stellen hat.“ Dasselbe gilt fĂŒr Deutschland und den Rest Europas!

Wir haben fĂŒr unsere Zeit einen Auftrag. Die Zeit der Kirche ist zu Recht die Zeit der Mission genannt worden. Jesus sendet seine Nachfolger als seine Zeugen „bis an das Ende der Erde“ (Apg 1,8). Das Wort, das hier fĂŒr „Ende“ der Erde benutzt wird, wird auch fĂŒr das Ende der Zeit in der Bibel gebraucht. Das Ende der Erde im rĂ€umlichen Sinn korrespondiert zu dem Ende der uns verliehenen Zeit, zu der Zeit, die wir haben, die frohe und froh machende Botschaft weiterzusagen. Analog zu dem Fall, wie „Welt“ in der Bibel verwendet wird, bedeutet in der Sprache der Bibel auch „Zeit“, die „Zeit, die die Welt besteht“. Darum heißt es auch vom Ende der Zeit in Mk 13,8: 
 das Evangelium muss zuvor gepredigt werden unter allen Völkern.

Der Grund, warum Jesus noch nicht in diese Welt als Richter, Retter und Herrscher wiedergekehrt ist, ist der, dass wir mit der Aufgabe fĂŒr die Zeit, ihn vor aller Welt zu bezeugen, noch nicht am Ziel sind. Petrus schreibt in 2Petr 3,9: Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige fĂŒr eine Verzögerung halten; sondern er hat Geduld mit euch und will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde. Das bedeutet, dass wir in dieser Zeit, die durchaus als verlorene Zeit verstanden werden kann, doch immer noch in der Gnadenzeit leben. Die Gnade Gottes, seine Zuwendung, kann uns zur Errettung oder zum Gericht werden. Wie alles andere, was Gott uns gibt und tut, kann es zum Segen oder zum Fluch werden. Die große Frage, die sich bezĂŒglich unserer Zeit stellt, ist, inwiefern wir Rechenschaft fĂŒr verlorene Zeit ablegen werden mĂŒssen.

Gott hat uns Pfunde anvertraut – was haben wir damit gemacht? Haben wir in seinem Sinne damit gewuchert, sie unbenutzt gelassen oder gar vergeudet und verschwendet? Warum liegt die Kirche Jesu Christi so danieder bei uns in Europa, der Wiege des Christentums? Wir befinden uns in einer Zeit der LĂ€uterung der Kirchen. Es gibt nur einen Grund, warum die Christen immer weniger Einfluss in der Gesellschaft haben, und der liegt darin, dass wir das Zeugnis vom Herrn und Heiland nicht hochgehalten haben. Das Stuttgarter Schuldbekenntnis war nur eine Momentaufnahme, wie aus dem Text und seinen guten Absichten leicht zu erkennen ist:

„
wir klagen uns an, dass wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben.

Nun soll in unseren Kirchen ein neuer Anfang gemacht werden. GegrĂŒndet auf die Heilige Schrift, mit ganzem Ernst ausgerichtet auf den alleinigen Herrn der Kirche, gehen sie daran, sich von glaubensfremden EinflĂŒssen zu reinigen und sich selber zu ordnen. Wir hoffen auf den Gott der Gnade und Barmherzigkeit, dass er unsere Kirchen als sein Werkzeug brauchen und ihnen Vollmacht geben wird, sein Wort zu verkĂŒndigen und seinem Willen Gehorsam zu schaffen bei uns selbst und bei unserem ganzen Volk.“

Und was ist daraus geworden?

Den Wenigsten ist bekannt, dass das „Stuttgarter „Schuldbekenntnis“ an sich kein Bekenntnis ist, sondern eine ErklĂ€rung, und dass diese nicht freiwillig von der deutschen Kirchenleitung als eigenes Herzensanliege sondern auf Verlangen der internationalen Kirchen zu Protokoll gegeben wurde, weil diese sich sonst nicht im Stande sahen, die deutschen Kirchen in die internationale Gemeinschaft aufzunehmen. Auf diesem Hintergrund lĂ€sst es sich leichter erklĂ€ren, warum die Stuttgarter SchulderklĂ€rung langfristig nichts auszurichten vermochte.

Auf jeden Fall ist unsere Kirche an ihrem Auftrag in unserer Generation gescheitert. Vielleicht kennen Sie das moderne Gleichnis, das an das Gleichnis Jesu vom König, der in ein fernes Land reist, angelehnt ist? WÀhrend das Gleichnis Jesu auf das Volk Israel abzielt, wird hier die Kirche Jesu Christi der Neuzeit ins Visier genommen:

Der Großgrundbesitzer beauftragt seine zahlreichen Mitarbeiter, die Zeit seiner Abwesenheit damit zuzubringen, das ganze Land urbar und fruchtbar zu machen. Zu diesem Zweck ĂŒberlĂ€sst er ihnen auch reichlich Mittel. Wie im Gleichnis Jesu kommt es zu einer Verzögerung der RĂŒckkehr des Besitzers.

Nach vielen Jahren Abwesenheit muss der Besitzer feststellen, dass außer der Parkanlage, die wie gebĂŒrstet und gestriegelt dastand, nur die nĂ€chstliegenden Äcker und einige weit entfernt gelegenen Rodungen ĂŒberhaupt bewirtschaftet worden waren. Keine MĂŒhe wurde gescheut, und viel Aufwand wurde getrieben, um den Stammsitz in Schuss zu halten. Allerdings trugen die Äcker kaum Frucht, da seine Mitarbeiter Monokultur betrieben hatten. So viel KunstdĂŒnger ist ausgetragen worden, dass das Land zu einer WĂŒste zu werden drohte. Seine EnttĂ€uschung war groß – nicht weil seine Mitarbeiter unbedingt faul gewesen wĂ€ren, die hatten schon gearbeitet, sich dabei aber gegenseitig mehr behindert als geholfen. Kaum hatte der eine gesĂ€t, da pflĂŒgte der nĂ€chste schon um. Jeder hat es besser gewusst als der andere. Statt die Methoden derer, die bei den einzelnen Rodungen in der Ferne beachtliche Erfolge erfahren hatten, auf den nahe gelegenen Feldern anzuwenden, hat man sie ignoriert und keine Lehre daraus gezogen, geschweige denn ein Praktikum dort gemacht oder darum gebeten, dass jene Anleitung gĂ€ben fĂŒr die Arbeit in der Heimat. Sie hatten stattdessen ihren Wohlstand so gut wie möglich verwaltet und den Status Quo mit leichten Verschiebungen bewahrt.

Wir sind so damit beschĂ€ftigt, unseren Wohlstand zu verwalten, und sind so verstrickt in den NebenschauplĂ€tzen des kirchlichen Handelns, dass wir in höchster Gefahr sind, unseren Auftrag zu vernachlĂ€ssigen. An Stelle des Evangeliums von Jesus Christus werden kunstvolle Reden gehalten, die niemandem helfen. Wir haben allen Grund, dankbar dafĂŒr zu sein, dass unser Herr noch Geduld mit uns hat, und dass wir heute noch in der Gnadenzeit leben! Kaufen wir die Zeit aus, dass sie nicht zu verlorener Zeit wird!

III) Verheißen – von der Zeit zur Ewigkeit

In Eph 5,16 ermahnt der Apostel Paulus die Gemeinde: und kauft die Zeit aus; denn es ist böse Zeit. Ich wiederhole: Wo wir die Zeit nicht auskaufen, schafft die Zeit gegen uns. Gott gibt uns mit seinem ewigen Reich eine Perspektive, die ĂŒber die Zeit mit ihren ZwĂ€ngen hinausweist. Im Reich Gottes werden wir nicht mehr Sklaven der Zeit sein! Dort, wo wir das Ziel erreicht haben werden und den Sieg erlangt, dort wird auch unser Streben nach GlĂŒck und ErfĂŒllung ein Ende haben – es wird erfĂŒllt!

