Archiv der Kategorie: Jesus

Wer ist Jesus? An Jesus scheiden sich die Geister!

Hofacker Abendbibelschule II 2018 (Lustnau, 05.11.18 – 10.11.18)

Hier die Folien 

Mo.,05.11.18:  Jesus – die ErfĂŒllung der Hoffnungen und Verheißungen Israels

Audiofile (mp3)

Di., 06.11.18:  Der neue Mose – Der Mittler eines neuen Bundes

Audiofile (mp3)

Mi., 07.11.18: Jesus, der Mensch, u. Jesus, der Sohn Gottes nach den Evangelien

Audiofile (mp3)

Do., 08.11.18:   Christus Jesus – Jesus bei Paulus

Aufnahme leider misslungen 

Fr., 09.11.18:  Der erhöhte und wiederkehrende Herr

Audiofile (mp3)

Muslime verstehen – den eigenen Glauben verstĂ€ndlich machen

Seminar auf dem Integrationskongress in SchwĂ€bisch GmĂŒnd (Schönblick)

Hier die PrĂ€sentation, die man in einem neuen Tab oder Fenster öffnen kann und hier das Audio dazu abspielen. Durch die Prezi klicken muss man selber 🙂 – aber es ergibt sich ja aus dem Zusammenhang…

Prezi-PrÀsentation 1. Teil (Muslime Verstehen)

Prezi-PrÀsentation 2. Teil (Den eigenen Glauben verstÀndlich machen)

 

Audio zur 2. Einheit:

Audio zur 1. Einheit:

 

„Das Reich Gottes und die Umma – worauf hoffen Christen und Muslime“

(Ein Anspiel des Kreativteams MItttendrin-Gottesdienst Marbach geht voraus:

Wettlauf zum Paradies

Personen:

Moderator/ Schiedsrichter, 2 Engel, 3 Sportler und eine 4. Sportlerin.

Moderator:    Meine Damen und Herren ich darf sie herzlich zu unserem heutigen Wettlauf

zum Paradies begrĂŒĂŸen.

An der Starlinie sind schon unsere 3 Konkurrentinnen, die sich bereit machen.

Ganz rechts sehen sie Yasemin (Zeit zum Winken und vorstellen lassen)


in der Mitte ist Hanna (Zeit lassen, wie oben)


und ganz links ist Bella angetreten (wie oben)…

Alle Sportlerinnen sind hochkonzentriert und bereit ich bitte sie ganz still zu

bleiben, dass sie nicht gestört werden.

 

Wir beginnen jetzt mit den Fragen:

Wer von Euch hat zu Lebzeiten etwas gespendet?

 

Yasemin:       Ich, ich habe fĂŒr den roten Halbmond gespendet.

 

Hanna:                       Ich habe auch etwas gespendet, nĂ€mlich fĂŒr Brot fĂŒr die Welt.

 

Bella:             Ich habe immer ganz viel Greenpeace gegeben.

 

Moderator:    Respekt meine Damen. Jede von euch darf einen großen Schritt Richtung Paradies machen.

 

Kommen wir zu unserer nÀchsten Frage: Wer hat eine Pilgerfahrt unternommen?

 

Yasemin:       Ich bin mit meinen Eltern nach Mekka gefahren.

 

Hanna:                       Ich war auf dem Jakobsweg, habe ihn aber abgebrochen.

 

Bella:             Auf meinen Wanderungen durch die Natur habe ich immer wieder den Jakobsweg gekreuzt, gilt das auch?

 

Moderator:    (Er wÀgt ein bisschen ab) na gut, ich will ja nicht so sein, jede von euch darf noch einen Schritt vor.

Damit haben wir bis jetzt einen Gleichstand erreicht.

 

Bei der nÀchste Frage will ich von euch wissen: Wer hat gefastet?

 

Hanna:           Ich, ich, ich. Ich habe jedes Jahr 7 Wochen ohne gemacht.

 

Yasemin:       SelbstverstÀndlich habe ich immer den Ramadan eingehalten.

 

Bella:             (zögert)
 Ă€hm
 also ich bin Veganer.

 

Moderator:    Naja, ich weiß von ein paar Mogeleien, ich kann euch hier nicht weiter gehen lassen.

 

Kommen wir zur nÀchsten Frage: Wer hat gebetet

 

Yasemin:       SelbstverstÀndlich habe ich immer meine 5 Gebetszeiten eingehalten.

 

Hanna:           Ich habe auch jeden Tag gebetet:

 

Bella:             Ich habe noch nie gebetet, habe aber jeden schönen Sonnenuntergang bestaunt und bewundert.

 

Moderator:    Okay, okay, alle einen Schritt vor.

 

NĂ€chste Frage: Wer ist regelmĂ€ĂŸig in den GD gegangen?

 

Hanna:           Ich bin jeden Sonntag in die Kirche gegangen,
 fast jeden Sonntag, 
also einmal im Monat.

 

Yasemin:       Ich war jeden Freitag in der Moschee.

 

Bella:                         Ich war viel in der Natur draußen, habe sie rĂŒcksichtvoll und pfleglich behandelt, halt Mutter Erde geehrt.

 

Von hinten kommt der 4. Sportler und quetscht sich durch die anderen durch. Diese sind empört und rufen:

 

Yasemin:       Heh, was soll das?

 

Bella:             Hinten anstellen!

 

Hanna:           Oder hast du etwa viel gespendet?

 

  1. Person: Nein, ich hatte ja kaum was


 

Yasemin:       Hast du etwa mehrere Pilgerfahrten gemacht oder wie verrĂŒckt gefastet?

 

  1. Person: Nnnnein?!(unsicher)

 

Hanna:           Hast du viel gebetet?

 

  1. Person: Etwas schon (noch unsicherer).

 

Bella:             Wieso ĂŒberholst du uns dann?

 

  1. Person: Ich habe eine Eintrittskarte geschenkt bekommen.

 

Sie sucht ihre Taschen ab und holt eine verknitterte Eintrittskarte aus der Hosentasche zeigt sie den Anderen und marschiert zum Paradies.)

 

Ansprache (narrative Predigt):

Yasemin, Hanna und Bella, drei Menschen, drei Einstellungen…

 

Die Geschichte hört hier nicht auf. Das GesprÀch geht weiter:

 

Bella als wohlwollender, gewissenhafter, moderner Mensch will paradiesische ZustĂ€nde wie die anderen Auch, aber sie sucht sie innenweltlich durch gutes, gewissenhaftes Handeln herbeizufĂŒhren. Sie glaubt vielleicht an eine höhere Macht – man kann es schließlich nicht ausschließen, dass es eine solche gibt
 Ihretwegen darf man diese auch „Gott“ nennen, solange man das nicht so eng, nĂ€mlich als Person sieht
 Von Himmel und Hölle im Jenseits hĂ€lt Bella nichts. Deshalb ist jeder schritt vorwĂ€rts in Richtung mehr Gleichheit, Gerechtigkeit und Minderung des Leids nicht nur ein Schritt in die richtige Richtung, es ist eigentlich alles, worauf sie hoffen kann.

 

Hanna hingegen will schon eine bessere Welt, aber sie kann es nicht glauben, dass das Heil der Menschen nur von unseren menschlichen Anstrengungen abhĂ€ngt. Sie glaubt fest daran, dass Gott diese Welt anders geschaffen hat als sie jetzt ist. Schon in der Kinderkirche hat sie von der Vertreibung der Menschen aus dem Paradies gehört. Sie weiß, dass die SĂŒnde unsere Welt immer noch kaputt macht. (Damit könnte Bella etwas anfangen, wenn sie statt von SĂŒnde zu reden, nur Ungerechtigkeit anprangern wĂŒrde. Yasemin, ihrerseits wĂŒrde lieber die Schuld auf die „UnglĂ€ubigen“ schieben, wie ihr Onkel der Imam das erklĂ€rt: „Schaff die UnglĂ€ubigen ab und schon ist der Kittel geflickt! Der Mensch kann nĂ€mlich der SĂŒnde widerstehen, wenn er nur rechtglĂ€ubig ist und sich so verhĂ€lt – zumindest was die „schweren SĂŒnden“ betrifft
) Aber zurĂŒck zu Hanna. Sie hat einmal in einer eindrĂŒcklichen Predigt gehört, wie aus dem 2. Petrusbrief zitiert wurde; (2Pet 3,13) „Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt.“ Wenn sie damals nachgefragt hĂ€tte, hĂ€tte der Pfarrer ihr auch die Stelle aus der Offenbarung zitiert: (Off 21,1) „Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr
“   Sie musste auch manchmal daran denken, wie Jesus (der im Himmel auf dem Thron sitzt) gesagt hatte : „Siehe, ich mache alles neu!“. Sie war sich nur nicht ganz im Klaren, wie es einer in diese neue Welt hineinschafft
 Irgendwie hat sie das GefĂŒhl nicht los gelassen, dass sie etwas dafĂŒr tun muss.

