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Predigt zu Markus 4,41-45 in Sielmingen

Audiodatei:

Mk 4,35-41 4.Sonntag vor der Passionszeit – Sielmingen

Predigtskizze:

Die Stumstillung ist im Markusevangelium Auftakt zu einer Reihe von vier Wundern.

  1. Stumstillung
  2. Austreibung des Geraseners
  3. Heilung der blutflĂĽssigen Frau
  4. Auferweckung des 12-jährigen Mädchens

Sie wollen Jesu umfassende Macht demonstrieren ĂĽber alle Bereiche:

  1. Über die Natur – über die sichtbare Welt,
  2. über die Geister – die unsichtbare Welt,
  3. über die Krankheit – über die gefallene Welt,
  4. über den Tod – Jesus ist auch Herr in der Auferstehung!

Die Wunder erzählen also von Jesu Macht/Allmacht.

Über allen Wundererzählungen steht aber noch die Verheißung Jesu: Ihr werdet noch Größere Wunder tun! (John 14:12 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und er wird noch größere als diesetun; denn ich gehe zum Vater.)

Das Wunder der Sturmstillung verdeutlicht gerade diese Wahrheit:

Mark 4:35Und am Abend desselben Tages sprach er zu ihnen: Lasst uns hinĂĽberfahren. 36Und sie lieĂźen das Volk gehen und nahmen ihn mit, wie er im Boot war, und es waren noch andere Boote bei ihm. 37Und es erhob sich ein groĂźer Windwirbel und die Wellen schlugen in das Boot, sodass das Boot schon voll wurde. 38Und er war hinten im Boot und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn auf und sprachen zu ihm: Meister, fragst du nichts danach, dass wir umkommen? 39Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig und verstumme! Und der Wind legte sich und es entstand eine groĂźe Stille. 40Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben? 41Sie aber fĂĽrchteten sich sehr und sprachen untereinander: Wer ist der? Auch Wind und Meer sind ihm gehorsam!

Der Predigttext öffnet einen dreifachen Blick:

1 der Blick voller Angst

– die Wirklichkeit unserer Ohnmacht 

2 der Blick voller Staunen

– die Wirklichkeit Jesu Macht!

3 der Blick voller Glauben

– die neue Wirklichkeit von der Gelassenheit im Glauben/Vertrauen

1 der Blick voller Angst

Am Anfang dieser Begebenheit steht die Wirklichkeit unserer Ohnmacht. Die Jünger können nichts tun. Ihre Mittel als erfahrene Seeleute sind erschöpft.

Wir können die Angst in den Augen der Jünger förmlich sehen. Sie haben Todesangst…

Jesus schläft in aller Ruhe auf dem Kissen – Das regt die „frommen Jünger“ auf!! Wie kann er bloß?

sie weckten ihn auf und sprachen zu ihm: Meister, fragst du nichts danach, dass wir umkommen?

Ich weiß nicht, was das größere Wunder ist: den Sturm zu stillen, oder TROTZ des Sturmes in Ruhe schlafen zu können!

Jesus schläft in aller Ruhe im Heck auf dem Kissen, das Boot schon fast voll mit Wasser – wie kann er das?

Jesu völliges Gottvertrauen. Was sollten wir nicht alles von Jesus lernen! Ich bin überzeugt, dass wir es können! Wir sehen es z.B. an Petrus. Nicht sofort, aber mit der Zeit hat er es doch gelernt… Hat er noch aus Furcht vor den Juden bei Jesu Verhör im Palast des Hohepriesters seinen Herrn dreimal verleugnet, finden wir ihn Apg 12,7 in der Nacht vor seiner geplanten Hinrichtung angekettet zwischen zwei Soldaten in solch ruhigem und tiefen Schlaf, dass der Engel ihn in die Seite stoßen muss, damit er wach wird…

hat Petrus diese Gelassenheit im Gefängnis von ihm gelernt? Ich meine: Ja! Als es hart auf hart kam und die Lage wirklich ernst und zutiefst bedrohlich wurde, merkte er, dass er sich auf seinen Herrn verlassen kann – und verlassen muss! Deswegen hat er auch das volle Recht, in seinem 1. Brief Kapitel 5,7 uns dazu aufzufordern, „alle unsere Sorgen auf ihn (Christus) zu werfen“!

Vertrauen lernen wir aber immer erst im Ernstfall:

Die Jünger hätten aber am Abend mit Sturm rechnen müssen. Es gibt regelmäßig Fallwinde vom Golan, wenn die Sonne im Westen untergegangen ist und die Thermik im Osten aufhört.  – Habe die Jünger vielleicht schon etwas Vertrauen mitgebracht gehabt? – Eine wichtige Erkenntnis: Vertrauen ist leicht, solange wir nicht darauf angewiesen sind!

2Tim. 3:5sie haben den Schein der Frömmigkeit, aber derenKraftverleugnen sie; solche Menschen meide! („Kraft“ kommt 50x bei Paulus allein in seinen Briefen vor!) Wir haben unseren Blick auf die Rechtfertigungslehre eingeengt und beschränkt und haben vergessen, wozu Christus uns erlöst hat: zu einem Leben in der Kraft seines Geistes als Kinder Gottes!

Gal. 2:20Ich lebe, doch nun nicht ich, sondernChristuslebtin mir.

Col. 1:27denen Gott kundtun wollte, wasderherrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den Heiden ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.

In der Welt habt ihr Angst… John 16:33Das habe ich mit euch geredet, damitihrin mir Friedenhabt. In der Welthabt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

Stillt Jesus jeden Sturm? Nein!

Jonas Lösung ist sogar ins Meer geworfen zu werden – erst im Bauch des Fisches nach Erkennntnis seiner Schuld erfährt er Geborgenheit – dort, wo er weiß, dass Gott allein ihn hingebracht hat!

Apg 27-28 bei Malta erlebt Paulus die Havarie–Schiffswrack – bekommt nur die Zusage, dass alle am Leben bleiben werden…

Nein, Gott nimmt uns nicht die StĂĽrme und auch nicht die Angst, aber er gibt uns die Zusage, dass er helfen kann, dass er unsere Angst besiegen kann: In der Welthabt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt ĂĽberwunden

 

2 der Blick voller Staunen

Am Anfang dieser Begebenheit stand die Wirklichkeit unserer Ohnmacht

In der Mitte dieser Begebenheit steht die Wirklichkeit Jesu Macht!

Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig und verstumme! Und der Wind legte sich und es entstand eine groĂźe Stille.

Interessanterweise hat die Stillung des Sturms eine noch größere Furcht – vielleicht besser: Ehrfurcht bei den Jüngern entstehen lassen. Sie aber fürchteten sich sehr und sprachen untereinander: Wer ist der? Auch Wind und Meer sind ihm gehorsam! 

Was fĂĽr ein Mensch! Wer ist dieser Jesus, dem Wind und Wellen Gehorchen?

Interessant ist aber auch, dass Jesus mit Unverständnis reagiert und seine Jünger rügt:

Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben?

Wenn Jesus seinen Jüngern – und damit auch uns – eineszumutet, dann ist es das Vertrauen in ihn. Jeden Tag neu werden wir dabei auf die Probe gestellt: Reicht unser Vertrauen in ihn? …Wenn wir die Arbeitstelle verlieren? …Wenn die Diagnose auf „unheilbar krank“ lautet? …Wenn der Partner mich verlässt? …Wenn die Schuldenlast drückt? …Wenn der beste Freund einen im Stich lässt? …Wenn ich keine Zulassung für mein Traumstudium bekomme?

Die Liste könnten wir beliebig fortsetzen…

Mit der Stillung des Sturms hat Jesus seine Macht unter Beweis gestellt – und das nicht nur den 12 – es waren noch andere Boote bei ihm…Aber es sollte ebenso eine Lektion im Vertrauen sein!

Am Anfang dieser Begebenheit stand die Wirklichkeit unserer Ohnmacht

In der Mitte dieser Begebenheit steht die Wirklichkeit Jesu Macht!

Das soll unser Vertrauen stärken! Jesus will uns damit den Glauben lehren!

3 der Blick voller Glauben

Wie würde Jesus uns wohl begrüßen, wenn er heute zu uns käme? Von den Evangelien her kennen wir zwei Begrüßungen, die er gerne verwendete:

„Friede sei mit euch!“ und „Fürchtet euch nicht!“…

Mit Jesus gibt es eine neue Wirklichkeit, in der die Angst nicht regieren darf. Jesus bringt Gelassenheit im Glauben und ein Grund-Vertrauen!  Jesus will uns damit den Glauben lehren!

Ich bin so dankbar dafĂĽr, dass ich dieses Vertrauen als Kind zuhause lernen durfte.

(Erzählung vom Anthony Rossi, der unaufgefordert an das Missionswerk unserer Familie „Gospel Recordings“ einen Scheck 500.000 $ per Post schickte, der am  letzten Zahlungstag des Immobilienkaufvertrags für das neue Missionsgelände während des Gebetstages in dieser Sache ankam.)

Tja, die Amerikaner… Sind wir in Deutschland so auf unsere Sicherheit fixiert und versessen, dass er keinen Raum für echtes Gottvertrauen gibt? Stimmt es, dass es so etwas bei den Deutschen nicht gibt? Ich erinnere nur an den großen Deutschen Stadtmissionar in England, den „Waisenvater von Bristol“ im 19 Jhd. Georg Müller erinnern.  Er betet mit seinen Waisenkindern über leere Teller – und ein Milchwagen geht vor der Tür kaputt und bittet das Waisenhaus ihnen die gesamte Ware abzunehmen… Das könnte Amazon nicht besser hinkriegen heute!

Mit Gott rechnen! Nicht nur in der Theorie – auch in der Praxis

Amen

 

Wer ist Jesus? An Jesus scheiden sich die Geister!

Hofacker Abendbibelschule II 2018 (Lustnau, 05.11.18 – 10.11.18)

Hier die Folien 

Mo.,05.11.18:  Jesus – die ErfĂĽllung der Hoffnungen und VerheiĂźungen Israels

Audiofile (mp3)

Di., 06.11.18:  Der neue Mose – Der Mittler eines neuen Bundes

Audiofile (mp3)

Mi., 07.11.18: Jesus, der Mensch, u. Jesus, der Sohn Gottes nach den Evangelien

Audiofile (mp3)

Do., 08.11.18:   Christus Jesus – Jesus bei Paulus

Aufnahme leider misslungen 

Fr., 09.11.18:  Der erhöhte und wiederkehrende Herr

Audiofile (mp3)

Das Recht auf freie ReligionsausĂĽbung


„Warum dĂĽrfen Muslime in Deutschland Moscheen bauen, wenn Christen solche Schwierigkeiten in islamischen Ländern haben Kirchen zu bauen? In Ă„gypten und in der TĂĽrkei dĂĽrfen sie ihre Kirchen sogar nicht ohne Genehmigung renovieren! In Saudi-Arabien dĂĽrfen gar keine Kirchen gebaut werden! Warum erlauben wir es Ihnen, Moscheebauten hier zu finanzieren und ihre Ideologie hier zu verbreiten?“ So oder ähnlich fragen oft Christen in Deutschland. Es scheint eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit zu sein. Wo bleibt da das Gleichbehandlungsprinzip? Manche Christen sehen sich dazu veranlasst Petitionen gegen den Moscheebau zu unterschreiben oder auch dagegen zu protestieren. 

Religionsfreiheit ist ein zutiefst christliches Gut

Die Antwort auf diese Frage ist eine ganz einfache: es ist so, weil eine christlich geprägte Kultur anders ist! Nun sind bei weitem nicht alle Europäer Christen – auch nicht alle deutschen. Die praktizierenden Christen sind zu einer kleinen Minderheit in Deutschland und Europa geworden. Aber die Gesellschaft, unser Wertekanon, auch unsere Gesetzgebung, unser Menschen – und Weltbild sind alle vom Geiste des christlichen Glaubens durchdrungen und geprägt. Vishal Mangalwadi hat das anschaulich, eindeutig und beeindruckend dargelegt in seinem Buch „das Buch der Mitte“. Aus der Sicht dieses Inders ist die Beweislast erdrückend: der Fortschritt des Westens, die freiheitlichen Ideale und auch der Gedanke der Religionsfreiheit rühren alle daher, dass über Jahrhunderte hinweg die christliche Botschaft, wie sie in der Bibel dokumentiert ist, unsere Gesellschaft geformt hat. Das sieht man eindeutig auch am Thema Religionsfreiheit.