Am Ende des ersten Teils haben wir es von der besonderen Gnadenzeit der Kirche gehabt, von der Endzeit, die mit dem Kommen Jesu Christi beginnt und mit seiner Wiederkunft endet. Im Advent sangen wir: Seht, die gute Zeit ist nah, Gott kommt auf die Erde
 Und den Text aus Gal 4,4f wurde uns ins GedĂ€chtnis gerufen: „Als aber die Zeit erfĂŒllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, die unter dem Gesetz waren, erlöste, damit wir die Kindschaft empfingen.“ Als die Zeit erfĂŒllt war
 Es gab eine besondere Zeit, eine angenehme Zeit, eine opportune Zeit, einen Kairos, zu dem Gott die Gunst der Stunde nutzte, um durch das Heilswerk Jesu die neue Zeit, die Endzeit einzulĂ€uten, sie verheißend vorwegzunehmen. Wir dĂŒrfen wissen, dass die Zeit bereits erfĂŒllt ist. Gott ist in Jesus Christus zu uns gekommen, um in unserer Mitte zu wohnen und bereitet jetzt schon eine StĂ€tte fĂŒr uns, damit wir bei Ihm sein können (Joh 14). Gibt es einen trostreicheren Gedanken? Hierher gehört auch die Verheißung, von der ich eingangs sprach: Zusammen mit seinem Auftrag, die Völker zu seinen JĂŒngern zu machen, hat Jesus verheißen „und siehe ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende!“ (Mt 28,20). Die Gemeinschaft mit Ihm, die mit unserer Gotteskindschaft begann, heute im Heiligen Geist besteht, wird am Ende der Zeit Vollendung finden!

Die Zeichen der Zeit erkennen.

Jesus hielt seine JĂŒnger an, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Was sind die Zeichen der Zeit fĂŒr uns? Ich will den heute noch stattfindenden Seminaren nicht vorgreifen. Ich will nur fragen: Ist es nicht jetzt Zeit zu begreifen, dass Gottes Liebe uns zur Umkehr treibt (Röm 2,4)? Die ganze Problematik mit unserem demographischen Wandel, mit der notwendigen Zuwanderung im großen Stil, mit der FlĂŒchtlingsnot weltweit und den bei uns Asyl Suchenden macht uns große Not. Die daraus erwachsenden Probleme der „Clash of Cultures“ (Zusammenprall der Kulturen) und des gesellschaftlichen Friedens werden uns immer mehr beschĂ€ftigen. FlĂŒchtlinge und Zuwanderer sind nicht das Problem an sich, sondern der missionarische und dschihadistische Eifer mancher Muslime, die unsere Gesellschaft zuerst „islamkompatibel“ und dann „islamkonform“ machen wollen. Dabei verbieten sie sich jedwede Form der Missionierung unter Muslimen. Das ist freilich auch der Grund, warum unter 2% aller christlichen Missionare in der islamischen Welt tĂ€tig sind. Und das, obwohl der Anteil der Muslime an der Weltbevölkerung 25% betrĂ€gt und an der nicht christlichen Weltbevölkerung sogar 50%. Der „Apostel fĂŒr die islamische Welt“, Samuel Zwemer (1867–1952), hat schon laut darĂŒber nachgedacht, ob die Christenheit meine, der Mission- und Taufbefehl gelte nicht im Blick auf die Muslime…

Wenn unsere Zeit diesbezĂŒglich ein besonderes Merkmal hat, dann ist es dies: Nie zuvor in der Geschichte haben so viele Muslime inmitten einer freiheitlich geprĂ€gten, demokratischen Gesellschaft gelebt. Nie zuvor gab es die Chance fĂŒr so viele Muslime, sich Jesus Christus zuzuwenden, ohne begrĂŒndete Angst vor Repressalien – auch durch den Staat – haben zu mĂŒssen! Nehmen wir die Muslime bei uns nur als Bedrohung, oder auch als Chance wahr?

Martin Luther sagte in Reaktion darauf, als die TĂŒrken das erste Mal vor Wien standen: „Die TĂŒrken sind Gottes Rute und ihre Bedrohung Ausdruck des Zornes Gottes.“ Nun ist aber Gericht auch immer Gnade, wo es auf Einsicht trifft und die Herzen auf Gott richten kann
 Wie schon angedeutet, glaube ich, dass diese Rute Gottes uns zum Segen werden kann. Auch jetzt scheint die Zeit reif zu sein fĂŒr den besonderen Einbruch des Ewigen in die Zeit. Es könnte eine historische Stunde in der Geschichte der Mission unter Muslimen werden. Anders als bei der angestammten deutschen Bevölkerung ist eine Offenheit fĂŒr das Evangelium unter Muslimen da! Werden wir die Muslime unter uns als Chance und Geschenk Gottes begreifen, oder sie nur als Bedrohung wahrnehmen? Das Gericht ĂŒber das ehemals christliche Abendland ist in vollem Gange. Wird dies uns zum Segen, oder zum Fluch gereichen?

Ich komme zu Leslie Newbigin zurĂŒck. Er sagt an anderer Stelle ĂŒber die Notwendigkeit der Mission:

“Wenn das Evangelium nur ein Zugang zum VerstĂ€ndnis von Religion ist, die fĂŒr mich etwas bedeutet, mir hilft und Wohlbefinden vermittelt, dann habe ich eigentlich kein Recht, mich in die jeweils eigene Glaubensauffassung anderer Menschen einzumischen, die auf jeweils ihrem Weg einen Frieden und eine Sicherheit anstreben, wie es sich die Menschen ersehnen. Aber das Evangelium ist die Wahrheit und deshalb wahr fĂŒr alle Menschen: Es ist die EnthĂŒllung des Angesichts dessen, der alles erschaffen hat, von dem jeder Mensch abstammt und zu dem schlussendlich jeder Mensch kommen muss. Es offenbart den Sinn menschlicher Geschichte, den Ursprung und die Bestimmung der Menschheit. Jesus ist nicht nur mein persönlicher Erlöser, er ist Herr ĂŒber alles, die Ursache und der Eckstein des Universums. Wenn ich dies glaube, ist hiervon Zeugnis abzulegen der wirkliche Grund meiner ganzen Existenz. Wenn ich denke, ich kann es fĂŒr mich behalten, dann glaube ich eigentlich nicht wirklich. Die Weltmission ist daher nicht etwas ZusĂ€tzliches, sondern der eigentliche PrĂŒfstein, ob die Kirche auch wirklich an das Evangelium glaubt.”

Was heißt das fĂŒr uns?

Keiner scheint ein Rezept zu haben, wie die AktualitĂ€t des Evangeliums den Menschen unserer Tage ĂŒberzeugend nĂ€her gebracht werden könnte. Wenn es eins gibt, dann wird es garantiert damit beginnen, dass unser Lebensstil als Christen sich von anderen erkennbar unterscheiden wird. Es muss erkennbar werden, dass wir von der Vergebung Jesu leben und so zu einem neuen Leben befreit sind. Der Lehrtext am heutigen TurmTreff-Tag lautet: Wenn euch der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei. Johannes 8,36. Um es mit dem geistigen Vater der meisten heutigen Agnostiker und Atheisten Friedrich Nietzsche zu sagen: Wenn an der Erlösung etwas dran ist, mĂŒssen wir fĂŒr unsere Mitmenschen erlöster wirken. Nur so könnten wir die zurĂŒckgewinnen, die sich vom christlichen Glauben verabschiedet haben. Die Kraft Gottes im neuen Leben durch seinen Geist muss doch spĂŒrbar werden! Paulus schreibt in 1Kor 1,18: Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist’s eine Gotteskraft. Lasst uns um diese Gotteskraft fĂŒr unsere Aufgabe im Bezeugen von Jesus Christus vor den Menschen unserer Zeit beten!