 

Yasemin war mit ihr in dem Punkt ganz einig, auch wenn sich nichts von einem „neuen Himmel“ und einer „neuen Erde“ wusste. Vielleicht war das nur UnglĂ€ubigen-Speak fĂŒr das Paradies. Immerhin gingen die Vorstellungen ĂŒber die Anzahl der ParadiesgĂ€rten auch im Islam auseinander: Der Koran (➝ 55,46 und ➝55,62) erwĂ€hnt jeweils zwei GĂ€rten bzw. zwei DoppelgĂ€rten. die Hadith hingegen wollen sogar von sieben oder auch von acht GĂ€rten wissen. Hat das vielleicht etwas mit den 7 Himmeln zu tun?

Auf jeden Fall wusste sie von ihrem Onkel was in Sure 3. Die Sippe ‚Imrans 133 ff steht:

 

„Und wetteifert nach Vergebung von eurem Herrn und (nach) einem Garten, der (in seiner Ausdehnung) so weit ist wie Himmel und Erde, und der fĂŒr die GottesfĂŒrchtigen bereitsteht, |134 (diejenigen) die Spenden geben, ob es (ihnen) gut oder schlecht geht, und die (wenn sie jemandem grollen) den Groll unterdrĂŒcken und den Menschen gegenĂŒber Nachsicht ĂŒben! Gott liebt die Rechtschaffenen. |135 Diejenigen, die, wenn sie etwas Abscheuliches getan oder (durch sĂŒndigen Lebenswandel) gegen sich selber gefrevelt haben, Gottes gedenken und (ihn) um Vergebung fĂŒr ihre Schuld bitten – und wer könnte (den Menschen ihre) Schuld vergeben, außer Gott? – und (die) in dem, was sie (an SĂŒnde) getan haben, nicht beharren, wo sie doch wissen (daß es SĂŒnde ist), |136 deren Lohn besteht in Vergebung von ihrem Herrn und in GĂ€rten, in deren BĂ€che fließen, und in denen sie (ewig) weilen werden. Welch trefflicher Lohn fĂŒr die, die (im Guten) tĂ€tig sind!“

 

Da war sie ganz bei Hanna: Um in Gottes Paradies oder Paradiese – wie auch immer – hineinzukommen muss man gehörig was leisten. Erst dann gab es Zutritt zu den paradiesischen ZustĂ€nden: „Da fließen BĂ€chen von Wasser, Milch, Wein und Honig (vgl. ➝ 14,23; ➝ 47,15), da gibt es FrĂŒchte aller Art (vgl. ➝ 13,35; ➝ 36,57; ➝ 37,42); auch Fleisch (➝ 52,22), insbesondere »Fleisch von GeflĂŒgel von dem, was sie (die Menschen) begehren« (➝ 56,21)
 In silbernen GefĂ€ĂŸen (➝ 76,15), KrĂŒgen (➝ 56,18), Humpen (➝ 76,15; ➝ 56,18; ➝ 88,14) und randvoll gefĂŒllten Bechern (➝ 78,34; ➝ 52,23; ➝ 76,5. 17) wird den Seligen Wein serviert, jenes im irdischen Leben verbotene GetrĂ€nk ➝ 5,90. Kostbare GewĂ€nder, Armringe aus Gold (➝ 18,31), Silber (➝ 76,21) und Perlen (➝22,23; ➝ 35,33) schmĂŒcken die Paradiesbewohner.

Auf gepolsterten, goldbesetzten und mit Brokat gefĂŒtterten Teppichen, Sesseln und Betten können sie sich entspannen und ausruhen (vgl. ➝ 88,13; ➝ 56,15; ➝18,31; ➝ 38,51 u.ö.). Ihr Umgang mit den anmutig aussehenden Paradiesjungfrauen (vgl. ➝ 55,58 u.ö.) und den Huris, jungen Paradiesknaben 
 als Mundschenk (vgl. ➝ 56,15-18)“ (LdIslam Bd. 3, 610f – das ist allerdings im Islam umstritten, ob Knaben oder Zwitter oder Jungfrauen…) soll die GlĂ€ubigen fĂŒr ihre Entbehrungen im Diesseits mehr als entschĂ€digen
 Was sie als Frau daran besonders reizen sollte, war ihr schon immer nicht ganz klar
 Ihre Tante sagte, „Na ist doch klar! Endlich haben wir unsere Ruhe! … Nicht einmal Wasser holen und Kochen mĂŒssen wir mehr!“ Das mit dem Wasserholen schien ihr ein wenig weit hergeholt zu sein, aber selbst ihr recht aufgeschlossener, liberale Onkel verwendete in seinen Khutbah-Predigten Freitags in der Moschee Beispiele aus der Zeit Mohammeds. Wie viel Kamelen sei eine Frau wert, wenn z.B. Ihre Ehre beschĂ€digt wirt
 Es war alles so schwierig. Einer ihrer ehemaligen MitschĂŒler, der in eine strengglĂ€ubigere Moschee ging hatte ihr mal ins Gesicht gesagt: „Als Frau hast Du sowieso keine Seele und kommst nicht in die allgemeine Auferstehung am Ende der Tage, geschweige denn ins Paradies!“

 

Bella war immer röter im Gesicht geworden und konnte kaum an sich halten: „Also – ich bin ein toleranter Mensch und so, aber das geht mir entschieden zu weit! Wo bleibt da die Gleichberechtigung? Frauen hĂ€tten keine Seele?? In meiner Erfahrung verhĂ€lt sich das eher umgekehrt. Da kenn ich eine ganze Rehe von seelenlosen MĂ€nnern!! Und wenn es Paradiesjungfrauen und Lustknaben fĂŒr die MĂ€nner gibt – hallo?!! Ach, was solls! Freien Sex haben wir eh schon lange erreicht. Diese ekligen Fantasien von alten MĂ€nnern mit all den Huris und Co!“

 

Der „Dialog“ schien – gelinde gesagt – gefĂ€hrdet, zumal Hanna EIN SCHRITT IN DIE RICHTUNG VON BELLA gegangen war. Ihr ganze Körpersprache sagte, dass sie eher auf Hannas Seite stand – mit Ausnahme von der Sache mit dem freien Sex, versteht sich.

 

Yasemin ging in Verteidigungsmodus, nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“: „Ihr Christen sind die Dekadenten! Schaut Euch nur um! All die Pornographie, freien Sex, Ehebruch, Saufen, Schweinefleisch fressen – pfui Teufel!“

 

Bella machte auf dem Absatz kehrt und stĂŒrmte in Rage davon. Nur Wortfetzen waren zu hören als sie sich immer weiter entfernte – borniert — ewiggestrig – frauenfeindlich – 


 

Hanna und Yasemin schauten sich an. Was jetzt? So vieles die beiden einte: Sie glaubten an Gott, sie glaubten an die Auferstehung, sie glaubten an das Gericht 
 Es war doch etwas wie eine Kluft zwischen den beiden. Was vor dem Tod sein soll und was nach dem Tod und der Auferstehung kommen soll, darin waren sich die beiden nun wirklich nicht einig!

 

Plötzlich hörten sie wie einer hinter ihnen sich rĂ€usperte. Ach! Der vierte Sportler stand immer noch da! Er hatte alles mitgekriegt und jetzt sah aus als wollte er etwas sagen 


 

Der 4: „Ganz schön viel Sprengstoff was?“ Gott sei Dank habe ich in diesen Fragen Klarheit gefunden!

 

Die Zwei: Wie das? Ja – genau!

 

Tja, – Wie heißt ihr beiden noch mal gleich? Hanna und Yasemin.

 

Hanna, als ich zehn Jahre war betete ich jeden Abend vorm ins Bett gehen: „Lieber Gott, lass mich nicht in die Hölle kommen!“ Das hat mich damals richtig bewegt. Ich hatte schon lang Jesus in mein Leben gebeten, ihn um die Vergebung meiner SĂŒnden gebeten, aber ich halte das unsichere GefĂŒhl, es wĂŒrde doch von mir und meinen Taten abhĂ€ngen, dass Gott letztlich mir alles vergibt und zu sich in den Himmel nimmt wenn das Leben hier auf Erden vorbei ist. Das dauerte vielleicht einen oder zwei Monate – irgendwann konnte ich das annehmen, was mir von meinen Eltern und in der Gemeinde gesagt wurde: „es kommt nicht darauf an, was du tust oder getan hast, es kommt darauf an das Jesus am Kreuz fĂŒr dich bezahlt hat und dir das Leben und die FĂŒlle schenken will! Du kannst das Geschenk seine Liebe und seiner Vergebung einfach annehmen“. Das war so befreiend fĂŒr mich zu begreifen und erfahren, dass ein anderer nĂ€mlich Jesus fĂŒr mich all meine SĂŒndenschuld beglichen hat, dass er sein Leben hingelegt hat, damit ich sein Leben haben kann. Es wurde mit vielen Beispielen belegt, zum Beispiel die Geschichte von dem katholischen Pater im Konzentrationslager, der selber vor getreten ist als der Name eines jungen Familienvaters zur Hinrichtung ausgerufen wurde.