Religionsfreiheit ist biblisch begrĂĽndet

Der Gedanke der Religionsfreiheit und der Toleranz ist über die Bibel in unsere Kultur eingegangen. Es fängt schon in der Schöpfungsgeschichte an: die ersten Menschen haben die Wahl, auf Gott zu hören oder nicht. Josua rief nach der Ihr nicht-Hören hat gewiss Konsequenzen, aber die sind die Konsequenz ihrer freien Entscheidung. Später im biblischen Narrativ haben wir unzählige weitere Beispiele für das gleiche Prinzip. Zum Beispiel die Landnahme Kanaans nach dem Auszug aus Ägypten. Nachdem die Israeliten das Land eingenommen hatten, rief Josua das Volk zusammen und stellte es vor die Wahl, ob die Menschen dem Gott Israels, oder den Götzen dienen wolle. Für sich hält er fest: „Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen!“ Das Volk Israel sollte sich aus freien Stücken für seinen Gott entscheiden. Selbstverständlich galt dieses Prinzip auch weiterhin. In der Geschichte Israels stellen wir fest, dass zu allen Zeiten es gottlose und Götzendiener im Volk gab. Die Propheten haben dagegen gewarnt und gemahnt, manche Könige und Richter haben dagegen gekämpft, aber das Prinzip der Glaubensfreiheit bleibt Grundlage im ganzen Alten Testament. Der Traum, dass Gott im Volk herrschen könnte durch den Gehorsam aller, hat sich nie erfüllt.

Bei Jesus hat zur Nachfolge eingeladen. Er hat niemanden gezwungen, ihm und seinem Wort und Willen zu folgen. Er warb darum. Er lud ein. Aber es blieb die jeweils die freie Entscheidung des einzelnen, ob er das auch tun wolle. Leider hat sich die institutionalisierte Kirche im Laufe der Geschichte nicht immer an diesem Prinzip orientiert. Und dennoch: ĂĽberall wo das Wort der Bibel gehört und ernst genommen wurde, sprach es das Gewissen an! Auch wo in Europa und der restlichen westlichen Welt die Kirche die Religionsfreiheit verletzt hat, tat sie es gegen ihr Gewissen und gegen mahnende Stimmen im Geiste des Evangeliums.

Die Tatsache bleibt: Nur im vom christlichen Glauben geprägten Kulturraum gibt es den Gedanken der Religionsfreiheit, der Gewissensfreiheit und der Meinungsfreiheit!

Die Ungerechtigkeit wird immer bleiben wo der Geist Christi nicht regiert

Ăśberall auf der Welt wo die christlichen Grundwerte nicht zum Tragen kommen, gibt es Probleme mit der Gerechtigkeit, besser: mit der Ungerechtigkeit. Machtmissbrauch, Korruption, Vetternwirtschaft usw. legen eine Gesellschaft lahm. Auch bei uns in Deutschland gibt es diese Probleme, weil der Säkularismus die christlichen Werte immer mehr verdrängt. Dieselaffäre, Deutsche Bank, Siemens…

Wo christliche Ăśberzeugungen nicht mehr den gesellschaftlichen Ton bestimmen, ecken Christen mit ihren Ăśberzeugungen und AnsprĂĽchen an. Das ist nicht anders zu erwarten. Zwar sollen nach Jesu Willen Christen Salz und Licht der Erde sein, aber die Seligpreisungen direkt vor dieser Aussage und die weiteren Botschaften der Bergpredigt sprechen eine klare Botschaft davon, dass seine JĂĽnger Störenfriede in der Welt sein werden. Schon Jesus hat gesagt: „Sie werden euch hassen!“ Aber er sagt auch: „In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost ich habe die Welt ĂĽberwunden!“ 

Autokraten und Despoten fĂĽrchten sich vor Christen.

Gerade dort, wo es Gerechtigkeit nicht gibt, werden Christen einer zweifachen Gefahr ausgesetzt: zum einen werden sie – wie andere auch – Opfer von Willkür, Machtmissbrauch, Neid und Gier. Zum anderen werden sie als Gefahr von den Herrschenden wahrgenommen. Das liegt daran, dass Christen sich einer höheren Autorität verpflichtet wissen. Es ist ihre Überzeugung, um es mit Petrus zu sagen, dass man „Gott mehr als den Menschen gehorchen muss“. Despoten merken, dass sie keine Macht haben über diese Menschen. Sie fürchten sich davor, dass Christen einen Einfluss in der Gesellschaft haben könnten, der sie in ihrem Machtanspruch einschränkt. Deswegen werden Christen überall auf der Welt von Autokraten und Despoten verfolgt.

Das ganze hat aber auch eine andere Seite: Länder und Regionen, in denen keine Glaubensfreiheit gewährt wird, können sich nicht frei entfalten. Menschen haben dort nicht in gleichem Maße am Fortschritt teil wie in Gesellschaften, die freiheitlich geprägt sind. Geistes- und Entwicklungsgeschichtlich gesehen ist dies das Geheimnis hinter dem Unterschied zwischen dem christlich geprägten Westen und dem Rest der Welt.

Die Religionsfreiheit ist unteilbar 

Christlich begründete Religionsfreiheit gilt für alle. Punkt. Abgesehen davon, dass wir nicht für uns etwas beanspruchen können, was wir anderen nicht gewähren, ist das Prinzip der allgemeinen Religionsfreiheit durch und durch biblisch von Anfang an.