Aber fangen wir mit dem Missionsbedarf in Deutschland bei den Menschen an, die immer mehr zu uns ins Land kommen: die Menschen muslimischen Glaubens. Kaufen wir hier die Zeit aus? Die Mission unter Muslimen in Deutschland steckt immer noch in den Kinderschuhen, obwohl die erste Moschee Deutschlands schon 1925 eröffnet wurde und seit Anfang der sechziger Jahre ein ungebrochener Strom von Muslimen als Zuwanderer und Asylanten zu uns kommt.

Rolf Scheffbuch sagte uns 1984 im Schorndorfer Kirchenbezikstreffen der Pfarrer, es seien 550.000 Muslime in Deutschland und kein einziger deutscher Missionar, der vollzeitlich versucht, sie zu erreichen 
 Es gab einige wenige auslĂ€ndische Missionare, in der Hauptsache Skandinavier, aber wenig UnterstĂŒtzung dafĂŒr aus christlichen Kreisen im Lande. Heute gibt es an die 5.000.000 Muslime in Deutschland, Menschen, die Gott zu uns geschickt hat – vielleicht weil sie in ihren eigenen LĂ€ndern so schwer von Jesus erfahren und nach dem Gesetz nicht konvertieren dĂŒrfen?

Ich trĂ€ume von einer Kirche, die in die Offensive geht und Evangelisten ausbilden lĂ€sst und einstellt, um solche Menschen fĂŒr Jesus Christus zu gewinnen. Wenn die Kirche das nicht von sich aus tut, mĂŒssen wir es selbst in die Hand nehmen! Wenn es die einzelne Gemeinde oder Gemeinschaft nicht stemmen kann, dann auf der Ebene der Gemeinschaftsbezirke oder Kirchenbezirke! Die Liebenzeller und SĂŒddeutschen gehen mit gutem Beispiel voran mit Projekten in und um Stuttgart und Heilbronn, aber das ist noch ein Tropfen auf dem heißen Stein! Fordern Sie doch Hilfe von den Liebenzellern oder der AuslĂ€nderseelsorge oder dem Orientdienst an! Ich trĂ€ume davon, dass Gemeinden und Gemeinschaften einen Missionar fĂŒr ihr Gebiet anfordern mit der Zusage der KostenĂŒbernahme und der UnterstĂŒtzung – auch durch ehrenamtliche Mitarbeiter
 Das soll kein Ersatz fĂŒr den eigenen missionarischen Auftrag sein, im Gegenteil! Es könnte helfen, dass Gemeindeglieder sich in diese wichtige Arbeit mit einbinden lassen. Mit der GrĂŒndung von EIMI (EuropĂ€isches Institut fĂŒr Migration und Integration) an der AWM (Akademie fĂŒr Weltmission) in Korntal haben wir eine wichtige Ressource fĂŒr diesen Auftrag bekommen.

Wie wĂ€re es, wenn wir die sonst fĂŒr so beklemmend wahrgenommene Situation mit der Islamisierung Europas als Chance und als Geschenk Gottes sehen wĂŒrden? Warum das nicht als von Gott gestellte Aufgabe sehen? Alles Gut-Reden hilft nichts. Wir mĂŒssen der Wahrheit ins Auge sehen. Der Einfluss, den der Islam als Religion in Europa hat, steigt stetig, und wir sind erst am Anfang dieser Entwicklung. Die Politik kann dies leugnen, so viel sie will, der BĂŒrger nimmt es wahr, weil es sich nicht verbergen lĂ€sst. Die Politik muss es aus eigener Sicht leugnen, weil sie keine Möglichkeiten sieht, etwas daran zu Ă€ndern. Wir aber dĂŒrfen mit Gott und seiner Macht rechnen! Wir haben eine ganz andere Perspektive auf die Situation! Die Zeichen der Zeit 2015 in der Bundesrepublik Deutschland weisen uns auf die wichtige Aufgabe, die wir in der Mission vor unserer eigenen HaustĂŒr haben. Ich bin ĂŒberzeugt, dass das Zeitfenster, das wir fĂŒr die Missionsarbeit unter Muslimen hier in Europa haben, sehr knapp bemessen ist. Schon in wenigen Jahren rechne ich mit Klagen der islamischen VerbĂ€nde gegen Missionsarbeit unter Muslimen. Ob wir noch zehn Jahre haben? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass wir die Zeit auskaufen mĂŒssen, und darum halten wir das Thema Islam in regelmĂ€ĂŸigen Lehrveranstaltungen im ABH unter unseren Studierenden und Freunden wach.

Einen Vorteil hat die Erstarkung der islamischen PrĂ€senz in Deutschland trotzdem schon mit sich gebracht: Christus ist wieder ein Thema in der Theologie geworden. Die Kirchen haben sich angesichts des Islam auf das ihnen Ureigene zurĂŒckbesinnen mĂŒssen. Ich bin ĂŒberzeugt, dass, je nĂ€her unsere Theologen in TuchfĂŒhlung mit den islamischen Überzeugungen kommen, desto klarer ihr Blick fĂŒr das wird, was den christlichen Glauben ausmacht – sofern sie nicht der antichristlichen Propaganda des Islams erliegen. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Glaube als solches wieder „hoffĂ€hig“ geworden ist. Muslime bekennen ihren Glauben ohne Scheu in allen Medien, auf der Straße, am Arbeitsplatz, in den Schulen. Zögerlich, aber doch erkennbar kommen Christen aus ihren Verstecken und wagen es, ĂŒber Glaubensthemen in der Öffentlichkeit zu reden. Das haben wir den Muslimen zu danken! Wir können nur hoffen und beten, dass der Bekennermut der Christen weiter zunimmt! Letztlich ist die starke islamische PrĂ€senz bei uns im ehemals christlichen Abendland ein Weckruf, uns auf unsere Wurzeln zu besinnen und die Gelegenheit zu ergreifen, ihnen die frohe Botschaft von Jesus Christus darzulegen und nahe zu bringen. Hier in Europa können wir (noch) frei unseren Glauben bekennen und bezeugen – auch Muslimen gegenĂŒber. Hier können Muslime sich bekehren und zu Jesus Christus als Herrn und Retter bekennen wie Thomas es seinerzeit tat: „Mein Herr und mein Gott!“ – ohne dass sie von offizieller Seite dafĂŒr bedroht oder belangt werden können. Ich glaube, dass dies eine historische Chance ist, eine Chance die nicht verstreichen darf. Es ist das Gebot der Stunde, es ist die einmalige Gelegenheit unserer Zeit. Ich glaube, dass jetzt ein Kairos dazu da ist. Nie zuvor haben so viele Menschen in der arabischen Welt Interesse am Evangelium gezeigt. Große Scharen kommen zum Glauben an Jesus Christus durch Internet, Radio und Satellitenfernsehen. Es könnte dazu kommen, dass solche Menschen zu Missionaren fĂŒr ihr eigenes Volk werden. Die strengglĂ€ubigen Muslime haben so davor Angst, dass sie den Sender Al-Hayat haben sperren lassen. Die Zeit ist reif wie nie zuvor fĂŒr am Islam enttĂ€uschte Menschen, zum Glauben an Jesus Christus zu finden. Hier heißt es carpe diem! Gerade auch bei uns in Deutschland und Europa. Ergreife den Tag! Ich kann mir das nicht anders vorstellen, als dass, wenn wir diese historische Chance verstreichen lassen, die Gnadenzeit zu verlorener Zeit und die Chance zum VerhĂ€ngnis fĂŒr uns wird


Bei allem gilt es in erster Linie auf Gottes Verheißungen zu schauen! Gottes Verheißungen gelten fĂŒr sein Volk und fĂŒr sein Reich. Wie viele Verheißungen hat er uns doch gegeben! Ich glaube fest daran, dass die Prophezeiung Gottes an das darniederliegende Volk Jerusalems auch uns in unserer Zeit gehört: Jer 29,11: Denn ich weiß wohl, was ich fĂŒr Gedanken ĂŒber euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe das Ende, des ihr wartet. Die Zeit zielt auf das Ende, sein Ziel. „Thelos“ ist im Griechischen beides – nicht das unheilvolle, abrupte, jĂ€he Ende, sondern das Ende eines Weges im Sinne vom Ziel, das auf diesem Weg erreicht wird.