Leider begreift es nicht jeder, der sich Christ nennt, dass es nicht die guten Werke sind, die uns retten. Im Römerbrief sagte der Apostel Paulus, Dass der gerechte Lohn fĂŒr unsere SĂŒnden der Tod sei, aber das Gott es nicht bei der gerechten Belohnung belĂ€sst, sondern als freie Gabe durch Jesus Christus das ewige Leben schenkt, und zwar allen fĂŒr die ER der Herr ihres Lebens ist.

 

Und Yasemin, Ich kenne auch deine Situation! Ich habe fast zehn Jahre lang in einem islamischen Land gelebt und das hautnah mitgekriegt, wie verunsichert die Menschen sind. Sie wollen das Gute, sie wollen Gott dienen, manche von ihnen beten tatsĂ€chlich die fĂŒnf rituellen Gebete jeden Tag und verbringen dabei mindestens 2 Stunden ihrer Zeit. Sie halten die Fastenvorschriften im Monat Ramadan penibelst ein, sie geben Almosen in Höhe von 2,5 % ihres Einkommens als Armensteuer, sie machen die Pilgerfahrt nach Mekka und lassen es sich viel Geld kosten. Und dennoch kennen sie nicht sicher sein, wo sie bei Gott dran sind. Wird Allah, der ja bekanntlich barmherzig ist, auch ihnen barmherzig sein? Wie können Sie das wissen? Selbst fĂŒr Mohammed und seine Familie beten die Frommen im Anschluss an jedem Gebet beten die GlĂ€ubigen – und zwar fĂŒr ihr Seelenheil!

Dann gibt es die stĂ€ndige Drohung mit der Hölle 
 Im Koran wird mit Höllenqualen den unglĂ€ubigen, abtrĂŒnnigen ungehorsamen Menschen ĂŒber 150 mal gedroht
 Aber wenn von Gottes Gnade die Rede ist, dann heißt es meistens „vielleicht wird er (euch) gnĂ€dig sein“.

 

Menschen, die vom Islam zum Christentum konvertiert sind und Jesus als Herrn ihres Lebens erkannt und anerkannt haben berichten immer wieder was das fĂŒr ein Riesenunterschied ist, im Kopf zu wissen und im Herzen die Gewissheit zu haben, dass ich in der Ewigkeit nicht verloren sein werde, sondern dass die Beziehung die ich durch Christus zu Gott in diesem Leben bereits bekommen habe ĂŒber den Tod hinaus bestehen bleiben wird.

Jesus hat seinen JĂŒngern gesagt: (Joh 14,1) Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! 2 In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn’s nicht so wĂ€re, hĂ€tte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die StĂ€tte zu bereiten? 3 Und wenn ich hingehe, euch die StĂ€tte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin. 4 Und wo ich hingehe, den Weg wisst ihr.

 

So wie es die Bibel erzĂ€hlt, wird es nie Himmel auf dieser Erde geben. Auch wenn wir uns noch so anstrengen, wir Menschen kriegen das nicht hin, das Reich Gottes in dieser Welt zur Vollendung zu bringen. Wir werden es auch nicht halbwegs schaffen
 Dazu fehlen die Voraussetzungen. Die ganze Schöpfung liegt unter dem Fluch der SĂŒnde. Wie die einzelnen Menschen, die die Erlösung in ihrem Leben durch Jesus Christus erfahren, muss auch die ganze Schöpfung erneuert werden.

FĂŒr die Bibel wird es einen neuen Himmel und eine neue Erde geben, in denen es die SĂŒnde und deren Folgen nicht geben wird. Jesus macht alles neu. Das Reich Gottes ist inwendig in den GlĂ€ubigen, aber greifbar erst nach dem Gericht an die Welt und nach der Neuschöpfung des Alls. (Himmel und Erde werden vergehen.. Siehe, ich mache alles neu ).

 

Ich weiß Yasemin – fĂŒr den Koran bleibt die Erde ewig bestehen. Das Gericht betrifft nur jeden einzelnen Menschen.  Nach dem Tod kommen Menschen am jĂŒngsten Tag am „youm al qiyyama“ ins Gericht und von dort teilweise ĂŒber einen Zwischenstand, den ihr a’raf nennt, entweder ins Paradies oder in die Hölle.

 

In zahlreichen bildhaften

Ausmalungen beschreiben Koran und Tradition ein-

dringlich und ausfĂŒhrlich, welche Qualen die zur

Hölle verdammten Menschen zu erleiden und auszu-

halten haben: loderndes Feuer, dessen »Brennstoff die

Verdammten sind (➝ 3,10; ➝ 85,5; ➝ 104,4-9; ➝

72,15; ➝ 2,24), dessen Hitze nichts verschont (➝

74,28) und die nie nachlĂ€ĂŸt (➝ 17,97); Speisen und

GetrĂ€nke »wie geschmolzenes Erz«, »wie das heiße

Wasser« (➝ 44,43 ff, vgl. ➝ 37,64-66; ➝ 88,5; ➝

38,58 u.ö. ); KleidungsstĂŒcke, siedend heiß, aus flĂŒs-

sigem Kupfer und aus Teer (vgl. 22,19-20); Marter-

werkzeuge wie Fesseln, Ketten und Eisenstöcke

(40,71-72; |➝ 22,21 u.ö. ). Auch eisige KĂ€lte wird als

Peinigungsmittel genannt.

Was die Dauer der Höllenqualen betrifft, so betont

der Koran wiederholt, daß sie kein Ende nehmen wer-

den (➝ 33,64-65; ➝ 43,74; ➝ 41,28; 58,27; ➝

2,39. 257; ➝ 3,116; ➝ 9,68; ➝ 11,106-107).

LdIslam Bd. 2, 364

 

Aber das Leben auf der Erde geht ewig weiter fĂŒr euch


Jesus kommt auf die Erde wieder um den „Antichristen“, den Daddschāl im Krieg zu vernichten. Dann wird er heiraten, Kinder zeugen und sterben. Das Reich Gottes ist fĂŒr den Islam das „Haus des Islam“, die Allah unterworfene Erde. Dort, wo alle Menschen Allah unterworfen sind, ist das „Reich Gottes“ (Maududi)

 

Die SchlĂŒsselfrage ist, wie sehen Christen und Muslime die SĂŒnde und deren Folgen – darum gibt es im Islam keine Erlösung


 

 

Liebe Gemeinde, ich weiß nicht was Hanna und ihre Freundin Yasemin aus dem GesprĂ€ch schlussendlich an Konsequenzen fĂŒr sich und ihr Leben gezogen haben. Aber dass ist auch nicht entscheidend. Entscheidend ist, was du daraus machst!

Amen

 

NACHFOLGE JESU – IM ERNST!

 

Vom Ernst der Nachfolge Lk 9,23-26

hier die Audiodatei:

 

Klicken Sie hier, um die Prezi – PrĂ€sentation zu folgen

 

 

Vom Ernst der Nachfolge Lk 9,23-26

Baptistengemeinde Trossingen 28.5.2017

Lk 9,23-26 Vom Ernst der Nachfolge

23 Da sprach er zu ihnen allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich tĂ€glich und folge mir nach. 24 Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s erhalten.  

25 Denn welchen Nutzen hÀtte der Mensch, wenn er die ganze Welt gewönne und verlöre sich selbst oder nÀhme Schaden an sich selbst?

26 Wer sich aber meiner und meiner Worte schÀmt, dessen wird sich der Menschensohn auch schÀmen, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und der des Vaters und der heiligen Engel.

Manfred Seitz:  Erster Schritt ist, die Betroffenheit festzuhalten!

Meine persönliche Betroffenheit: Bin ich MitlÀufer oder Nachfolger?

Das ist die Frage, die Jesus mit diesem Text an uns zunÀchst stellt.

1.) laufe ich mit, oder folge ich nach?

Das Wort “MitlĂ€ufer” hat bei uns einen schlechten Klang. MitlĂ€ufer haben einen schlechten Ruf. MitlĂ€ufer haben kein RĂŒckgrat, wissen nicht was sie wollen, können sich nicht entscheiden… Ich möchte das hinterfragen. Immerhin ist es so, dass nicht jeder mitgelaufen ist, damals als Jesus in die Nachfolge einlud!