in der Bibel ist aber immer das Individuum als Geschöpf Gottes angesprochen. Beim Glauben geht es um die Beziehung zwischen der einzelnen Person und Gott. In diesem Sinne hat sich das Konzept der Religionsfreiheit als persönliches Recht in unserer Gesellschaft entwickelt. Religionsfreiheit gibt es nur fĂĽr die Person, weil nur die Person glaubt, nur die Person eine Beziehung zu Gott pflegt. Verbände, ZusammenschlĂĽsse und Institutionen, die Gläubige grĂĽnden oder ins Leben rufen sind notwendig und haben ihre Berechtigung. Sie sind aber nicht Gegenstand der Religionsfreiheit. Wenn eine Kirche oder eine Moschee willkĂĽrlich von der Obrigkeit geschlossen wird, dann ist das ein Unrecht.  Es tangiert die Glaubens- und Versammlungsfreiheit der einzelnen Gläubigen. Das Recht auf Religionsfreiheit kann nicht beansprucht werden fĂĽr eine „Religion“, eine Organisation, eine Behörde oder eine Institution, sondern nur fĂĽr deren Angehörige oder Glieder eingefordert werden. Noch mal: Religionsfreiheit gibt es nur im Sinne der Glaubensfreiheit und der freien AusĂĽbung dieses Glaubens.  Wenn islamische Länder vor der UNO, oder Moscheevereine in Deutschland ĂĽber Islamophobie klagen und Gesetze zum „Schutz des Islam“ fordern, dann ist das nicht Gegenstand der Religionsfreiheit. Vielmehr garantiert die Religionsfreiheit auch das Recht, Kritik an den Islam oder jede andere Religion oder Ideologie zu ĂĽben. Allerdings genieĂźt der gläubige Muslimden durch die Religionsfreiheit garantierten Schutz. Nach unserem deutschen Grundgesetz wird die Meinungsfreiheit vom Staat nur gewährt, die Religionsfreiheit aber garantiert

Die Religionsfreiheit darf nicht missbraucht werden!

Gerade der moderne, radikale Islam sucht „Schutz“ unter dem Prinzip der Religionsfreiheit. Wo eine Religion oder eine Ideologie nicht mehr Ausdruck der persönlichen Gottesbeziehung oder des persönlichen Glaubens, sondern ein politisch-gesellschaftlicher Entwurf ist, der die Freiheiten Anderer einschränkt, hat das mit Religionsfreiheit nichts mehr zu tun. nicht alles, was Ausdruck einer Glaubensweise oder eines religiösen Bekenntnisses ist, fällt unter die Religionsfreiheit. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Schweizer Moscheeregelung.

Das Schweizer Modell hat Ruhe einkehren lassen

Die meisten von uns werden die Auseinandersetzung um den Bau von Moscheen mit Minaretten in der Schweiz in Erinnerung haben. Ein Volksentscheid hat dazu geführt, dass der Bau von Minaretten in der Schweiz untersagt wird. Ist das ein Verstoß gegen die Religionsfreiheit? Keineswegs! Muslime dürfen weiterhin Versammlungsräume bauen, erwerben und benutzen für ihre religiösen Bedürfnisse. Allein der Bau mit Minarett wird untersagt. Interessanterweise ist dadurch eine große Ruhe in der vorher angeheizten Lage in der Schweiz eingekehrt. Warum? Weil die Muslime das Minarett als Kennzeichen für islamisches Gebiet deuten, was zur Folge hat, dass sie gehalten sind die Scharia zu implementieren. Eine uralte Tradition in der Geschichte des Islams wurde hier neu entdeckt. Im indischen Subkontinent, wo Muslime teilweise als Minderheit unter Hindus leben, gibt es sehr viele moscheeähnliche Bauten – auch riesengroße – die kein Minarett haben und deswegen „Ort des Gebetes“ genannt werden. Nach islamischem Recht (al-fikh) darf nämlich keine Moschee mit Minarett in einem Gebiet stehen, das nicht von einem muslimischen Herrscher regiert wird. Die Muslime in der Schweiz haben begriffen, dass es nach ihrem eigenen Recht vollkommen folgerichtig ist, als Minderheit in einer nicht islamisch dominierten Gesellschaft zu leben und auf Minaretten zu verzichten. Sowohl zugewanderte Muslime als einheimische Schweizer haben sehr gut in Erinnerung, dass St. Gallen im achten Jahrhundert von den Mauren geplündert und niedergebrannt wurde. In der Türkei wird in Schulbücher für den Geschichtsunterricht die äußerste Ausdehnung der islamischen Eroberungen und Streifzüge dargestellt: mit dem Anspruch, dass in diesen Gebieten die islamische Herrschaft aufzurichten sei. Die Muslime in der Schweiz haben einsehen müssen, dass Ereignisse von vor über 1000 Jahren die Machtverhältnisse von heute nicht diktieren. Sie haben erfahren dürfen, dass sie in einem von judeo-christlichen Werten geprägten Land völlige Religionsfreiheit haben. Posen und Machtgebärden fallen allerdings nicht darunter. Das ist ein bedeutender Sieg für die Religionsfreiheit!

Europa: öffentliches Gebet – nur etwas für Muslime?

Mediale Empörung über christliche Großgebetsveranstaltungen, Schweigen zu regelmäßigen Straßenblockaden durch islamisches Freitagsgebet.

Wie die Nachrichtenagentur Gatestone berichtet, gibt es ein nicht nachvollziehbares Ungleichgewicht in der medialen Berichterstattung ĂĽber GroĂźgebetsveranstaltungen in Europa. Giulio Meotti schreibt auf ihrer Webseite:

„Vor einigen Monaten brach ein weltweiter Mediensturm aus, nachdem polnische Katholiken eine öffentliche Massengebetsveranstaltung im ganzen Land abgehalten hatten. Die BBC hielt sie fĂĽr „umstritten„, da sie „aufgrund von Bedenken als Bestätigung fĂĽr die Weigerung des Staates angesehen werden könnte, muslimische Migranten aufzunehmen“.

Dieselbe Kontroverse brach jedoch in Großbritannien nicht aus, als 140.000 Muslime in Birminghams Small Heath Park beteten, in einer Veranstaltung, die von der Green Lane Moschee organisiert wurde, um das Ende des Ramadan zu feiern.“

Dabei ist eine schier unglaubliche Steigerung der Zahl der Teilnemher zu verzeichnen. 2012 waren es 12.000 Gläubigen, 2014 40.000. Im Jahr 2015 waren es 30.000 mehr, also  70.000. 2016 wurden 90.000 gezählt. Letztes Jahr 2017 wurde die Zahl  100.000 erreicht. Dieses Jahr, 2018, waren es noch mal 40% mehr: 140.000.

Die Entwicklung ist auch in anderen Europäischen Ländern zu verzeichnen. Zum Freitagsgebet werden in Teilen von Paris regelmäßig ganze Straßenzüge ohne Genehmigung gesperrt für das Mittagsgebet vor Moscheen.

Frankreich debattiert deshalb darüber, ob das Gebet auf der Straße verboten werden soll oder nicht. Innenminister Gerard Collomb  kündigte ein solches Verbot an.