Selbst die ZĂŒchtigungen Gottes sollen Segen und Frucht bringen. Es kommt nur darauf an, dass wir auf allen unseren Wegen Einsicht in seine FĂŒhrungen zeigen und uns seinen Gerichten fĂŒgen. In Hebr 12,11 heißt es: Jede ZĂŒchtigung aber, wenn sie da ist, scheint uns nicht Freude, sondern Leid zu sein; danach aber bringt sie als Frucht denen, die dadurch geĂŒbt sind, Frieden und Gerechtigkeit. Und darĂŒber hinaus gilt: Röm 8,18: Denn ich bin ĂŒberzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenĂŒber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.

Nutzen wir doch die Zeit als verheißene Zeit aus! Fassen wir Mut, uns unerschrocken zum Herrn der Geschichte und der Welt im Alltag zu bekennen! Er selbst hat versprochen, bis zum Ende bei uns zu bleiben im ErfĂŒllen seines Auftrags! Dem Profilschwund der GlĂ€ubigen in der Gesellschaft mĂŒssen wir ein Ende setzen. Es ist Zeit zum Aufstehen!

[1] http://www.t-online.de/eltern/jugendliche/id_69907188/computerspiele-jugendliche-verdaddeln-taeglich-eineinhalb-stunden.html

[2] http://www.bitkom.org/de/markt_statistik/77045_79666.aspx

[3] http://winfuture.de/news,77456.html

[4] Becker, Julia. Ältere Menschen und Computerspiele: Eine Untersuchung der Gruppen Ă€lterer Computerspieler und Ă€lterer Nichtspieler und deren Vergleich hinsichtlich verschiedener Beschreibungsmerkmale sowie Motivationen und Einstellungen zu Computerspielen. diplom.de, 2008.

Die jĂŒdisch-christliche Überlieferung und der Islam

Jesus is eine wichtige Gestalt im Koran

FĂŒr den Koran, den Mohammed in Abschnitten zu verschiedenen Zeiten und AnlĂ€ssen seinen Nachfolgern stets mĂŒndlich vorgetragen hat, steht der Glaube der Muslime in einer ungebrochenen Tradition von Adam ĂŒber Abraham, Mose und die Propheten, inklusive Jesus (Koran Sure 3,84; 4,163. Mohammed ist der letzte Prophet in einer kontinuierlichen Reihe. Der Islam sieht Jesus als zweitwichtigsten Propheten nach Mohammed. Als Überbringer des „Indschil“ (Lehnwort im Arabischen von „Evangelium“) hat er den Willen Allahs den Heiden verkĂŒndet (Koran 2,87.136.253). „Evangelium“ ist fĂŒr Muslime allerdings lediglich die Bezeichnung fĂŒr das „Buch“ Neues Testament, nicht die „Frohbotschaft“ von der Erlösung durch Jesus Christus, wie Christen den Begriff verwenden. Der Koran berichtet davon, dass Jesus Wunder getan hat (3,49; in Anlehnung an das gnostische Thomas-Evangelium auch schon als Kind). Auch davon, dass Jesus „Christus“ (wird als Eigennamen, nicht als Messiastitel verstanden) von der Jungfrau Maria durch ein Wunder Gottes geboren wurde, berichtet der Koran: durch einen göttlichen Schöpfungsakt (19,20 f),  bzw. durch das Einhauchen des Geistes (19,22). Allerdings sieht der Koran ihn nur als einen Propheten, und nicht als Sohn Gottes, der fĂŒr die SĂŒnden der Welt gestorben wĂ€re. So z.B. Koran 4,171f  „ Leute der Schrift! Treibt es in eurer Religion nicht zu weit und sagt gegen Gott nichts aus, als die Wahrheit! Christus Jesus, der Sohn der Maria, ist nur der Gesandte Gottes und sein Wort, das er der Maria entboten hat, und Geist von ihm. Darum glaubt an Gott und seine Gesandten und sagt nicht (von Gott, daß er in einem) drei (sei)! Hört auf (so etwas zu sagen)! Das ist besser fĂŒr euch. Gott ist nur ein einziger Gott. Gepriesen sei er! (Er ist darĂŒber erhaben) ein Kind zu haben. Ihm gehört (vielmehr alles), was im Himmel und auf der Erde ist. Und Gott genĂŒgt als Sachwalter. |172 Christus wird es nicht verschmĂ€hen, ein (bloßer) Diener Gottes zu sein, auch nicht die (Gott) nahestehenden Engel.“  (Zitiert nach der Übersetzung von Rudi Paret)

Der Islam ist auf dem Boden der jĂŒdisch-christlichen Offenbarung entstanden

Mohammed hat Kontakt zu Christen und Juden von seiner Jugend an gehabt und steht in dieser Tradition. Vor allem bis zu dem Zeitpunkt seines Auszugs aus Mekka 622 n. Chr. verstand er sich als Geistes- und Seelenverwandter der Juden und Christen. Er gehörte zu einer Bewegung von Menschen, die sich „HanÄ«f“ (vgl. Koran 3,67; 6,79; 10,105; 16,120; 30,30) nannten und in Ablehnung der Vielgötterei den wahren Gott suchten. Mohammed sah sich eindeutig in der Tradition Abrahams, Moses, Davids und Jesu. Ein Teil seiner frĂŒhen AnhĂ€nger ist auf Grund der Verfolgung durch die Mekkaner in das christliche Reich Aksum geflohen, wo sie angeblich den Negus, den christlichen Herrscher von ihrer RechtglĂ€ubigkeit ĂŒberzeugen konnten. Es gab spĂ€ter Versuche, die Christen von Aksum (vielleicht auch von Nadschran, einer Stadt im SĂŒdwesten Arabiens an der Grenze zum Jemen), zu ĂŒberzeugen, dass  Mohammed es nicht im Sinn hatte, eine neue Religion zu grĂŒnden, sondern sich als Reformer verstand, der die Menschen zum wahren Glauben, zur Unterwerfung unter den alleinigen Gott zurĂŒckfĂŒhren wollte. Bein einem Besuch von diesen Christen in Medina bei Mohammed hat dieser ihren Glauben bestĂ€tigt: Die Ă€lteste erhaltene Biographie Mohammeds von Ibn Hischam zitiert den Koran (28,53) „Diejenigen, denen wir die Schrift frĂŒher schon gegeben haben, sie glauben daran; und wenn sie ihnen vorgetragen wird, dann sprechen sie: Wir glauben daran. Wahrlich, das ist die Wahrheit von unserem Herrn. Wirklich, wir waren schon frĂŒher Moslems (an Gott Ausgelieferte)“.