Mit zu laufen ist nicht jeder bereit… Auch das Mitlaufen verlangt eine bewusste Entscheidung. Interessiert mich das? Lass ich mich darauf ein? Bin ich bereit, zu zu hören? Mitten drin statt nur dabei? Geht es darum? Wir haben uns damit abgefunden, dass wir weithin eine MitlĂ€uferkirche geworden sind. Oh ja, wir sind dabei, wir wollen auf Jesus hören – wollen auch die Gemeinschaft mit ihm und miteinander nicht missen, aber Jesus ist das zu wenig…

Lk 14 25 Es ging aber eine große Menge mit ihm; und er wandte sich um und sprach zu ihnen:

26 Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, BrĂŒder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein JĂŒnger sein. 27 Und wer nicht sein Kreuz trĂ€gt und mir nachfolgt, der kann nicht mein JĂŒnger sein.

Viele Menschen sind Jesus nachgelaufen. Die Speisung der FĂŒnftausend. Die Speisung der Viertausend


Viele Menschen sind auch mitgelaufen. Darunter waren Leute wie der reiche JĂŒngling, der sogar nachfolgen wollte, aber den Preis der Nachfolge nicht bezahlen wollte


Jugendfreund, der sich wieder von Jesus lossagte


In unserem Abschnitt aus Lk 9 wird es deutlich: Jesus will Nachfolger, nicht MitlÀufer!

Wer Jesus nachfolgen will, muss es mit dem Kreuz aufnehmen – er muss sein Kreuz tĂ€glich auf sich nehmen!

Was heißt das? (Kreuzigungsvorgang – patibulum auf den Axeln tragen – ein Strich durch das Leben – Ausschluss aus der Gesellschaft)

Wer Jesus nachfolgen will, muss ganz und gar ihm gehören. Das bedeutet nichts anderes, als dass die Welt auf mich keinen Anspruch mehr hat – und ich nicht auf die Welt. Wir sind in der Welt, aber nicht von der Welt. Wir ecken an. Der Anspruch Jesu eckt an!

Jesus hat nicht dazu aufgefordert, einer Kirche bei zu treten. Er rief in die Nachfolge!

Alfred Loisy sagte: Jesus kĂŒndigte das Reich Gottes an und es ist die Kirche, die gekommen ist. („JĂ©sus annonçait le Royaume et c’est l’Église qui est venue“: Loisy 1902)

Zu welchem Reich gehöre ich?

Bin ich MitlÀufer in der Gemeinde oder Nachfolger Jesu Christi?

An Jesus scheiden sich die Geister.

Du kannst nur fĂŒr Jesus oder gegen ihn sein – In unzĂ€hligen Entscheidungen jeden Tag entscheiden wir uns fĂŒr oder gegen Jesus – wie wir auf eine schnippische Bemerkung reagieren, was wir denken und sagen, wie wir mit Gottes guten Gaben haushalten…

2.) Der Preis der Nachfolge

Diese Thema ist zentral. Das Lukasevangelium kommt immer wieder darauf zurĂŒck (aber auch die anderen Evangelien!). Der große Kontext:

{Lk 12,16- 21 (20f) Der reiche Kornbauer

16 Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, dessen Feld hatte gut getragen. 17 Und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe nichts, wohin ich meine FrĂŒchte sammle. 18 Und sprach: Das will ich tun: ich will meine Scheunen abbrechen und grĂ¶ĂŸere bauen, und will darin sammeln all mein Korn und meine VorrĂ€te 19  und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat fĂŒr viele Jahre; habe nun Ruhe, iß, trink und habe guten Mut!

20 Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehÀuft hast? 21 So geht es dem, der sich SchÀtze sammelt und ist nicht reich bei Gott. }

Die Trennung zwischen JĂŒnger Jesu und Welt greift bis in die Kernfamilie hinein:

Lk 12,51-53 Meint ihr, daß ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage: Nein, sondern Zwietracht. 52 Denn von nun an werden fĂŒnf in einem Hause uneins sein, drei gegen zwei und zwei gegen drei. 53 Es wird der Vater gegen den Sohn sein und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen die Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

Wer sich fĂŒr Jesus entscheidet, entscheidet sich gegen die Welt. Wer das Leben im Sinne der Welt sucht (Ruhm, Reichtum, Macht, Sicherheit), wird das ewige Leben nicht darin finden können! Der Gedanke aus unserem Text (Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s erhalten.

25 Denn welchen Nutzen hÀtte der Mensch, wenn er die ganze Welt gewönne und verlöre sich selbst oder nÀhme Schaden an sich selbst?) wird Lk 17,33 wiederholt  Wer sein Leben zu erhalten sucht, der wird es verlieren; und wer es verlieren wird, der wird es gewinnen. 

hassen und lieben

prioritÀten setzen

sich fĂŒr einen oder den anderen entscheiden.

sein Kreuz tragen

die Kosten ĂŒberschlagen

loslassen und lossagen

frei sein fĂŒr Jesus

(Feuer/EntfĂŒhrung) wir definieren uns von dem her, was wir haben – bzw. Meinen zu haben…

Ich will Ihnen erzĂ€hlen vom erfolgreichen Rechtsanwalt, der die Aufforderung Jesu an den reichen JĂŒngling zu Herzen nahm. Das Zeugnis, das er gab, hat mich tief beeindruckt. Ich war damals 15 Jahre alt, es war die erste Freizeit, auf die ich alleine gegangen war, ohne irgendwelche Freunde oder Familie. Die Freizeit war auf einer Insel vor Vancouver Island. Ich weiß nicht mehr wie ich hingekommen oder wie ich nach hause gekommen bin. Ich weiß auch sonst nicht was wir dort gemacht haben – außer meinem ersten Kuss ;-), aber diese eine Veranstaltung habe ich habe ich immer noch vor mir: Wir sind an die 300 Jugendliche in einem großen, rustikalen Saal und warten auf den Redner. Seine Termine seien so eng, dass er mit einem WassertrĂ€gerflugzeug reingeflogen wird. Wir singen, es gibt Anspiele – und dann hören wir das Dröhnen des Flugzeugmotors, das immer lauter wird. Durch die großen Fensterscheiben sehen wir, wie das Flugzeug an der Bootsanlegestelle andockt und unser Redner aussteigt. Er wird direkt auf die BĂŒhne gefĂŒhrt – er hat nur eine Stunde Zeit, aber er will uns unbedingt erzĂ€hlen, was sein Leben verĂ€ndert hat.

Er ist eine eher unscheinbare Gestalt im kurzĂ€rmligen Hemd und schwarzer Buntfalthose. Aber unsere Aufmerksamkeit hat er sofort. Er erzĂ€hlt aus seinem Leben, wie er als Junger Rechtsanwalt seine Bibel gelesen hatte – die Geschichte vom reichen JĂŒngling. Da wurde ihm sofort klar: “Du bist gemeint! Du sollst all deine Habe verkaufen und es den Armen geben. Dein Leben soll mir gehören!” So klang die Stimme Gottes in seinem Herzen. Er erzĂ€hlte das seiner Frau. Erstaunlicherweise ließ sie sich darauf ein – obwohl sie ein Baby hatten. So beschlossen sie, das Haus mit allem was drin war – auch in der Garage – zu verkaufen und es den Armen zu geben. Sie behielten lediglich den Kinderwagen und WĂ€schewechsel fĂŒr das Kind – und beim Verlassen des Hauses sah die Frau noch ihr ErbstĂŒck, eine Vase von der Uroma, im Regal stehen. Sie steckte die Vase in den Kinderwagen und sie gingen in ein Motel.

Aber alles kam anders als erwartet. Statt in einen geistlichen Dienst gefĂŒhrt zu werden, konnte der Mann sich vor Mandanten nicht mehr retten. Rechtsstreitigkeiten mit hohem Streitwert machten ihn binnen kĂŒrzester Zeit noch viel reicher als er es zuvor gewesen war (man denke an Hiob). Die beiden begriffen, dass Gott sie in dem Beruf gebrauchen wollte – aber als solche, die nicht von ihrem Besitz abhĂ€ngig waren.

Es waren die flower-power Jahre der frĂŒhern Sechziger. Junge Menschen suchten nach alternativen Lebensstilen. Die Hippies fielen ĂŒberall auf. Das Ehepaar kaufte ein großes Haus,

aber alles als Gottes Gabe und Gottes Eigentum betrachtete und den Hippies die TĂŒren offen hielt. Es waren immer welche da, die auf den Sofas oder dem mit dickem  Nichts wurde in all den Jahren gestohlen  außer der Vase!