Meotti berichtet weiter:

„In Italien beteten Hunderte von Muslime neben dem Kolosseum, und auch vor dem Mailänder Dom wurden muslimische Gebete abgehalten.“

In manchen deutschen Städten ist das auch bekannt. Nun ist gegen das Gebet in der Öffentlichkeit nichts einzuwenden. Wir halten an der Unteilbarkeit der Religionsfreiheit für alle Glaubenden fest, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. Wir sehen aber eine Schieflage darin, wenn öffentliche Gebetsaktionen oder Gebetsketten von Christen, die mit Genehmigung der zuständigen Stellen stattfinden, als anrüchig oder gar verwerflich in den Medien dargestellt werden. Wir sehen ferner nicht genehmigte Straßenblockaden als nicht von der Religionsfreiheit abgedeckt. Christen tragen ihre Frömmigkeit nicht in gleicher Weise vor sich her, das soll andere nicht daran hindern, es zu tun. Es ist aber ein Unterschied, ob das Leben in der Öffentlichkeit ein Zeugnis für den Glauben oder eine Machtdemonstration einer Religion sein soll. In manchem kann das Verhalten der Moscheegemeinden gewertet werden als Versuch, die Straße zu kontrollieren.

Muslime verstehen – den eigenen Glauben verständlich machen

Seminar auf dem Integrationskongress in Schwäbisch Gmünd (Schönblick)

Hier die Präsentation, die man in einem neuen Tab oder Fenster öffnen kann und hier das Audio dazu abspielen. Durch die Prezi klicken muss man selber 🙂 – aber es ergibt sich ja aus dem Zusammenhang…

Prezi-Präsentation 1. Teil (Muslime Verstehen)

Prezi-Präsentation 2. Teil (Den eigenen Glauben verständlich machen)

 

Audio zur 2. Einheit:

Audio zur 1. Einheit:

 

Die gegenwärtige Völkerwanderung – Eine groĂźe Chance fĂĽr die Kirche

Seit weingen Jahren kann man vereinzelt in den Medien ganz offen von der heute statt findenden Völkerwanderung hören. Noch 1992 hat die Prognose einer ausstehenden Völkerwanderung einen hohen NATO-General aus den Niederlanden sein Posten gekostet.

In vielen Vorträgen und Beiträgen weise ich darauf hin, dass die gegenwärtige Völkerwanderung mit z.Zt. (Juni 2018) mehr als 68.500.000 Menschen weltweit auf der Flucht oder aus ihrer Heimat vertrieben sowohl Gefahr als Chance darstellt. Z.B. im Beitrag:

FLÜCHTLINGSFLUT – GEFAHR ODER CHANCE?

vom Februar 2016. Die Gefahren, u.A. Parallelgesellschaften, Ghettobildung, Selbstjustiz durch sogenannte „Friedensrichter“, Mehrbelastungen fĂĽr das Sozialsystem u.s.w., sind meist offensichtlich. Nicht fĂĽr alle erkennbar sind die Chancen. Wenn es gelingt, echte Intergration in Europa zu schaffen, dann gibt es den gesellschaftlichen Nutzen durch zusätzliche Arbeitskräfte und Steuerzahler fĂĽr die sonst fehlenden BĂĽrger durch den demographischen Wandel. Viel wichtiger ist aber m.E. die möglichkeit, Menschen aus autokratischen, despotischen, patriarchalischen Kulturen und Ländern den judeo-christlichen Wertekanon zu vermitteln. Die vielgescholtene Kolonialzeit hatte neben der Ausbeutung zu einem AufblĂĽhen vieler sogenannten Entwicklungsländer im Bereich Bildung, Wissenschaft, Handel und Kultur gefĂĽhrt. Seit dem RĂĽckzug aus den Kolonien bleibt zwar die Ausbeutung durch global agierenden Firmen, aber in den meisten ehemaligen Kolonialländern ist die Bildung samt Wissenschaft und Wirtschaft kollabiert oder in die Hände einer einheimischen Elite geraten. Korruption und Misswirtschaft lassen die Bevölkerungen der Länder immer ärmer werden. Die an Rohstoffen reichsten Länder haben auffallend arme Bevölkerungen und gewaltsame Konflike um die Macht ĂĽber die Mittel…

Matthew Parris schrieb am 27.12.2008 in seinem fulminanten Artikel in The Times (London)

»As an atheist, I truly believe Africa needs God«

»Missionaries, not aid money, are the solution to Africa’s biggest problem – the crushing passivity of the people’s mindset«

https://www.thetimes.co.uk/article/as-an-atheist-i-truly-believe-africa-needs-god-3xj9bm80h8m)

davon, dass – so ungerne er es zugibt – nur der christliche Glaube Afrika vor einem kranken Mix aus „Nike, the witch doctor, the mobile phone and the machete“ retten kann. Er beobachtete es an den Menschen dort, wie der christliche Glaube ihr Leben und ihre Einstellung zur Gesellschaft verändert.

Das christliche Weltbild (samt dem neuen Leben in Christus!) ist das Wertvollste, was wir in der nachchristlichen Gesellschaft besitzen. Damit mĂĽssen wir wuchern – und zwar hier zuhause! Hier gerät das immer mehr in Vergessenheit oder es wird einfach ignoriert.

Menschen, die zu uns kommen, suchen Hoffnung. Ich meine, die beste Hoffnung, die wir bieten können, ist die christliche Hoffnung. Dazu hier ein Beitrag von Uwe Siemon-Netto:

Völkerwanderung-Eine große Chance für die Kirche

Hier noch ausführlicher zu dieser Thematik  meine Predigt vom 24.6.2018 in Endingen:

Gehet hin…wenn die Welt vor der eigenen HaustĂĽr beginnt

 

 

 

 

Gehet hin…wenn die Welt vor der eigenen HaustĂĽr beginnt

Predigtskizze zu 1Petr 3,8-17, Endingen, d.24.6.2018

Hier die Audiodatei der Predigt

und des „Kreuzverhörs“ danach

 

Predigtskizze (n.b.: im Vortrag größere Abweichungen/Auslassungen)

Was kann einen Unterschied in dieser Welt machen?

Was kann grundsätzlich Veränderung herbeiführen?