Islam heißt Unterwerfung unter Allah

Christen – und manchen Muslimen – ist es nicht bekannt, dass Mohammed die Begriffe „Islam“ und „Muslim“ nur als „Gottergebenheit“ bzw. „Unterwerfung unter Gott“ und „Gottergebener“ bzw. „Gott Unterworfener“ verwendet hat. In diesem Sinn sind auch die GlĂ€ubigen Juden z.Zt. Moses „Muslime“ (Koran 10,84;  Koran 16,43 sagt ausdrĂŒcklich  „Und wir haben vor dir immer nur MĂ€nner (als unsere Gesandten) auftreten lassen, denen wir (Offenbarungen) eingaben. Fragt doch die Leute der (frĂŒheren) Mahnung (d.h. Angehörige der frĂŒheren Offenbarungsreligionen), wenn ihr nicht Bescheid wisst! 44 (Wir haben sie) mit den klaren Beweisen und den BĂŒchern (gesandt). Und wir haben (nunmehr) die Mahnung (d.h. den Koran) zu dir hinabgesandt, damit du den Menschen klarmachst, was (frĂŒher) zu ihnen hinabgesandt worden ist, und damit sie vielleicht nachdenken wĂŒrden.“  „Das sind die Leute der Schrift.” (Jami‘-ul-Bayan Fi Tafsir Al-Qur’an von At-Tabari, Band 14 Seite 144). FĂŒr Mohammed war der Islam die universale, ewig gĂŒltige Religion, in der auch die biblische Tradition stand.

Auch weitere biblische Gestalten des Alten Testaments wie Josef, Aaron, Hiob gehören zum Traditionsgut der Muslime und kommen im Koran vor. Abraham, Noah, Josef, Jona und Maria bekommen im Koran sogar je eine eigene Sure (Abschnitt). Allerdings gehen die Darstellungen im Vergleich zu den biblischen Berichten teilweise sehr weit auseinander. Die offizielle ErklĂ€rung der muslimischen Theologen dazu ist, dass die Christen und Juden nachtrĂ€glich ihre Schriften verfĂ€lscht hĂ€tten, ursprĂŒnglich seien sie aber Einklang mit dem Koran gewesen. Nach dem VerstĂ€ndnis des Islam sind die Berichte von biblischen Personen im Koran nicht einfach geschichtliche Überlieferungen – auch nicht von inspirierten Texten frĂŒherer Autoren, sondern direkte Offenbarungen Allahs an Mohammed durch den Erzengel Dschibril (Gabriel). Das erschwert natĂŒrlich das GesprĂ€ch mit Muslimen in diesem Punkt, denn es gibt keine erhaltenen Texte aus der Antike, die diese These der Islamgelehrten unterstĂŒtzen könnte, wĂ€hrend wir als Christen an der IntegritĂ€t der Bibeltexte festhalten (Das sogenannte „Barnabasevangelium“ , auf das Islamgelehrte in dieser Frage verweisen, ist ein spĂ€tmittelalterlicher Text).

FĂŒr den Koran sind die GlĂ€ubigen des Alten wie des Neuen Testaments „Muslime“

Der Koran sieht die Gestalten des Alten wie des Neuen Testaments als wahre Muslime, deren Tradition durch die VerfĂ€lschung der biblischen Texte verderbt worden sei. Von daher fĂŒhren die DialoggesprĂ€che ĂŒber die Richtigkeit der Texte des Koran und der Bibel in eine Sackgasse. Weil fĂŒr die Muslime der Koran schon vor Zeit und Ewigkeit von Allah im Himmel auf einer großen Tafel aufgezeichnet worden sei und einzig und allein nach und nach Mohammed ĂŒber die Mittlerschaft der Engelwelt offenbart wurde, habe der Text der Koran die ursprĂŒngliche Bedeutung der göttlichen Offenbarung beibehalten.

Solche Muslime, welche die Bibel lesen, sind allerdings oft beeindruckt von der Klarheit und der Botschaft der Texte. Im Vergleich zum Koran ist die Bibel sehr eingĂ€ngig und logisch, auch im Aufbau. Am meisten sind Muslime von den Evangelienberichten von Jesus und seiner Botschaft beeindruckt. Der Streit darĂŒber, welcher Text Recht hat, bringt im GesprĂ€ch mit Muslimen nicht weiter. Vielmehr muss nach der Wirkung des Textes gefragt werden. Was macht das Lesen der Texte mit einem? VerĂ€ndert die Botschaft des heiligen Textes das Leben? Nicht die geschichtliche Herkunft der Texte ist in diesem Fall entscheidend, sondern ihre Wirkkraft auf das Leben!

Joh 17,1-8 »Das kleine dreimal eins des Schenkens – wie Jesus uns beschenk«

Predigt in Gniebel am Palmsonntag, d. 24.03.2013

 

Joh 17,1-8

Das hohepriesterliche Gebet

1 So redete Jesus und hob seine Augen auf zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da: verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche;

2 denn du hast ihm Macht gegeben ĂŒber alle Menschen, damit er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast.

3 Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.

4 Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue.

5 Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.

6 Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren dein und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt.

7 Nun wissen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt.

8 Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie glauben, dass du mich gesandt hast.

 

Das kleine dreimal eins des Schenkens – wie Jesus uns beschenkt

 

Der Abschnitt, den wir gerade eben gehört haben ist die Einleitung zum so genannten hohen priesterlichen Gebet Jesu, dass er im Garten Gethsemane kurz vor seiner Verhaftung in intensivem Ringen mit dem Vater gesprochen hat. In ganz merkwĂŒrdiger Weise redet er von sich dabei in der dritten Person. Warum macht er das? Wir könnten denken, dass es sich so verhĂ€lt, wie die Mutter, die mit ihrem kleinen Kind spricht und es trösten will indem sie sagt: „die Mama kommt ja gleich wieder!“ Es ist eine gewisse NĂ€he zum Kind da, aber auch in gewisser Weise ein Appell an das Kind zu begreifen, dass die Mutter es doch niemals im Stich lassen wĂŒrde. Vielleicht schwingt ein bisschen etwas von diesem RollenverstĂ€ndnis auch in der Art und Weise wie Jesus von sich in der dritten Person redet. Er redet von sich als vom Sohn Gottes. Es ist ein Stand und ein Amt, das er innehat. Er redet nicht nur von sich als Person, sondern von sich als den Gott der Vater in die Welt gesandt hat um die Menschen zu erretten.

 

An dieser Stelle zieht Jesus Bilanz ĂŒber das, wozu er in die Welt gesandt worden ist, und was er tatsĂ€chlich vollbracht hat. Es ist eine positive Bilanz! Insbesondere drei Aufgaben listet Jesus hier auf, weswegen er in die Welt gekommen ist und die ihm auch gelungen sind. Es ist keineswegs ein tragisches Ende einer verunglĂŒckten Karriere wie manche moderne Theologen die Verhaftung, Passion und Sterben Christi beurteilen. Im Gegenteil! In seinen eigenen Augen ist es eindeutig und ganz klar: Jesus hat seine Aufgabe erfĂŒllt. Er hat all die Menschen, die Gott ihm anvertraut hat, die Gott ihm geschenkt hat als jĂŒngeren und JĂŒnger zum ewigen Leben gebracht, zum ewigen Leben das hier und jetzt schon beginnt.

 

Lasst uns diese drei Dinge der Reihe nach unter die Lupe nehmen!