3.) Der Lohn der Nachfolge

Nur durch Nachfolge komme ich ins Ziel

wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s erhalten

Lk 18,28-30 Der Lohn der Nachfolge

28 Da sprach Petrus: Siehe, wir haben, was wir hatten, verlassen und sind dir nachgefolgt. 29 Er aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Frau oder BrĂŒder oder Eltern oder Kinder verlĂ€sst um des Reiches Gottes willen, 30 der es nicht vielfach wieder empfange in dieser Zeit und in der zukĂŒnftigen Welt das ewige Leben.

{Matt 6,33 Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.}

Wer nicht bereit ist, Jesus Christus ĂŒber Vater, Mutter, Frau oder Mann und Kinder zu stellen, wird nicht erfahren, was es heißt, vom Himmlischen Vater getragen zu werden und hundertfache Geschwister im Glauben zu bekommen.

„Wer die Sicherheit des Flugzeugs nicht hinter sich lĂ€sst, kann nicht erfahren, dass ein Fallschirm trĂ€gt
“

noch mal:

Lk 9,23-26 Da sprach er zu ihnen allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich tĂ€glich und folge mir nach. 24 Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s erhalten.  

25 Denn welchen Nutzen hÀtte der Mensch, wenn er die ganze Welt gewönne und verlöre sich selbst oder nÀhme Schaden an sich selbst?

26 Wer sich aber meiner und meiner Worte schÀmt, dessen wird sich der Menschensohn auch schÀmen, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und der des Vaters und der heiligen Engel.

In Jesu Fussstapfen gehen – wwjd

Uns Jesu Christi nicht schĂ€men – Paulus!

pers. Zeugnis

PrioritÀten setzen.

Das Kreuz (tÀglich) auf sich nehmen!

SL Lk 14 25-33

25 Es ging aber eine große Menge mit ihm; und er wandte sich um und sprach zu ihnen:

26 Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, BrĂŒder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein JĂŒnger sein. 27 Und wer nicht sein Kreuz trĂ€gt und mir nachfolgt, der kann nicht mein JĂŒnger sein. 

28 Denn wer ist unter euch, der einen Turm bauen will und setzt sich nicht zuvor hin und ĂŒberschlĂ€gt die Kosten, ob er genug habe, um es auszufĂŒhren,  29 damit nicht, wenn er den Grund gelegt hat und kann’s nicht ausfĂŒhren, alle, die es sehen, anfangen, ĂŒber ihn zu spotten,

30 und sagen: Dieser Mensch hat angefangen zu bauen und kann’s nicht ausfĂŒhren?

31 Oder welcher König will sich auf einen Krieg einlassen gegen einen andern König und setzt sich nicht zuvor hin und hĂ€lt Rat, ob er mit Zehntausend dem begegnen kann, der ĂŒber ihn kommt mit Zwanzigtausend? 32 Wenn nicht, so schickt er eine Gesandtschaft, solange jener noch fern ist, und bittet um Frieden.

33 So auch jeder unter euch, der sich nicht lossagt von allem, was er hat, der kann nicht mein JĂŒnger sein.

 

 

Reformation heute? Umkehr!

Reformation heute?

Reformation folgt auf Erneuerung, die durch Umkehr kommt!

Dass Reformation in den verfassten Kirchen unserer Tage notwendig wĂ€re, setze ich als gegeben voraus. Ohne grundlegende Reformation werden wir den Sog nach unten in den Kirchen nicht stoppen können. Die Frage ist, ob Reformation ĂŒberhaupt noch möglich ist, und wenn ja, wie? Deshalb das Fragezeichen. Die GrĂŒnder des Albrecht-Bengel-Hauses haben geglaubt und vertraut, dass durch Treue zur biblischen Botschaft in der Ausbildung der Theologen eine VerĂ€nderung zum Positiven in der Kirche möglich ist. Auch heute ist das unser Programm. Wir wollen im Gehorsam gegen Gottes Wort Gemeinde fĂŒr die Zukunft bauen. Die SchlĂŒsselrolle der Pfarrer und der Religionslehrer fĂŒr die Entwicklungen in den Kirchen ist unumstritten. Da sind wir dran und da wollen wir weitermachen.

Viele unserer Ehemaligen haben auch Großartiges geleistet und sind unzĂ€hligen Menschen zum Segen geworden. Das ABH hat durch die ganzheitliche Begleitung der Studierenden schon einen Unterschied in der kirchlichen Landschaft und im Gemeindeleben weit ĂŒber die Grenzen der wĂŒrttembergischen Landeskirche hinaus bewirkt. Wir haben immer noch Hoffnung fĂŒr das landeskirchliche Leben in den Gemeinden. Allerdings haben wir dabei mit einer stetigen Zunahme an BĂŒrokratie und Bestrebung zur Zentralisierung der Macht zu kĂ€mpfen. Die Gemeinden werden immer mehr entmĂŒndigt. Programme werden von oben verordnet.

Es ist schon gut zehn Jahre her, dass die EKD ihr Programm mit den zwölf „Leuchtfeuern“ unter dem Titel „Kirche der Freiheit“ auflegte. Was zunĂ€chst als ernstes und ernstzunehmendes Anliegen begann, versandete in typischer Weise fĂŒr Großkirchen im BemĂŒhen alles allen zu sein, und vor allem in der UnfĂ€higkeit und dem Widerwillen, sich wirklich zu verĂ€ndern – zum Beispiel in der Auflockerung des Parochialprinzips (Leuchtfeuer 2). Dies gilt auch fĂŒr die groß aufgelegten Programme „Notwendiger Wandel“, „Wirtschaftlich handeln“ und den „Pfarrplan“ in der wĂŒrttembergischen Landeskirche. Nach Meinung der im Folgenden erwĂ€hnten Experten werden sich die etablierten Kirchen als Institutionen nicht reformieren lassen. Es fehlen der Wille und die Möglichkeiten in den vorherrschenden Strukturen dazu. Verkrustete, starre Strukturen halten die Kirchen gefangen. Wir im ABH setzen unsere Hoffnung in die Gemeinde Jesu Christi vor Ort.

DĂŒstere Prognosen fĂŒr die Kirche

Die Landeskirchen selber scheinen nicht so zuversichtlich zu sein. Mit Blick auf den demographischen Wandel und den Austritten aus der Kirche stehen alle Signale auf RĂŒckzug, Einsparungen und „Gesundschrumpfen“. Zugleich wird aber an ĂŒberholte volkskirchlichen Paradigmen und AnsprĂŒchen festgehalten. „Im Jahre 2030 ist die evangelische Kirche in der öffentlichen Wahrnehmung dadurch stark, dass sie gemeinsame Themen und Positionen vorgibt, die in die Gesellschaft hineingetragen und vertreten werden“ (Leuchtfeuer 9). „Im Jahre 2030 reprĂ€sentiert die EKD im Dienst der Gemeinschaft der Gliedkirchen den deutschen Protestantismus in der Öffentlichkeit“ (Leuchtfeuer 12). Es scheint so, als wĂŒrden sich die Kirchenleitungen fĂŒr die Kirche Christi halten. Kirche ist aber gelebte Gemeinschaft als Leib Christi in der Gemeinde. Das geschieht vor Ort.

Der Drang zur Fusion einzelner Gliedkirchen der EKD, oder gar zur Einrichtung einer einzigen „Evangelischen Kirche in Deutschland“ durch Vereinigung aller Landeskirchen entstammt a) dem Wunsch, auch bei schwindenden Mitgliederzahlen eine „Großkirche“ als GegenĂŒber fĂŒr den Staat zu sein und b) dem Irrtum, man könne Verwaltungskosten sparen, in dem man Kirchen zusammenlegt. FĂŒr Kirchenleitungen scheinen die Kirchengemeinden eine Art VerfĂŒgungsmasse zu sein. Auf sie könne man auch verzichten, wenn das Kosten-Nutzen Schema nicht mehr stimme. Leitung – biblisch gesehen – ist immer Dienst an der Gemeinde. Kirchenleitungen erwecken den Eindruck, dass sie sich selbst als „die Kirche“ sehen, nicht als Dienstleister fĂŒr die Kirchengemeinden.