 

Petrus, der auffälligste Jünger Jesu und Apostel sagt es uns in wenigen Worten:

In Euren Herzen muss jemand anderer die Kontrolle ĂĽbernehmen!

 

»heiligt aber den Herrn Christus in euren Herzen. Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist« (1Petr 3,15)

 

1.    Glaubwürdig leben – ein Segen sein!

 

Zum Rektor geschickt

 

Hausmalerei im Fränkischen Spalt: „Lebe so, dass niemand der üblen Nachrede glaubt, die über dich verbreitet wird“

 

Heute Abend ist ein JuGo in Mössingen zum Thema „Brot kann schimmeln – was kannst du??

 

Ein guter Baum bringt keine schlechten Früchte, eine salzige Quelle kein süßes Wasser…

 

ERBEN des SEGENS

Den Segen erben – Verwalter des Segens

 

An euren FrĂĽchten…

 

Seligpreisungen

 

GlaubwĂĽrdig leben heiĂź: DEN SEGEN WEITERGEBEN!

 

Jesus hat das fĂĽr uns, die wir ernsthaft ihm nachfolgen wollen, in der Bergpredigt thematisiert: Salz und Lichtsollen seine JĂĽnger in der Welt sein!

In unserem Text heißt es, wir sind berufen, den Segen zu erben – aber das heißt nicht, den Segen für uns zu behalten!

 

Alles verfällt von alleine, wenn man nicht aktiv am Erhalt arbeitet (auch Beziehungen, Frieden…) Parmaschinken-Kochschinken

 

Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt.So und nicht anders werden wir vor der Welt als Jesu Jünger gelten!

 

Schon im Alten Testament galt der Grundsatz: Ich will euch segnen und Ihr sollt ein Segen sein!

1.Mose 12,2 Und ich will dich zum groĂźen Volk machen und a will dich segnen und dir einen groĂźen Namen machen, und du sollst ein Segen sein.

2.Mose 23,4  Wenn du dem Rind oder Esel deines  Feindes begegnest, die sich verirrt haben, so sollst du sie ihm wieder zuführen. 5 Wenn du den Esel deines Widersachers unter seiner Last liegen siehst, so laß ihn ja nicht im Stich, sondern hilf mit ihm zusammen dem Tiere auf.

Hiob 31,29 Hab ich mich  gefreut, wenn’s meinem Feinde ĂĽbel ging, und mich erhoben, weil ihn UnglĂĽck getroffen hatte?

Spr 25,21-22 Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brot, dĂĽrstet ihn, so tränke ihn mit Wasser, denn du wirst feurige Kohlen auf sein Haupt häufen, und der HERR wird dir’s vergelten.

 

Ein Segen sein fĂĽr unser Land! Ein Segen fĂĽr unser Volk! Ein Segen fĂĽr die Migranten unter uns!

 

FlĂĽchtlingskonferenz II als Integrationskonferenz

 

Gott schickt die Menschen zu uns – Chancen und Risiken

 

Einmalige Chance, Hoffnung zu schenken

 

Nicht die Reste, sondern das Beste anbieten: HOFFNUNG!

 

Migranten einladen

 

Hoffnung schenken geht nur, wenn wir Gottes neue Wege fĂĽr den Menschen gehen!

Das kann nur funktionieren, wenn wir „Christus in unserm Herzen heiligen“. Was heißt das?

 

2.   Christus ans Steuer lassen!

 

Die schlechte Nachricht:

Von uns aus können wir’s nicht

Die gute Nachricht:

von uns aus müssen wir’s nicht!

 

Wir dürfen nicht resignieren! Wir können einen Unterschied in dieser Welt machen – mit Gottes Hilfe und auf seinem Wege…

 

GOTT kann und will durch seine Kirche  in dieser Welt wirken! Dass geschieht vornehmlich dadurch, dass wir seinen Willen tun – und diesen hat er uns auch hier bekundet! Wir dürfen und sollen Überwinder sein – dass geschieht im gelebten Glauben:

Vergeltet nicht Böses mit Bösem (vgl. Jahreslosung 2011Röm 12,21 Laß dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem) – Jesus lehrt uns einen grundsätzlich neuen und radikal anderen, neuen Weg: Endlich aber seid allesamt gleich gesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, demütig…

Das kommt gleichermaĂźen im Wochenspruch vor: Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfĂĽllen (Gal 6,2)

Schließlich spricht der Apostel Petrus den Kernsatz aus:Heiligt den Herrn Christus in euren HerzenDas heißt, unsere Herzen sollen Jesus gehören. Er soll das Sagen in unserem Leben haben.

 

Der Zusammenhang von unserem Predigttext macht es ganz klar, wie das aussehen sollte

 

1Petr 3,8-17

8 Endlich aber seid allesamt gleich gesinnt, mitleidig, brĂĽderlich, barmherzig, demĂĽtig.

9 Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt.

10 Denn »wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der hüte seine Zunge, dass sie nichts Böses rede, und seine Lippen, dass sie nicht betrügen.

11 Er wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach.

12 Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren hören auf ihr Gebet; das Angesicht des Herrn aber steht wider die, die Böses tun« (Psalm 34,13-17).

13 Und wer ist’s, der euch schaden könnte, wenn ihr dem Guten nacheifert?

14 Und wenn ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. FĂĽrchtet euch nicht vor ihrem Drohen und erschreckt nicht;

15 heiligt aber den Herrn Christus in euren Herzen. Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert ĂĽber die Hoffnung, die in euch ist,

16 und das mit Sanftmut und Gottesfurcht, und habt ein gutes Gewissen, damit die, die euch verleumden, zuschanden werden, wenn sie euren guten Wandel in Christus schmähen.

17 Denn es ist besser, wenn es Gottes Wille ist, dass ihr um guter Taten willen leidet als um böser Taten willen.

 

 

 – so genau wollen wir es vielleicht auch gar nicht wissen!

 

 

Friedrich Nietzsche: wenn etwas an der Erlösung dran wäre, mĂĽssten die Christen erlöster wirken… (Er wirkte nicht gerade so in seinem Nihilismus! Aber das ist eine andere Geschichte…)

Worauf hoffen Sie?

 

Haben Sie die Hoffnung, die Jesus gibt? Haben sie und heiligen Sie Jesus Christus in Ihrem Herzen? Sind sie in der Lage und bereit, Rechenschaft von dieser Hoffnung abzulegen?