 

1.) Jesus schenkt das Leben

 

in keinem der anderen drei Evangelien wird das so klar und deutlich uns gezeigt, dass Jesus seine Rolle als Retter und Erlöser der Menschen verstanden hat. Zwar ist es in allen Evangelien gerade in der Passionsgeschichte verdichtet dargestellt und zwischen den Zeilen jedenfalls deutlich zu erkennen, aber das Johannesevangelium fĂŒhrt es ausfĂŒhrlich aus, dass das das Hauptziel Jesu kommen in diese Welt und seines Wirkens in dieser Welt gewesen ist. Jesus war kein Moralapostel, kein frustrierter RevolutionĂ€r und kein von UnglĂŒck und pechgeplagter Religionslehrer. Seine Aufgabe hatte er darin, unsere Beziehung zum Schöpfer und Geber des Lebens, zum Vater im Himmel durch sein Leben und stellvertretendes Sterben wiederherzustellen, damit wir wieder zurĂŒck zur Quelle des Lebens, zu Gott selbst gefĂŒhrt werden. In der Schöpfungsgeschichte wird berichtet, wie Gott selbst seinen Lebensatem dem Menschen ein hauchte und ihn so zu einer lebendigen Seele machte. D.h. nichts anderes, als dass der Mensch ursprĂŒnglich sein Leben vom ewigen Gott, vom Schöpfer aller Dinge selbst, direkt hat. WĂ€hrend die Bibel davon spricht, dass die Erde alle Pflanzen und Tiere, alles sonst was lebt auf Erden je nach seiner eigenen Art hervorbrachte, stammt der Mensch von Gott selbst. Er hat sein Leben, seine Wesen aus Gott. Darum kann es auch in Psalm 82 heißen: „Ihr seid Götter und Söhne des Höchsten“.

 

Jesus ist gekommen, damit wir diesen Zugang zum höchsten, zur Quelle des Lebens wiederbekommen. Wo wir die Vergebung unserer SĂŒnde empfangen und die Beziehung zum himmlischen Vater wieder geheilt wird bekommen wir wieder das Leben aus Gott, das in Ewigkeit bleibt.

 

Hören wir noch einmal auf die Eingangsworte Jesu:

 

1 So redete Jesus und hob seine Augen auf zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da: verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche;

2 denn du hast ihm Macht gegeben ĂŒber alle Menschen, damit er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast.

3 Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.

4 Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue.

 

Was uns betrifft geht es also darum, dass wir Jesus als Weg zum Vater, als unsere Errettung erkennen. Hier nimmt Jesus den Faden auf den er bereits ein paar Kapitel vorher begonnen hat, wo er sagte: „Ich bin der Weg die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich.“

 

Glauben heißt Jesus als Weg zum Vater, Jesus als Weg zum ewigen Leben, Jesus als Rettung vom Tode zu erkennen.

 

„Oberhalb des Rheinfalles von Schaffhausen waren zwei MĂ€nner mit ihrem Boot umgekippt und trieben hilferufend im Strom. Es wurde ihnen vom Ufer ein Rettungsseil zugeworfen. Der eine der beiden ergriff das Rettungsseil und wurde ans Land gezogen. Der andere klammerte sich in seiner Verwirrung und Todesangst an das Boot und trieb mit ihm in den Tod. Beide haben etwas ergriffen. Beide haben in den Stunden der höchsten Gefahr auf etwas ihr Vertrauen gesetzt. Beide haben an etwas geglaubt. Nur der eine ergriff das Richtige, der andere das Falsche. Es kommt nicht darauf an, dass man ĂŒberhaupt etwas erfasst als seine Rettung in der Not des Todes, sondern dass wir das Richtige ergreifen. So auch im Blick auf unser ewiges Heil. Es gilt, die Wahrheit Gottes im Glauben zu erfassen, denn ,das ist das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen‘ (Joh. 17,3).“

 

Das war das erste: Jesus schenkt das Leben. Wie tut er das? In dem er uns die Möglichkeit gibt, Gott anzurufen, ihn um Vergebung und Erlösung zu bitten.

 

2.) Jesus schenkt den Namen

 

Unseren Namen verwenden wir mit großer SelbstverstĂ€ndlichkeit – auch die Namen derer die wir kennen oder auch nicht kennen. Was bedeutet es, wenn es hier heißt, dass Jesus den Namen Gottes den Menschen geoffenbart hat?

 

5 Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.

6 Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren dein und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt.

 

Wir kennen alle die Situation, in der jemand uns von einem Menschen erzĂ€hlen will dessen Namen ihm gerade nicht einfĂ€llt. Das kann lustig bis schwierig werden! Frustriert heißt es dann „acht du weißt doch wen ich meine!“

 

Wirklich wissen wir es nur, wenn der Name genannt wird. „Gott“ ist kein Name – auch Allah nicht! Das sind Gattungsbezeichnungen. Es ist wie bei der Gattungsbezeichnung „Mensch“: wenn wir jemanden ansprechen „Mensch“, dann kann er sich angesprochen fĂŒhlen, muss es aber nicht


 

 

Gott hat den Menschen seinen Namen geoffenbart er ist J H W H – ich werde sein der ich sein werde. Dadurch hat Gott auf der einen Seite seine UnverfĂŒgbarkeit zum Ausdruck gebracht, auf der anderen Seite aber auch uns Menschen mitgeteilt, dass er fĂŒr uns ansprechbar ist. Das ist ja ĂŒberhaupt die wichtigste Funktion und grĂ¶ĂŸte Bedeutung des Namens: mit seinem Namen können wir jemanden rufen, mit seinem Namen können wir jemanden ansprechen. Wir können und dĂŒrfen Gott ansprechen – dazu hat Gott uns seinen Namen gegeben.

In und durch Jesus können wir Gott anrufen. Wilhelm Busch hat in seinem autobiografischen Werk Jesus unser Schicksalunter anderem folgendes aus der Zeit des Dritten Reiches berichtet:

 

„Ich habe einen Abend im GefĂ€ngnis erlebt, an dem die Hölle los war. Da hatten sie einen durchgehenden Transport von Leuten eingeliefert, die ins KZ gebracht werden sollten, Leute, die gar keine Hoffnung mehr hatten, teils Kriminelle, teils schuldlose Leute, Juden. Diese Leute packte an einem Samstagabend die Verzweiflung. Und dann brĂŒllte alles los. Das können Sie sich gar nicht vorstellen. Ein ganzes Haus mit lauter Zellen voll Verzweiflung, wo alles schreit und gegen die WĂ€nde und TĂŒren donnert. Die WĂ€rter werden nervös und knallen mit ihren Revolvern gegen die Decke, rennen herum, prĂŒgeln einen zusammen. Und ich sitze in meiner Zelle und denke: »So wird die Hölle sein.«

Das kann man schlecht schildern. In dieser Situation nun fĂ€llt mir ein: »Jesus! Er ist ja da!« Ich erzĂ€hle Ihnen, was ich tatsĂ€chlich selber erlebt habe. Dann habe ich nur leise – ganz leise – in meiner Zelle gesagt: »Jesus! Jesus!! Jesus!!!« Und in drei Minuten wurde es still. Verstehen Sie: Ich rief ihn an, das hörte kein Mensch, nur er – und die DĂ€monen mussten weichen! Und dann sang ich, was streng verboten war, ganz laut:

»Jesu, meine Freude, / Meines Herzens Weide, / Jesu, meine Zier. / Ach, wie lang, ach lange/ ist dem Herzen bange / Und verlangt nach dir!« Und alle Gefangenen hörten es. Die WĂ€rter sagten kein Wort, dass ich laut sang: »Mag von Ungewittern / Rings die Welt erzittern, / Mir steht Jesus bei…« Meine Freunde, da habe ich etwas gespĂŒrt, was das bedeutet, einen lebendigen Heiland zu haben.“ (Aus „Jesus unser Schicksal“)

 

Durch Jesus hatte aber auch etwas anderes, neues geoffenbart, nĂ€mlich dass wir ihn als Vater anrufen dĂŒrfen! Das ist doch ungleich mehr als nur ein Personenname! Da steckt die innigste Beziehung die es ĂŒberhaupt gibt zwischen Menschen, die familiĂ€re Beziehung – hier die Beziehung zwischen Kind und Eltern. Wir dĂŒrfen Gott als Vater anreden. Das definiert die Beziehung die wir zu ihm haben dĂŒrfen. Das innige Gebet, in dem Jesus hier zu seinem Vater spricht zeigt auch auf, was fĂŒr eine Beziehung wir zum himmlischen Vater haben und pflegen dĂŒrfen. Was fĂŒr eine Geborgenheit steckt doch dahinter! Wir dĂŒrfen wissen, dass wir Kinder Gottes sind! Wir dĂŒrfen wissen, dass der himmlische Vater uns liebt und fĂŒr uns sorgt!