Nicht Reformation, sondern Buße und Erneuerung

„Peters Gesetz“ besagt, dass eine Organisation, sobald sie eine gewisse GrĂ¶ĂŸe erreicht hat, keine besondere Existenzberechtigung fĂŒr sich mehr braucht. Sie existiert, weil sie existiert. Die BeschĂ€ftigten von den obersten Etagen bis hin zu den am schlechtesten bezahlten Angestellten kĂ€mpfen um den Erhalt ihrer eigenen Jobs, ohne unbedingt im Blick zu haben, was dem Wohl der Firma oder Organisation dient. Unsere Landeskirchen sind alt, satt, schwerfĂ€llig und unbeweglich geworden. Sie sind wie die Mega-Containerschiffe oder Öltanker geworden, die 20 km brauchen, um zu halten und 40 km, um zu wenden. Das war vor 500 Jahren bei der sogenannten Reformation (reformatio) nicht anders. Die Kirche konnte in Teilen von Innen heraus erneuert (renovatio) werden nur, weil der Fokus der Reformatoren/Protestanten weg von der Institution Kirche mit ihren verkrusteten und teilweise korrupten Strukturen hin auf das Wort Gottes gelenkt wurde. Es kam in den Kirchengemeinden unter den Menschen allein durch den Glauben an die Erlösung durch die Gnade allein, durch den Erlöser Jesus Christus allein zur Wiedergeburt (regeneratio) des Evangelium gemĂ€ĂŸen Glaubens. Die Gemeinden, die sich um den neu gefundenen Glauben gesammelt haben, mussten sich zunĂ€chst eine neue Form geben – sie haben sich „re-formiert“. Es war aber nur in Teilen der Kirche so.

In unserer Situation wird die Reihenfolge nicht anders sein: regeneratio – renovatio – reformatio. Wir mĂŒssen zu den Wurzeln des Evangeliums zurĂŒckkehren. Ohne Wiedergeburt des Evangelium gemĂ€ĂŸen Glaubens auf breiter Basis keine Erneuerung. Ohne Erneuerung keine wirkliche Reformation. Um es mit einem anderen Bild zu sagen: Manchmal lohnt sich die Renovierung eines GebĂ€udes schlicht nicht mehr. NĂ€mlich dann, wenn sie kostspieliger als ein Neubau ist oder das Resultat einer Renovierung nicht den eigentlichen BedĂŒrfnissen des GebĂ€udes gerecht wird. Man kann das anhand der Renovierung eines KirchengebĂ€udes zeigen: Zahlreiche Kollegen beklagen, dass selbst wenn man eine halbe Million in die Kirchenrenovierung steckt, man trotzdem nicht das Ergebnis hĂ€tte, das man brĂ€uchte, um zeitgemĂ€ĂŸe Gemeindearbeit zu machen. Hohe Erhaltungskosten, wenig Komfort, eine schlechte Akustik, kein GemeinschaftsgefĂŒhl, schlechte oder keine Möglichkeiten zu einer Kinderbetreuung, schlechte Aussichten auf GemeinschaftsrĂ€ume, sanitĂ€re Anlagen, behindertengerechten Zugang
 Man gibt oft das Geld trotzdem aus, weil wir an unseren Kirchen hĂ€ngen. Aber meistens ist es nur wo man Mutiges gewagt hat, beziehungsweise wagen durfte, dass die Ergebnisse wirklich zufriedenstellend und ein echtes Plus fĂŒr die Gemeindearbeit sind. In solch einem Fall ist nicht Erneuerung, sondern Neuanfang nötig. Die Abrissbirne muss Platz fĂŒr neues schaffen – oder man weicht auf einen anderen Bauplatz unter Aufgabe des alten aus.

In Ă€hnlicher Weise hĂ€ngen wir emotional an unseren vertrauten landeskirchlichen Strukturen und sind nicht bereit „outside of the Box“ zu denken. Es war sehr eindrĂŒcklich fĂŒr mich, im GesprĂ€ch mit einem Oberkirchenrat einer der Gliedkirchen der EKD von ihm zu hören, dass er das Aussterben der Landeskirchen unter dem Vorzeichen des Jesuswortes sieht: „Wenn der Weizenkorn nicht in die Erde fĂ€llt und stirbt
“ Manchmal muss etwas sterben, damit etwas Neues wachsen kann. Aber wer sagt, dass es die Gemeinden sein mĂŒssen, die sterben sollen? Warum sollte nicht die obrigkeitliche Denkweise und starr verfasste Kirchenform sterben und die Gemeinden leben lassen? Wir verpassen die einzige wirkliche Chance, die wir haben, wenn wir den Gemeinden nicht die Chance geben, Verantwortung und Mittel fĂŒr ihre Existenz zu ĂŒberlassen.

Umkehr!

Wir brauchen Umkehr zuerst, dann vielleicht Strukturreform

Die Reformation im 16. Jahrhundert erfasste nicht die gesamte Kirche. Es kam zur Abspaltung von Rom und zu NeugrĂŒndungen von kirchlichen Strukturen. Die Gemeinde vor Ort gewann, vor allem im reformierten Bereich, ganz neue Bedeutung und Verantwortung. Wo Christus und sein Wort im Mittelpunkt standen, wurde die Gnade Christi durch die Erleuchtung des heiligen Geistes im Glauben erkannt. Dieser Glaube an den gnĂ€digen Gott, der um Christi Opfer Willen den SĂŒnder ohne jeglichen Verdienst vergibt, hat zur Umkehr gefĂŒhrt. Diese Umkehr hat neues Leben in die evangelisch gewordenen Gemeinden eingehaucht.

Schon lĂ€nger gibt es aus konservativer Richtung Kritik an landeskirchlichen MissstĂ€nde wie die Entfremdung der Kirchenleitungen und theologischen FakultĂ€ten von Bibel und Bekenntnis, das Festhalten an dem Kirchensteuer Modell als alleinige Quelle der Finanzierung des kirchlichen Lebens, oder die unkritische, unreflektierte Taufe jedes Babys, das zur Taufe gebracht wird (vgl. „Das Priestertum aller Getauften“ Leuchtfeuer 5). Inzwischen gibt es auch Kritik von liberaleren Theologen, die erstaunlicherweise ebenfalls anfangen, nach Buße und Umkehr in der Kirche zu rufen. So zum Beispiel BeitrĂ€ge in dem Sammelband Kirche der Reformation? Erfahrungen mit dem Reformprozess und die Notwendigkeit der Umkehr, hrsg. Gisela Kittel und Eberhard Mechels (1. Aufl. Vandenhoeck & Ruprecht, 2016), oder das BĂŒchlein von Paul Bernhard Rothen, das in der TO 179 schon vorgestellt wurde, Auf Sand gebaut. Warum die evangelischen Kirchen zerfallen (2. Aufl. Wien: LIT Verlag, 2015). Nicht neue Projekte oder Programme seien nötig, sondern eine RĂŒckbesinnung auf das Wort und die Gemeinde seien notwendig – und das im buchstĂ€blichen Sinne des Wortes.

Niemand in den Kirchenleitungen scheint daran zu glauben, dass dem Langzeittrend in die Bedeutungslosigkeit ĂŒber Schwund und Abbau der Kirche getrotzt werden könnte. Die einzelnen Landeskirchen machen schon seit einem Jahrzehnt Vorkehrungen fĂŒr den erwarteten Zusammenbruch der Kirchensteuereinnahmen. Wegen der außerordentlich guten konjunkturellen Lage sprudelt zwar noch die Kirchensteuer, aber alle schnallen sich die GĂŒrtel enger. Keiner scheint den Gemeinden selbst es zuzutrauen, um ihre Existenz zu kĂ€mpfen.

Leben Totgesagte lÀnger?

Manchmal muss man schon staunen, wie eine nicht mehr funktionierende Kirche sich halten kann. Zum Beispiel die (noch) grĂ¶ĂŸte reformierte Kirche in den in den Vereinigten Staaten (PCUSA) mit Sitz in St. Louis. Gemeinden treten am laufenden Band aus dieser Kirche aus, weil sie nicht mehr zu ihren eigenen Bekenntnissen steht. Da aber gemĂ€ĂŸ Kirchenverfassung die KirchengebĂ€uden nicht den Gemeinden, sondern der Kirche gehören, mĂŒssen diese ihre eigenen GotteshĂ€user bei ihrem Austritt von der ehemaligen „Mutterkirche“ fĂŒr teures Geld kaufen. Die ausgetretenen Gemeinden gehen eigene Wege. Die PCUSA schrumpft und wird dabei immer reicher, womit sie Programme und Projekte durchfĂŒhren kann, die die Gemeinden nicht unterstĂŒtzen wĂŒrden. Bei uns macht das die Kirchensteuer möglich. Innerkirchliche Kritiker der Kirchensteuer wie der bayerische Pfarrer Dr. Jochen Teuffel (Rettet die Kirche. Schafft die Kirchensteuer ab. ’fontis, 2015) weisen darauf hin, dass die finanziell unabhĂ€ngige Kirchenleitung die Basis nicht mehr braucht. Die Basis in den Gemeinden kann sich schon lĂ€nger nicht mit der kirchlichen Elite identifizieren. Sie hat das GefĂŒhl, dass die Kirchenleitung sie gar nicht sieht. Bei denen in Machtpositionen ist kein Wille zur Reform, höchstens „Reförmchen“, die obendrein alle das Bestehende erhalten sollen