 

 

Seid allezeit bereit – zum Zeugnis! Zum Zeugnis von der Hoffnung, die wir als Christen haben!

 

Christus ans Steuer lassen!

3.    Hoffnungsträger werden!

 

Wir dĂĽrfen und sollen Menschen der Hoffnung sein!

Auch wenn der Apostel Petrus der Gemeinde reinen Wein im Blick auf Anfeindung und Verfolgung der Gemeinde einschenkt: es geht um die positive Botschaft, dass wir in Christus Hoffnunghaben! In der Nachfolge Jesu Christi gibt es Leben und volle GenĂĽge (Joh 10,10 )

heiligt aber den Herrn Christus in euren Herzen. Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert ĂĽber die Hoffnung, die in euch ist!

Christen sind Hoffnungsträger für diese Welt, weil sie Christus in ihren Herzen tragen und ihn in ihren Herzen heiligen.

Was heiĂźt das?

Wo unsere Herzen Jesus gehören, gehört unser Leben ihm. „Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“ Mt 6,21

Das klingt für viele Menschen unserer Tage nach Entbehrung und Verzicht. Im Gegenteil! So gewinnen wir das Leben!  Lk 9,25  Denn welchen Nutzen hätte der Mensch, wenn er die ganze Welt gewönne und verlöre sich selbst oder nähme Schaden an sich selbst?

Hier wird ganz bodenständig bekundet:

10 Denn »wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der hüte seine Zunge, dass sie nichts Böses rede, und seine Lippen, dass sie nicht betrügen.  11 Er wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach.

 

Der Glaube an Jesus Christus spielt sich nicht in den Gedanken, sondern im gelebten Leben ab!

Wort und Tat gehören zusammen! Ein Glaube, der nicht zur Tat wird, ist kein Glaube, ist ein toter Glaube…

 

 

Der einzige Weg, aus der Gewaltspirale dieser Welt heraus zu kommen ist: suche Frieden und JAGE ihm NACH! Das ist anstrengend. Das verlangt Arbeit und Investition. Aber einen anderen Weg gibt es nicht. Alles verfällt von alleine, wenn man nicht aktiv am Erhalt arbeitet (auch Beziehungen, Frieden…)

 

Dabei erfahren wir Gottes besonderen Schutz.

 

13 Und wer ist’s, der euch schaden könnte, wenn ihr dem Guten nacheifert? 14 Und wenn ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. FĂĽrchtet euch nicht vor ihrem Drohen und erschreckt nicht;

Christen wissen, wo sie hingehören und wo sie hinkommen werden.

 

Unsere Botschaft ist Hoffnung! davon geben wir Rechenschaft!

 

Es wird nicht einfach sein.

 

Die Mächtigen wollen keine Veränderung!

 

Wenn schon leiden, dann fĂĽr die richtige Sache!

Als ehrenamtlicher Vorsitzender des AKREF und des IIRF intensiv mit Christenverfolgung weltweit beschäftigt…

 

Interessant ist, wie unterdrĂĽckte und verfolgte Christen es fĂĽr eine Ehre ansehen, fĂĽr ihren Herrn leiden zu dĂĽrfen.

 

Die Usbekin Schirinai Dossova berichtet: „Einmal fuhren wir mit der ganzen Gemeinde in einen Vorort von Moskau zur Taufe. Während der Fahrt mit der Straßenbahn bezeugten wir unseren Glauben. Eine zu Tränen gerührte Frau bedankte sich bei uns und schenkte uns einen großen Blumenstrauß, den sie wohl von der Datscha mitgebracht hatte. Einige Zeit später trat ein Mann auf mich zu und spuckte mir ins Gesicht. Mit der Bibel in der einen und den Blumen in der anderen Hand stand ich da mit einem bespuckten Gesicht, und die Gemeinde schaute mich an. Zwar versteht man das erst später, aber gerade solche Augenblicke zählen im Nachhinein zu den glücklichen im Leben.“

 

V.14 in moderner Ăśbersetzung:

Es ist eine Ehre, fĂĽr Christus zu leiden

Lasst euch nicht von ihnen einschĂĽchtern!

 

Mut zeigen.

Zum Glauben stehen.

Gegen den Strom  schwimmen

„…Unser Herr kommt“

Was können uns Menschen tun? Röm 8,38

 

Unsere Botschaft ist Hoffnung! davon geben wir Rechenschaft!

 

 

Das Gebet – der SchlĂĽssel zu einer dreifachen TĂĽr

Das Gebet – der SchlĂĽssel zu einer dreifachen TĂĽr

Predigt zu Kolosser 4,2-6 am Sonntag Rogate 2018

 

 

Predigtskizze:

 

Kol 4, 2-6

2 Seid beharrlich im Gebet und wacht in ihm mit Danksagung!

3 Betet zugleich auch für uns, dass Gott uns eine Tür für das Wort auftue und wir das Geheimnis Christi sagen können, um dessentwillen ich auch in Fesseln bin,

4 damit ich es offenbar mache, wie ich es sagen muss.

5 Verhaltet euch weise gegenĂĽber denen, die drauĂźen sind,

und kauft die Zeit aus.

6 Eure Rede sei allezeit freundlich

und mit Salz gewürzt, dass ihr wisst, wie ihr einem jeden antworten sollt.

 

In unserem Text ist die Rede vom Gebet und von einer Tür. Da werden wir noch mal an den Predigttext vom letzten Sonntag erinnert, vom Lobpreis hinter verschlossenen Türen im Gefängnis der Stadt Philippi. Auch daran, wie während Paulus und Silas um Mitternacht im Gebet wachten und Gott lobten ein Erdbeben die Fesseln und die Türen öffnete.

 

Heute, am Sonntag „Rogate“ (betet) geht es um diese Schlüsselfunktion des Gebets: Das Gebet öffnet Türen!

 

Gandhi: Das Gebet ist der SchlĂĽssel fĂĽr den Morgen und der TĂĽrriegel fĂĽr den Abend

  • eröffnet Möglichkeiten und bietet Schutz zugleich
  • 2 Seid beharrlich im Gebet und wacht in ihm mit Danksagung!
  • 3 Betet zugleich auch fĂĽr uns, dass Gott uns eine TĂĽr fĂĽr das Wort auftue und wir das Geheimnis Christi sagen können, um dessentwillen ich auch in Fesseln bin,
  • 4 damit ich es offenbar mache, wie ich es sagen muss.