 

Um diese Beziehung geht es in diesem Text. Jesus will, dass wir als seine JĂŒngerrinnen und JĂŒnger ihn als den von Gott Gesandten erkennen, der es uns ermöglicht und gelehrt hat, Kinder Gottes zu sein und diese Beziehung mit Gott zu leben. Darum hebt er wiederholt darauf ab, dass die Menschen durch ihn erkennen, dass der himmlische Vater der einzig wahre Gott ist. Wie erkennen das die Menschen? Wir erkennen es durch sein Wort:

 

3.) Jesus schenkt das Wort

 

all das und vieles mehr wĂŒrden wir nicht wissen, wenn wir die Worte Jesu nicht hĂ€tten. Ich denke, dass wir oftmals vergessen, was fĂŒr ein Schatz wir in den Worten Jesu haben. Was fĂŒr eine Wahrheit hat er uns damit offenbart! Es geht darum, dass wir die Worte Jesu auch annehmen, dass wir sie zu den Unseren machen, dass wir sie akzeptieren und ihre GĂŒltigkeit anerkennen.

 

7 Nun wissen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt.

8 Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie glauben, dass du mich gesandt hast.

 

Die Worte Jesu ĂŒberzeugen. Er spricht mit AutoritĂ€t, mit Kraft, nicht wie die „Schriftgelehrten und PharisĂ€er“. Seine Worte verĂ€ndern unser Leben. Seine Worte sind Teil des einen Wortes, das am Anfang alles erschuf – aus dem alles hervorgegangen ist. Jesus ist selbst das Wort Gottes, der Logos (Joh 1). Darum können seine Worte immer wieder Neues schaffen. Auch in unserem Leben. Das ist ein Geschenk, das sonst niemand uns machen kann.

Lasst uns Leute des Wortes sein! Hörer und TÀter des Wortes. Lasst uns mit dem Wort tÀglich Leben, das Wort in unseren Herzen fassen, aus seinem Wort heraus leben und so in ihm und seinem Wort verwurzelt in unseren Leben von ihm Frucht hervorbringen lassen!

Amen

 

Was können wir von Jesus wissen? (II)

Augenzeugen berichten

(vgl. Was wissen wir von Jesus? (I))

Die Skepsis der Theologen im Blick auf die wirklichkeitsgetreue Darstellung der Ereignisse im Leben Jesu im Neuen Testaments ist unbegrĂŒndet. Freilich gibt es Fragen, wo sich die Darstellungen der Evangelien sich zu widersprechen scheinen. Da braucht die neutestamentliche Wissenschaft manchmal einen lĂ€ngeren Atem und die Bereitschaft, mit noch ungelösten Problemen zu leben. So etwa die Frage nach dem Kreuzigungstermin, der bei oberflĂ€chlicher Betrachtung bei Johannes ein anderer zu sein scheint als bei den ersten drei Evangelien. Erst 2011 konnte der englische Naturwissenschaftler Professor Colin Humphreys von der UniversitĂ€t Cambridge ein wissenschaftlich begrĂŒndete Lösung dieses Problems vorlegen (inzwischen auch auf Deutsch: Humphreys, Colin J. Die letzten Tage Jesu: und das Geheimnis des Abendmahls. 1. Aufl. Urachhaus, 2012.) Seither hatte die Mehrheit der Neutestamentler angenommen, dass der Bericht des Johannes mit den anderen unvereinbar und deswegen als historische Quelle unbrauchbar sei. Humpreys dagegen ging davon aus, dass diese historischen Zeugnisse des ersten Jahrhunderts erst einmal in ihrem SelbstverstĂ€ndnis ernst zu nehmen sind und dass der scheinbare Widerspruch sich nur uns prĂ€sentiert, weil uns zum VerstĂ€ndnis der Situation notwendige Kenntnisse fehlen. Das konnte er auch einleuchtend unter Bewies stellen, indem er die unterschiedlichen Kalendarien des antiken Israel mit Hilfe der astronomischen Wissenschaft rekonstruieren konnte. Gerade das Johannes Evangelium, das als historische Quelle in der Wissenschaft in Misskredit geraten war, betont hartnĂ€ckig einen Augenzeugenbericht zu sein und gibt zahlreiche Angaben zu geographischen, zeitlichen und persönlichen Details, die nur Sinn machen, wenn sie als Belege fĂŒr die GlaubwĂŒrdigkeit des Berichts verstanden werden. Überhaupt bemĂŒht sich Johannes nichts von den anderen Evangelien zu wiederholen, es sei denn der Lese braucht eine weitere Perspektive, um das Geschehen im vollen Sinne zu erfassen. So zum Beispiel die Beziehung zu Johannes dem TĂ€ufer, die in Johannes am Anfang des Evangeliums eine wichtige Rolle spielt. Auch die Tempelreinigung zu Beginn seines Dienstes und das Interesse mancher aus dem Sanhedrin an seinem Wirken gehören hierher. Alle vier Evangelien wollen als Augenzeugenberichte gelesen und verstanden werden. Dass es mehr als nur ein Evangelium gibt passt in das Schema des jĂŒdischen Zeugenrechtes hinein: Ein Zeuge ist kein Zeuge. Es mĂŒssen mindestens zwei sein, die im Wesentlichen ĂŒbereinstimmen. Mit unseren Evangelien haben wir vier solche Zeugen!

Warum vertraut die Wissenschaft nicht den Evangelien als historische Zeugnisse?

WidersprĂŒche sind nicht der Grund. Die gibt es in jedem Gerichtsprozess. Die können auch Indizien dafĂŒr sein, dass es eben kein „abgekartetes Spiel“ unter den Zeugen ist. Anstoß erregen die Wunderberichte und der Selbstanspruch Jesu in den Evangelien.

Es ist schon verwunderlich, dass das grĂ¶ĂŸte Wunder der Weltgeschichte, die Fleischwerdung Gottes, ohne Wunder auskommen sollte. Der menschgewordene Gott dĂŒrfe nicht auf natĂŒrlichem Wege gezeugt sein. Er selber dĂŒrfe keine Wunder tun. Und der Bericht von seinem Wirken dĂŒrfe keine Fragen offen lassen. Skepsis darf schon sein – selbst die JĂŒnger Jesu waren bisweilen sehr skeptisch. Aber die Möglichkeit der Wunder grundsĂ€tzlich auszuschließen ergibt gar keinen Sinn! Zur wunderbaren Geburt und zum Wunder der Auferstehung gehören auch die Wunderberichte aus dem Leben Jesu. Letztlich werden wir aber zu dem wunderbaren an den Evangelien nur dadurch Zugang bekommen, dass wir Gottes Wunder in unserem eigenen Leben erfahren, nicht zuletzt das Wunder der Vergebung, der Wiedergeburt des neuen Lebens in Christus. Das Hereinbrechen Gottes in unsere Welt konnten die JĂŒnger auch nicht im vollen Umfang von Anfang an verstehen, sie mussten selber ihre Erfahrungen mit Jesus machen, mit dem Leibhaftigen und mit dem leibhaftig Auferstandenen. Thomas sei nur als ein Beispiel genannt. Allerdings ist ihr Glaube aufgrund dieser Erfahrungen so stark geworden, dass sie bereit waren, dafĂŒr zu sterben! Sie haben das ganz, ganz ernst genommen.