Der Basis wird die BemÀchtigung zur Reform verwehrt

FĂŒr viele Menschen scheinen NeugrĂŒndungen die einzige Alternative zu sein. Wir im ABH kĂ€mpfen dagegen an und ermutigen dazu, um die eigene Kirche zu kĂ€mpfen. An der Basis gibt es aber viele engagierte Christen, die mit den FĂŒĂŸen abstimmen und zu neu gegrĂŒndeten Gemeinden abwandern. Über die GrĂŒnde dafĂŒr nachzudenken reicht der Platz nicht. Frust mit der Entwicklung, bzw. Nicht-Entwicklung der Kirche spielt neben dem ĂŒberfordert sein mit einer Vielzahl an ehrenamtlichen Aufgaben in der Gemeinde oft eine Rolle. FĂŒr uns in den landeskirchlichen Gemeinden ist das ein bitterer Verlust, wenn gerade die Engagierten abwandern, aber nicht immer kann man ihnen einen Vorwurf machen. MĂŒndige Gemeindeglieder wollen Teil haben an den Entscheidungsprozessen, die allzu oft undurchsichtig oder deren Ergebnisse unverstĂ€ndlich sind.

 

Die Entwicklung weltweit geht in Richtung unabhÀngige Kirchen

Langsam erlaubt man sich die Frage, ob das landeskirchliche Modell vielleicht nicht einfach mit der Zeit ablĂ€uft. Wie die SĂ€kularisation das Ende des Staatskirchentums eingelĂ€utet hatte, hat der demographische Wandel die Grundlage des landeskirchlichen Anspruchs mĂ€chtig angeknabbert. Wo liegt die Berechtigung fĂŒr einen landeskirchlichen Anspruch, wenn die Mitglieder der Landeskirche in den meisten BundeslĂ€ndern weniger als ein Drittel der Bevölkerung ausmachen? Wir kommen irgendwann dahin, wo der Rest der Welt schon lange ist: Wo jede einzelne Gemeinde ihre eigene Daseinsberechtigung unter Beweis stellen und finanziell sich selber tragen muss. Unsere Situation in Deutschland (und Skandinavien) ist die absolute Ausnahme! Aber auch hier mĂŒsste es möglich sein, dass eine Gemeinde aus eigenen Mitteln fĂŒr sich selber sorgt.

Dabei hĂ€tten wir großartige Möglichkeiten

Unsere wĂŒrttembergische Kirche gibt oft die Parole aus: Unsere Kirche ist besser als ihr Ruf. Das stimmt auch. Aber was meint man damit? Stimmen tut es, wenn man die KIRCHENGEMEINDEN meint. Teilweise wachsen Kirchengemeinden sogar gegen den Trend. Es gibt Gemeinden, die quicklebendig sind und vor Leben strotzen. Es gibt Gemeinden, die wegen Platzmangel im Gottesdienst kreative Lösungen finden mĂŒssen. Diese Gemeinden sind viel besser als der Ruf der Kirche insgesamt. Warum denen, die offenbar die Lösungen gefunden haben, nicht mehr Handlungsfreiheit geben? Warum nicht von ihnen Lernen? In kirchlichen Kreisen herrscht dazu ein Tabu. Die Gemeinden vor Ort brauchen mehr Handlungsfreiheit. Die Gemeinde vor Ort ist die Hoffnung der Welt (Bill Hybels) – und auch der Kirche! Wenn die Landeskirche ĂŒberleben will, muss sie den Gemeinden mehr Selbstbestimmung einrĂ€umen – auch finanziell!

Die Pforten der Hölle

Was ist jetzt dran? Wer ist jetzt dran? Wer behauptet, man könne (und deswegen mĂŒsse man) nichts zur Genesung der Kirche beitragen, weil das ja das Werk des Heiligen Geistes sei, der kann das nur vom grĂŒnen Tisch im Elfenbeinturm tun. Und wer verleugnet, dass die Nachfolger Christi eine klare Aufgabe zum Aufbau und zur Erbauung der Gemeinde haben, hat die Absicht Christi, als er die JĂŒnger in die Welt zu allen Nationen sandte, nicht erkannt. Alle tragen ihren Teil an der Verantwortung fĂŒr die Zukunft der Kirche: Von den Gemeindegliedern und Ehrenamtlichen an der Basis ĂŒber die Hauptamtlichen bis hin zu den Synodalen, OberkirchenrĂ€ten und Bischöfen. Jeder muss seinen Teil beitragen, wenn es landeskirchliche Gemeinden flĂ€chendeckend vor Ort weiterhin geben soll. Mit Buße, Umkehr und RĂŒckkehr zum Evangelium werden wir den Anfang machen mĂŒssen. Daraus kann Erneuerung und Reformation entstehen. Wo Buße, Glaube, Gnade und Vergebung die Basis bilden, wird der volkskirchliche Charakter der Gemeinden einem eher freikirchlichen weichen. Ist es nicht langsam Zeit, der Tatsache ins Auge zu sehen, dass wir inzwischen eine Minderheit sind? FĂŒr das ganze Volk missionarisch und diakonisch da zu sein wĂ€re dabei eine SelbstverstĂ€ndlichkeit. Aber das ist eine neue Definition von „Volkskirche“. Noch sind wir so gut positioniert in der Breite der Gesellschaft – mit einer Kirchengemeinde an fast jedem funktionierenden Ort – dass wir als einzige existierende Kirchengemeinschaft diesen Anspruch ernsthaft erstreben könnte. Dazu mĂŒsste aber ein radikales Umdenken auf allen Ebenen stattfinden.

Um die Gemeinde Jesu Christi brauchen wir uns keine Sorgen machen. Jesus gab Petrus das Versprechen: „Auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht ĂŒberwĂ€ltigen“ (MatthĂ€us16,18). Die Gemeinde Jesu wird bis zu seiner Wiederkunft nicht aufhören zu existieren. Kirchen kommen und gehen. Das lehrt die Geschichte. Gottes Verheißung gilt der Gemeinde derer, die ihm dienen. Darauf muss unser Fokus liegen: In unseren Gemeinden unserem Herrn dienen. Wir setzen unsere Hoffnung in die Gemeinde Jesu Christi vor Ort. DafĂŒr arbeiten wir im ABH.

Kadonnut Maailma – Jouluaaton Hartaus/Heilig Abend Andacht 2016

Kadonnut Maailma – Die grĂ¶ĂŸte Suchaktion der Weltgeschichte: Gott auf der Suche nach den verlorenen Menschen auf der verlorenen Welt.

Skizze der zweisprachigen Predigt Gehalten vor der finnischen Gemeinde Stuttgart in der Haigstkirche 2016-12-24

 

EnsimmĂ€isenĂ€ Jouluna lĂ€hti Jumala etsimÀÀn…

Sana tuli lihaksi …

Sana tuli lihaksi ja asui meidÀn keskellÀmme, ja me katselimme hÀnen kirkkauttansa, senkaltaista kirkkautta, kuin ainokaisella Pojalla on IsÀltÀ; ja hÀn oli tÀynnÀ armoa ja totuutta. Joh 1,14

Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns… Gott wurde Mensch in Jesus Christus um uns, die wie verloren waren, zu suchen und selig zu machen. Lk 19,10

Ihmisen poika on tullut etsimÀÀn ja pelastamaan sitÀ, mikÀ kadonnut on Lk 19,10

„Lost in space…“

Ihminen on ihmisten mielestĂ€ lopullisesti hukassa – koko planeetansa kannsa eksyksissĂ€, hĂ€vinnyt ja kadoksissa…

Die moderne Wissenschaft hat den Menschen in eine Sinnkrise gestĂŒrzt – der Glaube, alles mit der menschlichen Vernunft erklĂ€ren zu können fĂŒhrt fĂŒr manche zu dem Zwang, alles mit der menschlichen Vernunft erklĂ€ren zu mĂŒssen…

Ihmisen Ă€ly pakottaa siihen, ettĂ€ tunnistamme ihmisen yksinĂ€isyyden avaruudessa…

TÀmÀ maailma, jossa asumme, on kadonnut planeetta. IhmisillÀ ei ole aavistustakaan mistÀ se on tulossa tai mihin se on menossa.

ElÀmme kadonneella ja eksyneellÀ planeetalla. Tajuamme, ettei maapallo ole maailmankaikkeuden keskipistettÀ.