 

Hier haben wir es mit dem Gebet zu tun, das eine dreifache Tür in drei Dimensionen öffnet:

1) Das Gebet öffnet die Tür nach oben

– es öffnet die Tür zu Gott

  • Wir ahnen gar nicht, wie wichtig das Gebet ist!
  • Es gehört zu dem Wesentlichsten des Lebens!
  • Warum bist Du auf der Welt?
  • Weil Gott Dich erschaffen hat
  • Warum hat er dich – den Menschen ĂĽberhaupt erschaffen?
  • Um die Beziehung mit ihm – d.h. auch mit dir – zu haben und zu GenieĂźen
  • Martin Buber: Ich und Du!
  • Grundlage jeder Beziehung ist die Kommunikation
  • Ich kann niemand kennen, wenn ich nicht mit ihm rede oder zumindesrt geredet habe…
  • Beim Gebet geht es nicht um Informationsaustausch
  • Gott braucht unsere Bitten nicht – er weiĂź schon lange vorher, was wir wĂĽnschen oder brauchen (Ps 139) – Er will die Beziehung zu dir!
  • Beharrlich im Gebet zu bleiben heiĂźt, dass mir die Kommunikation mit Gott wichtig ist
  • „Wachen“ im Gebet – Frisch verliebte können auch die Nachtstunden im Gespräch verbringen… Eheberater: Zeit fĂĽr einander nehmen – Zeit fĂĽreinander einplanen – Das gilt auch die Zeit mit Gott!
  • Vielleicht geht es Euch wie mir – bei Nacht beten tue ich nur wenn ich sowieso nicht schlafen kann…
  • Es geht nicht um Leistung! (Vgl. Gebet im Islam!)
  • „Betet ohne Unterlass!“ (Der Milchmann „Tewje“ in „Anatevka“, Vorlage fĂĽr „Monsieur Claude und seine Töchter“)

2) Das Gebet öffnet die Tür nach innen

– es öffnet die Tür zum Herzen fürs Wort

  • Das Wort weckt den Glauben
  • Der Glaube ist ein Geheimnis
  • Das Gebet bewegt Gott durch seinen Geist Menschenherzen anzurĂĽhren
  • Die gute Nachricht ist zwar verständlich, aber ĂĽberzeugen tut sie nur, wo der Glaube die HerzenstĂĽre öffnet
  • Glaube – wenn einer zum Glauben kommt, kann er auf einmal zusammenhänge verstehen → Nikodemus/Wiedergeburt ist unlogisch
  • So erleben wir das etwa im Konfirmanden- oder Religionsunterricht (Tauben „hinauskonfirmiert“)
  • Der Glaube bleibt ein Geheimnis. Auch bei der genialen Zusammenfassung des Abiturstoffs in evangelischer Religion von dem geschätzten Professor am Staatlichen Seminar fĂĽr Didaktik und Lehrerbildung in TĂĽbingen „Peter Kliemann, Glauben ist menschlich. Argumente fĂĽr die Torheit vom gekreuzigten Gott.“ In 17. Auflage(!!) bleibt der Glaube ein Geheimnis, der mir offenbart werden muss. Das kann nur Gott tun durch seinen heiligen Geist.
  • Argumente FĂśR die Torheit vom gekreuzigten Gott…
  • Wir wollen – ja mĂĽssen diesen Glauben weitergeben. Gott will uns dabei gebrauchen die Ofterdinger zu erreichen mit seiner frohen und frohmachenden Botschaft – darrum das dritte und letzte:

 

 

5 Verhaltet euch weise gegenĂĽber denen, die drauĂźen sind,

und kauft die Zeit aus.

6 Eure Rede sei allezeit freundlich

und mit Salz gewĂĽrzt, dass ihr wisst,

wie ihr einem jeden antworten sollt

3) Das Gebet öffnet die Tür nach Außen

  • es öffnet die TĂĽr fĂĽr die VerkĂĽndigung/die Botschaft
  • Gott schenkt die Gelegenheiten, um die wir Bitten!
  • Gott kann auch das „Salz“ in der Suppe, die WĂĽrze in unserem Reden schenken
  • Gott schenke uns die Freundlichkeit den Menschen GegenĂĽber, die von ihm (und oder uns) nichts wissen wollen, damit sie dadurch seine Liebe erfahren können!
  • Den Juden ein Jude… (Bonhoeffer hat es sich was kosten lassen – im Gefängnis wurde er zum Seelsorger fĂĽr seine Peiniger)
  • Verhaltet euch weise gegenĂĽber denen, die drauĂźen sind, und kauft die Zeit aus
  • Wie schaffen wir das, dem Anderen die AUGEN ZU Ă–FFNEN ABER NICHT VOR DEN KOPF ZU STOĂźEN?
  • Antworte werden auf Fragen Die Menschen werden von sich aus nur fragen, wenn sie bei uns etwas sehen, was sie vielleicht nicht verstehen!
  • Es braucht die Begegnung! Nicht nur im Gebet mit Gott, sondern auch im Gespräch mit den Menschen!
  • Beten wir doch, dass Gott uns die TĂĽr nach auĂźen zu den Menschen von Ofterdingen, den Menschen am Arbeitsplatz, den Menschen in Bekanntschaft und Verwandschaft!
  • Wir sind vielleicht nicht direkt verantwortlich fĂĽr die Menschen in Stuttgart oder Berlin – aber wer, wenn nicht wir, ist verantwortlich dafĂĽr, dass die Menschen von Ofterdingen den lebendigen Christus kennen lernen?
  • Wir sollen uns nicht dabei „Druck“ machen, sondern es zu unserem Gebetsanliegen machen und es vor Gott bringen, der Mittel und Wege hat!
  • Betet fĂĽr alle, die das Wort sagen – in den Gruppen und Kreisen, in der Schule, von der Kanzel – Paulus sagt: Betet fĂĽr uns, dass Gott uns eine TĂĽr fĂĽr das Wort auftue und wir das Geheimnis Christi sagen können
  • Das Gebet öffnet auch diese TĂĽr nach auĂźen zu den Menschen draussen vor der TĂĽr!