Das Wissen von Jesus hat zwei Ebenen: die der Kenntnis und die der Erkenntnis

Unsere Art und Weise im Albrecht-Bengel-Haus Theologie zu treiben trĂ€gt dieser Tatsache Rechnung. Der Glaube ist kein theoretisches Konstrukt, der sich aus LehrsĂ€tzen bildet, sondern ist der Aspekt unserer persönlichen Beziehungen zum lebendigen Herrn, ein Urvertrauen in seine GĂŒte und Gnade, in seine Vergebung und Erlösung, in seine FĂŒhrung und FĂŒrsorge. Glauben heißt ganz und gar von Jesus Christus abhĂ€ngig zu sein. Theologische LehrsĂ€tze sind der Versuch, diesen lebendigen Glauben zu beschreiben und zu schĂŒtzen. Inhaltlich wie geschichtlich ist die Theologie aus der Verteidigung des Glaubens (Apologie) hervorgegangen, nicht umgekehrt!

Noch ĂŒberzeugt der Jesus, den wir kennen, mehr als irgendein Anderer die Menschen weltweit. Noch ist der christliche Glaube der weltweit am stĂ€rksten wachsende Glaube, gefolgt vom Islam und dem praktischen Atheismus/Agnostizismus. Bei uns in Europa ist der christliche Glaube der am stĂ€rksten schwindende Glaube – zu Gunsten des Atheismus/Agnostizismus. Das bedeutet, dass wĂ€hrend der christliche Glaube bei uns abnimmt, weltweit gesehen Millionen von Menschen jĂ€hrlich Jesus Christus als ihren Retter kennenlernen.

Was können wir von Jesus wissen?

Genug! Wir wissen ĂŒber Jesus genug! Genug, um an ihn glauben zu können; genug, um ihn persönlich kennen lernen zu können; genug, um Ihm nachfolgen zu können; genug, um seinen Willen zu erkennen; genug, um durch ihn zu einem neuen Leben wiedergeboren zu werden; genug, um andere Menschen zu ihm hinfĂŒhren zu können; genug, um Leben und volles GenĂŒge zu haben; genug, um den Frieden, der alle Vernunft ĂŒberragt, zu haben; genug, um unser Leben ihm zu weihen; genug, um ihn als Herrn unseres Lebens zu haben. All das und vieles mehr haben wir, weil wir Jesus Christus kennen. Zwar machen wir auch unsere persönlichen Erfahrungen mit dem Auferstandenen und durch seinen Geist innewohnenden Christus, aber in erster Linie kennen wir ihn aus der Heiligen Schrift als zuverlĂ€ssiges Zeugnis. Was können wir von Jesus wissen? Genug, um ein Leben lang ihn besser kennen zu lernen! Und was wissen wir von Jesus? Was können wir von ihm erzĂ€hlen und weitergeben? Das ist ein großer Auftrag und herrliche Aufgabe: Ihn immer besser kennen zu lernen und das gelernte weitergeben!

Clarification on the Misnomer „State Church of Germany“

In Germany the separation of church and state began in 1849 and was completed in 1919. The term „State Church“ is a misnomer. Some theologians not so well versed in English still refer to the Landeskirche as „State Church“ ignoring the political connotation and the geographical reference implied in the name. The Term „Staatskirche“ is no longer in use. Compound words such as Staatskircherecht or Staatskirchenvertrag relate only to the juxtaposition of the two in their legal aspects.

The term Landeskirche is better translated „Regional Church“ or „Provincial Church“ since the boundaries of these independent entities traditionally follow regional or provincial borders. Whereas the English word „State“ can be used for both „Staat“ (State in the sense of an independent State or Nation) and „Land“ (State in the sense of „Bundesstaat“/Province/State in a federation of States), the usage of „Landeskirche“ refers only to the provincial aspect.

The Term  „Peoples Church“ („Volkskirche“) refers to the sum of all provincial/regional Churches including the roman catholic church, which was reduced to a regional church after the reformation and only recently is it present in most areas of the western German States, where it imitates the protestant regional structure as does the protestant the roman catholic in areas with traditional roman catholic rule.†

Granted, there are people – and even functionaries within the regional Churches of Germany – who think of their Church as a privileged „State Church“ and are keen to keep close ties with the government and political parties, but other denominations and religious communities such as the Jehova’s Witnesses have acheived the same „privileged status“ (v. http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.baden-wuerttemberg-zeugen-jehovas-mit-kirchen-gleichgestellt.1f727dcd-4675-4862-adc6-ff399dafe3e0.html.) The German Government is working hard on finding a coalition of Muslims, whom they could grant this same status to, but are having dificulties bringing enough Muslims together with a clear loyalty to the constitutional foundations of the state.

„Separation of Church and State“ is sometimes confused in the German context with the separatist movement within evangelical denominations, which reflects the view that only the „exclusive“ Church, which separates itself from the „world“ can be considered the true Church.  Examples of this separatist standpoint can be found in certain Baptist or congregationalist Churches, which don’t even recognize co-religionsts of other Denominations as truly born-again


The Evangelical Alliance of Germany brings all evangelical elements of all the Churches with no such exclusive claims in a loose fellowship based on mutual respect together.

It is interesting to note that there are easily as many true followers of Christ in the evangelical Lutheran Church of WĂŒrttemberg alone (just one of the some 20 regional Churches of Germany) as there are even nominal Baptists in all of Germany (ca. 82,000). The baptist Churches – as do all other denominations – have their fair share of members who do not actively follow Christ or even participate in Church activities.

The pietist movement within the „Peoples Church“ of Germany has traditionally taken the stand that we need to be salt and light within our own church and should not leave it until we are compelled to by excommunication. That is slowly changing, mostly due to the intransigence of the church leadership in matters relating to liberalization of doctrine (homosexuality, universal grace etc.) and modernization of the liturgy (the latter is often only a petty excuse for other dissatisfaction).

More people come to a living faith in Christ and a life in discipleship in Germany each year in the peoples‘ churches than in all „free churches“ put together – there is just in general an inherent unwillingness on the part of separatists to accept that fact.

The German Evangelical Alliance combines born again followers of Christ from all of the region churches and all other non-heretic protestant denominations in Germany. On this level there is no controversy as to which church a believer must attend.

Within the DEA/GEA the free denominations are keen to have the respectability and acceptance of members of the regional churches in leadership positions within the GEA.

† v. Wikipedia:

In Deutschland besteht kraft Verfassungsrecht (Art. 137 der Weimarer Reichsverfassung) keine Staatskirche. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und des bisherigen Systems von Staatskirchen regelte die Weimarer Nationalversammlung 1919 in der Weimarer Reichsverfassung das VerhĂ€ltnis von Kirchen und Staat neu
 In Deutschland ist das VerhĂ€ltnis von Kirchen bzw. Religionsgemeinschaften und Staat daher partnerschaftlich. Es gibt Konkordate und andere StaatskirchenvertrĂ€ge. Die weltanschauliche NeutralitĂ€t des Staates, der sich mit keiner Religionsgemeinschaft identifizieren darf, lĂ€sst „gemeinsame Angelegenheiten“ (res mixtae) entstehen. So dĂŒrfen etwa die Gemeinschaften mit „Körperschaftsstatus“ Kirchensteuer (im Falle der jĂŒdischen Gemeinden abweichend Kultussteuer genannt) erheben. In der Praxis wird diese Steuer in den meisten FĂ€llen von den staatlichen Finanzbehörden im Auftrag der Kirchen gegen Kostenersatz eingezogen sowie bei abhĂ€ngig BeschĂ€ftigten als Quellensteuer durch die Arbeitgeber abgefĂŒhrt. (Wikipedia contributors. „Trennung von Kirche und Staat“. Wikipedia. Wikimedia Foundation, Inc., Juli 20, 2012. http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Trennung_von_Kirche_und_Staat&oldid=104642647.)