Die Vernunft fĂŒhrt zur Erkenntnis, dass wir allein sind. Milliarden werden in die Suche nach außerirdischem Leben investiert, um diesen Gedanken an die Einsamkeit zu vertreiben. Dabei wird die Erde als solche wie ein Raumkapsel tief im All gesehen.

ErÀÀllÀ tiedekanavalla YouTube:ssa puhutaan siitÀ, ettÀ maapallo olisi avaruuskapseli:

„Raumschiff Erde: Ein Staubkorn im Universum. Pale Blue Dot…“

â€Ș(fb) Ronja SchĂ€fer /react-text â€Șreact-text: 78 /react-text Es ist wirklich Wahnsinn wie klein und unbedeutend der Mensch ist. Leider nimmt sich der Mensch im Allgemeinen stets zu wichtig, will immer mehr Macht, Geld und Status! Aber die Natur ist stĂ€rker und das Weltall ist mĂ€chtiger. Die Menschheit ist vergĂ€nglich!

Nobelin Tiedepalkinnon saaneen ranskalainen tieteilijĂ€ Jaques Monod toteaa, ettĂ€ ihminen, kun on rehellinen itselleen, on universumin taustalla tĂ€ysin merkitsemĂ€tön. Kadonnut ja eksynyt ”mustalainen” (politically incorrect) avaruuden reunalla. HĂ€nen musiikki ei kuulla ja hĂ€nen rikoksia ei huomata.

 

„Wenn er diese Botschaft in ihrer vollen Bedeutung aufnimmt, dann muss der Mensch […] seine totale Verlassenheit, seine radikale Fremdheit erkennen. Er weiß nun, dass er seinen Platz wie ein Zigeuner am Rande des Universums hat, das fĂŒr seine Musik taub ist und gleichgĂŒltig gegen seine Hoffnungen, Leiden oder Verbrechen.“ (Jacques Monod, zitiert nach: Quadbeck-Seeger, Hans-JĂŒrgen. 2013. Aphorismen und Zitate ĂŒber Natur und Wissenschaft. John Wiley & Sons. S.9.)

 

 

Niemand sieht sein Leid, niemand hört sein Schreien…

Kadonnut maailma on pelastajan tarpeessa!

Die Welt braucht einen Retter und in Jesus findet sie einen! Er findet und rettet die Welt (Joh 3,16)

Der Menschensohn ist gekommen zu suchen und selig zu machen, eas verloren ist. Lk 19,10 Gott hört und sieht


Jumala nÀkee ja kuulu! Ihminen ei ole hÀnelle merkitsemÀtön!

Ihmisen poika on tullut etsimÀÀn ja pelastamaan sitÀ, mikÀ kadonnut on Lk 19,10

 

Adolf Köberle (EZW 92): „(Der Mensch) ist beides zugleich: ein König und ein Bettler . Angesichts der unermesslichen RĂ€ume des Weltalls ist er ein Nichts, ei Staubkorn, eine Milbe, ein zerbrechliches Wesen. Doch: ‚Es ist die GrĂ¶ĂŸe des Menschen, um sein Elend zu wissen; ein Baum erkennt sich nicht als elend’.“

Ihmisen „kurjuus“ – hyvĂ€ suomalainen kĂ€site! MikĂ€ muu kansa olisi sisĂ€istĂ€nyt tĂ€tĂ€ samoin tavoin kuin suomen kansa?

Ihmisen poika on tullut etsimÀÀn ja pelastamaan sitÀ, mikÀ kadonnut on Lk 19,10

Ein kleiner Junge besucht um die Weihnachtszeit seinen Großvater. Er schaut zu, wie der Großvater an einer Krippenfigur schnitzt. Einige andere Figuren der Weihnachtsgeschichte stehen schon fertig auf dem Tisch. Der Junge wird mĂŒde, legst den Arm auf den Tisch, und zuschauen schlĂ€ft er ein. Im Traum werden die Figuren lebendig, und er ist mitten unter ihnen. Er geht mit in den Stall von Bethlehem und schaut das Jesuskind an.

„Ich möchte gerne drei Dinge von dir haben“, sagt das Jesuskind.

Und der Junge sagt eifrig:„Meinen neuen Mantel, meine elektrische Eisenbahn, mein schönes Buch fĂŒr den bunten Bildern?“

„Nein“, Erwidert das Jesuskind, „das brauche ich nicht. Ich möchte von dir etwas anderes haben! – Schenk mir deinen letzten Deutschaufsatz!“ sagt das Jesuskind leise.

Der Junge erschreckt:„ darauf hat doch der Lehrer ‚ungenĂŒgend’ drunter geschrieben!“

„Eben deshalb will ich ihn haben. Bringst du mir immer alles, wo ‚ungenĂŒgend’ darunter steht?“

„Gerne“, sagt der Junge.

– „Und dann möchte ich zweitens von dir Deinen Milchbecher“

„ Aber den hab ich doch zerbrochen!“

„Willst du mir immer alles bringen, was in deinem Leben zerbrochen ist?“ fragt das Jesuskind.

„Und nun mein dritter Wunsch: du sollst mir noch die Antwort bringen, die du deiner Mutter gabst, als sie dich nach dem Milchbecher fragte.“

Da weint der Junge bitterlich und schluchzt: „da hab ich doch gelogen, da wĂ€re mir heruntergefallen. In Wahrheit habe ich den Becher absichtlich auf den Boden geworfen.“

„Ja, du sollst mir immer alle deine LĂŒgen, deinen trotz, dein Böses, was du getan hast, bringen, damit ich dir helfen und dir vergeben, dich heilen und verwandeln kann!“

Da wacht der Junge auf und plötzlich weiß er, warum Gott Mensch geworden ist, und warum Jesus als Heiland geboren wurde: damit er alles ungenĂŒgende, zerbrochene und böse heilen und verwandeln kann.

(Nach: KĂŒhner, Axel. 1998. Überlebensgeschichten fĂŒr jeden Tag. Neukirchen-Vluyn: Aussaat Verlag. S. 326f)

Jeesus ei tullut etsimÀÀn onnistuneita, pÀrjÀÀviÀ, hyviÀ ihmisiÀ. HÀn tuli etsimÀÀn, mitÀ kadonnut on. Myös tÀnÀ Jouluna saamme tuoda kaiken epÀonnistuneemme, rikkoutuneemme, valheemme, pahuuttamme seimen luokse ja jÀttÀÀ sen kaiken siellÀ hÀnen luokseen.

Aamen

Who (what) are you looking at? Fremdbild – Eigenbild – Ebenbild!

Predigt beim Jugendgottesdienst in Hohenhaslach 19.11.2017

Hast du Probleme, dich selbst anzunehmen? Oder schĂ€tzst du dich falsch ein? Wie sehen dich andere – und wie siehst du sie? Eigenbild und Fremdbild liegen manchmal weit auseinander. Das fĂŒhrt zu Problemen. Manchmal sind sie heftig. Zwischen selbstverliebt und Selbsthass gibt es viele Nuancen. Wie kann ich mich selbst annehmen? Es gibt einen Dritten, der dich so sieht, wie du in Wirklichkeit bist – und trotzdem dich liebt! Es ist dein Schöpfer, der dich so gemacht hat, wie du bist und der sagt: „Und siehe, es ist sehr gut, was ich gemacht habe!“ Ja noch mehr: er liebt dich, so, wie du bist! Eigenbild und Fremdbild sind letztlich nicht das Entscheidende, sonder es ist die Tatsache, das ER dich zu SEINEM EBENBILD geschaffen hat! Ich gehe hier nicht darauf ein, wie diese Ebenbildlichkeit durch die SĂŒnde getrĂŒbt worden ist. Wohl aber versuche ich deutlich zu machen, wie durch Jesus Christus, den neuen Menschen, wir diese Gott-Ebenbildlichkeit in der direkten Beziehung zu IHM leben können! Nicht das Bild (Fremdbild), nicht der Spiegel (Eigenbild), sondern das Fenster als Bild fĂŒr die Öffnung zu einer direkten Beziehung zu Gott soll uns motivieren und prĂ€gen. Gott will face-to-face mit uns leben. Dazu hat Jesus fĂŒr unsere Schuld gelitten und am Kreuz unsere Strafe auf sich genommen. In dem Augenblick ist der Vorhang im Tempel zerrissen. Gott wurde aus seinem „KĂ€fig“ gelassen. Wir bekamen Zugang zu IHM. Jetzt wohnt er durch seinen Geist im Herzen seiner Kinder und wir dĂŒrfen etwas von seinem Glanz in diese Welt abstrahlen. Wenn die Leute gefragt werden, wen sie sehen, wenn sie uns anschauen, dann lautet hoffentlich die Antwort: „Na klar, ein Kind Gottes – die Ähnlichkeit sei nicht zu verkennen!

Viel Spass beim Hören!